Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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ist die Engelländische wolle beydes wegen ihrer schönheit und gk.1e durch die gantze well berühmt, woraus sehr breite tücher ge-macht werden, und zwar in solcher menge, daß nicht allein En,geüand, sondern auch andere lander, insonderheit Teutschland ,Polen, Moscan, Türckey und Persten, damit versehen werden.Zu desto mehrerer beförderung dieser manufaeturen dienet son-derlich der grosse Überfluß der walckers-erde, derer in Engel-land mehr gefunden wird, als an irgend einem andern orte derWelt. Zu Verfertigung des leinen zeuges mangelt es auch nichtan gutem Hoden, worauf man flachs und Hanf säen kan; sowird man auch nirgends einen grossem Überfluß an gutem Ue-ber sinden; und weil es insonderheit m Engelland sehr viel ca-ninichen giebet, so bedienet man sich derselben haare nützlichzum Hut-machen. Zum hauser-banen mangelt es auch wederam kalcke noch an ziegel-steinen; das zimmer-holtz ist zwar etwasrar, jedoch wird aus Norwegen zur gnuge zugefuhret. Zumschiff-bau giebt es gute eichen, und zur feurnng ist nicht alleinholtz, sondern auch viel stein-kohlen vorhanden. Ferner sind dieEngelländische Pferde und Hunde sehr berühmt; desgleichen hatauch Engelland einen grossen Überfluß an vortreflichen lorbeer,und roßmarin-bäumen, safran, ssissem holtze und Honig, undist nicht weniger mit vielen eisen-bley-kupfer-rinn-und silber-bergwercken versehen. Eisen giebt es in Sussex, und an ver-schiedenen andern orten des Königreichs mehr; bley vornemlichin Derbyshire; kupfer in Cumberland ; zinn , und zwar dasschönste, so in der welt zu finden seyn mag, in Cornwall; undsilber-bergwercke in Lancashire, Durham und Cornwall; dochweil diese allzu tief liegen, so werden sie nicht sonderlich geach-tet. Endlich giebt es auch hier viel warme und mineralischebäder.

Was die einwohner anlanget, so sind die Engelländer ur-sprünglich eine vermischte nattvn aus den Sachsen, Dänen undNormännern, mit untermengtem Brittischen und Römischengeblüte. Gleichwie das land temperier und feuchte ist, alsohaben sie von natnr den Vortheil einer reinen und munterncomplexion. Sie haben eine feine statur und freundlich an-gefleht ; was aber die grösse und stärcke betritt, so übertreffendiejenigen, welche westwärts wohnen, die übrigen. Dieweibs-personen sind durchgehende! schön, und artiger, als anandern orten. Ihr Humor richtet sich nach ihrem cliwine ,inmassen sie nicht so feurig sind, als die Franzosen, und auchnicht so kalt als die Nordischen völcker; daß sie also geschick-ter sind, einen guten rath zu fassen, als die ersten, und den-selben hurtiger ausführen als die letztem; dieser Humor schi-cket sich über diß vortreflich zu erlernung allerley wiffenschaff-ten. In . der lapferkeit geben sie keiner nation etwas nach ,wie solches ihre milden Franzosen, Spaniern, Schottlän-dern, Jrrländern und Türcken geführte kriege genugsam be-zeugen. Zu handwercken und allerley freyen kunsten sind siesehr geschickt, wie es ihre nützliche erfindungen sattsam an dentag legen. Auf die kkiloloplüsin sxxsrimencslllm sind sie sosehr beflissen, daß sie mehr, ats einige andere nation , zu derenVollkommenheit beygetragen haben. So haben sie auch eineüberaus gute spräche, um ihren sinn mit den nachdrücklichstenWorten zu exprimiren, welche eine Vermischung ist, vornemlichder Sächsischen, Französischen und Lateinischen spräche.

Die durch die gesetze unter dieser nation eingeführte religionist , was die lehr-puncte betriff, fast einerley mit derjenigen,welche die andern Reformirten kirchen führen, nach der kir-chen-zucht aber, auch in den kirchen-kleidern und mehrern äus-serlichen dingen, etwas davon unterschieden. Vor Christi ge-durt hatten die Lritones fast einerley religion mit denvon welchen sie vermuthlich herstammen möchten; doch ver-ehreten sie einige sonderbare götter, und wie Tacitus, Cäsar,Dion und andere berichten, so sollen sie der zauberey sehrergeben gewesen seyn. Die gemeine tradition bringt mit sich,daß Joseph von Arimathia das Evangelium zu allererst hiergeprediget habe, welches aber Ooctar Stillingfleet in seinemtractat von dem alterthuin der Englischen kirche, als ein ge-ticht der Mönche, verwirft. Einige wollen haben, daß St.Petrus der erste stifter der kirche in dieser inful gewesen, al-lein gedachter Stillingfleet macht es sehr wahrscheinlich, daßdieses vielmehr von St. Paulo zu glauben sey. Dem sey wieihm wolle, so hat doch entweder wegen grosser Verfolgungoder Mangel der Prediger das Christenthum in diesem Reichenicht eher zu blühen angefangen, als unter Luc» reqierunq,welcher der erste Christliche König von Britannien gewesen.Denn dieser sandte zu ende des andern stecull Elvanum undMeduinum, 2. Britannische Christen, zu Eleuthero, dem Bi-schoffe zu Rom, um von der Christlichen religion, die er anzu-nehmen gesonnen war,emen recht gründlichen bericht einzu-nehmen. Wre nun diese nebst ewigen Predigern von Romwieder zurück gekommen , so ließ sich sowol der König, alsauch viel von seinen Unterthanen, taufen. Solchergestaltbreitete sich das Christenthum m kurtzer ze,t in allen Herrschaff-ten, und einige zeit hernach über die gantze insul aus. Zuderselbigen zeit hatten die Brttanmer ihre eigene und beson-dere Bischöffe, welche gar nicht von dem Päpstlichen stuhledependirten; wie dann die Britannische kirche von allenandern unterschieden blieb, und keiner andern kirchen-in-risdiction unterworffen war. Allein da hernach die Heydni-schen Sachsen sich dieser insul bemächtigten, und die natür-

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lichen einwohner auf die Wallischen gebürge ihre Milchtnehmen musten, so flöhe auch zugleich der Christliche glaubemit ihnen, und dieses land geriet!) wiederum in das finstereHeydenthum, bis endlich an. 596. St. Augnstinus vom PapstGregvrio N. dahin geschickt wurde, das Evangelium zu pre-digen , welcher so dann zu erst Ethelberten , den König vonKent , bekehrte, und ihn nebst 10000. Personen von seinenUnterthanen taufte. Darauf wurtzelte die Christliche religionin Engelland dermaßen ein, baß alle Sachsen nach und nachdarzu bekehrt wurden, und der H. Augnstinus wurde zumErtz-Bischoff von Canterbury erwehlet, jedoch so, daß er demPäpstlichen stuhle unterworffen seyn muste. Also blieb diesekirche unter dem Römischen stuhle bis zu des Königs Henri«VIII. zeiten , welcher den ersten grundstein zur änderung legte,und auf einrathen einiger MeoloZoruin, j„ einer auf desKönigs autvrität angestellten Versammlung, die oberste gemaltdes Papstes verwarf, so hernach durch die Stände des Parle,ments an. i;;4. bestätigt wurde. Unter des nachfolgendenKönigs Eduardi VI. regierung wurde solche religions-änderungvollends ausgeführet. Allein, da ihm hernach seine schwester,die Königin Maria, folgte, führte selbige die Catholische re,ligion aufs neue ein; jedoch, weil sie nach einer;, jährigenregierung erdlvs starb, so succedirte ihr ihre schwester, dieKönigin Elisabeth, welche die Neformirte lehre völlig einführ-te. Allein ausser der in Engelland krafft der Reichs - gesetzteingeführten religion, giebt es noch viel viüemienres darinnen,welche von der gemeinen lehre der kirche auf verschiedene artabgehen, und zusammen eine ziemliche partey unter der nationmachen. Ob nun wol vormals wider dieselbige unterschiedlichegesetze gemacht worden, so gelten sie doch anjetzo nichts mehr,nachdem ihnen zu ansang der regierung Wilhelmi UI. krafft ei,ner Parlements-acte, die gewissens-freyheit und das freye re-ligivns-exercirwm verstattet worden. Die vornehmsten unterdiesen von der gemeinen kirchen - lehre abweichenden leuthen(welche sonst auch Puritaner oder Non-Conformisten genennetwerden) sind die Presbyterianer, die Jndependenten, die Wie-dertäufer, die sogenannten klammes guimre iVlonarcliixe unddie Quäcker. Was die übrigen geringen steten anlanget, alSz. e. die sogenannten Reantes, Adamitcn» Familisten, Anti,nominianer, Sweet-Singers, Muggletonianer und andere der,gleichen, so hat es mit denselben nicht sonderlich viel zu be,deuten.

Das regiment in Engelland wird durch den König, die LordSund die Communs oder Gemeinen geführet. Gleichwie dieGemeine ohne die Lords kein gesttz geben können , also könnensie auch beyderseits ohne des Königs beyfall und Vergünstigungnichts vornehmen. Allein die vollstreckunas-macht ist allein beydem Könige, welcher seine gewissen vorzüge hat, darauf sichseine Crone stützet; gleichwie hingegen das volck mit gewisse»xrivilsgns, zu behauptung ihrer frevheit, versehen ist. En,geüand ist eine freye und independente Monarchie, die keinemeinigen irdischen Monarchen unterworffen, noch gehalten ist,jemanden zu huldigen. Ob nun wol die macht und gemaltdes Königs von Engelland nicht gantz frey und uneingeschrencklist, so ist sie doch groß und in allen stücken einer souverainenund höchsten gemalt ähnlich. Denn der König darfvor sich selbstmit ausländischen Staaten vertrage und dündnisse machen, friedeschlicssen, und krieg führen; er darf sich ste-und land-militz nebstbenöthigten Waffen und kriegs-rüstungen anschaffen, und wen»es die noth erfordert, die leuthe mit gemalt darzu zwingen. Ererwehlet und ernenner alle Officirer und Commendanten, hatdie vornehmste direction und das commando über seine armeeund über alle Magazinen, ammunition, castelle, vestunge» ,Häfen und kriegs-schiffe. So ist auch die militz gäntzlich un-ter seinem befehl; und ob er schon ohne des Parlements beivu-ligung seine Unterthanen mit keinen taren beschwüren kan,hat er doch gantz alleine die öffentlichen und verwiüigten gelberin seiner macht, damit umzugehen, wie er es vor gut befindet.Alle Räthe, Staats-bediente, Richter, Bischöffe und andere ho-he ehren-ämter in der kirche, werden von ihm besetzt. Des-gleichen stehet es in seiner macht, die Parlemente zu bernffeu'zu remittiren, zu verlängern und aufzuheben, und das Hau»der Lords zu vermehren, dergestalt, daß er entweder neue Ba-rons machet, oder sonst, wen er vor geschickt und gut befinde»dahin schriftlich beruffet. Nicht weniger kan er, wenn es iMbeliebt, das Haus der Gemeinen vermehren, das ist, andernten, die dergleichen noch nicht haben, das Privilegium gebe» 'daß sie einige Deputirte in das Parlement senden dörfen. , A.stehet es auch bey ihm, das metall, die gewichte, die reinig«'»und gültigkeit der müntze zu bestimmen, und durch eine p'"clamation einige ausländische müntzen in Engelland gültig imachen. Über das hat der König die höchste gemalt in ha«^habung der gerechtigkeit, und ist auch allein Richter in s«u.eigenen fache, ohngeachtet er sein urtheil durch den mund 7ner Richter aussprechen lässet. Auch kan er einem Übelchat« 'nachdem schon das urtheil über ihn gesprochen, gnade eE.len. Von ihm kommen alle grosse und kleine ehren-tum^und wie er das Haupt des weltlichen regiments ist, also ist -auch das Haupt der Engelländische« kirche. Bey seinernung wird er mit öl gesalbet, und alle Provincial-undnal-8ynoäl werden von ihm beruffen. Es fallen dem »"alle gülher zu, worzu entweder keine erben sind, »der welche ^