Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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that er sich gleichfalls so wohl hervor, daß er an. 1676. in die-königliche Mahler-und Bildhauer - Academie und zwar,ohne zuvor die geringern graäus durchzugehen, sogleich alsProfessor angenommen, nachgehends aber zum KeÄors, vi-reNore, und endlich auch zum Lgncellsrio perpotuo derselbi-sen ernennet wurde. Er starb zu Paris an. 1720. da er 80.lahr alt war. Er hat unter andern die figuren und zicrrathenan der grossen treppe zu Versailles, sowol aus marmor, alsMetall; ingleichen auch die helfte von den sieges-zeichen in dergrossen gallerie daselbst , wie nicht weniger viele mLulole^undvrust-stücke von verschiedenen grossen Herren, Generalen, Phi-losophen , Rednern u. d. m. verfertigt, welche insgesamt sehrhoch gehalten werden. elogs kurftbre äs Lozssevox.

^ * Coytier, (Iacobus) ein Leib-Nsäicus Königs LudoviciXI. in Franckreich, lebte um das jähr 1490. Er wußte diesenHerrn durch schreckung mit dem tobe dergestalt einzunehmen,v.aß er von ihm, was er nur wollte, erlangen konnte. SeineEinkünften erstreckten sich monatlich auf die zoooo. thaler, undseine anverwandte waren durch ihn alle mit Bißthümmern,geistlichen Lenestciis und weltlichen bedienungen auf das besteversehen. Einst aber ließ sich der König durch einige Mini-ster zu dem entschluß bewegen, den Coytier nebst einziehungseiner einkünften auf einmal abzudancken. Dieser hatte kaumvurch den an ihn abgeschickten I'rsvör die ordre dißfalls erhal-ten , als er sich erklärte, daß er gar gerne gehorsamen wollte,ober nur dabey bedauerte, daß der König nicht länger alsnur noch vier tage zu leben hätte, welches er dem krevör imvertrauen anzeigen wollte. Der König, als er dieses vernommen,zwar seinen vorigen beseht aus forcht vor sein leben zurück;«eß ihm aber zugleich den Hof auf ein vor alle mal verbieten.Coytier war dieses gar wohl zufrieden , und lebte hernach vonlernen ansehnlichen Mitteln im privat - stände, in einem Hause,welches er ihm aufbauen lassen, und noch heut zu tage ge-

ieiget wird. c?o»rr»««,, MLMvirS8 äs ÜOU18. , äslsr.

Üs ksris.

. E 02 KI, oder LD 2 ÜKI , ist der titul eines Jüdischen buches,welches an. 1140. von R. Jehuta Levita, einem Spanier, zuehren eines Königs Cosar geschrieben worden. Es begreift einevssputation von der religion in sich, in der form eines gesprächs,worinnen die Juden wider die Heydnischen kbilolbxbos verthei-let werden, und giebt eine umständliche Nachricht von denJüdischen lehrsätzen. Der amtior dieses buchs berusset sich sehrOft auf die trsäitiones, und streitet dannenhero auch Wider dieMraiten, welches nicht zu verwundern, weil zu dieser zeit ohnevem zwischen den Karaiten und Rabbanisten gar scharf disputi-vet wurde. Es ist dieses buch zuerst in Arabischer spräche ge-trieben , und von R. Jehuda Aben-Tybbon ins Hebräische^versetzt worden. Buxtorfius hat es zu Basel an. 1660. mit ei-ver Lateinischen Version drucken lassen, auch hat es ein Spam-lcher Jüde, Aben-Dana, in die Spanische spräche übersetzt,Utw Noten hinzu gefüget. kkorrmFe;,. bist. esst. k. III. c. 12.

4- Kms«. bibl. kahl». Lar-rs/sc--?. bibl.

o^bb. ^om. III. p. 6i. leg. introä. aä kkil. kbrTor.

d * Cozumel, oder Larumel, Carumet, eine sehr frucht-lnsul des ärcbipelsgi Alexicsni, nicht weit von der halb-1,'st" Jucatan in Neu-Spanien in Nord-America. Sie warvr der Spanier ankunft sehr wohl bebauet.

s * Craane, (Theod.) ein Holländer, war voÄor und kro-or MeäisinX zu Leiden, wie auch Chur-Brandenburgi,jmer Rath und Leib-Msäisus , und starb an. 1688. den 27.'kvtz. Er hat I-umen rationale Meäicum ; Oesonomiam ani-aä circulationem languini« äellnsatsm; Orationem inMtum Lrn. 8yeni, Lc. geschrieben, äiar.

Nx^.bbe, (Petrus) oder Crabbius, ein gelehrter Francifca-onch, welcher in seinem orden die vornehmsten wurdenr^'wn r und sich am meisten durch die collectiv» der Lonciiw-berühmt gemacht. Sie sind zu Cöln an. i;; 8. in III. vol.hin.?b gekommen , und Surius hat hernach das vierte volmnensejss" gefüget. Er starb zu Mecheln an. im 8zsten zahrealters. bibl. Lelg. , äs lbuxt. ÜLL.

, Ltken. Lranciss. <Lc.

bk.f.,Erabeth, (Theodoricus und Walther) zwey brüder undsch. Mte glas-mahler, welche einige für ursprüngliche Teut-kvniNlen, andre für Franzosen ausgeben wollen. Ihre nach-sen t?»ge behaupten aber, daß sie gebohrne Holländer gewe-Nach dem zeugnis Wilhelm Tomberg, eines glas-bAvs von Gouda, sollen sie die ersten anfange chrer kunste,,,° ""lgen Mönchen erlernet haben. Walther machte hieraufWo Franckreich und Italien, und ließ aller orten,

als stch aufhielte, einen gemahlten schild m ben fensternly:vss^benckmal seiner kunst zurücke. Obwol nun diese zweygtid-k gebrüdere waren, so eiferten sie doch sehr aufem-thefl'k Theodoricus enthielte sich in dem ledigen stände , Wal-wen n??erhcurathete sich , und hinterließ ernen söhn mit nah.GrLbtrum , der nachmals Bürgermeister zu Gouda wurde.

« L ougemein Holt. Lericon.knde^beth, (Adrian) ein dritter bruder der zwey vorherge,Ane f"'war auch ein vortreflicher glas-mahler. Er erlernteE»rtzem § ru Gouda von Johann äs Zwart, und übertraft mreicht „feinen lehrmeister. Er begab sich hernach m Franck.^' und starb zu Autun. Groß aügem. Hott. Lexreon.

The«,

* Erabech, (Walther) ein groß-fohn des obigen Wäschers,war auch ein sehr guter mahler. Um seine kunst desto höher zubringen, that er eine reise in Franckreich und Italien, undkam erst n. jähre hernach wiederum zurücke naher Gouda, all-wo er sich an. 162g. mit Adriana Vroestn verehelichte. Manweiß weder die zeit seiner geburt noch seines todes. Großallgem. Hott. Lexicon.

Cracau, oder Crackau , lat. Lmcovia, die Haupt-stadtnicht allein der Woywodschafft gleiches nahmens, sondern auchvon Klein-Polen, ja des gantzen Königreichs Polen, hat einBißthum und eine Universität, und war vor diesem meistentheilsdie ordentliche residentz der Könige, die aber nunmehro zu War-schau ist. Sie liegt an der Weichsel, ohngefehr 9. Meilen vonder Schlesischen, und etwas weiter von der Ungarischen gren.tze. Den nahmen Cracau hat sie daher bekommen, weil sie vonCraco, der im VIII. Lsulo regieret, erbauet worden. Vonselbiger zeit an hat sie immer zugenommen, bis endlich 4. städtedaraus worden, deren jegliche ihre eigenen beamten und Obrig-keiten hatte. Die nahmen davon sind Cracau, Casimiria,Stradomia und Clephard. Die erste ist mit mauren umgeben,welche mit einigen runden thürmen von Ziegelsteinen und einemgraben bevestigt, womit selbige sich doch nicht sonderlich schützenkönnte, wenn sie nicht noch ein castell hätte, welches auf einemhohen seifen gebauet ist. Dieses ist ein groß steinern gebäude mitzwey flügeln um einen viereckigten hofherum, allwo drey galle.rien , welche von Pfeilern getragen werden. Die Dom-kirche St. Stanislai ist wegen ihres Capitels und schatzes be-rühmt. Ausser dieser sind noch mehr als ;o. andere kirchen inder stadt. Unserer lieben Frauen kirche stehet auf dem grossenplatze, nach welchem die 10. grossen straffen zugehen, und istmit vier reihen nach Italiänischer manier gebaueter pallaste um-geben. Die Universität wurde an. i;64. von dem Könige inPolen Casimiro I. angeleget, allein von Uladislao Jagellonean. 1400. erst völlig zu stände gebracht, und von Urbano V. con-sirmiret; da dann die Professoren aus der Sorbonne gehvletwurden, weswegen die Universität Sorbonne genennet wird,gleichwie man Cracau das Polnische Rom nennet. Das Bi»schoffthum gehöret unter den Ertz-Bischoff von Gnesen, und er-strecket sich seine visscsz über die Woywodschafften Cracau,Sendomir und Lublin. Es hat im übrigen Cracau verschiede,nes ungemach erlitten; als an. 1241.1260. und 1281. da sie vonden Tartarn erobert und meist zerstöret worden. An. 1291. kamsie unter der Böhmen gemalt, denen sie aber Uladislaus LoL.cu8 wieder entzogen hat. An. 1591. war zwischen den Catholi-schen und Protestanten eine grosse unruhe allhier, auch wurdean. 1606. die Lutherische kirche gestürmet. An. 16;;. erobertendie Schweden diesen ort, nach einer belagerung von 5. Wochen.Derjenige theil davon, welcher Stradomia heißt, wurde fastgäntzlich ruiniret, und die einwohner musten die Plünderungmit z 00000. reichsthaler loskauffen. An. 1702. als die Schwe-den wiederum einige zeit Cracau innen gehabt, entstund einfeuer in dem schlösse, wodurch dasselbe fast gantz ruiniret wor-den. Die meisten einwohner sind kausieuthe und ausländer,welche von dem Könige naturalisiret worden. Es haben auchdie Jüden freyheit, da zu wohnen, und in Casimiria eine syna-goge. Die Häuser sind steinern und wohl gebauet. Es giebtauch allda herum auf dem lande sehr schöne palläste und lust-häu«ser, ingleichen gar vortrejliche saltz-grnben. Es hat insonder.heit Cracau den vorzuq, daß die Könige daselbst begraben undgecrönet werden. Denn ob gleich vormals zu Gnesen diese Kö-nige pflegten gecrönet zu werden, so geschahe doch die ceremo-nie an. i; 20. als Uladislaus LoKicus gecrönet wurde, zu Cra-cau , von welcher zeit an es ordentlich allhier geblieben. c>».nre»-. äs üm koloniD A äs rebu8 gsstis kolori. ,

cbron. kolon. bist. Lsrol.

6uüav. äs red. kolon. bist. üb. ÜV. Ls

voyage äs Is Keine äs kologns.

Crackau, Crockau, oder Rrocka, ein adelicher marckfle,cken und Haus an der Pulßnitz, in des Amts Grossen-Hayna be«zirck, gantz an den Ober-Laußnitzischen grentzen, eine meile vonOrtrand. Es soll denen von Kitscher gehört haben. w-xogr. 8sx. ssip. p. 15. xroär. Msn. p. i;o.

* Crackendorff, oder Rrackendorff, ein in Thüringen un-weit Weimar gelegener ort, wozu verschiedene dorfschafften,als Redwitz, Haunfeld, Wickersdorff, rc. rc. gehören. GrafKrafft von Hohenlohe, und sein bruder Philipp Ernst kauf-ten solches Amt oder Herrschafft an. isn. von Courten vonMandelsloo. Vorhero gehörte solches Graf Carln, und dessensöhne Graf Vollrathen von Gleichen. Durch kauf ist es an.1696. an die Grafen von Hatzfeld gekommen, welche sie noch be-sitzen. o/sa»'. lvntggm. rer. ssburinz. k. I. p. 2§6. Die Grafenvon Hatzfeld besitzen solches pfands-weise von den Grafen vonHohenlohe. Gregor, jetz-florirendes Thüringen, p. 210.

Eracow, Nrakow , eine von den ältesten und ansehnlich,sten adeiichen familien in Pommern, welche aus Francken ent-sprossen , und vor zeiten Vieserod geheiffen. Nachdem Georgevon Vieserod, ein söhn Alberti, an. 12,9. mit dem Hochmeisterdes Teutschen ordens m Preussen und in Pommern gekommen,und dessen söhn Gneomar an. 1279. von dem Hertzoge Mestovi-no ll. mit dem dorft Cracow im Stettinischen district belehnetworden, hat er den nahmen davon angenommen, und solchenauf seine nachkommen gebracht. Diesem Gneomar legt Mi-

Kktt» crälius