Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
Seite
982
JPEG-Download
 

982 kru

cru

Dieses wapen hat in bemeldten büchern einen schrld , darinnenein mann Christum bedeutend; in der rechten Hand haltendden Reichs - apsel mit einem creutz, in der lincken aber einesieges-fahne, so auch auf dem Helm stehet; tretend auf denköpf einer schlangen, die den schwantz herum drehet ; JohannCruciger aus der »nie dieses geschlechts, so zu Leipzig ihren sitzgenommen, starb frühzeitig und hinterließ einen söhn, nahmensCaspar, gebohren den n. jan. an» 1^04. welcher erstlich in derschule zu Magdeburg docirt, hernach voÄor und kroLliorIkeologike zu Wittenberg, auch zugleich Prediger in der schloß-kirche daselbst worden. Er war nach beschaffenheit der damali-gen zeiten in den Orientalischen sprachen sehr wohl und mehr alsandere bewandert, und leistete damit Luthers in Übersetzungder bücher Mdsis , des bnchs Hiob, der Psalmen und der Pro-pheten guten beystand. Er hatte sich über das auch auf die Me-dicin und Mathematic geleget, wie er denn für sich selbst 2. kräu-ter-gärten soll angerichtet, und viele artzeneyen selbst verfertigethaben, hat auch den Euclidem erkläret und mathematische in-llrumeML verfertiget, durch welche er den lauf des Himmels ob-serviert. Bey Übergebung der confeßion ist er mit zu Augspurg,wie auch zu Worms an. 1540. gewesen, und da er neben übri-gen qualitäten auch diese besessen, daß er sehr fertig schreibenkonnte, so muste er aufdasigem Lolloquio die stelle eines Klotsrüauf feiten der Protestireuden versehen, wie dann auf dem Rath-hause zu Worms die Nachrichten hievon annoch zu finden sind.Ferner ward er von Luther» an Calvinum in die Schweitz abge-schickt , um dessen eigentliche meynung von dem H. Abendmahlzu vernehmen, der chm auch solche schriftlich mit zurück gege-ben : Als er nun selbige Luthers zugestellt, und dieser den inn-halt ersehen, liesse er sich in folgenden Worten heraus: Ichwollte, daß man dieses ehender geschrieben hatte, sosollte es so weit nicht gekommen seyn, ieyo aber laßtes sich zu meiner zeit nicht thun. Zur ehe hatte er Eli-sabetham, gebohrne von Meseritzen, die eigentliche Urheberindes so allgemein bekannten und üblichen liebes: Herr Christder einig GOttes Sohn, welches nachgehends von AndreaCnophio, Superintendenten zu Riga, mit einem vers vermeh-ret worden, daher einige das gantze lieb diesem zugeschrieben,wie in dem Rtgischen und andern gesang-büchern zu sehen, des-sen ursach, wie Arnold in seiner kirchen-und ketzer-historie mel-det , wol mag gewesen seyn; Daß man entweder bemeldterElisabeth selbst als einer weibs-person, oder ihren nachkommen,so der Resormirten religion beygetreten, die ehre der erfindungnicht gönnen wollen; Allein die ältere gesang-bücher, welcheschon lang vor v. Cnophio gedrucket, zeigen genugsam, daßdieses lieb von ermeldter Elisabeth gemacht, und in den kirchengesungen worden. Caspar Cruciger starb an. 1548. den 19.mertz feines alters 44. iahr. Seine einzige tochter Elisabeth wardverheurathet an Johannem Lutherum Martini söhn , welcheranfangs bey Chur-Sachsen , hernach aber bey dem Hertzoge inPreussen die Raths-stelle sowol als andere ansehnliche ehren-amter bedienet. Von ihm Haben geschrieben Philippus Me-lanchthon, in der ihm gehaltenen orsnons kunsbri; sowol als inseinen übrigen orstionikus; Ferner Henricus Pantaleon in sei-nem Helden-buch Teutscher nation, Erasmus Reinhold in äsols-mst. psol. Lkeru; Kirringenlis in Lslenä. bitt. 8eslrenäorll.lib. lll. kill. Luther. Von seinen schkiften sind noch vorhanden:Lomment. in Lvsng. siok. in Lpill. I. sä lim. in klslnios Lnsr-rst. in äuo8 Lrcie. 87Mb. dlieseni. Er hinterließ einen söhngleiches nahmens, so anfangs NsZiller, hernach Ooätor undkrotellor Theologie zu Wittenberg gewesen. Als dieser sichweigerte, den schluß des 8ynoäi oder Vertrags zu Torgau zu ap-probiren, und mit einigen LoUegis eine apologie darwider aus-gefertiget, ward er samt ihnen auf eine stube gefangen gesetzt,woraus sie sich zwar salvirt, aber wiederum ergriffen, und inthürne gesetzet worden, bis sie endlich auf interceßion von Chnr-Brandenburg und Hessen-Cassel dimittirt, und ihnen erlaubetworden, sich andere städte ausser Wittenberg zu ihrem aufent-halt zu erwehlen; worauf sich unser Casparus nach Merseburgzu seiner daselbst wohnhafften schwieger - mutter des Lrskiäis-con! Frösthelii Wittib begeben. An diesem orte hatte er währen-der zeit seines aufenthalts die ehre mit dem Churfürsten vonBrandenburg, Landgrafen zu Hessen, und Grafen Johann demaltern zu Nassaü-Dillenburg zu correspondiren, welcher letztereihn auch hernach zu Dillenburg aufgenommen, und samt seinerfrauen, zweyen töchtern und einem söhn, so Nsgiller gewesen,auf dasigem schloß langer als 2. iahr unterhalten. Nachdemward er von dem Herrn Landgrafen zu Hessen-Cassel an die-sen ort beruffen , und zum kracke des Lonstllorii daselbst ver-ordnet. Aus dem , so er bey dieser stalion verrichtet, ist son-derlich merckwürdig. Daß er nebst einem andern IksoloZoReichwin oder Reichlin in Nieder-Hessen die Reformirte reli-gion einführen, und die Prediger und Unterthanen, so zuvorder Lutherisch-Evangelischen religion beygethan gewesen, durchseine lehre dazu bewegen helffen ; derowegen schreibet von ihmein Lutherischer Theologe: Er sey gewesen r optimi pseemisxellimu 8 ükus. Er starb zu Cassel an. 1597. den 16. april im?r. jähre seines alters. Dessen hinterlassener söhn, MgillsrGeorgins Cruciger, gebohren zu Merseburg an. 157;. den 24.sept. ward von Landgraf Wilhelm zum Informators seinesPrintzen Mauritii bestellet, als den er beydes in der religionund den sprachen so wohl angeführet, daß er ein gelehrter Herrworden, und n. sprachen verstanden. Und von diesem Herrn,

als er nachdem ftlbst zur regierung gelanget, ward Crucigerzum krokellore LogicT und kinguL IlodrsioX, auch , da er dettLocllomrum in TkeolvZis angenommen hatte , zum krolellorsTkeoloZiös und Lpkoro llipsnäistorum zu Marpurg verordnet,woselbst er sich mit Christina, des dasigen Regierungs-RathsConrad Scharffen tochter, vereheliget. Folgends ward er alsLrirnsrius von 4. Heßischen Tkeologll auf den 8ynoäum nachDordrecht gesandt; nach dessen endigung er die Verwaltung sei-ner ämter zu Marpurg fortsetzte. Nach dieser zeit ge-schahe, daß Landgraf Mauritius aus besondern Staats-ursache»die regierung seinem Printz Wilhelmo abgetreten, woraus erfol-get, daß die Kayserliche und Hessen-Darmstädtische trouppe»ins Hessen-Casselische eingerücket, auch stadt und schloß Mar-purg eingenommen , wobey dann die dasige Universität sichgleichfalls zu submittiren genöthiget worden; welches Unglückeben in die zeit fiele,da Cruciger den Rectorat hieselbst führte. Daer nun in dieser qualität von ermeldtem Herrn Landgrafen vonHessen-Cassel zum zweyten mal durch eigenhändige schreiben denbefehl erhielte, die bücher, lseptrs und inllAius läniverlllstisnicht auszuliefern, entschuldigte er sich zwar mit solchen Inhibi-tionen gegen Landgraf Georgium so gut er konnte, muste aberdessen ungeachtet inner;. tagen stadt und land räumen,als wel-ches ihm jedoch mit diesem ausdrücklichen anhang befohlen wor-den, daß solches nicht um seiner privat-person, oder Verbrechenswillen, sondern, weil er seinem, Landgrafen Georgii, befehlum besagten von feinem vettern an ihn ergangenen Verbots wil-len nicht nachleben wollte; ja es erwiese sich Georaius gegenihn noch über das so gnädig, daß er ihn aufseine kosten untersicherm geleit bis nach Ziegenhayn convoyiren liesse, von wan-nen er ferners bis nach Cassel abgeholt worden. Weil aberdamals Hessen mit den;, grösten land-plagen, krieg, Hungerund pest heimgesucht war, ward er dadurch bewogen, nachHanau zu ziehen, allwo er auch so lang geblieben, bis dieUniversität sä interim nach Cassel verleget worden, da erdann seine vorige kraksllor-und Lpkorsts-stelle wiederum bedie-net, aber bald darauf den 8. jul. an. i6;?. gestorben, bhat geschrieben klsrmonism 4. LinZusrum csräilislium , auchein anderes grosses 0PU5 verfertiget, wozu er die Syrische/Chaldäische und Arabische auf eigene Unkosten steche»lassen; nach seinem tobe aber wurde dieses sein oxu» aus derdruckerey weggestohlen, und haben sich solches nachwärts ande-re zu nutz gemacht, und ihre schriften damit ausgezieret. Derälteste aus Georgii Crucigeri hinterlassenen söhnen , nahmensCaspar Conrad, gebohren zu Marpurg den 29. dec. an. r6io.hat auf den Universitäten Marpurg und Cassel seine kunäsment»in srtibus libsrslibus und TkeoloZis geleget, auch verschiedenefxesimins seiner geschicklichkeit ediret. Hierauf ließ ihn sei»vatter vornemlich, um die Universitäten zu besuchen, durchDeutschland, die Schweitz (allwo er sich eine ziemliche zeit z»Genf aufgehalten) Franckreich, Engelland und die Niederlan-de reisen, da er seine zeit über dem üuäio IKsoloZiL«,, koliücound fremder sprachen zugebracht. Wie aber auch seine mutteran. i6;9. verstorben, begab er sich wiederum in die Niederlan-de , und als eben damals die Staaten von Holland einige re-gimenter zum succurs des Königs von Portugal! schicken woll-ten , ließ er sich bey einem derselbigen auf;. jähr zum Feld-Pre-diger bestellen, welchem amt er auch selbst in des Hertzogs ä'M»vormals inngehabten Häusern und pallästen rühmlich vorge-standen. Inzwischen muste er an dieser stelle den heftigen ren-gions-eifer der Catholischen Geistlichkeit mit Nachdruck erfahren,als einsmals bey eines vornehmen Generalen tafel ihm Ezweyen andern Holländischen Feld-Predigern gift beygebrEward, wovon auch diese beyde gestorben; er aber ward d«rmdie wohlmeynende Vorsorge eines vornehmen Officiers, derihn wegen seiner geschicklichkeit in Historien und staats-sE»sehr werth geschätzt, beym leben erhalten, indem ihm dEmit einem bey sich habenden kräfftigen theriac in rechter Mbeygesprungen ; gleichwol hat ihm dieser gift, so lange ergelebet, viele ungelegenheit und beschwerliche leibes-zufälle ver-ursachet. Nachdem er die verheißene;. jähr bey diesem Pre-diger-dienst vollbracht, und demnach selbigen aufgegeben, war^er bey seiner zurückkunft von den General - Staaten um st"'fernere dienste ersucht, um mit ihrer flotte in Americam st'Uhen; weil er aber seinen schwachen leib dieser fremden luft mwanvertrauen durfte, schlug er solches aus, und verließ ve»>nach die Niederlande; auf seiner Heraus-reise aber blieb er 1,lange bey der Resormirten gemeinde zu Cöln, bis ihn der tA.'von Dona als Chur-Brandenburgtschen Gejandtschaffts -diger zu den Westphälischen friedens-tractaten mitgenomm^allwo er als ein mann, der in staats-affairen sowol als m vwrien und sprachen wohl versirt, sich auch wohl zu addreMgewußt, bey den Kayserliche», Französischen anderer HAGesandten den beytritt erhalten, auch zu grossem ver<MM^der Churfürsten von Brandenburg vieler bedrängten-"^nmirt-und Lutherischen geringern Herrfchafften und scm ^r-angelegenheiten sollicitirt, und zu deren favor vieles aus»cket, als welche da bey so lang anhaltenden ftiedens-M ^gen ihre Deputirte nicht immer zu unterhalten pern« , ^Obwol er nun nach vollbrachtem friedens - sclM vw ^Churfürsten zu Brandenburg zum Hof - PrediM verw r>^worden , so hat er doch einem andern von der .Mgemeinde zu Dantzig damals an ihn ergangenen vermPredig-amt bey St. Elisabeth daselbst lieberstatt geben