Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
Seite
980
JPEG-Download
 

98o

tro

posterität bisher erzehlet worden, hat die ttme der Grafen vonChimay und Soire aufgerichtet. Er war Herr von Thon ander Marne, und erster Graf zu Chimay , ward an. 1429. vondem Hertzoge von Burgund, Philippo öcmo, bey einfttzung desordens des goldenen Vliesses zum Ritter geschlagen, und starban. 1472. Mit seiner gemahlin, Maria von Lalain, erbin vonQuievrain, hatte er n. linder gezeuget, darunter zu mercken Ja-cobus , Dom-Herr zu Cöln, Probst zu Luttich und an.1504. Bischoff zu Cambray, von dem unten besonders; Michaelvon Croy, Herr von Sempy, so an. izoi. Ritter des göldenenVliesses ward, und an. i?i6. ohne linder mit tobe abgieng; undPhilippus von Croy, Graf von Chimay, so an. 147z. das göl-dene Vließ bekam, und durch seine gemahlin Walpurgis, Gräfinvon Mors, das geschlechte fortpflantzte. Unter seinen lindernfind sonderlich Carolus und Antonius zu mercken. Carolus vonCroy wurde von dem Kayser Maximilians I. an. 1486. zumFürsten von Chimay, und an. 1491. zum Ritter des göldenenVliesses gemacht. Er legte dessen enckel, dem Kayser Carolo V.bey der taufe seinen nahmen bey, und verehrte ihm zum pathen-geschencke eine künstlich ausgearbeitete filberne galeere mit demzeichen eines göldenen phönixes. Er starb an. 1527. und hin-terließ nur 2. töchter, Annam, erbin von Chimay, und Marga-retham, erbin von Wavrai, davon jene an Philippum von Croy,Hertzog von Arschot, diese an Carolum von Lalain verhenrathetwurde; Antonius von Croy, Herr von Sempy, rc. Ritter deSgöldenen Vliesses und Gouverneur zu Quesnoy, starb an. 1546.und hinterließ von seiner ersten gemahlin Jacobum von Croy,Baron von Sempy, rc. welcher mit allen gemahlinnen lindergezeuget, so aber ohne erben abgegangen, bis auf Philippum,so aus der dritten ehe mit Jolanta von Lannoy, erbin von Mo-lembris und Solre gebohren. Dieser wurde an. 1592. Grafvon Solre, Ritter des goldenen Vliesses , und starb an. 1612.Er hatte;. gemahlinnen, und hinterließ von allen einige linder,darunter 4. söhne merckwürdig: 1.) Johannes, r.) Jacobus,;.) Carolus Philippus, und 4.) PhiltppuS Franciscus. 1.) Jo-hannes von Croy, Graf von Solre, Baron von Molembris, rc.Ritter des göldenen Vliesses, starb zu Madrid an. 1640. als Ca-pital« über die Königliche garde, und hinterließ von Johannavon Lalain,Erbfrauen von Conde, Emanuelis, Herrn von Mon-tigni tochter, Philippum Emanuelem von Croy, Grafen vonSolre, rc. Ritter des göldenen Vliesses und Gouverneur in Hen-negau , so an. 1670. den 19. ian. dieses zeitliche gesegnet, undmit seiner gemahlin Jsabella Clara von Gand-Vilain, PhilippiLamoralis, Grafen von Jsenghien tochter, verschiedene lindergezeuget hat, darunter sonderlich Philippus Emanuel Ferdi-nandus von Croy, Graf von Solre und Buren, rc. obersterErb-Jägermeister in Hennegau, General-Lieutenant in Franck-reich, und Ritter der Königlichen orden, welcher sich an. 1672.mit Anna Maria Francisca, Alexandri, Hertzogs von Bournon-ville tochter, vermählet; und Balthasar von Croy, Marquisvon Molembris, so Mariam Philippinam Crequi zur gemahlinhatte. 2.) Jacobus von Croy heurathete in Spanien die erbindes Hauses Carillo äs Paralta, und zeugete mit ihr Diego oderJacobum Croy äs Paralta und Mendoza, Marquis äe Falcesin Navarra und äe Mondeiar in Castilien, durch Heurath mitder erbin dieses Marquisats aus dem Hause Mendoza; er giengaber an. 1678. ohne linder mit tobe ab. Carolus Philippus,Marquis von Renty, vermählte sich mit Maria Clara vonCroy, erbin von Havre, und hinterließ Philippum Eugeninm,der an. 16;;. ein Carmeliter-Mönch wurde, und zu Madridden i8. dec. an. 1665. unter dem nahmen ?. Philippi äe St.Joseph» starb. 4.) Philippus Franciscus, Vicomte von Langle,Herr von Turcoing, nachgehends Hertzog von Havre, Ritter desgöldenen Vliesses und Gouverneur zu Luxemburg. Er starb den19. iunii an. 1650. Die erste ehe endigte er mit Maria Mazda-lena von Bailleul ohne linder. Mit der andern gemahlin aber,Maria Clara von Croy und Havre, seines halb-bruders wittwe,zeugte er an. 1644. Ferdinandum Franciscum Josephum, Her-tzog von Havre und Croy, Fürsten und Marschall des Reichs,Grand von Spanien, Ritter des göldenen Vliesses und Admi-ral von Flandern, so an. 1694. den 10. aug. gestorben. Vonseiner gemahlin Joseph« Barbara von Halewin, Alexandri,Herrn von Wailly tochter, der letzter« ihres geschlechts, hat er 8.linder hinterlassen, darunter;. söhne, Carolus Josephus, so an.r68;. gebohren , Hertzog von Havre und Croy, rc. Fürst undMarsthall des Reichs und Ritter des göldenen Vliesses; Johan-nes Baptist«, so an. 1686. gebohren, und Dom-Herr zu Cölnworden; und Ferdinandus Jofephus Ernestus, so an. 1688.diese weit erblicket. Unter den lochtern ist sonderlich zu mercken,Maria Ernestina Josephina, so an. 167;. gebohren, und an.i6c,;. an Philippum, Landgrafen von Hessen-Darmstadt, ver-mahlet worden. , genes!. L äelesnts äe la Urülon äs

genes!. äe Lrox. ^/ar^rce.äes Lde-vsl. äs l» lois. , ckron. Lelg. p. ;9Z. 416. 441.

O« <H. /,« Ke.

Eroy, (Wilhelm von) der sonst am meisten unter dem nah-men eines Herrn von Chievrcs bekannt ist, war Philippi vonCroy, Herrn von Arschot, dritter söhn, und an. 1458. imfrüh-jahr gebohren. Er gieng nach art der damaligen zeiten vonjugend auf dem kriege nach, und diente mit bewilligung seinesHerrn, des Ertz-Hertzogs Philippi, unter den Königen in Franck-reich Carlen Vlll. und Ludwig Xll. als jener den zug nach

cr 0

NeapM that, dieser aber das Hertzogthum Mayland einnahm.Als aber zwischen Franckreich und seinem Herrn Philippo une^nigkeit entstund, verließ er die Französischen dienste, und begabsich auf seine güther in Hennegau zur ruhe. Als aber Philrp-pus nach Spanien gieng, die Crone von Castilien in besitz r»nehmen, überließ er diesem Herrn von Chievrcs die verwaltungdes regiments in den Niederlanden, und nachdem Philipp«»gestorben war, ward ihm die auferziehung des jungen Ertz-Hertzogs Caroli anvertrauet, entweder durch den Kayser Maxi-milianum oder durch den König in Franckreich Ludvvicum Xll-dem Philippus die sorge vor den Printzen im testamente anver-trauet. Man wirft ihm zwar vor, daß er den jungen Herr»an der Lateinischen spräche versäumt, und da er gesehen, daßderselbe zu solcher nicht viel lust habe, ihm nachgelassen, die dazugewiedmeten stunden meistentheils auf leides-und waffen-übun-gen zu wenden; davor aber ließ er fichs sehr angelegen seyn,den Ertz-Hertzog nicht nur selbst in der Historie zu unterweisen,sondern auch in der regierungs-kunst veste zu setzen, in welcherer ihn bey sehr jungen jähren überaus fähig machte. Wie aberdem von Croy, vermöge solcher seiner bcstallung , auch die re-giments-sorgen meistens zukamen, so nahm er sich derselben mitgrossem eifer an. Er unterhielt aber vornemlich den Ertz-Her-tzog beständig in gutem vernehmen mit dem Kayser Maximilia-ns , dem er denn und wenn geld aus des Ertz-Hertzogs etnkünf-ten schickte, und mit dem Französischen Hofe, welcher ihn i»den Niederlanden hätte verunruhigen und künftighin an besitz-nehmung von der Spanischen erbschafft hindern können, des-wegen er mit Francisci I. seinem Hofmeister, dem bekannte»Artus Gouffier, gute freundschafft hielt, da Franciscus nur nochGraf von Angouieme war, und haben diese beyde Ministerhernach die tractaten gemacht, die zwischen beyden Printzengen des Mayländischen und andrer Puncte, darüber Franckreichund Spanien mit einander streitig waren, errichtet wurde».Hingegen hatte der von Croy nicht so viel betrachtung vor seinesPrintzen mütterlichen groß-vatter, den König Ferdinandum i»Spanien, weil er dessen widriges gemüth gegen den Ertz-Her-Hertzog wohl kannte, hingegen aber auch meynte, daß lh»»derselbe nicht gar viel schaden könnte, wenn man des Kaystrsund der Cron Franckreich versichert wäre. Solcher gestalt ver-hinderte er, daß sich Carl der streitigkeiten, um welcher Wille»Ferdinand mit den Franzosen gespannt war, nicht annahm,widersetzte sich auch unter der Hand den absichle» dieses Königs,dadurch er seinen enckel um die Spanische Cron-folge bringe»wollte, darüber er denn Ferdinandum gäntzlich aus der wiegewarf, daß derselbe auch mit des Printzen seinem Lehrmeister eAdriano, anschlüge machte, den von Croy von der schippe ?»werffen, daraus hernach ein beständiges Mißverständnis zwischenihm und diesem Adriano erwuchs. Man trachtete zwar de»Ertz-Hertzog durch allerhand Vorstellungen zu bewegen, daß Aseinen Hofmeister von sich schaffen sollte, und müsse sich auwder König in Engelland deswegen bemühen. Aber diese versu-che waren vergeblich, der anschlag, den man hernach machte-denselben zu vergiften, ward ihm auch beyzeiten verrathen,»»»bald hernach starb Ferdinand, der wider alles vermuthen denErtz-Hertzog Carl auf dem tod-bethe vor seinen erben erklärte.Der von Croy war hiernächst Ursache, daß an der verwalt«»»des regiments in Spanien einigen Niederländern mehr tyengegeben ward, als es den Spaniern lieb war, weil er aufde»Cardinal Timenes, der das heft dieser interims-regierung in derHand hatte, eifersüchtig war, und sich besorgte, er niocMauch ferner der vornehmste Minister bleiben wollen. Ihm H»Aes jedoch Carl zum theil zu dancken , daß ihn diezum Könige ausrüsten, ungeachtet seine mutter Johanna »vAlebte. Denn er brachte es dahin, daß ihm zuvörderst derser und der Papst diesen titu! gaben, worauf die Spanier, docvhauptsächlich durch des Timenes anstatt, sich auch bequemte^-Als nun der Printz an. 1517. nach Spanien reisen undUdeswegen nothwendig vor dem Könige in FranckreichHeck schaffen muste, dem man auf diesen fall NavarraNeapolis wieder zu geben längst versprochen hatte, uvernmte der von Croy die Franzosen in den tractaten zu Nojo» A

. . - - - . , - a^s eingienE

seiner die»»«

gestalt , daß sie nichts kriegten und dochwas Carl verlangte. Dazumal ward er wegenzum Hertzog von Soria und Marggrafen von Arjcyor g»"- 7 Uauch mit vielen andern würden begäbet. Während s ^nun , ehe der neue König in Spanien ankam, fuchss „von Croy den Cardinal Timenes beständig beyzubckEund ließ ihn alles nach seinem gefallen machen. NU r,esaber Carl selbst besitz von seinen Reichen genommen, IA ^Cardinais ansehen auf einmal, und ward ihm höflich^stehen gegeben, sich der staats-sachen zu enthalten , worm" ^aus Verdruß starb, davon denn die meisten dem vonschuld geben wollen, weil der Cardinal scharf darauf so llte,gen, daß der König die Niederländer nach Hause stMUJa man will gar, daß er dem Timenes den langsamen«« ^,tragen lassen, den er noch vor des Königs ankunft entt» .j^lswtewol dieses so gar ausgemacht nicht ist. Nach des c.« ^änd-tode nun gieng vollends alles durch des von Croy >em -inmassen er der vornehmste im Staats-Rath, unl>'Mtscher über die finanzen ward, da er sich zwar den SM" ^»sehr angenehm machte, weil er selbst ein fremder war, „je-Konig in der Neigung stärckte, die Niederländer überall vhen, auch über biß viel vvn dem Spanischen gelbe