Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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draussen gelassen, getödtet wurden, sondern sie sich selbst gefan-gen geben musten, da er sie denn auf etliche tage in einen thurmsteckte. Nachdem sie aber heraus gekommen, stellten sie einenproceß wider ihn an, dessen ausgang er nicht erwarten wollte,sondern nach Engelland übergieng, und daselbst eine Person heu-rathete, die wegen ihrer schönheit berühmt war. Als er mit ihrwieder nach Paris kam, und sie sich mit entblößtem halse aufder gaste sehen ließ, entstund ein solcher zulauf, baß sie wür-den erdrückt worden seyn, wenn sie sich nicht in das nächste Hausbegeben hatten. Von Paris gieng er nach Italien, und lehrteanfänglich die lürerss limnaniorea zu Pifa, woselbst man ihm,als er sich in dem Lollsglo befand, seine stau entführte, welcheser doch nicht groß achtete. Von Pifa gieng er nach Bononien,allwo er in die äcaäemia stella lVorrs aufgenommen worden,und an. i6^. gestorben. Er war ein mann von ungemeinemgedächtnis ur.' grosser arbeit, welcher unter die vortreflichstcnhatte können gezehlt werden, wenn er mehr verstand und einebessere lebens-art gehabt hätte. Seine schriften sind: Not»Über stolini Lntiguiratea stomanas; Lommenrariua in Llauciia-num , in Lorrippum; Lpistols-; koömata ; stxparsrua aä lli-storiam 8cocis:; lVIsrt^rologium 8cotire; LstslvßU8 8criptorumLcotia:, Lc. in pinacotk. I. OvrArs

in region. fun. äs lcrixt. stec. XVI. tbeatr.

ck'kuom. letter.

f Er warben rz.aug. an. auf dem schlösse Cliftboggebohren , und das vier und zwanzigste von neun und zwan-zig ktndern, so seine eltern, Thomas, Baron von Muresk,und Johanna Lesste mit einander erzeuget hatten. In demzehenden jähre seines alters begab er sich nach Engelland, undhielt sich eine Zeitlang im Pembroks - Dollegio zu Cambridgeauf, nach diesem aber gieng er nach Paris, da er durchhülste und freygebigkeit einiger vornehmen Herren seine stu-dien fortsetzte, bis er um der pest willen , an welcher er auchwürcklich kranck gelegen , sich nach den Niederlanden retirirte.Er war auch kaum zu Löven angelanget, da er nebst einigenandern jungen leuthen von den Jesuiten nach Rom abgeschicketwurde, wo er jedoch die tust nicht gewöhnen konnte, daherer sich auf einrathen der Neäicorum wiederum nach Douayverfügte, und allda von dem Könige in Spanien, wie auchvon dem Ertz - Hertzoge Alberto, eine pension bekam. Hiernahm er nun den titul eines Nagiüri an, lehrte sodann auchzu Tournay die Humaniora, und reisest darauf wieder nachParis, allwo er, ohngeachtet seiner jugend, indem er nochnicht völlig siebenzehen jähr alt war, kroksstor Humaniarum indem Lollegio von Navarra wurde, zu welcher zeit er auch be-reits die würde eines voötock ^uris Lanonioi erlanget hatte. Erkonnte aber niemals lange an einem orte verbleiben , daher ersich nicht lange darauf nach Toulouse, und von dar nach Ni-mes zu einer gleichen krokelüon begab, nach diesem aber einereise nach Spanien unternahm, und als er wiederum zurückgekommen, des nachmaligen Bischoffs von Marseille, Artusck'Espinay, VrLceptor wurde. Nachdem er aber diese stellewegen Händel, welche er mit einem anverwandten seines un-tergebenen zu Brisach angefangen, wieder eingebüffet, kehrteer erstlich in sein vatterland, woselbst sein vatter unterdessenmit tobe abgegangen , und nachhero wieder nach Paris, woer sieben jähre in den Lollegi^ von Lisieux, Graßins, Pleßts,und Beauvais lehrte. In diesem letztem geschahe es nun, daßer einem von Adel, der einen seiner Mitschüler zum duell aus-gefordert, einen öffentlichen schilling gab , weswegen er dochnach der Hand, wie oben schon gemeldet, aus Paris ent-fliehen muste. Er kam also wiedrum nach Engelland, da ernach seinem eigenen bericht den titul eines Königlichen »isto-riograpki erhielt; worauf die Geistlichen, und insonderheitder Bischoff Montaigu von Bath, wegen der Catholischen reli-gion, zu der er sich bekannte, dem Könige so lange ange-legen , bis er ihn wiederum vom Hofe geschafft. Hieraufbegab er sich von neuem nach Italien, und erhielt zu Pifa diekrokestionem kancleäkarum, welches ihn veranlaßte, seineschöne ehefrau, Susannam Valere, aus Engelland dahm ab-zuholen , da er denn, wann anders der schon oben angeführte,und von Vittorio Roßt aufgezeichnete umstand richtig, feinenweg über Paris mit derselben muß genommen haben. Alser aber seine vorgedachte krokeflion zu Pisa bis ins dritte jährbekleidet, muste er um einiger Händel willen selbige verlassen,bekam aber bald hernach die krokestionein Üumaniorum zuBononien, und lebte allda sehr vergnügt, wie er denn auchdiestrokestionem.luris xrimariam zu Padua, die ihm untereiner jährlichen besoldung von iooo. thalern angeboten wor-den , nicht annehmen wollte. Das einige, was ihm an diesemort verdrießliches begegnete, war dieses, daß sich seine staudurch Vermittelung seiner schuler selbst gutwillig entfuhren ließ,welchen Verlust er nicht so geringe achtete, wie einige vorgebenwollen, indem er vielmehr, um sie aufzusuchen, in den da-maligen hunds-tagen viele reisen anstellest, und darüber ineine kranckheit fiel, woran er auch zu Butri nicht weit von Bo-nonien , den 6. septembr. an. 1625. starb. Von seinen schrif-ten sind noch anzumercken: Hiüoria stcLleüaüica Oemi8 8coto-rum , und ktruria regalis, welches letzte werck erst an. 1724. zuFlorentz mit Buonaruoti supplement und erklarnngen in II. vol.in fol. ans licht gestellet worden. Er hat sein leben selbst be-schrieben , und darinnen unter andern auch bemercket, daß seinältester bruder, Jacobus, es verursacht, daß seine familie so

den

herunter gekommen, der auch endlich, nachdem er seines eignenvatters concubine geheurathet, den Bischoff in den Orcadischeninsuln in seinem eigenen Hause verbrannt, und noch viel anderegreuel verübet, zu Utrecht mit vier Pferden lebendig zerrissenworden. Wcero«, inemoir. wm. XXVIII.

Denain, eine berühmte Nonnen-Abtey in den Niederlandenzwischen Valenciennes und Douay, so von St. Adelberto, demGrafen von Ostrevan und dessen gemahlin, des Königs Pipininefin , gestiftet worden. Diese gaben alle ihr vermögen ihrenzehen töchtern, welche die ersten Aebtißinnen und Geistliche indieser Abtey waren, und allesamt canonistrk wurden. Die er-ste Aebtißin war Renfroge, welche auch Patronin worden. Alshernach die souverainität der Grafschafft von Ostrevan dem Kö-nige von Franckreich, als Grafen von Hennegau, zugefallen,so haben die Aebtißinnen dieses Stifts nur den titul, Gräfin-nen von Ostrevan, behalten. Das Capttul bestehet aus einerAebtißin und achtzehen geistlichen Damen, welche von ihremAdel acht ahnen müssen ausweisen können. Ihr Habit ist weiß,nebst einem Überröcke von feinem weißen zeuge, und einem mitHermelin gefütterten mantel. Die Aebtißin aber trägt einenvielfarbichten Habit. Keine von ihnen darf ein gelübde thun,sondern wenn sie heurathen wollen, dorfen sie nur dem Capitulfür die ihnen erzeigte ehre danck sagen. Bey diesem orte wur-den die Alliirten unter dem Grasen von Albemarle an. 1712.den 24. jul. von dem Marschall äe Villars geschlagen,

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Denaistus, (Petrus) dieser berühmte Jurist wurde an.1560. zu Straßburg gebohren, dahin seine eltern aus Lothrin-gen der religion wegen gezogen sind. Er hat allda sich aus dieJurisprudentz gelegt, und ist hernach auf die Universität zuBasel gegangen, allwo er den graclum Oocloralem empfangen.Nicht lange hernach wurde er Chur-Pfältzischer Rath, und gabgrosse proben seiner treu und geschicklichkeit von sich, er warauch Gesandter an die Konigin Elisabeth in Engelland und anden König in Polen, und verrichtete seine ihm aufgetragenecommißion mit sonderbarer klugheil und zufriedenheit allseitigerHöfen. An. 1590. wurde er Reichs - Cammer - Richter zuSpeyer, welchem amt er mit grossem lob und rühm vorgestan-den , Massen er ein grosser Jurist und ein mann von durchdrin-gendem verstände, darbey aber sehr sanftmüthig und ein fetndalles ehrgeitzes gewesen. Die Teutsche Poesie hat er sehr geste-het, und eine nette reine schreib-art gehabt, ist auch nicht wohlausdie zu sprechen gewesen, welche ihre Teutsche mutter-sprachemit allerhand fremden, ausländischen Worten verderbten. Dermusic war er gleichfalls ein liedhaber und ein gefchworner feindder Rabulisten, hingegen war das podagra sein freund. Aufdie letzte hat er die einsamkeit geliebet, wie er denn in sein ge-mach den Propheten Elias in der wüste mit den raben mahlenlassen, mit dem versc:

stlloguü 1sti8 eil costu8 kugists prvkanvb.

Kurtz vor seinem tode hat er sich alle seine schriften vor fein bethbringen lassen, selbige durchsuchet, und was er vermeynt hat,das andern zu wissen unnöthig sey, hat er alles in das feuer ge-morsten und verbrannt. Er ist an. 1610. gestorben. Die bü-cher, die er der gelehrten well hinterlassen, sind i.) Zv8 Osme-rsle. 2. ) ve .füre meri Imperii. ;.) Ein büchlein , genannt,Jesuiter-Latein. 4.) Distertario 6e Iclolo Dsllenst. Er wollteweder sich abmahlen, noch ein epirapbium setzen lassen.vic. .fLcor. p. 204. Lc. *

* eine Römische müntze von silber, auf de-ren einen feite das mit einem Helm bedeckte Haupt der stadtRomgeprägt war. Anfangs galt er zehen aste8, daher er auchseinen nahmen hatte, bis in dem kriege mit Hannibale derMangel des gelbes die Republick nöthigte den Oensrium aufsechzehen astea zu erhöhen. Er war so viel als eine strack-ma oder vier sestertien. Nachdem er sechzehen astl-8 eine Zeit-lang gegolten, ist er wieder auf zwölf astea herunter gesetzetworden, welchen werth er auch unter den Kaysern gehabt.Die meisten laugnen, daß man vsnarios von ertz gehabthabe, obgleich Macrobius, 8amrn. üb. VII. solches zu zei-gen scheine, weil man niemals den Janum auf die vena-rio8 gepräget. Allein, diestn widersprechen andere, so

nur des Macrobii Worte, sondern auch den Plutarchum inLamill. und Vopiscum in Lurel. 9. zum gründe legen, unddaraus die existentz der Denariorum seneorum erweisen wollen.In den mittlern zeiten hatte man auch Denarios, welche abernach den verschiedenen landern auch von mancherley werth wa-ren , den man nicht allezeit heraus bringen kan. Auch hat manin den mittlern zeiten das Wort Oenerium aufgebracht, daherdenn der Franzosen Denier, der Spanier vinsro, und derJtaliäner Denaw entstanden, welches noch heut zu tage ei-ne scheide-müntz ist, da in Italien zwölf venari einen Ibl-lothun, wie denn auch zwölf Französische Denier einen lok.

glostar. Orsec. starb. v. I. 8. 6ro«»v,«r,

äs testert. 8«^,,,, cie aste. sts moclo ustir.

clc pecunia vekere.

* OLd-l /I 8. kDssstl. Siehe St. peters-pfenning.

DenbiAh , lat. Ventura, die vornehmste stadt in Denbigshi-

re, wird für die beste in Nord-Walles gehalten, und liegt aufder nord-seite des kleinen flusses Jstrad, welcher sich ohngefehrdrey weilen davon mit der Cluyd vermischet. Nachdem König

Eduard