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car
Carion, (Johannes) war den 22. mertz an. 1499. geboh-ren. Nachdem er sich mit grossem fleisse auf die fiuäis ge-ieget, und selbige auf unterschiedenen Universitäten in Teutsch-land , sonderlich zu Wittenberg tractiret,, wurde er nach Franck-furt an der Oder zum krokellors ölscheseos beruffen; hielt sichaber hernach zu Berlin an dem Brandenburgischen Hofe auf,woselbst er in der besten blüthe seines alters an. l;; 8 . gestorben.Man hat von ihm unterschiedene schriften, als Lpfiemestässvon an. iz; 6 . bis i;;o. prsstissm Mrvlogire, Lc. Aberden meisten rühm hat ihm das so genannte Lbronicon (Hiszuwege gebracht, wielvol solches eigentlich Melanchthon ge-macht hat. Es hatte zwar Carton ein Lkronwon verfertiget,welches er Melanchthoni überschickte, solches durchzusehen,und wo es nöthig, zu verbessern. Weil aber solches Me-lanchthoni nicht anstund, verfertigte er gar ein neues, woll-te aber dennoch, daß es unter dem nahmen Carionis sollteheraus gegeben werden, wie auch geschehen, und ist solchesvon Peucero continuiret worden. Dennoch aber scheinet,daß Canon auch seine eigene arbeit heraus gegeben, weil ei-nige eclitionLs unter seinem nahmen vorhanden, welche uutder arbeit Melanchthonis. nicht überein kommen, auch bisauf das jähr 1521. ja noch weiter gehen, und an. r;;2.gedruckt sind, und deren dedication an den Churfürsten zuBrandenburg von Carione an. i;;i. geschrieben ist, dadoch Melanchthon sein werck nur bis auf den ansang derregierung Caroli N. geführet hat. Es ist dieses Lkroiäsonin Teutscher spräche von Carione, und hernach von Me-lanchthone geschrieben, endlich von Hermcmno Bonn-- msLateinische übersetzt , dessen Version aber Melanchthon aufsneue verbessert hat. Es ist auch in andere sprachen, ia garins Spanische übersetzt, und zum oftern aufgelegt worden.
bibl. prolvx. k. III. in kbilos. Lr-
introä. sä kill. eccl.
* Canon , eine kleine stadt in Spanien, und zwar im Kö-nigreich Leon; sie steht auf einem kleinen berge, und hat nureine gasten, wo etliche handels-leuthe wohnen. Wann manaus der stadt geht, kommt man über eine grosse brücke, undvon bannen auf ein eben selb , wo ein Hospital allein stehet,welches man den grossen Cavalier nennet. Die St. Jacobs-drüder gehen hin, um dorten, wie in andern Hospitälern, aufdem Wege nach Compostell, ein stuck brodt zu fordern, n.
, Dick. Leogr.
Cariophylus, (Matthäus) Ertz-Bischoffzu Ironien oderCogni, war gebürtig aus der insul Candia. Er studirte zuRom in dem Lollegio der Griechen, und nachdem er in spra-chen und der Theologie einen guten gründ gelegt, begab - ersich in den geistlichen stand. Er wurde darauf nach seinemvatterlande geschickt, woselbst er aber nicht angenehm war,derowegen er wieder nach Rom kehrte, und in dem Lollegioder Griechen lehrete. Er wurde hernach vomekicus dreyerCardinäle, so insgemein Päpstliche Nepoten waren, nem-lich Petri Aldobrandini, Ludovici Ludovisii und FrancisciBarberini. Der andere verschaffte ihm den titul eines Ertz-Bischoffs von Iconien, und der letztere beredete ihn seineschriften ans licht zu stellen, wie er denn ein volumen Grie-chischer und Lateinischer verse unter dem titul Mste« luwula-nre, Themistoclis episteln und andere schriften heraus gege-ben hat. Er starb unter Urbano VIII. ums jähr i 6 ;o. oder
z;. in sxib. Ilrbsn. xin. I.
* Cariovalda, ein Heerführer der Batavier, die erden Römern zu hülffe gegen die unter Arminio stehendefeindliche Teutschen über die Weser führte. Die Cherusker,auf die er traf, zogen sich zurück, als ob sie flöhen, bis sie denfeind in eine ebene gelocket, welche um und um mit einem dickengehöltze umgeben war. Hierauf stellten sich die Cherusker, drun-äen auf die Batavier von verschiedenen feiten ein, so daß dieBatavier endlich mit ziemlichem vertust zu weichen genöthigetwurden. Cariovalda munterte zwar die seinigen auf durchzu-brechen , und sprengte selbst auf die dicksten Haussen der fein-de , aber sein pferd ward unter ihm erstochen, und er selbstvon den feindlichen pfeilen erschossen. Solches alles geschaheim 16. jähr nach Christi geburt. snnsl. II. n. Musscou, geschichte der Teutschen, IV. n. vonBünaus Teut-che Reichs-Htstone, wm. 1. üb. 1. p. 21;. üb. III. §. 59.
* Caripier, sind kriegs-leuthe bey den Türcken, ander zahl taustnd , welche weder in den Serrails auferzogen,noch gleich andern sclaven gehalten worden sind. Die meistenunter ihnen sind entweder Mohren oder Renegaten, das ist,abgefallene Christen, welche ehedeffen ihr glück mit herum-schwärmen gesuchet, arm sind, und durch ihre geschicklichkeitund behertzt und verschmitztes auffuhren es endlich dahin ge-bracht , daß sie von dem Groß-Fürsten unter seine leib-wachezu pferd sind aufgenommen worden. Sie folgen dem Kaysernebst den sogenannten Ulufagi, wo er hingeht, bekommen destags für ihren sold 6. aspers, und sind darum (so sie änderstUlcht wollen) nicht mehr als ein Pferd auf den mann zu haltenschuldig. Chalcondylas im fünften buch sagt, man heisse sie Ca-rlpler, diewerlen man dieselben aus Asten) EgYPten und Afri-ka zusammen zu lesen pflege.
* Earipous, völcker aus dem südlichen America, siewohnen dem Brasilien, wie auch dem fluß der Amazonen gegen
der §ari^
norden, und liegen nur dreißig stunden von demlaudederL«vier ab , mit welchen sie beständige kriege führen. Sre seyen ^so bräunlich und fast oliven-färbig aus , wie die Toupw'"bons, welche hundert und zwanzig stund gegen mittag ^ihnen abgelegen sind; aber sie sind schöner, aufgeweckter/ »haben mehr feuer als diese. Sie lieben die traurigen leulye w^
und sind behertzt, freygebig, aufrichtig, und sehen immer»
geräumt aus, deswegen sie unter den Indiaiujchen vowdas sanftmüthigste und leuthseligstc sind. Sie liebenrechtigkeit, die Wahrheit, und haben viel ehre bey sich ,deswegen die guten und tugendsamen hoch, und sind vc >ger der listigen betrüger und der lgsterhafften. Sie verawdie da feigen hertzens sind , und halten die tapfern und beyten gemüther in hohen ehren; sie gehen nackend, pflegen >aber den leib zu bemahlen, und becrönen das Haupt M" vbüschen. Die männer bedecken ihre schaam mit schelvenrinden ab bäumen gemacht; die stauen aber und, die nAAschämen sich nicht gantz nackend zu gehen, und begnügenschenckel kreutzweise über einander zu halten, wann sie m»'-hen oder sitzen wollen. Ihre Waffen sind bogen , pf"fffchwerdter von Brasilien-Holtz. Das gantze land, so voll hflusse Zapoco durchwässert wird, ist bergicht und voller ^düng , und bringet eben die früchte hervor, wie das larwCaribier, worunter es etliche sehr ungesunde giebct, uiw ^ein kleiner apfel, welchen die Spanier Nsncsniüs nennen / „,findet; er siehet hochgelb aus, und ist sehr lustig anzm"Avaber so vergiftet, daß man, so wenig auch davon in den „xgebracht wird, gewiß des todes ist. Die Caripous essenanderm schlangen von einer entsetzlichen länge und dicke' Da-gegen sind sie keine menschen-stesser, und obschon die Cw- ^ihre feinde, die gefangenen Caripoer, auffressen, so bedlew^^.sich doch gegen dre gefangenen Caribier des gegen-rechtes ''Sie verrauschen allerhand gummi, federn, paM^.xiitaback und anders mehr, das ihr land hervor bringet/»^kärste, beyl, arte, gläserne ksrer notier von versahtfärben, und andere dergleichen Europäische kurtze waaren.
, Listion. 6 eogr.
Carls , siehe Rarras. .
Carius , Iovis und Torrhebiä söhn. Die Alten be"wA-aß als er um den see Torrhebiä spatzieret, und die iie» ^,stimme der Nymphen gehöret, er davon die music begrüßund sie nachmals die Lydier gelehret habe, welche M >gehends zur danckbarkeitals einen gott verehret, midwweinem Hügel einen tempel erbauet hätten , welcher Ca"oder inons Lsrius genennet worden. ^
* Carl, (Peter) ein Bau-künstler, gedohrenan.'^rf/Helling, einem denen Herren von Lendersheim zugehörig"'begab sich gegen an. 1580. nach Nürnberg, unddem er von jugend auf dem bauwesen mit grossem fless ^ Wgen, allda gar bald eine so trefliche experientz darinnen/er nach dem zu Herstellung wichtiger bäue auserfthe»Insonderheit giebst die grosse geschicklichkeit dieseserkennen, die von ihm an. 1598. zu Nürnberg über v"nitz-flnß zu vieler bewunderung geführte steinerne brücke/v'die fleisch-brücke benennet. Diese brücke hat in der ia''v Aund ein halben , in der breite ;c>. und in der dicke 4. ÜVbestehet aus einem einigen und zwar, welches vor ew " „,Wstuck geachtet wird , sehr flachen bogen, dessen gespst^^,ffckmehr dann 1;. schuh hoch ist. Eine andere ebenfalls Ux ge-probe einer grossen experientz in der bau-kunst legteschickte mann an. 1616. zu Heidelberg ab, als er von »
V. dem damaligen Churfürsten dahin beruften wurde ,dieser in einem an der residentz stehenden thurn und dM' ^ xerbefindenden runden saal, der 100. schuh weit war,mitte eine 8 . schuh dicke säule hatte, solche faule,,sieden dachstuhl nrcht mehr tragen konnte, und dieliche Baumeister, Salomon äe Chaus und Johann ^ „hfl,die abtragung dieses gebäues für höchst nöthig ansah"etwas dergleichen hierinnen vorzunehmen, da er ob"' B'nem neuen hängwerck alles künstlich in einander vervanv.^ gedas alte dachwerck, daraus er zuvor gar vieles ulMstd o Arhöltz heraus nahm, mit jenem fastete, ohne schade»Verwunderung wegnähme, und noch dabey, d» Mzsaal bey einer flachen decke sich nicht höher dannergab, selbigen mit einem gewölbe in der höhe von .Ay /50. schuhen versähe , wodurch er sich bey dem v"
eine so grosse gnade setzte, daß er zum öfter» über ver ^
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besondern bau auf verlangen des Churfürstenindem er allda in dem Churfürstlichen garten em gro''Mec »das 80. schuhe lang , und 40. breit war, 4 -schuL^E'-,fuhren , dabey aber ebenfalls das dachwerck mcl)t » ^beordert wurde; dieses geschahe bald mit gar g»^ per P'Ada er sich aus ermanglung tüchtiger heb-gelckEschrauben von den wein-keltern bediente "7!» vöhe
schrauben von den wein-keltern bediente »Vi/yöhe Lsselt,
gantze dachwerck nach und nach auf die verlangr
te, und denn endlich den bau auch mit vielem .
obgleich eben dieser obbemeldte Salomon äs Cya»
fänglich gleichermaffen vor unmöglich gehatte»' beM.jfli,den 7. febr. gieng unser Carl auf Churfurstllchen