cro
schickte, und-en Spaniern die ämter, die sie haben wollten,theuer verkaufte. Er überwand aber durch seine geschicklichkeitalle schwierigkeiten, und schaffte zuförderst des Königs bruder,den Ertz-Hertzog Ferdinand, nach Teutschland, weil noch vielSpanier an demselben hiengen. Hernach hatte er auch grossentheil an der Kayser-wahl , die auf Carlen ausfiel, und weildarüber sein Herr mit dem Könige in Franckreich in feindschafftgerieth, suchte er dem ausbruche derselben durch neue tractatenzuvor zu kommen, die auch zu Montpellier angestellt, aberdurch den tod des Französischen Bevollmächtigten, Goußier, zer-rissen wurden, da denn der von Croy in gefahr soll gewesenseyn, von den Französin gefangen behalten zu werden, wenner sich nicht beyzeiten nach Roußillon geflüchtet. Er begleitetehierauf seinen Herrn nach Teutschland, wiewol einige sagen ,er habe anfänglich nicht mit dahin gehen sollen, sey aber, weiler der Spanier böse vorhaben gegen sich gemercket, heimlich zuschiffe gegangen. Unterwegcns half er die tractaten zwischendem Kaysir und dem Könige in Engelland richtig machen.Kurtz nach feiner abreist aus Spanien that sich ein grosseraufruhr hervor, in welchem die mißvergnügten meist über ihnschrien, und begehrten, daß er ihnen möchte aufgeopfert wer-den. Er ward aber durch ein treffen, das die rebellen verloh-ren, bald gestillet, und der von Croy starb auf dem Reichs-tagezu Worms den 13. may an. i;ri. wie einige meynen, an gift,den ihm die Spanier beygebracht. Nach feinem tode hat sich,.wie man angemerckt, der gantze Hof verändert, und sindgantz andere anschlage gefaßt worden, als die feinigen gewe-sen. Er war einer der grosten Staats-leuthe seiner zeit, andem doch einige den Mangel an aufrichtigkeit und ein hochmü-thiges Wesen nebst tückischer Mißgunst gegen diejenigen, die ne-ben ihm etwas bey feinem Herrn bedeuteten, tadeln wollen.Insonderheit schrieben die Spanier, und auch einige Teutschenicht gar vortheilhafftig von ihm, da ihn hingegen die Franzosenüberall heraus strichen. , prati^us äs Veäucaticm äes
krinces. , lnüoria äs L-n 1 o 8 V. Ler,', leben Caroli
V. , äs vim Triäerici kslstini. ,
snnsl. Lrsb. tom. II.
* Croy, (Wilhelmus von) lebte im XVI. üeculo, war einsohn Henrici von Croy, Grafen von Porcean, oder Porcien,Md ward zu Löven erzogen, allwo er der Unterweisung desberühmten Iohannis Ludovici Vives genoß. An. i;r6. warder in seinem ig. jähre Bischofs von Cambray, und das sahehernach auf des Königs Caroli in Spanien ansuchen, von Leo-ne x. zum Cardinal, auch ferner zum Ertz-Bifchoff von To-ledo , zum krimpte von Spanien , und zum Cantzler von Ca-Ittlien gemacht; bekam aber dieses Reich nicht zu sehen, indemer an. 1521. zu Worms an einem falle, den er auf der jagdvvm Pferde gethan, im 2;. jähre seines alters verstärke.
Lsräin. Oall. LNrilt.
Ei tom. II.
* Croy, (Iacobus) Bischofs und erster Hertzvg von Cam-oray, älteste söhn Iohannis, Grafen von Chimay,ward an. 1^02. zu dieser ehre befördert. Die Lanonici, wel-che Franciseum von Melan erwehlet hatten, und der Magistratver stadt widersetzten sich der aufnehmung Iacobi 6« Croy; .die-ser aber bedrohete sie mit dem bann, und warf mit den starck-nen «rchen-strafen unter seine Verächter. Dieser streit wahrtevrs an. 1504. da er endlich beygeleget wurde. Zu seiner zeitMachte der Kaysir Maximilianus die stadt Cambray und der-stlben bezirck zu einem Hertzogthum. An. 1516. starb dieserBifchoff lN seinem 80. jähre. 6«,/. Iüü. ecclek. lies l'Äs-L-lS.
Croydon, vor alters Cradiden genannt, ist ein flecken, wo-bon die umliegende gegend den nahmen Croydon-Hundred be-kommt, in der Engellandischen Graffchafft Surrey, 8. bis 10.Englische meilen von Londen, südwärts gelegen. Die einwoh-ner treiben starcken Handel mit stein-kohlen. Das merckwürdig-Ke aber an diesem ort ist ein pallast, den Ertz-Bifchöffen von Can-«erbury gehörig, allwo diesilbe einen theil des sommers zuzubrin-gen Pflegen. Auch ist daselbst eine schule und ein Hospital, wel-ches beydes der Ertz-Bischoff Johann Whitgifft gestiftet. Esmesset ein bach vorbey, dessen ergiessung vor einen verboten einerkhenren zeit gehalten wird. Lrimnnis. Leeverel/,
tleliL. 6s?Lngj. p. 769.
*Croze, (Mathurin Veyßiere 1a) ein sehr gelehrter und be-rühmter Franzose, ward den 4. dec. an. 1661. zu Nantes inBretagne gebohren. Sein vatter war ein kaufmann, undmeß Leger Veyßiere 1a Croze. Er hielte ihn von fugend auf zurErlernung der schönen wissenschafften an. Dieser faßte solche?uch sehr geschwind, und besonders warb ihm die LatemsscheMache so geläuffig, daß er solche fast eben so bald, als seineMutter-sprache, reden konnte. Das lesen der rcsse-beschrelbun-»en, und verschiedene Unterredungen, die er mit leuthen gehal-ten , welche nach America gereiset waren, brachten ihm eme lustsey, selbst nach Indien zu reisen. Deswegen er auch schonM dem 14. fahre seines alters nach den Antiüischen msuln uber-Mr. Er erlernte in der zeit seines aufenthalts in America»^Englische, Spanische und Portugiesische spräche. An. 1677.M.er wieder nach Nantes zurück, und träte im 1682.
*"?ie Congregation von St. Maur. Er bediente sich allerGelegenheit, in verschiedenen wissenschafften eine grosse gelehrt-er zu erlangen. Im februario an. 1696. verließ er Franck-
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reich, und begab sich nach Basel, wo er sich öffentlich zu desReformirten kirche bekannte. Er machte sich daselbst mit denGelehrten bekannt, und gieng gegen das ende des gedachtenjahrs nach Berlin. Daselbst fieng er an, junge leuthe zu un-terrichten. Man vertraute ihm auch bald die erziehung einigerjunger Herren an, welche unter seiner anführung in den wiffen-schafften wohl "zunahmen. Als man hierauf feine Verdiensterecht anfieng zu kennen; so gab ihm der König an. 1697. dasamt eines Libliockecsrii, nebst einem jahr-gelde von 200.reichsthalern. Im jähr. 1724. erhielt er den philosophischenlehr-stuhl bey dem Französischen LolleZio. Endlich wurde eran. 17,9. von einem übel an dem schenckel angegriffen, wozuder krebs kam, welcher ihn den 21. may in seinem 78. jähre weg-nahm. Er hatte ein erstaunliches gedächtnis, und solches sehewohl angewandt. Beneben abgedachten sprachen, redte erauch sehr fertig Italiänisch, verstünde das Teutsche; hatte so-wol das alte, als heutige Griechische, das Arabische, Hebräi-sche , Syrische, Coptische und Armenische vollkommen innen.Er hatte auch das Slavonische, Angel-Sachsische und etwasvon dem Chinesischen gelernet. An. 1702. hatte er sich mit Eli-sabeth Rose clu Dauphins verheurathet, aber keine kinder er-zeuget. Seine schriften sind: Ldtss L Tieres äs la A-äton.äs Louillon, ü Lologne 1689. Iberers conten-mt guslque8 Ke-inargues äs Titteralurs, 1702. unter dem nahmen Acolzer:Oil1ertimon8 Hilloriizues lur äiver8 ftijet8 tom. I. Rotterd»1707. Vinäisise vslerum Lcripwrum contra Raräuinum,Rotterd. 1708. Lntrstisns lur äiver8 lujecs ä'Diüoire , Amst.1711. Dictionnairs ürmsnien, tom. II. 1712. Hiitoire äuLüriüianilme äes Inäes, Haag 1724. Diüoire äu Lkriüianik-ms ä'Ltdiopis L ä'Lrmenie, Haag 17; 9. ingleichen hat erverschiedene kleinere abhandlungen der Liblimkegus Lboisie,den Nachrichten der Königl. Academie zu Berlin, dem Zour.ual Ditteraire, den ückis kdilolopliicis, den ücäis Truäito'rum,dem diukeo Lremenü Ls. einverleiben lassen. Sonst hat erauch geschrieben hinterlassen: ein Slavonisches und Lateini-sches worter-buch; eine übcrsitzung eines Armenischen manu-siripts, dessen titul ist: Lompolitio metrica Xarrationis Hilio-ricse äs genere Lrmenorum L üirpe ärlaciäarum, auÄ.Xsrle, kiatre Dom. Oregorü, Latliolici ürmenorum; TexicoirLMPtiaco-Datinum; Syrisches wörter-buch. /sräa«, Iiiltol-re äs la vie L äes ouvr-iges äs Nr. äs 1a Lrore.
* Cruas, ein Französischer flecken in dem Vivarais. Er istan der Rhone drey stunden über Viviers gelegen, und hat eineAbtey. , üiclion.
* Cruce, (Andreas äs Santa-) ein Cardinal im XVII.
war ein söhn Scipionis, Marquis von Petraforte, aus ebendem geschlecht, aus welchem die Cardinäle Antonius und Mar-cellus entsprossen, und an. 16;;. gebohren. Nachdem er einigegeistliche bedienungen und Gouvernemente im Kirchen-Staatverwaltet, ward er Ertz-Bischoff von Seleucia, und als dlun-cius nach Polen, von dar aber, weil er mit dein Hofe über diegeistliche jurisdiction in streit verfallen war, an den Kaysirli-chen Hof gesendet, wo er die damaligen Willigkeiten zwischendemselben und dem Päpstlichen Hofe beylegen half. An. 1699.ward er Cardinal, und nachmals Bischofs von Viterbo. Erstarb an. 1712. tom. V.
* Cruce, oder Croce, (Andreas ä« Santa-) ein gelehrter
Jtalianer, war zu Rom aus einer edlen familie, welche ihremvorgeben nach von dem alten und berühmten Romer, ValerioPublicola, heraestammet, entsprossen. Er wurde von demPäpstlichen Hofwegen seiner gelehrsamkeit zum Consistorial-Ad-vocaten gemacht , ward hiernächst Advocat des Römischenvolcks, ingleichen Mvoc-nus kilsi bey der Päpstlichen Cammer,und starb an. 1472. Er sammletean. 1419.. die aSn des Flo«rentinischen Lcmsilü, auf dem er sich gegenwärtig befand, sitzteauch an. 1446. die soMitutionss und mxÄ von den einknnftender Consistorial-bedienten auf. In seinem testament verordne-te er unter anderm , daß man sein buch, welches er Vitss ?on.tiüsum noilri tsmpori8 betitelt, dem Papst und den Cardinälenübergeben sollte, welches nach einiger meynung eben dasjenigeist, so in den vvrgedachten nctis, Diarium Luri-e Koman» ge-nennet wird. Seine andere schriften, als äs luMia KomauiImperii; äs Lsllo L kace <Ls. sind gleichfalls nie gedruckt wor-den. äs Tivoli.
Cruciger, ein altes berühmtes geschlecht, welches ursprüng-lich in Mahren seßhafft gewesen, von dar es sich in Böhmen aus-gebreitet ; wie dann schon 100. jähr vor Johann Hustens und200. vor Lutheri zeiten Johann Cruciger, ein Romisch-Catholischer Geistlicher wider die angemaßte authorität desPapsts geschrieben, dessen anverwandte gleichen nahmens her-nach in den Hußiten-krieg entweder freywiüig oder durch gewalt,als welches letztere vielen widerfahren, mit eingeflochten worden rAls aber nachmals dieser krieg für die Hußiten unglücklich aus-geschlagen, zogen sich einige angehörige dieses geschlechts nachSachsen, und nahmen ihren sitz zu Leipzig, andere aber , sovon der Catholischen religion nicht abgetreten, blieben in Böh-men und Mahren, Massen verschiedene dieses nahmens nochbis auf diese zeiten in bemeldten landen floriret haben , alsderen wapen auch unter dem nahmen Creutzer nicht nur in demneuen wapen-buch von Nürnberg von an. i6;6. unter demMährischen Adel zu sehen , sondern auch in den ältesten wapen-büchem zu Wien, Dunckels-bühl und anderer orten befindlich.
Dieses