Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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wode von Siradien, und der vornehmste Reichs - Rath in Po-jen , hatte sich inXr jugend bey dem Könige Sigismundo III.als er demselbeiNm kriege gedienet, in grosse gnade gesetzt, daßer bey demselben alles galt, welche gnade er auch bey dessen söh-ne und Nachfolger im Reiche Uladislao IV. ;u erhalten gewußt,von welchem er an. i6;?. als Groß-Gesandter an Kaystr Fer-dinandum III. wegen der Vermählung mit der Kayserl. Prin-tzeßin Cecilia Renata gesendet, und nachgehends zum oberstenHof-Marschall gemacht wurde. Er war em groß-vatter Theo-dori, Cron-Cammerers von Polen; Uladislai, Woywodensvon Pomerellen, der an. 168z. die Polnische armee wider dieTürcken commandirt, und vasselbige jähr in einem treffen beyCracau geblieben; Georg», Bischoffs zu Caminiec, und Er-nesti, Woywodens von Marienburg, und der Konigin Hof-Marschall, der an. 1694. verstorben. Johann Casimir, Car-dinal , ist an. 1697. mit tode abgegangen, von welchem beson-ders. George Albrecht, Bischofs zu Premisl. und oberster Cantz-ler des Reichs Polen , ward an. 1702. Bischofs zu Cracau. Ot-to Magnus , Königlich-Preußischer geheimer Rath, General-Major und Gouverneur zu Memel, wohnte an. 1712. als Be-vollmächtigter den friedens-tractaten zu Utrecht bey, und starbzu Berlin den 14. dec. an. 1717. seines alters ;r. jähr, nach-dem ihm seine gemahlin, eine gebohrne Burggräfin von Doh-na, verschiedene kinder beyderley geschlechts gebohren. Seinbruder Ernestus Uladislaus starb auch zu Berlin in dem 5z.jähreseines alters den n.juu. an. 1724. als Königl. Preußischer Gene-ral-Lieutenant , Gouverneur zu Colberg, Ritter des Teutschenordens, und Commandeur zu Schiffenberg. Stanislaus, Lit-hauischer Unter - Feldherr, Cron-Schwerdt-Träger und Con-foderations-Marfchall, vermählte sich den zo.jul. an. 1724. miteiner tochter Grafen Adami Nicolai Siniauski, PolnischenCron - Groß - Feldherrn. ork. kol. I'. I. Hartknochs

Preuss. x. 45». Adels Preuss. Staats-Historie.

Dönhoff, (Gerhard , Graf von) kLlsciims in Pomerel-len, wurde an dem Chur-Brandenburgischen Hofe als ein Pageauferzogen , und qualtficirte sich hernach durch verschiedene rei-sen. An. 1621. wohnte er dem Polnischen Printzen UladislaoSigismundo,- und dem General Chodkiewitz in dem kriege widerden Türkischen Kayfer OsMann bey, und führte nebst JohannWeyhern und seinem bruder Magno Ernst die Teutschen volcker,trieb auch die Türcken,, welche seine posten einen gantzen tagstürmten , rühmlich zurück. Drey jähr hernach that er mit ge-dachtem Printzen einige reisen durch Ober-und Nieder-Teutsch-land, wie auch Italien, und bahnte sich durch seine treue denweg zu seinem künftigen stände. Als er wieder zurück kam,diente er dem Könige Sigismundo III. in den Preußischen krie,gen wider Gustavum Adolphum in Schweden, und machtean. 1629. die Schwedische belagerung vor Thorn durch seinegegenwart zu nichte. Damit man aber feine Verdienste beloh-nen möchte, machte man ihm zum Staroste zu Kofcierz,Hauptmann in Skorsow , Lublin und Felin, Schatzmeister inPreussenOber-Hauptmann zu Marienburg , und endlich an.164z. zum kalsrino in Pvmereüen. Er ward auch zum Gene-ral-Lommillsrio der Preußischen kriegs-sachen bestellet, und alsder letzte Hertzog in Pommern starb, wurden ihm die der CronPolen heimgefallene Herrschafften Butow und Lauenberg ver-liehen. Im nahmen des Königs Uladislai Sigismundi richteteer an. 184;. in Franckreich den ehe-vergleich mit der PrintzeßinLoisa Maria von Revers auf, welche ihm das Ober-Hofmei-ster-amt ertheilte. Seine andere gemahlin Sibylla Margare-tha, Hertzoqs Johann Christian zu Liegnitz und Brieg inSchlesien tochter, wurde ihm an. i6;y. beygelegt, und gebahrihm Uladislaum, Johannem Fridericum und Sibyllam. Kay-ser Ferdinandus II. erhub ihn in den Grafen-stand, worauf eran. 1648. den iz. sept. zu Marienburg mit tode abgieng.

in orbe kolon.

Dönhoff , (Johann Casimir, Graf von) ein Cardinal,gebohren an. 1650. Nachdem er in den geistlichen stand getre-ten , kam er unter Innocentii XI. regierung nach Rom, undzwar in keiner andern absicht, als seine neugierigkeit zu ver-gnügen. Er war aber nicht lange daselbst gewesen, so trugihm der König von Polen, Johannes Sobiesky , einige ange-legenheiten auf, welche er an dem Päpstlichen Hofe zu tractirenHütte, und als Wien von den Türcken belagert würd, gab ihmder gedachte König den character eines Lnvoys bey demvberwehnten Papst. Derfelbige ließ sich seine Person so wohl ge-fallen , daß er ihn nicht nur unter die Prälaten seines Hausesaufnahm, sondern auch zum Commandeur des zu Rom befind-lichen Hospitals zum heiligen Geist machte. An. 1656. den 2.sept. erhub er ihn zu der Cardinals-würde, womit aber der Kö-nig von Polen, weil der von ihm nominirte Bischofs vonBeauvüis bey derselben Promotion war Übergängen worden,nicht wohl zufrieden war. Nach diesem residiere er ordentlich inseinem Bißthum Cessna, m der prvvintz Romandivla, undstarb den ro. jun. an. 1697.

Dörflinger, siehe Derflinger.

Dörmg, siehe Thöring.

* Döring, (Matthias) ein Barfusser-Mönch, und Pfarr-h.err zu Kmtz m der Marck , lebte zu ansang des 15. jahrhun-derts , mu dem rühme eines gelehrten , exemplarischen und un-parteylfchen Mannes. Er hat geschrieben Istbrum xerplexorumLcdellse, und Lomiimseionsm Lbroniei Hisoäoriei LnLeltru-

sü , welches letztere Mencken in lcript. rsr. Oerm. tom. III. p.r.5 e<ig. aus einem manussript der Paulliner-bibliotheck zu Leipzigdrucken lassen. I. L. xrsek.

* Döring, ( Michael ) kkilolopkisL und Neäicin» LoÄoraus Breßlau, war kbystcus daselbst, und Leib - Äleäicus beydem Fürsten von Lichtenstein , Carolo Eusebio. Er starban. 1644. und hinterließ äe NeäiLma L IVIeciicis libr. II-Giessen l6n. in 8. Vr. äs conücienäo MtkriäLtio, äs^risOpio <L Opodallsmo, Jena 1620. in 8. Oblervariones äsLneuriimLte, O^senreris L Lqua sksIxtzeLtL; Lpilt. äe Liäc-Aen. ejulgue Isüiane, und viele andere Oblervseioez.

bioZr. Gtoües Historie der Medicinischen gelehrtheit,

l. §. 227.

Dörnberg, Döringenberg, ein Freyherrliches geschlechtin Hessen, welches mit den Grafen von Dornberg einerley Ur-sprung , und seinen crb-sitz vor alten zeiten in der Steyermarckgehabt haben soll. Johann oder Althans genannt von Dörin-genberg , ist an. 1211. mit des Landgrafen Ludovici VI. gemah-lin Elisabeth, einer Königlichen Printzeßin aus Ungarn, zuerstin Hessen gekommen, und nachgehends wegen feiner treu - ge-leisteten dienste mit Franckershausen beliehen worden. JohannCaspar, geheimer Rath und Cammer-Präsident zu Cassel,ward an. 166;. in den Reichs - Freyherrn-stand erhoben, undzeugte mit einer Baroneßin von Erlach, eine tochter, undeinen söhn, nahmens Wilhelm Ludwig; dieser verband sichan. 168;. mit des Grafen von Cunowitz tochter, Hedwig So-phien , welche ihm Johannem Cafparum und Wilhelmum Lu-dovicum gebohren , aus welchen der erste von dem letzt-verstor-benen Herrn Landgrafen von Hessen-Cassel zu unterschiedlichenGesandtschafften , erstlich zu Heidelberg in der bekannten Pfäl-tzifchen kirchen-sache, und hernach zu Regenspurg ist gebrauchtworden; hat auch bey Ihro Durch!. Cammer-Iuncker - stellebedienet. Von seiner gemahlin, einer tochter Herrn Barons vonHeyden, Preußischen Generals, hat er verschiedene kinder beyder-ley geschlechts. Der andere ist auch Cammer-Iuncker bey IhroKönigl. Majestät in Polen gewesen, winckelm. beschreib.Hessen. Humbr. v. R. A. 262. *

* Does, (Petrus van der) ein Holländischer Vice-Admi-ral, gegen dem ende des XVI. steeuli an. 1599. Er machte sichvon Allagona meister, so die haupr-stadt der Canarischen insulnist , von wannen er die Spanier gezwungen, sich in die bergezu flüchten; er suchte sie aber möglichst auf, und da er sie gäntz«lieh zerstreuet, verheerte, plünderte und verbrannte er den platz/und kehrte also sieghafft wieder nach Hause. Nachrichten von

Doesburg, siehe Duisburg.

* Doest , lat. Ikola, ehemals eine reiche Abtey in Bra-bant, unweit Brüssel in der Pfarre von Lisseweghen bezirck.Von an. no6. war allhier ein Priorat, welches hernach Eber-hard vvn Oisy, Bischofs zu Tournay , an. 1174. in eine AbteyCistercienssr-ordens verwandelt, und einer Äbtey in Brüsselgrfchencket» Als aber dieses klvster im XVI. lieculv in den da-maligen kriegen zerstöret worden, so sind dessen einkünfte zu der»tafel-guthern des Bischoffs zu Brügge an. 1561. geschlagen wor-den. luxxlem. äiplom. k. I. 0. 120.

* Dogado , eine Italiänische prvvintz in dem VenetiaMsehen Staat, sie wird gegen mittag von dem Polesinisthen be-grentzet; gegen abend stößt sie an das Paduanische, gegen nor-den an das Trevisanische, und endlich gegen morgen hat sie denGolfo äi Venetia. Diese prvvintz bestehet theils aus einer küsss/die sich dem meere nach, aber nur sehr wenig Italiänische mAlen lang erstrecket; sie hat aber darneben eine sehr grosse anzah»kleiner insuln unter sich , welche auf dieser see - kanten liegen/und man le I.2ßune äi Vsnecig nennet; beneben der stabt Ve-nedig , so darinnen liegt, und die Haupt - stadt des gantzeylandes ist, hat es noch Loredo, Chiozza, Murano, MestreeMarghera und Torcello. Bandrand und einige andere 6^-ersxbi thun noch Caorle, Marano, Grado und die benach-barten kleinen insuln darzu , welche man I^guns äi Mrsaonennet, so daß sie diese prvvintz Dogado sich weiters als die er-sten erstrecken machen, und zwar bis an den ausfluß des Lisonss'Diese prvvintz wird Dogado genennet, dieweil der Doge vo"Venedig eine unmittelbarere aufsieht darüber hat, als über dloandern provintzcn seines Staates.

Doge, ist der nähme, welcher von den Venetianern ihrrAOberhaupt gegeben wird, und so viel als ein Hertzog heniAsoll. Vor zeiten war dieser Doge fast gantz svuveram ; allemheut zu tage kan er ohne des Raths bewilligung und vorwuiogar nichts thun, und auch nicht einmal eine gantz kurtze zeit Maus der stadt Venedig begeben, daß er also vielmehr der Reptz,blick , als die Republick ihm dienen muß. Er empfängt r'Ambassadorn, und es werden auch in seinem nahmen die beseole und vollmachts-briefe gestellet, jedoch nicht von ihm, sondervon des Raths 8ecretsrio besiegelt. Die müntze wird zwar'seinem nahmen geschlagen, aber sein bildnis nicht darauf spräget. Doch hat er viel privilegis, und nachdem er einmal e .wehlt worden, bleibt er in solcher würde seine gantze lebensE .Er ist das Haupt in allen LoI!eAii8, und wird 8erenWmo 0 ^Durchläuchtig tituliret. Seine kleidung betreffend, kan Mw ^ansehnlichers seyn , als wenn sich der Doge und die RattM^ren in ihrem Staats-Habit bey einer feyerlichen Handlung

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