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find. Allein neben dem daß die genaue zeit und stund desjeni-gen neu-und Vollmonds, nach welchen man da sich zu richtenhatte, nicht so gar leicht oder sicher zu finden waren, Massenauch die Iüden darüber viele arbeit gehabt; so entstünde nochferners unter den Christen ein verdrießlicher und unnöthigerstreit darüber, ob man denn das Oster - fest, welches wegen derdaran geschehenen heilwehrten auferstehungChristi auch von denChristen mit gröstem eifer gefeyret ward; ob man dasselbe geradauf den 14. tag nach dem vbgemeldten neu - mond, oder wel-ches eines ist, gerad auf selbigen Vollmond selbst feyren und hal-ten sollte, es mochte jetzt gleich dieser einfallen , auf welchentag der wochen er wollte, wie es die Jüden mit ihrem Oster-fest bis dahin gethan hatten, und noch seither allzeit thun?oder, ob man solches bis auf den nach diesem Vollmond fol-genden sonntag zu verspahren hätte ? Die Orientalische kirchehielte sich darinnen schlechterdingen an den vierzehenden tag;daher der nähme der (^usrtiicieoimanorum berühmt worden.Die Römische hingegen und mit ihr die übrige OccidentalischeArchen wollten nicht gutheißen, daß man also die Osterngleich und mit den Jüden feyerte, und erklärte sich deswegenfür den nachdem sogenannten Oesterlichen Vollmond folgendensonntag. Beyde beriefen sich hierinnen auf eine Apostolischetradition. Die Asiatische wollten ihren gebrauch von demApostel Johanne, die Occidentalische hingegen , den ihrigenvon Petro empfangen haben. Die Verbitterung ward so groß,daß Papst Victor sich nicht entblödete, die Asiatische Archenwegen dieser kleinigkeit in den bann zu thun, und von jemerArchen - gcmeinfchafft zu trennen kurtz vor ende des anderniahrhunderts nach Christi geburt; weswegen chn auch Jrenausin einem annoch beym Eusebiv vorhandenen schreiben sehr ernst-hafft und freymüthig bestrafet und erinnert hat. Diese un-glückliche trennung währte bis auf das allgemeine NicämfcheConcilium nachdem verschiedene ksrticular - 8^noäi sich ver-geblich bemühet hatten, der zweyung abzuhelffen. Zu Nicäaaber ward endlich mit allgemeiner Übereinstimmung vest gesetzet,daß man sich hierinnen nach der bis dahin den Occidentali-schen beliebten weife zu bequemen hätte, um sonderlich dieOstern nicht mit den Jüden zu halten; welcher gründ je-doch an sich sechsten eben von der grösten Wichtigkeit nicht.war. Das meiste gewicht aber hatte wol der fache gege-ben Constantinus lVl. welcher gar sehr auf diese feite inclinirte.Nun war noch übrig, die genaue zeit des Lquinoüü Vsrm,und des darauf folgenden Oesterlichen Vollmonds, nicht nurfür ein jedes jähr zu finden, sondern auch in allen Christli-chen Archen, die schon damal weit und breit zerstreuet waren,kund zu thun, da wurde dann gut befunden, dem Patriar-chen zu Alexandria diese sorge aufzutragen , weilen in seinerstadt von langer zeit her ein Überfluß von gelehrten Sternsehernsich aufhielte, von welchen es ihm leicht war, obiges für ein je-des zukünftiges jähr in rechter zeit zu erforschen. Die fachwurde auch lang so gehalten, daß dieser den eigentlichen Oester-lichen Vollmond, oder vielmehr, nach damaliger befchaffenheitder fachen, den Oesterlichen sonntag, und dann nach solchemauch die übrige bewegliche in ansehung der zeit von der Osternabhängende feste, so früh sichs ihm schickte, aller orten aus-schriebe; welchem ausschreiben dann zu folge man die eigentlichetage der Oster-feyer und übriger darnach gerichteter festen am ta-ge Epiphaniä in allen Archen,die davon in zeiten wissenschafft be-kommen hatten, von den cantzeln anzukunden gepfleget hat;Jedoch, wie leicht zu gedencken, so hatte diese fache, sonder-lich wegen grosser entlegenheit der örtern, und denen oft ein-fallenden kriegen ihre ziemliche unkommlichkeit; und konnte esfast nicht anders abgehen, als daß bisweilen, die eine oder dieandere in ermanglung des Alexandrinischen berichts ihre Osternmit einiger Ungewißheit, was die zeit betrift, halten musten.Um nun auch dieser beschwerbe abzuhelffen, schlüge sich Diony-fius kxigcms in das Mittel, eben der, welcher sonsten , wegensuchung des genauen jahrs der geburt Christi, obschon er sichin diesem stuck gewiß um etwas geirret, fowol als wegen derdaraus erfolgten Anführung der jahrzahl von dieser trost-reichengeburt an, berühmt ist; dieser Dionysius hatte in acht genom-men, oder vielleicht an dem fthon vor langem von Metone ausandern Ursachen eingeführten Lyclo abgelernet, daß jeweilennach einer zeit von ry. Iulianischen jähren, wie sie damals inbeständiger Übung waren, die neu - und Vollmonde des gantzenjahrs wiederum auf eben dre tage fielen, aufweiche sie vor 19.jähren gefallen waren. Auf diesen gründ nun, der ihn garvest und sicher beuchte, bauete er seinen Lyolum oder die inden Calendern also genannte güldene zahl, welches nichts anderswar, als eine reihe oder tabell von 19. jähren, eben derjeni-gen zeit, da er lebte und schriebe »darinnen er für ein jedesjähr den genauen Oster - tag verzeichnete. Nach welcher Ver-richtung , wie wenigstens des Dionysii meynung war, die übri-ge Bischöffe durch die gantze weit zu findung der Ostern für alleund rede zeiten keine andere mühe nehmen durften, als diesenCyclum oder diese güldene zahl von 19- M 19. jähren zu er-neuern. Und zwar so ward diese art die Oesterliche zeit zufin-den, als dre einem jeden leicht fiele, und auf einmal eine allge-memeK,elchformigkertzuweaen brachte, allerorten begierig an-genommen; man kan auch sagen, daß sie eine ziemliche zeit habemögen gebraucht werden, ohne daß man dadurch in grosse ir-rung ölltte verfallen können, ^edoch rvar dieselbige auch nichtohne Mangel, und hatte deswegen nach verfliesiung einiger jähr-
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Hunderten Verbesserung vonnöthen. Erstlich steckte der fehlerdarinnen, daß man den Iulianischen Calender schlechter dingenzum gründ setzte. Weil nun derfelbige, ohne von andern nochsubtilem fehlem zureden,alle 4°». jähre um drey tage der wurct-lichen bewegung der sonnen vorlief, so musten schon die in demL7LI0 Dionysii angemerckte neu - und Vollmonden rc. von derwürcklichen zeit, da sich dieselben zutrugen, um so viel unter-schieden, und entfernet seyn. Aber ein anderer irrthum, uM>zwar welcher dem Lyclo des Dionysii eigen war, und aus demeselbst herfloffe, war dieser; daß sich Dionysius eingebildet, oderdoch feine einrichtung also gemacht hatte, als ob nach ablamjeweiliger 19. jähren die neu-und Vollmonden nicht allein auseben die tage, sondern auch auf die stunden und Minuten einm-len, wie es vor 19. jähren geschehen war. Da aber diese in derthat jedesmal um eine stund, 28. min. 5. fec. das ist schier umanderthalb stund früher erscheinen als sie 19. jähr zuvor gethan;so ist schon klar, daß solcher Lyclus Olonvilanus, oder die sog^nannte güldene zahl, jeweilen nach verstreichung etwas mehrals ;c>o. jähren die neu-und Vollmonden um einengantzrnMeher anzeigen muste, als sie sich wahrhafftig ereignen. Wa-ches , wo es dann also etlich tausend jähre ohne ändemng oderVerbesserung hinliefe, nothwendig viele Verwirrung erwecken,und die Ostern samt den übrigen beweglichen festen IN gantz an-dere jahr-zeiten, als sie anjetzo sind, versetzen muste. Wie klalnun dieses ist, so gab man doch lange zeit nicht grosse achtungdarauf, sonderlich nachdem die Stern - kunst neben den übrigenschonen wissenschafften bald nach der zeit Dionysii gar sehr in»abnehmen geriethc; und hielte man sich schlechterdings an dm»güldene zahl oder L^cluin äecennovennslein Dionysii bis vornun schier i;c>. jähren, da nahm sich Papst Gregorius XIU-vor, der disfalls Angerissenen Unordnung, sowol was die ftifler des Iulianischen Calenders, als insonderheit auch des 67»"vionvlirmi betrift , zu steuren ; schrieb deswegen an amChristliche Fürsten und berühmte Universitäten, und ersuchtsie, sie mochten doch auf mittet gedencken, wie das Lgui»»!ciium Vernsle wiederum an seine rechte stelle könnte gesch,,werden; und nachdem er nun die meynung aller GeleE.hierüber vernommen, that er zehen tage aus dem caleEweg, und bestätigte solches an. i;8i. mit einer bulle, Edaß der tag nach St. FrancisA, welches der 4. oct. ist cfunfzehnde genennet wurde, anstatt daß er hätte sollen der fuEhassen. Durch solche Verbesserung wurde, was zuvor dergewesen, der 2lte, und das EqninoAiuin Vernsle, weichest»,!,auf den n. martii einfiel, kam auf den »iten gleichwie es Uzelt des Loncilii bliLNni an. zr;. gewesen. Eben diestrerfand auch ein mitte!, dergleichen Unordnung ins künftige ^verhindern, nemllch darinnen, daß er alle hundert jähr eEäicin interWlsrem heraus that, und also ein schalt-jahr weE,machte. Diese zeit - Verbesserung wurde von allen CatholE'angenommen; die Protestirenden aber in Teutschland , EE,land rc. wollten nicht darein willigen, wie denn auch verj«'dene darwider geschrieben haben, als unter andernkrossellor ivlrrtkeleos zu Tübingen, Scallger undGermanus. Es wurde auch von Vieta ein gantz neuer catch ^gemacht, und samt den anmerckungen über die fehler, »Uein dem Gregorianischen calender wahrgenommen, dem PUeübergeben, und dieser wird auch der neue und stets - wahrtecalender genennet, weil die Verordnung der LpLÄaruM' ^anstatt der güldenen zahlen gesetzt ist, ihn zu allen zeiten bm"bar machet.
Weil nun in dem Gregorianischen calender, nicht allemVieta, sondern auch des Haupt - Verfassers Clavii eigen»" Sestandnisse nach, solche fehler zurück geblieben, die wlvA.CLN0NL8 des Loncilii blicseni liefen, konnten sich die V» ll-stirenden um so vielmehr solchen anzunehmen weigern. po«noch,, als sie wohl sahen, daß die verschiedene calender m'sseher rührende doppelte feyertage im Römischen Reim^Ms-Unordnungen sowol bey den Reichs-Conventen, in dM E jy-geschäfften, und dann bey dem Kayserl. Rcichs-Hof-R^ alsgleichen in dem Cammer - Gericht und Gerichts - sachch-.^Mauch sonsten in den commercien und anderswo vermiß, §,,ltrachteten sie dahin, eine solche Verbesserung zu treffen./ » p sodes Himmels lauf, den Lunonibus des Loncilii bliL-LlU' ES
viel als möglich, mit dem Teutschen Staat überein kam»'
kam aber die gantze fache auf zwey stücke hauptsächlich "'/xuMlich, daß die grosse des sonnen - jahrs, welche in deMA,pckN
benzehen-Hunderte jähr Als tage zu viel eingeschl«A^n s»nothwendig wiederum musten ausgeworffen werden.ferne man die eilf tage hätte beybehalten, und dochsahen des Loncilii blioseni ein genügen leisten wollen,wdas fest der Erscheinung Christi vielmals gar haben a
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muffen. Einige suchten vergeblich 12. oder auch *4-- Mwerffen, indem sie erstlich meynten, es konnte dadurch zelte«noÄium auf den ri. martii, als an welchem es zudes Loncilii bliesen! gewesen zu seyn insgemein gegmUyM,wieder gebracht werden. Die 14. tage aber brachten' hEgen auf das tapet, damit der calender auf den U^ zM»würde, wie er zu den zelten Jullt Casans geweftn gweil das erstere , m dem man alle cycllsche recy „ Dwarf, vergeblich, das andere aber gleichfalls unnoiM