Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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die fachen «»vermuthet eine wunderbare Veränderung beka-men. Denn die Königin, welche dem Dauphin todfeind war,brachte es nebst dem jungen Hertzog von Burgund Philippodahin, daß ihm die schuld,des mords beygemessen , er voreinen feind des Reichs erkläret, und in einem zu Arras an.1419. angefangenen und an. 1420. den 21. may zu Troyesbestätigten tractat die Französische Printzeßin Cathanna an denKonig Henricum V. von Engelland mit dem beding verheurathetwurde, daß derfelbe bey lebzetten des Königs Caroli VI. die Re-gentenfchafft führen, nach feinem tode aber mit ausfchliessungdes Dauphins und aller andern Printzen von geblüt, in derCrone fuccediren, und Franckreich und Engelland auf immer-dar vereinigt feyn sollten. Dem ohngeachtet behielte der Dau-phin noch hin und her viele anhänger, und sonderlich hiel-ten es die provintzen über der Loire, gegen Spanien zu, mitihm; er erhielte auch bey Bourges an. 1421. eine kleine Macht.Im folgenden jähr aber starb der König in Engelland Henri-cus V. und ließ nur ein kind von einem jähr zum Nachfolger.Der König Carolus VI. folgte ihm auch den 21. oct. 1422.nach, woraufvon den Engeüandern verjünge Englische Printz,unter der vormundschafft des Hertzogs von Bedfort, Henrr-ei V. bruders, zu Paris , und der Dauphin Carolus VII. vonseiner partey zu Poitiers, zu Königen von Franckreich ausge-ruffen wurden. Der König Carolus hat mit feiner gemahlinElisabeth oder Ifabella von Bayern 12. kinder gezeuget, nem-lich 2. mit nahmen Carolus, Ludovicum, Johannem, diealle nach einander Dauphins worden, und ohne erben gestor-ben , Carolum den letzten Dauphin , so demvatter m der Ko-uialichen würde gefolget, und Philippum, der todt auf tueWelt gekommen; desgleichen Johannam, die m der kindheitgestorben, Jsabellam, die an Richardum II. Konig in Engel-land , Johannam, die an den Hertzog Johannem VI. vonBretagne vermählet worden, Mariam, so ins kloster gegan-gen , Michaelam, Philippi Lcmi Hertzogs von Burgund,und Catharinam, Henrici V. Königs in Engelland gemahlin;so dann eine natürliche tochter Margaretha von Valois, soJohannem von Harpedene, Herrn von Belleviüe, geheurathct./'r orj/a^. M , jiiü. äs Llisrl.VI. O« öe/-

Le ä/erer'g-, tom.II. x.;c>6.

tom. II. col. 729. Leg.

Carolus VII. der siegreiche und rvohlbediente zugenannt,Caroli VI. söhn, wurde zu Paris den 22. febr. an. 140;. ge-bühren. Wie er von der partey des Hertzogs von Burgundund seiner eigenen Mutter verfolgt, und kurtz vor seines vat-ters tode gar von der Crone ausgeschlossen, und diese den En-geüändern übergeben worden, ist im vorhergehenden artickulCarolus VI. umständlich gemeldet. So bald er seines vat-ters tod vernahm, ließ er sich zu Poitters zum König aus-ruffen ; die Engelländer aber nennten ihn nur den kleinen Kö-nig von Bourges, weil dieses die Haupt-stadt von Bern war,so er bey lebzeiten seines vatters zur apanage besessen. Erhatte aber noch unterschiedliche Partisans, und das gantzetheil von Franckreich jenseit der Loire gegen Spanien , wieauch einige örter disseits derselben, hielten es mit ihm. Erschloß auch mit den Schottländern ein bündnis, die ihm init5000. mann und vielen Generalen beystunden. Nichts destoweniger verlohr er einen ort Nkch dem andern, weil ihmdie Engelländer weit überlegen waren. Er büßte auch in un-terschiedlichen scharmützeln em, und da seine armee an. 142;.bey Crevant in Burgund, und an. 1424. in einem grösser»treffen bey Verneuil in Perche geschlagen war, würde es un-fehlbar mit ihm verlohren gewesen seyn , wenn nicht eben da-mals zwischen dem Hertzoge von Glocester, damaligen Re-genten in Engelland, und dem Hertzoge von Burgund, we-gen der Grafschafft Hennegau , eine grosse Verbitterung ent-standen wäre, welche der Hertzog von Bedfort, bruder des-sen von Glocester, und Englischer Regent in Franckreich, mitaller seiner angewandten mühe nie recht heben konnte; undwann auch indessen Carolus felbsten Johannem den Hertzogvon Bretagne nicht auf seine feite gebracht hätte; welchesdann alles die Engelländer verhinderte, sich des sieges zu be-dienen , und mit Nachdruck wider Carolum zu agiren. An.

1427. gewann Carolus einen kleinen sieg bey Montargis, daer den ort durch Johannem, Grafen von Dunois, entsetzte.Doch der Graf von Bedfort, Englischer Regent in Frank-reich , brachte an. 1427. den Hertzog von Bretagne wiederauf seine feite, und nachdem er neue völcker aus Engelland be-kommen , setzte er sich vor, »der die Loire zu gehen, und Ca-rolum gantz zu verjagen. In diesem absehen belagerte er an.

1428. Orleans, und brachte es bannt schon soweit, daß Ca-rolus sich bereits entschlossen, nach Languedoc , und Dau-phins stch zu flüchten ; zumal, nachdem die Franzosen dieMacht bey Rouvrai, insgemein die hermgs - schlacht ge-nannt , weil sie um eine Englische convoy von lebens - Mit-teln , welche wegen damals instehender fasten-zeit meist in He-ringen bestünde, abzuschneiden vorgenommen worden, ver-ehren. Allein es kam dem König unversehens eine hülffe.Denn erstlich zerfiel der Hertzog von Burgund mit den En-gellandern,, weilen, als die stadt sich an ihn ergeben wollte,die Engellander solches auf keine weise gestatten wollten,«nd dem^ertzog ,rn kriegs-rath etwas hönisch ins angesichtA.^n l waren keine leuthe, die da wollten auf die bü-sche schlagen, und dann die davon auffliegende vögel von an«

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dern fangen lassen. Hierzu kam noch ««vermuthet ein bEren-mägdlein von 18. jähren, Jeanne ä'Arc, nachgem ^die Jungfrau von Orleans genannt, und gab sich vor cen>"nige an, sagte, daß sie von GOtt geschickt sey, ihn i«. L ^ten, brachte auch einen succurs in die stadt, und »omvdurch ihre ausfalle die Engelländer, daß sie den 8.^r»av .

1429. die belagerung aufheben musten, worzu noch kam ,sie bey Patay geschlagen wurden. Hierauf nahm l-»»» ^den weg gerade nach Rheims zu, und weil die Engerm» ^zu schwach waren , und durch die bürgerschafft genolylg» ^den, eine vestung nach der andern zu übergeben , kam?. ^kurtzer zeit nach Rheims, und ließ sich daselbst durch»Ertz-Bifchoff den 17. jul. 1429. crönen , worauf sich noch ^mer mehr städte vor ihn erklärten , dergestalt, daß erwuchsgantze gegend um Paris und gar ein stadt-thor daselbst M'"/ihm unterworffen, auch der Hertzog von Burgund m. ^ctaten mit ihm stunde , sich völlig auszusöhnen. D-7Me,tzog von Bedfort brachte zwar diesen wiederum auf ferne 1 ^indem er ihm an. 1440. die Regentenschafft von Franckreichtrat; er hetzte auch Amadeum VIII. Hertzog von Savoyen. §,daß solcher nebst Louis von Chalons, Fürsten von Or"» HDauphins wegzunehmen suchte. Aber dieser letztere wurm. ^in diesem jähr geschlagen, und nebst jenem zu einem V» Mgezwungen. Die Engellander belagerten Campagne, Wasseres aber nicht einbekommen, hingegen bekamen sie vor »»Ichstadt die Jungfer von Orleans gefangen, womit sie das MCaroli VII. gefangen zu haben sich einbildeten. Aber es v ,ihnen wenig. Barbasan , einer von Caroli VII. Genera Kschlug bey Chalons kur Marne mit einer kleinen manmm ^8000. Engelländer, und von der zeit an kamen Caroli saw- vl-grosses ansehen. Der junge König in Engelland Heu^M-kam an. 14z i. zu Rouen an, und nachdem er daselbst die 0 ^fer von Orleans als eine hexe verbrennen lassen, begavnach Paris , und ließ stch daselbst als König in Mcrönen, gieng aber bald wieder um stcherheit willenRouen, woselbst er jedoch nebst der stadt bey nahe mfeinde gewalt gekommen wäre. Die Franzofen aber n" bl-indesten Chartres und andere Plätze ein, und was va»nehmste war, so zerfielen der Hertzog von Bedfort »'Hertzog von Burgund mit einander, worauf endlich » vl>-14;;. zu Arras eine völlige aussöhnung zwischen Carmgiound diesem Hertzog erfolgte, die von dem Baselischen ^ Ko-bestätigt wurde. Ob nun gleich durch diesen tractat mnig sehr viel harte bedingungen eingegangen, indeiN ^sei-Hertzoge viele städte und länder abgetreten, ihm auM" Me-ile Person alles KomsZium, so lange er leben würde, »lassen, so hatte er doch diesen Vortheil davon, daß ihm" yBgantz Franckreich auf einmal zufiel, und weil der Hertz MBedfort bald darauf gestorben, die Engelländer auch b" pemhochmüthiges verfahren gegen den Hertzog von Bürgn»selben vollends zum unversöhnlichen feind bekamenMö-gen ihre fachen gantzlich verlohren. Insonderheit beka»se>-lus VII. an. :4Z6. Paris durch ein heimliches verstand"«»ne gewalt, und eroberte darauf noch andere platze 'ger gegend. An. 14)9. ward an einem frieden mit m'-Mver?ländern tractiret, es konnten sich aber beyde parteyen »»^ xrs'gleichen. Im folgenden jähre entstund ein auftuhr, ^e>-gueris genannt, (davon ein besonderer artickul) weluV. Mrmnigen Printzen vom geblüt widet den Connetable ger»m» ^ ivmdarein sie auch den Dauphin zogen. Allein Carolus.den rebeüen zu geschwind auf dem hals, und feine me» ^tEthanen, auch der Hertzog von Burgund, waren iym l-^py'»daß die faction in kurtzem sich unterwerffen, und der Mynebst seinen anhängern fußfällig um gnade bitten w^ jährE.darauf kam der Hertzog von Orleans nach einergefangenschafft aus Engelland wieder zurück, nno veine nahe verwandt«! des Hertzogs von Bürgn»»» jh,n sum deswillen auch das meiste gelb zu dessen rantzw»geben hatte, und sich nun vollkommen mit rhnr ^ hä"UHierdurch hatten zwar die Uneinigkeiten dieser vev» ^ »welche das Reich in alles Unglück gebracht, er»

Könia aber war um deswillen nicht wobl d"M»» ^§gS

Daher er anfangs um so weniger den HertzU..,^ »EMvor sich lassen wollte, weil er erfahren, daß M, he"^W-

grosse standhafftigkeit wider sie blichen, und end g»a^,dem Hertzoge erlaubet, zu ihm zu kommen, "»M E §ö-empfangen, ward aller Unwille der mißvergnu^^ perMittlerweile hatten die Enqelländer Harffeur ero yi

nig aber entsetzte nicht allein Tartas in Gmenne » ^Normandie , sondern nahm noch uiiterschled^^Gasconten, und sonderlich an. 1441. Nontotje, Er^ zs

tractiren angefangen,züm gehorsam. Und enou^'^^en, ^der Engelländer in schlechtem sta^emFranckrel^ es „chtz

lus VII. aber seinem lande ruhe schaffen wollte» ^gerk M^i»

zu einem stillstände,der nach und nach bis 1448.""