Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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und war darauf bedacht, wie sie alle gefetze von der accife undden zollen nach dreyen jähren aufheben möchte. Nachgehenbsstellte sie unterschiedliche Personen, die man unrechtmäßiger wei-se gefangen gesetzt, auf freyen fuß, und gab ihren UnwillenDrüber zu verstehen, daß man wider ihren willen freygebohrneEngeüänder in auswärtige länder, selbige anzubauen, geschickthatte. Dieses verfahren nun erregte eine jalousie zwischen deml wtectar und seiner armee, darauf versammleten sich alle Of-stcirer zu Wallingford-House; der krmeÄor aber mit seiner par-tey zu Whitehall, um sich ihnen'entgegen zu setzen. Diesesverursachte, daß die armee dem frorsekor eine remonstrantz zu-schickte, worinnen sie die gefahr ihrer fache und partey, und in-sonderheit der Königlichen Richter an den tag legre, und zu er-kennen gab, daß man der armee mit fleiß ihren sold vorenthielte,um sie aufrührisch zu machen. Diese remonstrantz wurde vonTichbury, dem Lord-Maire von Londen, gut geheissen, undvertheidiget, welcher nebst den Officirern der stadt-militz verhieß,dem Fleerwood und der armee beyzustehen, auch sich entschloß,mit Lainberts beystand dem Richard das rcgiment aus denHanden zu reisten, welcher, als ihm gerathen wurde, selbigeM arrest nehmen zu lassen, solches dennoch aus kleinmüthig-keit und wegen des guten Vertrauens, so er zu dem Fleetwoodund Desborough, fernen biuts-verwandten, hatte, nicht thunwollte, aber es hernach, wiewol zu spät, höchlich bereuete.Als das Unter-Haus beschloß, den Officirern kund zu thun, daßsie noch immerdar in ihren diensten wären, verboten sie zugleich,daß die Officirer keinen allgemeinen Krieges-Rath halten sollten,und verordneten, daß niemand einig commando bekommensollte, als allein diejenigen, welche willig wären, dem zu un-terschreiben , daß sie die freyen Versammlungen im Parlementenicht unterbrechen sollten. Die Uneinigkeit zwischen dem ?ro-teüors und den Officirern der armee nahm immer mehr undMehr zu, und beyde parteyen bestellten auf einander tag undNacht wache. Der LroreLor verbot, nach dem gemachtenschlusse des Hauses, den Officirern die zusammenknifft. Insolchem zustande nun blieben die jachen des gemeinen Wesens bisauf den 22. april, da Fleetwood, Richards schwager und Des-borough fein vetter, ihn verliessen, und einen grossen theil derarmee nach sich zogen, so, daß Richard genöthiget wurde, Des-borough und einigen andern die vollmacht zu geben, das Parle-ment von einander zu lassen, welches dann auch würcklich ge-schahe , wiewol nicht ohne grossen widerstand des Unter-Hau-ses. Nachdem dieses geschehen, nahmen Fleetwood, Desbo-vvugh und die übrigen Officirer das regiment in ihre Hände,Ud hielten den kroceÄor in Whitehall gleichsam eingesperret.Allein da sie sahen, daß das volck mit ihrem militärischen ver-ehren übel zufrieden war, beriefen sie die glieder des langenParlements, so dazumal in der stadt waren, zusammen. AlsMm diese sich wieder versammlet hatten, erklärten sie sich vor dieveltgion und vor die fteyheit, hingegen wider eirien König, einzel-nen Regenten und das Ober-Haus, womit also der Protectoratabgeschafft, und Richard diesem schluß zu folge befelcht wurde,solches amt förmlich aufzugeben, und aufs bäldeste den pallast-whitehall zu verlassen. Diese wollten auch keine von ihren Mit-gliedern sitzen lassen, welche nicht die jetztgedachte Verpflichtungunterschrieben, oder mit ihnen von an. 1648. an gesessen hät-^n. Darauf erwehlten sie einen Staats-Rath von 21. Perso-nen, und waren willens, die Königliche und andere öffentlicheLuther zu verkaufen. Wie sich nun Richard in allem bequeme-re, so erkieste man ihm hingegen die schulden, so er unter wäh-lender kurtzen regierung auf die nation gemacht, und die sichdennoch ziemlich hoch beließen, oder, wie andere genauer aus-drucken, man gab ihm zwanzig tausend Pfund sterling, um seineMulden zu bezahlen, und verordnete ihm noch ferner zehenischend psund jährlichen einkommens, womit er sich aufs land«no rn die einsamkeit begab , ohne in den geschäfften oder an-A'Aenheiffn des Stands fernerweit zu erscheinen. Es wardMm bey höchster strafe verboten, ihn krmeckor oder ihr HoheitA nennen, und blieb er von der zeit an schlechter dinge» ülstterLronnvel, Lffuire , oder Monsieur fficbarä Lromvvsl,ssv-cr, wie die gemeine Englische Edelleuthe. Dieser rest desjäWn Parlements wurde gemeiniglich der Rump aenennet,Elchen nahmen ihm zuerst Nr. Walker in seiner nissorv osraepsnüLNLy an. 1648. gegeben. Nachgehenbs erhohetenarmee besoldung, um sie auf ihrer leite zu behalten ;

Henricus Cromwel resignirte gutwillig das Gouverne-ch"" von Irrland. Nachdem Lambert den in Cheshire durchanS« Booth erregten aufstand unterdrücket, ersuchte er nebstda a-?Officirern das Parlement um einen General; allem^ erinnerten, welcher gestalt der General Cromwel ihrhe?? worden, schlugen sie ihnen solches ab; worauf Lam-nöthigte aus einander zu gehen, wiewol nicht ohnebei-/. "d. Darnach wurde Fleetwood zum Generale, Lam-General-Lieutenant, und Desborough zum General-ein^uHrio der cavallerie crwehlet. Hierauf verordneten siervuAwtß Loucilium, welches Lommittä ok gencnnet° und aus 2;. Personen bestund. Monck, der daz„-ien ' Schottland war, konnte sich immittelft überaus verstel-äffen er die meisten Edelleuthe, welche dem Könige denru oN nicht abschwören wollten, gesanglich einzog, und doch^ ieit die Officirer unter seiner armee abdanckete.Unt,v ^" "'achte er sich fertig, in Engettand zu m.arschlren,^ vorwande, des Parlements interesse befördern zv- , «ijtor. /i. Theil,

helffen. Hierauf fchickte die Lommitts o 5 8afsts einige Depu«litten ab, mit ihm zu tractiren, da sie dann mit einander sichverglichen, Carl Schatten, seiner familie, dem Königlichen re-gtmente, und dein Ober-Hause gäntzlich abzusagen. Nachdemer ihnen nun also mit diesen tractaten vergebliche Hoffnung ge-machet, berief er die Schottlandischen Stände zusammen, wel-che ihm 60000. pfund sterltngs, desgleichen auch den accis undzolle verschaffeten, um sein vorhaben, da er willens, dem Königewiederum auf den thron zu helffen, zu werck zu richten; welchesauch endlich geschehen. Wie nun also Carolus II. wieder zurückekam, gieng Richard nach Franckreich über, aus fvrcht, manmöchte ihn seines vatters, oder auch des selbst geführten Pro-tectorats entgelten lassen; wiewol im übrigen sein nähme garnicht unter denjenigen war, welche man von der amnestie aus-schlösse. Nachdem er sich da einige jähr gantz stille und fast jeder-man unbekannt aufgehalten, begab er sich an. r66;., da derkrieg zwischen Engeliand und Franckreich aus anlas der triple-alliantz angienge, nach Genf, und soll ihm bey dieser gelegen-heit der empfindliche Verdruß begegnet seyn, daß ihm der Printzvon Conti, damaliger Gouverneur von Languedoc, zu Montpe-lier, wie Richard unter dem nahmen eines Englischen Edel-manns an seiner tafel war, unbekannter weise gesagt: OlivieeCromwel wäre ein sehr böser mensch gewesen, der aber seinegewissenlose thaten sürtreflich wohl und listig habe zu gebrau-chen gewußt, um zu seinem zweck zu gelangen; aber dessensöhn, Richard, müfte wol ein elender alberer tropf seyn, derweder den verstand noch das Hertz gehabt, sich nur wenige zeitbey der von seinem vatter erworbenen macht zu erhalten. In-dessen ist Richard Cromwel, als er sich etwas zeit in Genf aufge-halten , wiederum nach Engelland zurück gekehret, hat allda aufdem lande in der stille gelebet, und ein sehr hohes alter errei-chet , Massen er erst den 24. jul. 1712. im yo. jähre seines altersgestorben ist. Lare«,.

* Cromwel, (Heinrich) der jüngste söhn Olivier Cromwels.Sein vatter schickte ihn an. 1654. mit dem character eines Obri-sten in Irrland, und gab ihm befiehl, die vesten Plätze diesesKönigreichs, und die allda seyenden trouppen zu besichtigen,wie auch die hertzen ihrer Officiers zu prüfen, und ihn zu be-richten, wie sie gegen der nunmehrigen regierungs-form gcsin-net seyen ? und ob man sich auf ihre treue im nothfall zu verlastfen hätte? Ludlow, der General-Lieutenant, erklärte sich offen-hertzig gegen Cromwel, daß er gesinnet sey, seine bebienungaufzugeben, und alle gute patrioten sollten das nemliche thun,dann es wäre nunmehro (da alles gestillet sey) unnöthig, einearmee auf den deinen zu haben. Dieser entschluß mißfiele zwardem Cromwel, doch ward er von Ludlow vollzogen. Ludlowwar zuvor einer der stärcksten Verfolgern der partey des Kö-nigs. Doch war er nunmehro der tyranney des Protectorsnicht weniger fetnd, als worinnen er eben so viel, oder mehrfehler wider die gesetze der Englischen nation fände, als zu-vor bey der regierung Caroli wahrzunehmen glaubte. Balddarauf an. 16; 6. rief Olivier Cromwel den General-Lieute-nant Fleetwood aus Irrland zurück, und schickte rrstbemeldtenseinen söhn an seine stelle, welchen er zum Vice-König überdiese insul, doch nur unter dem titul von Lord Deputy, setzte.Heinrich regierte dieses Königreich so wohl und klug , ohne dengeringsten überdrang, daß es seit langem sich eines solchenWohlstands nicht hatte rühmen können, weswegen auch dasalldasige Lommeronim bestens zu blühen anfienge. Da aber an.1659. Richard Cromwel seines nur ein jähr lang besessenenProtectorats von dem Parlement entsetzet worden, so rüste esauch diesen Heinrich Cromwel aus Irrland zurück, nahmihm die stelle eines Vice-Königs, und machte an seinen platzobgemeldten Ludlow, von dessen liebe und treue gegen dem ge-meinen wefen, und haß wider die beyden familien der Stuar-ten und Cromwelen das Parlement versichert wär. Es lebtenwürcklich an. noch etwelche von dieser Cromwellischenfamilie, welche sowol mütterlicher als vätterlicher seits vondem krowekor abstammen, aber sehr in der stille leben müssen.Der König soll zwey jungen Cromwelen Officier-stellen inkriegs-diensten haben verschaffen wollen, die es aber weiß nichtwarum ausgeschlagen, und ein geringes privat-leben vorgezogenhaben. So wahr ist es, daß die Nachkömmlinge der rebellenimmer entweder einen haß wider die Herrschafft behalten, oderwenigstens ein mißtrauen in dieselbe setzen. bitt. ä'Ln-

Zlet. man. i6;4-l6;y.

Cromwel, (Thomas) einer der grasten Staats-Ministevunter Henrico VIII. in Engelland. Er war eines schmieds söhn,und hatte das handwerck seines vatters erlernet , kam auch garzeitig in andre länder, da er sich auf fremde sprachen legte.Er gieng hiernächst eine zeitlang dem kriege nach, und befandsich bey der Kayserlichen armee, als dieselbe Rom einnahm.Nach diesem seldzuge kam er wieder in Engelland an, und beydem Cardinal Wolsey in dienste, bey dem er durch seinen ver-stand und treue bald vor allen andern bedienten den vorzug inder Vertraulichkeit erlangte. Es entließ ihn derselbe seiner vien-fte, da er fiel, damit ihn nicht sein Unglück zugleich treffen möch-te. Hingegen blieb Cromwel dem Cardinal dem ungeachtet ge-treu , und bezahlte so gar aus eignen Mitteln einige seiner schul-den. Hernach arbeitete er im Unter-Hause des Parlements,von dem er ein Mitglied tvgr, so eifrig vor ihn, daß selbi-

Nnnn ges