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das Bißthum von Wmdisch hieher tranferiret, so ist es wahr,scheinlich, daß Costnitz vor den andern ortern dieser gegend inbesserm zustande müsse gewesen seyn. Doch dem sey, wie ihmwolle. Um das jähr 854. zu den zeiten Bischoffs Salomonis I.war Costnitz eine verwahrte stadt, jedoch nicht äroß, sie ist abernicht gar länge hernach von dem Bischoff Salomone III.erweitert worden, und als damals unter des Kaysers Arnulphiregierung die Ungarn in Teutschland einfielen, wurden sonder-lich die Bischöfflichen sitze devestiget. An. y;8. als die Ungarnabermals in Teutschland eingebrochen, ist Costnitz dergestalt be-vestiget gewesen, daß es sich gegen deren Überfall befendiren kön-nen. Es melden einige alte chronicken, daß zur zeit KaysersOttonis I. Graf Eberhard von Rohrdorff, (der seinen sitz zuMerspurg gehabt) die Rhein-brücke zu Costnitz erbauet, und einejährliche güite zu deren Unterhaltung darzu gelegt habe, da vor-hero allda nur eine fahrt über das Wasser gewesen. An.yzL. wur-de allhier ein thurnier gehalten, welches in der ordnung das drit-te ist. An. 104;. H42. Ii;z. n8;. und 1507. sind allhierReichs-täge versammlet gewesen. An. 1414. fieng sich das be-rühmte Loncilmm, auf welchem Johann Huß verbrannt wor-den, allhier an; wie unten mit mehrern hiervon wird gedachtwerden. Die original-i^ts dieses Loncilli liegen in dem ftadt-archiv. An. 1^11. entstund allhier ein aufruhr, .indem sich derRath in den Schweitzerischen bund begeben, die burger aber undsonderlich die fifcher-zunft bey dem Reiche verbleiben wollten;welcher der Kayfer Maximilianus beystand, und die Urheber desaufruhrs abstrafte. Als die reformation der Protestanten an-gegangen, zogen an. 1526. die Dom-Herren aus Costnitz, denendas jähr hernach alle andere Chor-Herren und Priester folgeren,und begab sich das gantze Loniillorium nach Rattolffszell. An.1548. wollte die stadt das Interim nicht annehmen , derohalbender mit 12. sahnen zu Uberlingen gelegene Spanische Obriste,Alphonsus Vivez, die stadt von der see-seiten her plötzlich über-fallen. Es haben aber die bürger sich so tapfer gewehret, daßdie Spanier mit Verlust 500. mann und ihres Obristen, unver-richteter fachen wiederum abziehen musten. Worauf sie vondem Kayfer Carolo V. in die acht ist erkläret, auch seinem bruderdem König Ferdinands übergeben worden, wodurch sie ihrefreyheit verlohren, und erblich an das Haus Oesterreich gekom-men. Es widersetzten sich zwar die Reichs-und SchwäbischenKreis-Stände, konnten es aber weiter nicht bringen, als daßOesterreich die stadt auf Kreis-tägen vertreten wolle. Solchergestalt stehet der ort noch jetzo unter Oesterreich, da er zuvor eineansehnliche Reichs-stadt gewesen, welche man in allen Schwäbi-schen bündnissen von an. i,;6. antrift. Der Kayfer Sigis-mund hat die Reichs-Land-Grafschafft Thurgöw an. 1415. derstadt verpfändet; die aber an. 1499. im Baselischen vertrag andie Schweißer abgetreten worden. Der Kayfer Wentzel hat siegefreyet, daß sie vom Reiche nicht hat sollen veräußert oder ver-pfändet werden. Sonst wurde sie unter die vier Reichs.bauerngerechnet. Der Bischoff hat nie über die stadt zu sprechen ge-habt, ausser daß er ehedessen seinen Stadt-Amman dahin gesetzt,welcher vor seinem stab richten mögen. Es hat aber KayferFriedrich der III. an. 144;. ihr einen eigenen Amman zusetzenerlaubet. Wicwol man sie, ohngeachtet daß der Bischoff einenAmman daselbst gehalten, schon zuvor an. i;;6, izgr.rc. indem Schwäbischen städte-bund , in der Löwen-und St. Geor-gen-gestllschafft findet, woraus zu schließen, daß sie dem Bischoff,ihrer Reichs-freyheit »»geschadet, nur mit ein und andern zuge-than gewesen. An. 16;;. ist sie von dem 7. sept. bis oct. vondem Schwedischen Feld-Marschall Horn belagert worden, wie-wol vergeblich. Als an. 1677. die Franzosen Freyburg im Briß-gau eingenommen, wurde die Universität von dar hieher verleget;kam aber gleich nach dem Ryßwickischen frieden wiederum genFreyburg. Im übrigen ist diese stadt nicht sonderlich groß, aberschön und lustig gebauet, und hat eine feine brücke über denRhein, worüber man nach Petershausen gehet, ieiner.
iib. II. c. 9. Lear«,
F5, scl sn. 9Z8- Schweitzer-chron. Iib. V. c. 10. Srec-et,
/M, LonÜLntm HbenanL lacus Moesti Metropolit L/»/A. Hbsr-tis. äe lure publ. tom. IV. p. 84- leg. topogr.
8vev. x. zr. *
Costnitz , Bißthum, ist anfänglich in der ehemals berühmtenstadt VmäonillL oder Wmdisch, wobey die Limmat, Aar undRuß zusammen kommen, gestiftet; unter dem Bischoff Maxim»aber nach Costnitz verleget worden. Einige meynen, es sey sol-ches unter dem Könige Clotario II. um das jähr 570. geschehen;andere hingegen wollen, daß Childebertus III. diese Veränderungvorgenommen , damit der Bischoff der provintz Vindclicien,allwo sich damals viele zu dem Christlichen glauben bekennet,näher seyn möchte. Nachgehends hat dieses Bißthum dergestaltzugenommen, daß man es vor das gröste in Deutschland hält,wie es denn zu des Kaysers Sigismundi zeiten z?c>. klöster,i76o.Pfarreyen, und bey 17000. Priester und Mönche soll begriffenhaben. Die Stifts-lande liegen diß-und jenseit des Boden-sees,neulich Merßbnrg, Marchdorff, die Abtey Reicherm»dieProbstey Oenmgen und das kloster Waldsassen, rc. Es gehörenauch darzu einige örter im Thurgöw, in deren ansehung derBischoff mtt den Eydgenossen in verwandtschafft stehet, wie erdenn auch deswegen nicht in den Schwäbischen bund tretenkönnen, welches er doch wegen seiner auf dem Reichs-boden ge-legenen Plätze wohl thun mögen. Dieses Bißthum hat zu erb-
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beamten, die Freyherren von Sergenstein als Marschalle, dieFreyherren Zweyer von Ewebach als Truchsesse,die Segcsec vonBrunegg als Schencken, und die von Razenried als CannnnASonst sind die Bischöffe daselbst nebst Würtemberg des Schwä-bischen kreists ausschreibende Fürsten , in welcher quanlarauch den Westfälischen frieden in ihrem kreis durch Lomwm»'rlos zur execution gebracht. Wegen des ranges haben i»e langzeit mit denen von Straßburg gestritten, bis endlich unter vc^den eine abwcchselung beliebt worden. So haben sie auch M Lmit denen von Fürstenberg, welchen sie die freye schmäh"dem Boden-see nicht gestatten wollen. Endlich sind die L-mcellsrii perpewi der Universität zu Freyburg, gestalt ihnen aua,in dem Niemägischen frieden das vioeceleos und andre g -rechtsame zu Freyburg ausgezogen worden.
LamivZus aller Bischöffe von Costnitz;
St. Beatus.
St. Patrius.
St. Lindo oder Laudo. .
Bovicus oder Bubulus. Diestr ist an. 490, nurLoncilio Lpaonenü gewesen. .«f
Grammatius oder Chronatius. Dieser ist an. 54°.
dem Loncilio zu Orleans gewesen. . ^»-esSt. Maxenttus oder Maximus. Dieser wird für den»sten Bischoff zu Costnitz gehalten.
7. Rudelo oder Rudolphus.
8. Ursinus.
9. Martinus oder Marianus.
10. Guadentius.n. Johannes.
12. Bosso oder Obaldus oder Odibaldus.
1;. Pictavius.
14. Severinus oder Severus.
1;. Astrobius.
,6. Johannes II. oder Hanno.
17. Ruffus oder Buffo oder Buso.
18. Ausonius oder Audoinus, starb an. 7;».
19. Ehrenfried oder Aufredus.so. Sidonrus.
21. Johannes III. an. 781.
22. Gangulphus.
2;. Fidetts.
24. Theobaldus oder Theodorus.
2;. Egino, starb an. 81;.
26. Wolferon.
27. Salomon I. starb an. 87;.
28. Pateon ober Bathego.
29. St. Gebhard oder Gebald, starb an. 885.
Salomon II. starb an. 891. -.0.
Salomon III. ein Graf von Ramswaq, starb an.Notingus, ein Graf von Beringen, starb an. 9)''
war ein gelehrter Herr. . ^
St. Conrad, Graf von Altorff, starb an. 974. oA,/Gamenoldus oder Gamenolphus, oder Ganinolpy» '
St. Gebhard, ein Graf von Bregentz, starb an. 9?Lambertus.
Richard oder Rodhard.
Avmo.
Warmann, Graf von Dillingen, starb an. i°;4.. ^Eberhard , ein bruder des vorhergehenden,
1064.
Theodoricus.
Grimoldus oder Rumoldus.
Carolus, Landgraf von Thüringen, wardOtto von Goslar, Freyherr von LierheimRupertus.
Bertholdus. loS»'
47. Gebhard, Hertzog von Zäringen, ward erweyn
starb an. 1110. ^
48. Arnolphus, Graf von Heiligenberg, starb an.
Ulrich, Graf von Kyburg, starb an. 112S.
Ulrich, Freyherr von Castell.
Hermann, Freyherr von Arbona. ^.
Otto, Graf von Habspurg, an. 1169. sußuM
Berthold, Freyherr von Bufnang oder von ^
nach andern aber ein Hertzog von Zarm^an. 1179.
Hermann von Festungen, starb an. nyr. . - Mwo"Diethelmus, Freyherr von Weissenburg uno ^gen, starb an. 120;. oder 1206. -.0. ^
;6. Wernerus, Freyherr von Stauffen, starb an. r
57. Conradus, Graf von Andechs, oder Freyh"
gerfeld, starb an. 12^4. ^ r,4s'
;8. Henricus von Thann oder Thanneck, starb 1,74-.
59. Eberhardus, Truchstß von Waldpurg, st?^.„ ^
60. Rudolphus, Graf von Habspurg, starb an.
61. Fridericus, Graf von Zollern, starb an.
62. Henricus von Klingenderg, starb an. i i;i»'
6;. Gebhardus von Benar, ein Franzose, «taro »
64. Rudolphus, Grafvon Montfort, stacban.„,rdvS;. Nicolaus von Ketzingen, oder von Krotzwv ^
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Frauenfeld, starb an. 1544.