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, haben ihren nahmen von dem GriechischenWort so fern solches entweder eine regul oder eine
kirchen-matricul oder gewisse einkünfte bedeutet. Nach ihrerersten einfetzung waren es solche Personen , welche bey denje-nigen kirchen, wo ein Bifthofflicher sitz war, die jugend inallerley wissenschaffken, und zuforderst die/ so sich dem geist-lichen stände gewiedmet / in der Theologie unterrichten / da-bey aber ein gemeinschaffkliches leben führe»/ und nach gewis-sen rcguln / nicht viel anders als die eigentlich so genannteMönche / leben musten. In dem IV., in dem V. und in dennächstfolgenden üecu 1 i 8 , insonderheit aber in Teutschland vondem Kayser Carola M. wurden viel dergleichen LolleZis Ls-nonicorum gestiftet/ und die obgemeldte stücke von ihnen inacht genommen. Nachmals aber fiengen sie an/ sich allmäh-lich auf einen andern fuß zu setzen / indem sie das schul - hal-ten gänklich unterließen / unb von dem zwange / wortnnenrechte ordens-personen leben müssen, sich in den meisten stückenbefteyeten / so gar / daß sie auch die so genannte Horas Lsno-niW öfters durch andere abwarten liessen/ im übrigen aberdieses zu ihrem Haupt - wercke machten, daß sie gleichsamRäthe der Bischöffe abgaben, und in wahrenden vacan-tzcn der Bischöfflichen sitze die geistliche jurisdiction in ge-wissen fällen erercirten. Diejenige nun / welche heutiges ta-ges bey Bischöfflichen oder bey Collegiat-kirchen auf die letztge-dachte art LkmomLl sind / werden auf Teutsch Thum-Herrenoder Stifts-Herren / und auf Lateinisch (um sie von denenzu unterscheiden, welche nach einer absonderlichen ordens-re-gul sich zu richten haben) Lsnonisi Zssulsres genennet; ihrezusammenkunst aber hat den nahmen eines Laprtuls. Dre-lenige, so darinnen vor den andern emen vorzug haben/ has-sen pröbste , Dechante / IbesgurLnii, knnnserii , L'L'bols-Kici, Liinwrss, Vissrii . Luiioäes, Lcciorss Lc. von wel-chen benennüngen einige sich auf die in dem eingange erwehn-te erste einsetzung der L-monicornm beziehet. Die jüngste Ls-nonicns, welchen noch keine stimme in den Capitular-verfamm-lungen zukommt / nennet man DomiLiIiares oder DomicsIIs-rio8 , welches ein äiminucivnm von Oomlnus zu seyn scheinet.Bey einigen Cathedral-oder Collegiat-kirchen sind gewisse welt-liche Standes-personen / gleichsam zum zeichen eines ihnen zu-ständigen ßuri8 LiNromNus oder ?rotsÄlvni8, Lsnonisi Ila-norilrü; zum ex. der Römische Kayser bey der Lateranensischenkirche zu Rom / wie auch zu Cöln, zu Bamberg und zu Aa-chen ; der König von Franckreich bey der kirche St. Hilarii zuPoitiers, ingleichen zu Mans / zu Angers, zu Tours und zuChalons; die ehemalige Grafen von Aniou / nebst denen vonRevers und von Dun, gleichfalls zu Tours; die Hertzoge vonBradant bey der kirche St. Servatii zu Mastricht; u. s. w.An unterschiedenen orten (als zu Präge, zu Bamberg , zuLucca, zu Neapolis, zu Meßina) sind die L-moinsi, vermögeabsonderlicher Päpstlicher verwilligungen, eine Bischoffs-mutzezu tragen befügt. Bey der Ertz-Bischofflichen kirche St. Jo-hannis zu Lion in Franckreich bekommen alle Lsnamci denGräflichen titul; und auf gleiche art haben andere Capitulihre sonderbare privileZis, gefetze und gewohnheiten, nachwelchen man sich sowol bey der wähl der (/anonicorum ( z. ex.ob nur Herrn-standes , oder adeliche, oder auch graduirte Per-sonen in deren zahl aufzunehmen) als in andern stücken zuverhalten hat. Den L-monisis 8ecnlsribn8 werden entgegengesetzt Lsnonisi Xegulsres, welche letztere nicht nur die allenGeistlichen vorgeschriebene, sondern auch noch absonderlicheund schärfere regeln (die insgemein des H. Augustini seinesind) in acht zu nehmen haben. Es giebt auch, nach dem exem-pe! der bisher beschriebenen Lsnonisornm, gewisse ssanonis-finnen, beydes 8eLvlLre8 und Hegulares, welche in Frauen-zimmer-Stiftern unter der aufsieht einer Aebtißin leben. Vonweltlichen oder Secular-Canonißinnen findet man die meistenin Teutschland, in Bradant und in Hennegau. Viä. 8^-
//mer /«I c?a/E. V tüc-s/e/iass. «i« c->e/ire , glollär.
,/ac. histor. Occiäenr. in lVletrop.
slierolex. orst. äs LollsZ.
* Kanoniers, (Petrus Andreas) ein gelehrter Genueser indem XVII. Keculv, hatte von seinem vatter die Medicin ge-lernt, legte sich aber zu Parma auf die flum, und wandte sichhernach nach Spamen, da er zwar kriegs-dienste nahm, aberindessen auch unterschiedene politische tractate schrieb, und sol-che Philippo IV. bediente. Wie er nun auch in Spanien seinglücke nicht fand, gieng er nach Antwerpen, und practicirte da-selbst beydes in den Rechten und der Medicin. Er schrieb Dilsur-1u8 polie. in Pscimin, darunter sich x. 66. sä. krsncof. von an.161s. ein Lamloguz aller autkorum befindet, so die Materieäs ßurs ststU8 ex prokello tracttret- haben : De Virmribu 8 vi-ni; äe curiockt Doätrins; Lpickoiss IiaconicL 8 ; l'Inieiicicä eäitzrstis äs lettersti e Znerrieri; wie auch drey vol. von aller-hand cheologischen, moralischen und politischen Materien. Ä-
I'eA'er, k. II. p. 2IY.
Canopina, eine kleine stadt in dem katrimnnio ketri, zwi-schen Viterbo und Ronciglione, auf einem hohen berge Ci-mini genannt, gelegen. Vor alters hieß diese stadt Capena.
" cftXOkviVl, oder 081 WM LäXOklLIM, ist einer der
ausflussen NM, und machet den schenckel von dem Delta gegenabend aus; dahin ist Alexander mit seiner geraubten Helena
durch den wind wider seinen willen getrieben worden. OhnMdavon ist auch ein tempel Herculis, wo die flüchtigen knEeinen frey-hof hatten, wann sie von den Priestern die W'zeichen angenommen, und sich dem gott des tempels übergebe»hatten. Dahin flohen Alexandri knechte, vermeldeten den Pch,stern seine Mißhandlung, und wo die Priester sich nicht bedUcken gemachet hätten, einen fremdling zu strafen, hätte es w»das leben gekostet. Dieses Ostium war auch das einzige/ Ufremdlinge einschiffen borsten, dieweil oben darüber die ENaucratis lag, worinnen freyer kauffür alle fremdlinge, ny»zwar (da es die einzige handels-stadt in Egypten war) auewgetrieben wurde. Wann nun ein fremdes schiff durch ung>"stan ein anderes Ockium getrieben worden, muste es schwören/ rares ihm wider willen geschehen, und alles anwenden wolle,'»das Ostium Lanopisum zu kommen, und den weg gerade nawNaucratis zu nehmen, üersäorr Lmerpe x-ig. 42. 57- ""70. eäit. 8tspk.
Canopus, war ein gewisser abgott bey den EgYptiAwelcher von dem abergläubischen volcke sehr hoch verEwurde. Die Chaldäer hingegen bäteten das feuer an, "»s.wollten behaupten, daß alle andere götter demselben umAthan seyn musten, weil es alle dinge verzehrete. Dieses vAgeben verursachte, daß die Priester der Egyptier und ChalcaLmit einander streiten liessen. Die Egyptier setzten auf das flvtzen-bild ihres Canopi einen grossen topf an statt eines hauP'Bund machten in selbiger kleine löcher, welche sie mit w<Eund den topf mit Wasser Meten. Die Chaldäer dagegenbeten ihr feuer an, und als der Egyptier abgott hinein Mw,wurde, und von der Hitze das wachs zerschmoltzen, lief s.Wasser durch die löcher heraus, und löschete das feuer au-rwodurch die Chaldäer genöthiaet wurden zu bekennen, Uder Egyptier gvtt«mächtiger wäre als der ihrige. DEgott wurde auch in der that wie ein krug abgebildet, fast'Ane hals, und hingegen mit einem dicken bauch, aufgW^nen rücken und kleinen füssen. bist. ecsl. lib. Xi- ^
26. Deorum Dearumgus caxits. *
Canopus oder Canope, eine stadt in Egypten, um dst ^gend, wo sich ein arm von dem Nilo, und zwar der, st Lxmeisten gegen Westen lauft, in die see ergießt, welcher dA §den nahmen hat. Vielleicht ist diese stadt deswegen CEsgenennet worden, weil man daselbst diesen götzen angebU,,Einige von den neuern halten sie für Bochira nahe bey , ^xandrien. Sie hatte vormals ein Bischoffthum, und ist 8sonst sehr alt, weil Strabo, Plinius und Ptolemäus w'j-gedencken, mit vermelden, sie wäre bald nach demsehen krieg erbauet worden zum angedencken Canopi, der"Menelai schiff steurmann gewesen, und als er auf der ve-reise von Troja durch ungewitter dahin getrieben worden/ ^da verstorben sey. Man hat auch ursach zu glauben, ssdes Heydnischen Poeten Claudiani, so unter TheodE^gelebt, sein vatterland gewesen, wie ihn dann Sidonius ^ ^linaris ausdrücklich kslulu/co lätum Lanopo nennet,selbst den Nil-fluß seinen Nilum heißet, nostroDie ihn gen Vienne in Dauphins versitzen wollen, vermagihn schändlich mit Claudiano Mamerto, dem Bischoffz"ne, und welcher eben fo eifrig in dem Christenthum stehenals Claudianus hartnackig an dem Heydnischen abergst"hieng. Ärass. TÄcr'r. Lrss/ae/,. gä Dionxs. kericß-in spick, sä Oennsä. Ws«.
Canosa, eine stadt in dem Königreiche Neapolis,landschafft Bari, an dem fluß Ofante, welche an. l6y^ho/ein erdbeben gantz übernHaussen gemorsten worden, tastestPlinius und andere Alte reden sehr oft von ihr. DA Mflhieß sie Canusium , und war wegen der daselbst bessss^en/goldfarbigten wolle, woraus kostbare zeuge gemacht A ;v-sehr berühmt. In dieser stadt wurde Kaysir Henry-»nachdem er sich vor Gregorio VII. von welchem er '» Seygethan worden, gedemüthiget, an. 1077. absolvirei:dem Horatio heißen die einwohner dieser stadt L-muu^
8us8, enrweoer weil sie beydes Griechisch und LateiNw^hreN'ten, oder aus beydes sprachen einen Mischmasch^ §r?^
An. 1712. ward Don Tiberio Capece, wegen seineryer»Hertzoglichen Hause Oesterreich treu-geleisteten dienstew^yte^tul eines Fürsten von Canosa vor sich und feine erbe»ley geschlechts beygelegt. Man muß aber dieses Can^My,confundiren mit Canossa, einer Grafschafft im M?^»nahe an der grentzc von Parma. l>-
lib. IX. ök XlV.
Lc. ^fschsst»
* Canossa, lat. Lsnuckum, ein schloß mit einer bhart an den grentzen der Grafschafft Rossen« m beArrn Mthum Modena in Italien gelegen. Sigftidi emeSAein ziemlich stück von Toscana, und auch von der n^är «»'-söhn, Graf Atho, schlug seine residentz auf diesem sty >veil ^und führte deswegen thürme und mauren herum,von natur überall gut bevestiget war, hielt man es y - ein^funüberwindlich. Berengarius I. belagerte dlestsssvmit seinen Longobarden, allein er wurde umgebra»/ ^rbei'^
das icbloü unanaefaMen blieb, bis an. o?o. des