Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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Montmorencyvor den köpf zu flössen, sie selbst wieder vertrüge,dem ungeachtet Effiat doch fortfuhr, heimlich des Montmo-rency seine wohlgemeynte Unternehmungen zu hindern, unddadurch verursachte, daß er sich auf des Hertzogs von Or-leanS feite schlug. An. i6;r. gieng der Marschall ä'Effiatmit einer armee nach Teutschland, den von den Spaniernvertagten Churfürsten von Trier wieder in sein land einzu-setzen. Allein, da er eben im begriff war, Trier zu bela-gern , starb er den 27. julii bemeldten jahrs zu Lützelstein,und ward als ein alter freund vom Cardinale sehr beklagt.Von seinen Andern siehe den vorhergehenden geschlechts-ar-tickul. Dieser Marschall von Effiat war ein guter soldat undgeschickter Staats-mann, wie er denn sonderlich dem finan-zen-wesen wohl vorgestanden. Man setzt aber an ihm aus,daß er arglistig und ruhmräthig gewesen, und sich dem Car-dinal Richelieu allzusehr ergeben. cke

Ililloire äs Louis XIII. Lc.

Coiffler, (Heinrich) genannt Ruze ä'Effiat, war einsöhn des vorigen, an. 1620. gebohren, und ist meistens un-ter dem nahmen des Marquis von Cinqmars in den geschich-ten bekannt. Er kam an. r6;6. schon an den Hof, und wardCapitain unter der Königlichen garde, da er sich denn aufdem zuge, den der König nach der Picardie vornahm, beydemselben sehr angenehm machte. Der Cardinal Richelieubeförderte seine gunst bey dem Könige «ngemein, nicht nur,weil er seines vatters freund gewesen war, sondern auch,weil er gerne eine solche Person zu des Königs lieblinge ma-chen wollte, die sich , wie er von Cinqmars hoffte, lediglichnach ihm richtete, deswegen er es denn an. 16^7. dahinbrachte, daß ihn der König zum 6rMä-MsItre äs la Zsräe-robs bestellte. Der König gewann ihn so lieb, als er jemalsjemanden gehabt hatte, und der Cinqmars fieng zeitig andem Cardinale selbst gefährlich zu werden. Der König gabihm an. i6;y. aus eigner bewegung das Ober-Stallmeister-amt, und seinem bruder eine reiche Abtey von des Cardi,nals Valette verlaffenschafft; wiewol Richelieu eine andereeintheilung davon gemacht, und dem Könige eine Verzeich-nis übergeben hatte, nach welchem dem jungen Effiat einmäßig Leneüciurn zugedacht war, welchen aufsah aber derKönig zerriß, und gedachter mästen änderte. Diß verdroßden Cardinal dergestalt, daß er von stund an schwur, ihnzu stürtzen, wie er ihn denn nach der zeit hinderte, wo ernur konnte, und von ihm unter der Hand übel redete. Sowidersetzte er sich ihm, da er ein Mitglied des KöniglichenRaths werden wollte, Und ließ sich dabey vernehmen, eswürde dadurch der Königliche Rath bey allen auswärtigenin Verachtung kommen, wenn der unverständige Cinqmarsin demselben lasse. Da ferner dieser sich mit der PrintzeßinMaria von Revers zu vermählen gesonnen war, redete derCardinal abcrmal mit grosser Verachtung von ihm, und gabihm auch schuld, daß er sich in der belagerung von Arrasan. 1640. sehr feuerscheu aufgeführt. Hingegen faßte Cinq-mars gegen den Cardinal auch feuer, und ließ sich die lustankommen, ihn zu unterdrücken, suchte ihm auch in allengelegenheiten bey dem Könige ein betn zu stellen, und hofftemit der zeit selbst Premier-Minister zu werden; zumal da sichder König zum öftern in vertrauten Unterredungen merckenließ, daß er des joches, welches ihm der Cardinal bisher auf-gelegt , überdrüßig fey; wiewol ihn der König auch vielmalwarnete, daß er nichts wider den Richelieu vornehmen sollte,sintemal er ihn gegen denselben, der ihm noch unentbährlichsey, nicht schützen könne, wenn er sich öffentlich vor seinenfeind erklärte. Indessen war Cinqmars zwar der liebe desKönigs vollkommen versichert, ließ sich aber dadurch zu ei-nem unbesonnenen übermuthe verleiten, so gar, daß er mitdem Könige, wie mit seines gleichen umgieng, ihm nicht auf-wartete , wenn es seiner bequemlichkeit zuwider war, unddarüber manchmal in harten wort-wechsel mit ihm gerieth,da er ihm aber nichts verschwieg, und bisweilen gar denstuhl vor die thüre setzte, welches alles ihm doch der Königzu gute hielt, und nur jedesmal etliche tage mit ihm schmoll-te. An. 1640. ließ er sich mit dem Grafen von Soissonsund Hertzoge von Bouillon ein, die des Cardinals feindewaren, und hielt den König geraume zeit ab, daß er diesenbeyden Herren, nicht, wie es der Cardinal gerne wollte, mitgewalt auf den leib gieng. Man meynt, der Graf habe ihmdavor seiner schwester tochter, eine Printzeßin von Longue-ville, zur ehe zu geben versprochen. Als aber dieser Handelan. 1641. durch den tod des Grafen von Soissons aus ward,machte er neue anschlüge wider den Cardinal mit den Hertzo-gen von Orleans und Bouillon. Er vor seine person wollteden Richelieu todt haben, dazu aber gedachte beyde Herren nichtstimmen wollten. Er trug es selbst dereinst dem Könige vor,der zwar hernach vorgegeben, daß er den mord nicht gebilligt.Cmqmars aber soll bey seiner Inquisition das gegentheil aus-gesagt haben. Damit nun die verbundenen einen rückenhaltim fall der noth haben möchten, richteten sie mit der CronSpanien em bündnis auf, vermöge dessen sie sich verpflichte-ten , die bisherigen ausgeführten räthsihläge des Cardinals ge-gen das Haus Oesterreich zu hemmen, und zwischen Spa-nien und Franckrerch auch mit gewalt friede zu stiften. Alsan. 1642. der Korug nach Roußillon zu selbe zog, erwies er

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sich gegen den Cinqmars, der ihn nebst dem Kardinal begl^tete, überaus gnädig, wollte auch, wennRicye"L ^gei»wider ihn redete, demselben kein gehör gebm. . VM sti-nahm Cinqmars dieser gelegenheit wahr, und Me, hxyne Vorstellungen den Cardinal vollend aus allem E Dddem Könige. Zu Lyon sollte derselbe ermordet wero^ ^waren dazu eine grosse anzahl Edelleiithe aus MvAH,,fchrieben. Es unterblieb aber, weil der König sich ÄM,volfchliessen konnte, solches ausdrücklich zu befehlen, ^ .^ßchehatte es Cinqmars so weit gebracht, daß des KonM 2,^,0gäntzlich von dem Cardinale abgewendet war, uno „ ecselbst glaubte, er sey ohne Hoffnung verlohren; gMtsich ziemlich weit vom Hofe wegmachte, und sich perlasihielt, bey zunehmender gefahr das Königreich gar . Mesen. Es würde solcher gestalt Cinqmars seinen zweck " st' MtSpanischen beystand vollkommen erhalten habenzu allem Unglück der Cardinal Nachricht von dem bu»o' -Spanien bekommen hätte, die er dem Könige ertyem ^ ,ncher nach langer unentfchlossenheit endlich den Emq'H zeitarrest zu nehmen befahl. Verschiedene memones ^wollen auch versichern, daß der König sich niemals sschluß hätte bringen lassen, wo nicht gleich zu derjeuund zwar auf heimliches anmahnen des Cardmaw Lwelcher die art und das gemüth feines Herrn ka>m» ^i>-Macht in Picardie durch den in kiefer provintz coMM" ^den Generalen wäre verlohren worden, wodurchtzen auf einmal den spanischen Unternehmungen ^ Mblos gestellet zu seyn. Wie nun ohne Richelieu, neehin alle Reichs-geschäffte, und sonderlich auch die andes kriegs-wesens allein unter Händen gehabt, der,"' Mden gefahr nicht konnte vorgebogen werden; so mum p venKönig sich in allem nach dessen willen bequemen/ Hes.Cinqmars ohne Weigerung seiner mach zumDie arrestirung geschahe zu Narbonne, dahin er" ^n. ahaus dem lager vor Perpignan gefolgt war, den i v HM1642. Es ward ihm zwar verrathen, und er versteht . "die thore geschloffen waren, bey einer frau, in uece" Mzuweilen seinen lüsten nachgegangen war. Der niam.^pcl>^riech ihn, worauf man ihn nach der citadelle von ^ ^iid Mbrachte. Seinen proceß machte man ihm zu Lyon ! .§>,,sich der König verleiten, selbst wider ihn von den"zwischen ihm allein vorgegangen waren, zu zeugen. M,

hierauf den 12. fept. zum tode verurtheilt, das M HEnoch denselben tag vollzogen, und ihm der kovf «wobey er eine grosse unerschrockenheit, die fast cnräthiges an sich hatte, bezeigte. Dieser Herr sE HecAaus; hatte viel verstand und hertzhafftigkeit in Men ^ gc,o!!mungen. Weil er aber zu jung und ohne erfahrung ^ Mrglück kam, wußte er sich darein nicht recht zu ickEI-,., Kiib,.nahm sich desselben mit vieler Unbesonnenheit, z/stl. ^Louis XIII. liv. XLV-L. Krr, memorie tolU-

cke Ls«rL>», Lo. * gh

Coignac, eine kleine stadt in der landschafft Angdgen die grentzen von Xaintonge zu, zwischen Iarm' ^xentes, liegt an dem fluß Charente, auf einem sehr/eiM/^ de^den, worauf insonderheit viel wein wachset.. S«e Mst sie M»tul einer Castellaney, und ist deswegen berühmt, yEcisci I. geburts-stadt gewesen, welcher auch die EHestick xecerbauen lassen. An. 1562. bemeisterten sich ^^cbtettha^diefes orts, und erhielten ihn auch an. ^69.

Hertzog von Anjou, nachdem er die schlacht bey ^ii ^nen, belagerte. Es wurde auch an.i6;r.derP" ssdurch die Königlichen trouppen von hier abgelr«^ ^

Coignet, (Caspar) Herr von Tuillerie «üb MrunS Ä»son, hatte Matthäum Coignet, der unter der r 0. Zr w ^richs IV. in Franckreich bekannt gemessn, zuM v Hquete«'^^an. 1618. Parlements-Rath, fo dann an. r°r 4 . ^ i>'

ster, ingleichen Königlicher Staats- und F «amKonig Ludwig XIII. machte ihn zum I"^Uß ihn E,Äi>igdenprovintzenLaintongeundPoitou, unduv Mem ^eroberung der stadt Röchelte daselbst zurück , u y^richmHieder bevestiaungs-wercke zu besorgen, in welcye ^^jgs 0sich so verständig aufgeführet, daß er ohne 0 ° Hit ^e»zurückzusetzen, sich dennoch derRochellergewog,^,, H.den, die ihm zu ehren kleine muntzen MMafflM rrv. ei-meisten rühm haj er durch seine Grsandtstv^ Pestrd^,^Denn an. i6;r. ward er zum Ambassador N ^her d>^ xcknennet, wo er den rang der Crone Francrre", ^^ick vnier mit grossem rühm behauptet, auch "'^halten /Uneinigkeiten mit dem Papst Urbano Vlll- aos ^ des -Printzeßin Maria von Gonzaga, )>ne ^Atter vcHCarls von Mantua, mit ihrem schw/Lordentl'ZM''Hernach hat er an. 16;?. und -64°. eme Ahey

sandtschafft an den Italiänischen Höfen uno^ § ,64 ^.yve

dem verwaltet, von dar aber ist er bey v^penstandenen kriege zwischen Dänemarck »nd^ ^^n,

Cronen abgeschickt worden, wo er so gluckM, und A

1645. den frieden zu Brömsebroo vermme ^e von ^ y ^

Hofe Hochachtung dadurch erworben, vv ^xucke, ^ d>Ät

1646. zu semer Gesandtschafft nach EÄ seine gel"LaEcher als an. i6;o. verließ, da der Kon g '^ H Vdadurch vergalt, daß er die landschasit ^