Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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schloß , nebst einer Herrschafft, in Flandern, eine meile vonCortryck gelegen, davon die Freyherren von Plotho, welchenes gehöret/ den Freyherrlichen titul führen. An. 1580. istes von den Holländern vergebens belagert/ an. 1646. und1697. aber von den Franzofen erobert worden.slsnä. illulir. tom. II. f. 42;. Beckmanns Anh. hist.k. VII.

Engelsberg / eine kleine stadt in dem Schlesischen Fürsten-thum Troppau / an den Mährifchen grentzen / eine meile vonFreudenthai / am Gehencke , gelegen. Sie gehörte ehemalsden Grafen Wrbna / hernach aber haben sie die TeutschenOrdens-Ritter im XVII. Iscculo zu der Lomm-näL Freuden-thal bekommen. Vor zeiten.hat es gute bergwercke gehabt.Lucä Schl. chron. Ne»

Engelsburg / vsksll äi 8. LnZelo , ein rundes castell zuRom, an der Tiber / war vor alters ein grab - mahl deSKayfers Aelii Adriani / und bestünde in einem grossen rundengebäude/ welches überaus maßiv und mit sehr vrelen zierrathenversehen war. Auf Lateinisch nennte man es iVlolsm Läria-ni. Von dem mauer-werck / womit es umgeben war / hatman zu Constantini lVI. Zeiten / zu dem bau der Peters-kir-che/ gar viel,genommen/ und nach Pancirolli zeugniS sinddie schönen faulen von marmor / welche sich in der kirche St.Pauli ausserhalb der mauren von Rom befinden / ehemalsum dieses monument herum gestanden. Die platte - forme,welche oben auf dessen thurn zu sehen ist / war anfangs mitmehr als 700. statuen umgeben / welche die Römer / nachBaronii bericht / zu ihrer beschützung herunter geworffen/ alssie von den Gothen darinnen belagert wurden. Gantz obenstund ein siechten, apfel von vergüldetem kupfer / und voneiner gantz ungeheuren grosse / worinnen Adriani afche gewe-sen seyn soll. Er ist anjetzo in dem garten des Vaticamfchenpallasts zu sehen. An dessen statt hat Gregorius I. die sta-tue eines sehr grossen ehernen cngels setzen lassen / weil ihm /da er wegen einer heftigen pest eine solenne proceßion angestel-let / auf der spitze des Adrianischen grab-mahls ein enget er-schienen seyn soll / welcher ein blutiges schwerdt in die schei-de gesteckt. Von derselben zeit an hat lVIolea HäriH den heu-tigen nahmen bekommen / und die dabey befindliche brückeüber die Tiber / welche sonst kor>8 Llius geheissen / wird nun-mehro Lome äi 8. Ungelo genennet. Weil in den folgendenzeiten einige von den mächtigen in Rom diesen thurn besetzt /und daraus den einwchnern grossen schaden gethan / so habendie Päpste / nachdem sie sich davon meister gemacht / denselbenzu bevestigen gesucht. Bonifacius IX. hat einen wall darumgeführt. Nicolaus V. und Alexander VI. haben unterschiedeneandere vestungs-wercke darzu gethan; sonderlich aber hat derletztere einen bedeckten gang aus dem Vatican bis dahin verferti-gen lassen. Das meiste hat Urbanus VIII. zu der gegenwärtigensortification beygetragen'/ indem er 4> bastionen / einige hal-be monden und gute gräben hinzugefüget. Es pfleget diesevestung mit einer starcken besatzung / wie auch mit allerleykriegs - und mund-provision versehen zu seyn. Die dreyfachePäpstliche crone / ingleichen der schätz / welchen Sixtus V.hinterlassen / wird daselbst verwahrt. Als an. 1527. des Kay-fers Caroli V. trouppen Rom eingenommen hatten / retirirtesich Clemens VII. in die Engelsbürg / muste sich aber ergeben/und wurde hernach eben an diesem ort so lange verwahret / bisein friede erfolgte. Die Päpstliche staatS-gefangene und anderevornehme Personen / welche arrest halten sollen / werden ins-gemein dahin gebracht. ^07^ ^ , letrre 2;. O- 7 rc-.

ae II. x. l;;. *

* Engelsburg / eine kleine Starostey in Polnisch-Preussen.Das schloß dieses nahmens/ welches die Polen Pokrziwnv/und einige falsch Gugelsburg nenne»/ soll an. ir;o. erbauetworden seyn / welches aber nicht wahrscheinlich / doch ist es ei-nes von den ersten schlöffern gewesen / weil Petrus von Dus-burg desselben in den ersten zeiten nach der ankunft der Ordens-Ritter gedruckt. Hartknochs Alt-und Neu-Preussen / wm. II.e- k>. ;7t- c. 9. x. 40;.

* Engelschall / (Carl Gottfried) Königl. Polnischer undChur-Sachsischer Hof-Prediger / welcher sich durch viele erbau-liche und gelehrte schriften bekannt gemacht / war gebohren den9. may an. 1675. zu Oelßnitz im Voigtlande. Sein vatterwar Joh. Wolfgang Engelschall / der Königin in Polen undChurfurstln m Sachsen Rath und Amts-Advocat zu Voigts-berg. Als sem vatter zum Rath und Amtmann in Colditz be-stellt wurde; so nahm er diesen seinen söhn in dem ,o. jähreseines alters nut sich dahin / und ließ ihn in der dasigen stadt-schule in der Lateinischen und Griechischen spräche unterrich-ten / nachdem schon vorher ihm die ersten gründe der wissen-schafften und der rellgwn beygebracht worden. In dem jähre1687. schickte man ihn nach Grrmma in die dasige Churfürst-liche land-schule/ allwo er es innerhalb jähren durch diefleißige anführung seiner Lehrer so wert brachte, daß er mitrühm die Universität zu Leipzig beziehen konnte. Hier hörteer die berühmtesten Philosophen und Philologen / vornemlichaber den vr.Albem und vr. Rechenbergen / unter welchem erauch eine academische abhandlung äe InnocsnriL insuäir» öf-fentlich vertheidigte, und hernach die Mg^er-wurde annahm.Ob ihm gleich fein vatter gerathen / die Rechtsgelehrtheit zuwehten; so fand er doch mehr vergnügen in der Gottsgelehrt-heit. Nach einem sechsjährigen aufenthalt in Leipzig begab

er sich nach Wittenberg; er wurde aber daselbst bald mit ei-nem heftigen kalten fieder befallen / worauf er sich nach seinergenesung zu dem vr. Avenarius / Superintendent in Plauen,wandte. Von diesem wurde er durch nützlichen unterricht aufkünftige fälle und Verrichtungen im heiligen Predig-amt wohlzubereitet. Er hielt sich ein gantzes jähr lang bey ihm auf/und begab sich nachher» zu seinem einzigen bruder, welcher derKönigin in Polen geheimer 8ecrewrm8 war. Durch dessenVermittelung bekam er gelegenheit/ sich in Torgau vor demHerrn Marggrafen- Christian Ernst zu Bayreüth/ zweymalüber vorgelegte texte hören zu lassen. Weil nun gleich damalsdas Pastorat zu Embs-kirchen offen war; so wurde ihm solchesaufgetragen / welches er dann auch willig annahm. An. 1707-wurde er nach Reichenbach zum Lrcbiäiscoiiu8 beruffen. Hie-selbst hatte er sechs jähr lang gelehret / als man ihn nach Dreß-den an die Hof-Prediger-stelle versetzte. Er fand in diesemamt bey hohen und niedrigen viel liebe; wie er dann von demdamals regierenden Hcrtzög in Weiffenfels / Johann Georg/zum Ober-Hof-Prediger/ an vr. Olearius stelle / verlangt wor-den. Weil er sich aber zu solchen wichtigen amts-geschäfftenallzu entkräfftet zu seyn erachtete; so schlug er solches aus. Erverheurathete sich zu Embs-kirchen an. 1698. mit MatthäusDaßdorffs / eines Rathsherrn und kaufmanns in Reichenbach /tochter / mit der er 12. kinder gezeuget, von welchen ihn zweensöhne und vier töchter überlebet. Er konnte bey einem halbenjähre nicht mehr öffentlich auftreten. Den 2;. mertz an. 17,8.machte ihm ein steck-und schlag-fluß in dem 6;. jähre seines al-ters ein ende. So eifrig und fleißig er in seinem amt war,so unermüdet war er auch, seine neben-stunden zum nutzen derkirche und gelehrsamkeit, durch bekanntmachung guter schrif-ten, anzuwenden. Wir haben derer vier und zwanzig von ihm/als: Allerhand GOtt-geheiligte Kantzel-und Traur-reden; Hei-lige Betrachtungen unterschiedener Haupt-sprüche aus denbuchern Mosis und Josua; Betrachtungen über das buchder Richter und Ruth; Nichtige Vorurtheile der welt-kinderin ihrem leben, II. theile; Nichtige Vorurtheile der heutigenwelk in glaubens-sachen, II. theile; Der den siebenden posau-nenden Engel gantz unrecht verstehende vr. Petersen; Paßions-andachten ; Siegende Evangelische Wahrheit wider die falschenlehr-sätze des Tridentinifthen Lonciln; Das Gedächtnis derfrommen in leich - predigten und abdanckungen ; der GlaubeJEsu und der Jesuiten; Tractat von unterschiedenen feuers-brünsten; GOtt-geheiligte beyträg zum wahren Christenthum,II. theile; Wahre Abbildung der Jesuiten Theologie; KurtzeWiederholung des Bischosss von Condom Bossuets Römisch-Catholische glaubens - erklärung; Er hat auch Stillingfleelszwölf gelehrte reden, und vr. Beveridge reden aus dem Englr-sehen übersetzt. Ferner sind von ihm ausgegangen Buß-predig«ten ; Misteüan - predigten ; Lpillols äs eäenäis .lokannis vkll»lTl Operibu8 ; Obiervatio äs Ilmbra ketri Lgri8 laluwri. (6k-

lehrte Zeitungen.

Engel-zell, ein Cistercienser-kloster in Oesterreich, z. wel-len von Passau gelegen, so Bernhardus von Brambach, erwehn-ter stadt Bischofs, an. 129;. gestiftet, und ihm nachgehends Mseinem testament all sein erbthcil vermacht.

Engen, eine kleine stadt im Hegöw, 4. stunden von SchaffHansen, gehörte ehemals den Freyherren von Hewen, derenschloß Hohen-Hewen nahe dabey liegt. Sie waren von denGrafen von Ziegenheim aus Hessen entsprungen , und liegendie meisten in der St. Martins-kirche in der Vorstadt begra-ben. Der letzte seines geschlechts war Albertus Ärbogastus,Würtembergischer Landvogt zu Mümpelgard, der an. 15 7"-verstarb. Von diesem ist das schloß und städtlein an die Gra-sen von Lupfen und Landgrafen zu Stülingen gekommen, va^von der letzte Henricus an. i;8r. ausstarb, worauf die Larw-grafschafft Stülingen, samt Hewen und Engen, an ewcPappenheimische linie kam. Als abxr Maximilian von PaApenhcim ohne männliche erben seiner linie ausstarb, hat erdurch ein testament diese güther seinem enckel von seiner loM-ter, Frantz Maximilian von Fürstenberg, vermacht. A"«1640. haben die Hohentwieler - und Breysacher - garnisom»den ort gäntzlich ruinirt. rox. 8uev. Europ.

rold, k. I. x.;. siebe Stülingen.

Engern, das volck, siehe LX6KIVMII. . ^

Engern, lat. Lngrivsria und /tnsris , war vorzeiten kl»gar berühmte stadt, allwo der Sächsische Fürst Wittekind Agrosse, welcher so lange zeit mit dem Kayser Carola lVl. krUgeführet, residirt und begraben worden. Zwar kam dm^ort in gedachtem kriege an ermeldten Kayser, allein als ''"Wittekind zur unterthänigkeit bequemte, wurde ihmwieder eingeräumet. Hierauf richtete er daselbst einauf, davon nachgehends ein theil nach Hervord, so ohnw.davon liegt, der andere aber nach Magdeburg gekomw^Hierauf besassen verschiedene Hertzoge aus Sachsen diese» Vbis ihn endlich Heinrich der Löwe dem Grafen von derpe samt allen gefallen und renten für seine treue dienste »rließ. Dessen nachkommen hatten Engern lange zeit, brsSimon von der Lippe wider das Stift Osnabrück die ww> pergriff, da ihn der Bischofs Ludovicus gefangen bekam ,nicht eher los ließ, bis er unter andern harten bedingunge»gieng, daß das ur - alte Haus und die veste bürg Engcr>> fschleifet werden sollte. Zu diesem vertrag half Simon ^ ^

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