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Donzellinus, (Hieronymus) ei» gelehrter ItaliänischerNeäicus von Orzi MOV! im Brescianische»« gebürtig, practlcrr-te zu Brescia eine Zeitlang, schrieb aber vor Josephum Valdagnewider Vincentium Calzavaglia, die auch beyderseits Neäiciin Brescia waren, mit solcher Heftigkeit, daß er und Valdagnedie stadt räumen musten. Donzellinus retirirte sich nach Vene.dig, und practicirte mit gutem fortgang, bis er endlich das lasierbeleidigter göttlicher und menschlicher Maiestat beqieng, da dasurtheil mit sich brachte, daß er sollte ersauffet werden. Diesesist an. 1560. geschehen. Er hat den Galenum äs kris-ma und8. Orationes des Themistii übersetzet, auch Lonülm und Lpilto-Iss lVleäiLÄS geschrieben. Man legt ihm auch bey Hier. Doncel-lini llemeäium kersnä^ruln ichuriarum s. äs Lompessenäa irre;allein dieser nennet sich auf dem titul Veronenlsm , da unserDonzellinus unstreitig Lrixiensts gewesen.
Donzi, eine kleine stadt, am ffusse Noaym, in der land-schafft Nivernois. Das umliegende gebieth heißt Donziois,führt den titul eines Hertzogthums, und «st dem Hause Mazari-ni Mancini gehörig.
* Dorado, (I'wvinci» äel) lat. krovinsia inaumti, einland im südlichen America zwischen dem fluß Orenoque undAmazone. Sie heißt sonst Manoa , weil aber die Spanierviel goldene statuen darinnen wollen gesehen haben, so habensie ihr den zunahmen Dorado, das ist, die vergüldete stadt, beyge-legt. Sie soll die residentz des Königs seyn.
Dorat, lat. Oratorium, eine kleine stadt in Franckreich inder provintz Marche. Sie liegt an dem kleinen fluß Seve,zwey meilen von Belac gegen den grentzen von Poitou.
* Dorcas, ein sehr böser mann, welcher eine grosse an-
zahl vornehmer gefangenen, so von anfang des Jüdischen kriegesmit den Römern von den factionen veste gesetzet worden, umdas leben gebracht, , äs'8. st. üb. iv.
Dovchester, lat. Oorceürig, oder Larnovaräa, der vornehm-ste ort in Dorsetshire, lieget auf der südlichen feite des flussesFrome, vier meilen von der see, und muß vor diesem einen gros-sen umfang gehabt haben, wie aus den noch bis jetzo daselbstbefindlichen zeichen der alten mauren und grüben kan geschlossenwerden. Allein die Dänen haben Mn so übel zugerichtet, daßer noch nie seine vorige schönheit und reichthum wiederum haterlangen können. Diese stadt bestehet aus drey schönen straffen,und eben so viel kirchspielen. Das Maiden-castell oderJung-frauen-schloß, welches vor zelten der Römer sormner-lager ge-wesen seyn soll, da ihre garnisonen die grentzen dieses König-reichs beschützet, lieget ohngefehr zoo. schritte von der stadt süd-wärts, begreift übermorgen landes in sich, und ist schrit-te über den benachbarten gründ erhoben worden. Die stadt istsonderlich wegen des Marggrafen-tituls berühmt, welchen vordiesem Henricus Pierpoint davon führete, als er von König Ca-rola I. an. 1645. zum Marggrafen von Dorchester ernennetworden; desgleichen wegen des Grafen-tituls, weichen Catha-rina Stdley durch den König Jacobum II. davon bekommen.Siehe Pierpoint.
Dovchester, wt. Livits« vorcinis:, eine kleine stadt in derEnglischen provintz Olssordshire, nicht weit von der grgend, wodie zwey flüffe Tome nnd Isis sich mit einander vereinigen.Vor alters ist es eine station der Römer gewesen, welches manaus den Römischen müntzen , so gar häufig daselbst ausgegra-ben werden, beweiset. Nach diesem hat Birinus, welcher einApostel der West- Sachsen genennet wird, als er den West-Sächsischen König Cinigilsum getauft, mit desselben, und desNorthumbrischen Königs Oswaldi, erlaubnis, einen Bischoffli-chen sitz allhier aufgerichtet, welcher auch 460. jähr beständigdaselbst gewesen, bis endlich derselbe in dem XI. Leculv, unterWilhelmi des eroberers regierung, nach Lincoln verlegt worden.Von selbiger zeit an ist dieser ort gar sehr in abnehmen gekom-men, und von dem ehemaligen ansehen fast nichts, als die rui-nen übrig geblieben. Li-icsnn. x>. 26;.
Dordogne, lat. vnr^nius, ein fluß in Franckreich, welcherin Auvergne entspringet, und von 2. bächen entstehet, davon dereine Dor, der andere Dogne genennet wird, die sich mit einan-der vereinigen. Sie benetzet die grentzen von Limosin, allwo sielincker hands die Gerne empfängt, und besser unten die Serre,läuffet hernach neben Sarlat vorbey (da sich lincker hands dieSev und unter St. Cyprian die Vezere hinein senckt) aufBer-gerac, da eine brücke darüber geht; von dar geht sie neben Ca-stillon durch auf Libourne, und nimmt da die Jsle zu sich, wor-nach sie bey Bec ä'Ambez in die Garonne fliesset. Den zu - undablauf des meers spurt man in diesem fluß auf die 2;. meilen.bis gen Castiüon hinauf, iä^II. 10. äessr. üum.
OsII. *
Dordrecht, oder Dortrecht, lat. Oorärscum, eine stadt inder provintz Holland, ist ein sehr alter ort, hat das erste votumunter den Staaten von Holland, und lieget auf einer insul, sodurch die Maas und den sogenannten Biesbos formiret wird,6. meilen von Leiden und von Rotterdam. Sie ist sehr wohlgebauet und reich, und hatte sonst gantz alleine das müntz-recht,welches Privilegium anjetzo West-Frießland zugleich geniesset.Vor alters hatten die Grafen von Holland allhier ihre residentz,und war allda zugleich die Niederlage aller waaren, so aus demlande geschafft wurden, dahingegen anjetzo diese stadt nur dieNiederlage der Rheinischen weine hat. An. 1421. wurde sie durch
eine wasser-fluth von dem vesten lande abgesondert, welche über70. dörfer oder sschlösscr, und in die 100000. menschen über-fchwemmete. An. 1)04. belagerte der Hertzog von Brabant die-sen ort vergebens. An. 1)64. wurde durch Albertum 'vonBayern, Grafen von Holland, allhier eine Collegial-kirche auf-gerichtet. An. iüi8. wurde daselbst der berühmte Nattonal-8>noäus gehalten, um die streitigkeiten zwischen den Gomaristenoder Lontrü-Remonstranlen, und den Nemonstranten oder Armi-nianern, von der ewigen gnaden-wahl und göttlichen Vorsehungzu entscheiden. äelcr. Lelg. Loa-z-o»-». tliSLtr. üol-
Isnä. Äs. top. circuli Lurgunäici.
Dordrechtischer ^noäu«, ist einer der berühmtesten 8vno-äorum, welche in den neuern Zeiten sind gehalten worden. Dirgelegenheit darzu war der bekannte streit, der sich im ansang desXVII. sXsuli zwischen Jacobs Arminio und Francisco Gomaroerhoben hat. Nun hatte man ohnedem zu derselben zeit langekeinen 8ynoäum nationalem in den vereinigten Niederlandengehalten, daher man um so viel eher auf dieses mittet fiel, jetzt-erwehnte streitigkeiten zu untersuchen. Es funden sich zwar un-terschiedene schwürigkeiten, welche diesen schluß hemmelen, den-noch wurde endlich an. 1606. abgeredet, baß nach 2. jähren der-gleichen Txnoäus nationslis sollte beruffen werden. Wiewolman dennoch zuletzt wegen den conditionen nicht einig werdenkonnte; dahero dieses werck wiederum in stecken gerieth. Nach-dem aber die streitigkeiten sich vermehrten, und sowol JacobusI. König in Engelland, als auch der Printz Mauritius auf einenLynoäum, als das beste Mittel, diese streitigkeiten zu heben, hef-tig drungen, ward endlich den n. nov. an. 1617. in der Ver-sammlung der General-Staaten beschlossen, daß zu Dordreckstin dem nächstfolgenden jähre dergleichen 8>noäu8sollte gehalten werden. Zu diesem 8vnoäo nun wurden nebstden einheimischen auch ausländische IKsoloZi von der Refor-mirten religion eingeladen, wie denn aus Engelland, aus derPfaltz, Hessen, Schweitz, Wetterau, von Genf, Bremen undEmden unterschiedene dahin geschicket wurden. Aus Franckreichaber kam keiner von den IKsoloAis der Reformirten lehre, wei-der König Ludovicus XIII. den Nemonstranten geneigt war, oderwelches noch weit gläublicher, nicht wünschte, daß seine M-formirten Unterthanen mit ihren glaubens-genossen ausser lan-des viele gemeinschafft haben sollten , Nnd daher den seinigchauf diesen 8xnoäum zu ziehen nicht verstatten wollte, wiewo»dennoch nachgehends die Reformirten in Franckreich die so»mulam vorärscenam angenommen. Der Churfürst von Bran-denburg schickte gleichfalls seine IkeoloM« nicht dahin, und ent-schuldigte sich deswegen in einem briefe. An. iüiz. wurde deranfang gemacht, und den iz. nov. die erste seßion gehalten. DerLns 5 e 8 auf diesem 8vnoäo war der berühmte Johannes Bogck-mannus, ksttor der kirche zn Leuwarden, ein sonderbarer freunddes Grafen Wilhelmi Ludovici, Gouverneurs in Frießland«welcher den Nemonstranten sehr feind war, und diesen Bogch-mannum bey dem Printzen Mauritio so kräfftig recommendlk-te, daß derselbe ihm zu jetztgedachter ehre verhalf. Im übri-gen wurden auf diesem 8xnoäc> 154. sslllones gehalten, worawsich derselbige den 9. may an. 1619. geendiget. Die vornehm-sten stücke, so darauf abgehandelt wurden, waren von einerneuen Übersetzung der Bibel; von einer erbaulichen art zu ch/techisiren; von tanfung der Heydnischen linder; von absEfung der mißbräuche der buchdruckerey, und dergleichen.Haupt-sache aber betraf die Nemonstranten, und lief es endlEda hinaus, daß die artickul der Remonstranten verdamme"und die Oonssllio LsIZic-c samt dem Heidelbergischen Catecyn-mo, deren Untersuchung und besserung die Remonstranten begeh-ret, vor gut erkannt und bestätiget wurden. Im übrigen pW'ten sich die Remonstranten über diesen 8Mväum sehr zu ber-gen, und gaben vor, daß man sehr ungütig und wider alle v'ligkeit auf demselben wider sie verfahren. Man hätte auf de'L8)-noäo von ihrer partey nur etliche wenige zugelassen, u"nicht die geschicktesten unter ihnen, auch nicht zu ihrer vollst»^digen Verantwortung, sondern nur einzeln, und zwar als bekwAte und schon voraus verdammte Personen. Sie wären E,auf gegebene sicherheit nach Dordrecht gekommen, aber E,,wider geschehene zusage 7. gantze monat mit hartem arrest h.,legt worden, daß auch nicht einmal ein bruder mit seiner sE.§ster, oder ein vatter mis seinem söhn hätte reden dürfen.Präsident Bogermann wäre ihr gefchworner feind gewesen, " yhätte alles zu ihrer Unterdrückung angerichtet. Die 8sribsLökuarii wären gleiches schlages, nnd der Nemonstranten gsjxste feinde gewesen. Festus Hommius sey nicht aufriclM..,,^des Trelcatii und Episcopii schriften umgegangen. Glel^weise hätte auch Damman in 8^noäis Dslsonff und ürnbsml
falsche gemacht, und so wären sie auch mit den h^l-dieses 8^noäi umgegangen. Der 8ecreti»rius Heinsius , '2,^cher die präfation soll aufgesetzt haben, wäre gleichfalls deu^monstranten nicht geneigt gewesen. Insonderheit beklagte"^sich, daß man nach dem 8ynoäo gar hart mit ihnen veri.Aren, und sie ihrer ämter entsetzet, wider gegebene sicherlM ^gefängnis geworffen , oder des landes verwiesen, ja, einige^an leib und leben angegriffen habe. Und zwar so reden.-,Remonstranten ; wogegen aber auch von feiten der tMje-mitten nicht weniges einzuwenden wäre, so in theils der Zu-nächst citirten schriften nachzusehen, äcta L Lrivm hmo«-' .
vorärasencl iVlmillror. Xsmonlir.; 8ynoäus Vorämc^
Historie des Dordrechtischen 8>noäi ;