7v deq der
mischen Reiche , oder an dessen grentzen, zu deren abthuung einoder mehrere kreise nicht zulänglich sind, beyzulegen. Es sinddiese Deputations - tage entweder ordentlich oder außerordent-lich ; die letzter« sind die, von welchen in den Reichs - gesetzenkeine gemessene Verfassung vorhanden, und die nach des Reichsgutbefinden angestellet werden. Dergleichen an. 1681. nach derhinwegnehmung der stadt Straßburg, auch an. 1704. zur Vi-sitation des Cammer - Gerichts gehalten worden. Die ordent-lichen Deputations-tage, wegen deren anlegung schon an. 14; i.auf dem Reichs-tage zu Nürnberg delibertrt, aber nichts be-schlossen worden , haben ihren Ursprung an. auf demReichs-tage zu Augspurg bekommen, werden also genennet,weil ihnen in den Reichs - gesetzen eine gewisse masse gesetzet,auch gewisse Stände, die ihnen beywohnen sollen, verordnetwerden. Die Stande/ welche vermög des R. A. äs anno i?;;.Z. 6z. auf dem, Deputations-tage erscheinen sollten/ warennebst den Churfürsten 6. von der Fürsten - banck, nemlich derErtz-Hertzog zu Oesterreich, Bischofs zu Würtzburg / Bischofs zuMunster / Hertzoq in Bayern / Hertzog von Iulich / und derLandgraf zu Hessen; von der Prälaten - banck der Probst zuWeingarten ; von der Grafen - banck der Graf von Fürsten-berg; von den Reichs - städten Cöln und Nürnberg. Diesewaren aber nur hierzu ausgelesen / und nicht / daß sie beständigdieses amt verwalten sollten / bis es durch den R. A. cis an.
§. zo. auch aufihre nachkommen extendirt worden. An.1570. kamen 4. neue darzu/ der Bischofs zu Costnitz nebst denHertzogen zu Braunschweig / Lüneburg und Pommern. Nachdiesen haben die Protestanten sich viel mühe gegeben / es dahinzu bringen / daß von einer religion so viel Mitglieder aufden De-putations - tagen seyn sollten / als von der andern / worüberViele schriften gewechselt worden / doch haben sie endlich durch-gedrungen / daß in dem R. A. von an. 1654. §. 194. ;u^ denvbgedachten Ständen nachfolgende noch gesetzet worden: Sach-sen - Altenburg / Brandenburg -Culmbach/ Mecklenburg/ Wür-temberg / und einer von den Wetterauischen Grafen / nebstden Reichs - städten Aachen und Ueberlingen / Straßburg undRegenfpurg. Ob die Churfürsten dabey ein besonderes Lolle-eium machen sollen / ist aufdem Reichs - tage an. rszz. von denEvangelischen Ständen mit dem Churfürstlichen LoHsZio scharfgestritten / aber nichts ausgemacht worden. Die KayserlicheniLommissarü thun den vortrag / worauf jeder von den Ständensein vowin giebt / doch also / daß die Churfürsten einen theil /und die Fürsten / Grase» / Herren und städte den andern theilvorstellen. Wenn sie nun einig sind / communiciren sie mit denKayserlichen LommNarüs , und bringen das Lonclulum in ei-nen Deputations - receß / welcher eben die Verbindlichkeit / alsein Reichs - abschied zu haben pfleget, cle Lonveuribur
Deputat. pacr, V/a».,//. ri. V. §. l8-
VI. art. 12. Bilderdeck / Reichs-stadt / VII. 4. cliss.
cke Lonvsntibus Deputat, öeft/ck«,, Tkes pract voc. Deputat.De , ste jure aäleZanäi Orcl. 8. H. I. §. 29. lec>lj. Eu-ropäischer Herold / tom. I. p. 951- , äur. kubl. IX.
1. , cle kepubl. IX. 61. , aä Inlt.
^ur. ?ukl. IV. 2. §4. leljg. tom. IV. x. 420. ssgg. ZwSNZigStlreatr. prLceci. II. 7. p. 89-
* Dequin / ein kleines Königreich / welches in Nubien ge-setzet wird / ohnfern dem flusse Tacaze und den Abyßinifchengrentzen. Die etnwohner daselbst werden Baullones genennet.
, Diktion.
* Derbe / oder Derbä/ Derben, eine stadt, so von LucaXIV. I. ssgq. in der landschafft Klein - Asiens, somanLy-
caonien geheissen hat, gesetzet wird. Dahin begab sich Paulussamt Barnaba, als sie auf antrieb der Juden, von Ironienweichen und flüchtig werden müssen, XX. 4. Stepha-nus und Strabo XII. p. 8->8. 8?;- setzen die stadt Derben inIsaurien, das an Lycaonien anstösset, und nennen sie eine ve-stung. Es kan leicht seyn, daß sie auf der grentze dieser bey-den lande liegende, von einem zu diesem, von dem andern zujenem gerechnet worden ist. Ptolemäus V. 6. und Hteroclesstellen sie in Lycaonien , wohin sie nach der Hand gezehletworden , indem in der XODIUL Lcclslise des Bißthumszu Derben in Lycaonien gedacht wird, so daß sich die Christ-liche kirche an solchem orte ziemlich sortgepflantzet habenmuß, da nunmehr» dieser ort und andere derer gegenden un-ter dem Türckischen joche liegen, ja Derbe gantz zerstöret ist.Antipater, Ciceronis guter freund , hatte diese stadt innen.L'/ce/o, Spill. XIII. 7;. Är-aLo, I. c. not. orb. ant.
III. 4. §. 161.
Derbent, eine stadt und casteü in Georgien, so dem Köni-ge von Persien zugehoret, allwo die gröste passage aus Persienund den südlichen Asiatischen provintzien nach Moscau und an-dere Asiatische und Europäische Nordländer vorbey gehet. Siebegreift den räum zwischen dem berge Caucafo und der Caspi-schen see in sich, und heißt Derbent, in ansehung ihrer formund gestalt, die lang und enge ist. Die Türcken nennen diesenort Demi oder Temir - capi, das ist, das eiserne thor; die Ara-ber Bat - al - Abuad, das thor oder die thore; die Lateiner aberLlsxanclrism LlbaniX; MgleichM kortaa Laucalias, und ?>IasIbekisas. Es ist ein bequemer Hafen daselbst. Sie ist der schlüs-sel zum Königreich Persien, und liegt der lange nach von ostenin Westen gebaut. Die chronicken des ortes, wie auch die ein-wohner geben vor, sie sey anfänglich von Ißkander, das ist,
der
Alexander dem «rossen für seine alte ausgediente Macedoniererbauet, und nach der Hand zu verschiedenen zeiten erweitert wor-den. Sie wird in ;. theile unterschieden; das oberste theil ist dasschloß aufdem berge,worinn der Statthalter seine wohnung hat,auch eine befatzung lieget. Das mittlere theil wird von den Per-sern bewohnt, ist hinunterwärts sehr verwüstet worden, undzwar von ihrem eigenen König Emir Ernst,des Chodabende söhn,als er sie dem Türcken Mustapha, dem sie sich freywillig ergebenhatte, wieder abnahm. Das untere theil gegen der ste, so 2000.schritt lang, ist gantz öde und ohne Häuser, und sind nur äckerund gärten darinnen! Die stadt - mauren stehen beyderseits auffelsen, wie dann der strand um Derbent lauter felsen und denschiffen zum anckern und anländen fast unbequem ist. Oberhalbder stadt, ist durchs gebürg, so voll gebüsches, eine mauer von;. schuh dick gesetzt gewesen, welche auf zo. weilen nach demPontus sich erstreckt haben soll. An etlichen orten siehet manannoch stücke darvon. An. 172;. den 2;. julii ist die Mosco-witische armee, so dem von Miriweis vom Persischen throne ver-flossenen Sophi zu hülffe angerücket, vor Derbent angelangt, dadann um 4. uhr nachmittags der Commendant dieser stadt ihrerCzaarischen Majestät entgegen gekommen, und an dem thor einensilbern schlüssel von der stadt, in gegenwart ihrer infanterie undGeistlichkeit, ihre sahnen und einen palmzweig, gleich einemschwerdt in der Hand führend, und einer grossen menge volckspräsentirt, und also diese stadt freywillig von den einwohnern ge-öfnet wurde. Bey dem einzug lösete man dreymal die canonen.Es wurden darinnen 2; 8. eiserne stücke, wie auch eine ansehnli-che quantität pulver und Munition gefunden. 0 /ear-» Persischereise-beschreibung. k.elar. kransok. vecual. an. 172;. p. yr.
VLKölftM oder Derbices, ein Persisches volck an den Scy-thischen grentzen gegen das Caspische meer zu, und um den bergCaucasum herum, welche keine andere gottheit hatten als die er-de, welcher sie aber keine weibliche geschöpft opferten. Siepflegten die geringsten gebrechen zu strafen, und zwar dergestalt,daß sie die höchsten äste von den bäumen herab beugeten, sodannder Übelthäter arme und deine daran bunden, und also selbigefahren liessen, wodurch sie in stücken zerrissen wurden.. Diesestrafe wurde vslpksmlomena genannt. Die leuthe, so über 70.jähr alt worden, pflegten sie zu tödten und zu fressen, so, daß sienicht einmal ihrer eigenen eitern und befreundten verschonten;diejenigen aber begruben sie, welche eines natürlichen todesstürben. , in8o!in.
Derby, lat. vervsntia, die vornehmste stadt in Derbyshire,so ohngefehr ioc>. Englische weilen nord-westwärts von Londenentfernet ist. Sie liegt in der südlichen gegend der Grafschafft amwestlichen uftr des flusses Derwent, allwo ein kleiner fluß hineinfället. Über dem fluß Derwent an der nord - östlichen feite derstadt ist eine feine brücke, welche gantz von ausgehauenen steinengebauet ist, und eine schöne capelle hat, so nebst der brücke dennahmen St. Maria führet. Dieser ort hat nebst andern viel vonden Dänen erlitten, ist aber hernach von der berühmten Ethel,fled wiederum repariret worden, so, daß sie heut zu tage einegrosse wohlbewohnte und reiche stadt ist, welche 5. kirch - spielehat, und wenig innländischen städten etwas nachgiebet. Es istallhier ein schöner pallast, welcher im XVII. üeeulo auf der Graftschafft Unkosten aus gehauenen steinen aufgebauet worden, darin-nen die ordentlichen land - Versammlungen und lsilionez gehal-ten werden. Der titul Graf von Derby war erstlich bey dem Hau-se von Ferrars, und hernach bey dem von Lancaster, da er sich mitHenrico von Bullingbrook endigte, als derselbige unter dem nah-men Henrici IV. die crone bekam. Allein, unter Henrici VII. re-gicrung wurde er wiederum von Thoma Lord Stanley und Mangebraucht, und ist bey diesem Haufe bis jetzo geblieben.
Derby-Sbire, lat. Lomitams Oerbicenlis, eine Grafsihafftin der provintz Mercien, mitten in Engelland, welche Yorkshirenordwärts, Leicester südwärts, Nottingham ostwärts, Staf-ford und Cheshire aber westwärts hat, und sich von norden ge-gen süden m die ;8. , von osten aber gegen Westen auf 28. wei-len erstrecket. Der fluß Derwent läuft von Mitternacht gegen mit-tag mitten hindurch, und ergeußt sich in die Trente. Die naturtheilet sie in 2. theile, in die ost - und westliche gegend. In die-ser Grafschafft wohnten unter andern zur zeit der Römer die Lc>-ritani, zur zeit der Heptarchie war sie eine provintz des König-reichs Mercia, und,etzo gehöret sie mit unter die vioeces vonCoventry und Lichfield. Die luft ist allhier frisch und gesund,und der boden fruchtbar, sonderlich in der süd-und östlichengegend; in der nord - und westlichen aber ist er etwas bergicht.Allein , ob er schon oben wenig träget, so ist er doch unterder erde desto reicher. Denn anstatt des holtzes, welches die ei-sen - hämmer und bley - bergwercke gantz verwüstet haben, hathingegen diese Grafschafft einen so grossen Überfluß an stein - koh-len, daß auch die benachbarten Graffchafften Leicester, Northam-pton, Rutland und Lincoln damit versehen werden. Desgleichengiebts auch alabaster, crystall , schwartze und graue marmor-steine, und zwar solche, die sich sehr schön poliren lassen. Nichtweniger hat man auch hier gantze bräche von mühl-und wetz-stet-nen. Der vornehmste Handel aber der Grafschafft bestehet inbley, welches das beste in gantz Engelland, wo nicht gar in Eu-ropa , ist. Die marckt - stadte, ausser der Haupt - stadt Derby,sind: Alfreton, Ashburne, Bakewel, Bolfover, Chappel inrke Frith, Chesterfielb, Dronfield, Tideswell und Worksworth.
in äeftript. Ülaau. öritann.
* DerccM