Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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Erizzo, siehe Echt».

Erizzo , eine von den alten adelichen familien zu Venedig.Andreas Erizzo ward an. 1348. Procuratvr von Sän Marco,and einer, nahmens Antonius, gelangte zu solcher wurde an.*475. Den meisten rühm aber hat die fannlre von Francisco,welcher an. i6;r. an Nicolai Contarini statt zum Doge erwehltworden. Vorhero hatte er unter andern die stelle eines Gene-ral-Lieutenants zu Udine bekleidet, da er denn, zum Vortheilseiner Republick, unter den vornehmen geschlechtern m Friaul,welche zuvor in grosser einigkeit gelebt hatten, sehr heftige miß-helliakeiten soll erregt haben, indem,er sich dre erlaubnis gebenlassen, den Gräflichen und Marggrafllchen titul unterschiede-nen auszutheilen. In wahrender serner Hertzoglichen Legie-rung verfiel die Republick m em sehr ubels vernehmen mitPapst Urbano VIII- und mit der gantzen Barberinischen fami-lie. Insonderheit gab dieses darzu anlas, daß gedachter Papstein gewisses elogmrn der Venetlaner aus der so genannten 8alaregis zu Rom hatte hinweg thun lassen; Doch JnnocentiusX. gab an. 1640. der Republick vollkommene satisfaction. Mitden Türcken aber entstund an. 1645. eine weit gefährlichere strei-tigkeit, welche endlich mit dem vertust des Königreichs Can-dien sich endigte, wovon unter diesem Doge an. 1646. Caneaan die Ottomannische Pforte übergieng, nachdem kurtz zuvordie Venetianer bey Retimo waren geschlagen worden. Gleichda dieser krieg angieng , faßte der Senat einen sehe ungewöhn-lichen entschluß (dergleichen exempel man seit Andrea Contari-ni zeiten, welcher von an. i;68. bis 1332. Doge gewesen war,nicht gehabt hatte) nemlich, daß der Hertzog Franciscus Eriz-zo zugleich sollte das amt eines General-Capitains verwalten.Wiewol nun unterschiedenen, auch von den äermwribub selbst,dieses mißfiel, so blieb es dennoch dabey, und er machte sich zufeiner abreise fertig, welche aber ihren fortgang nicht erreichte,indem er an. 1646. da er schon sein alter auf mehr als 80. jährgebracht hatte, mit tode abgicng, worauf an feine statt Franci-scüs Molino zum Doge ernennet ward. An. 1546. vergangensich 2. brüder, Ludovicus und Marcus Antonius Erizzo, fo

weit, daß sie ihrer mutter bruder, den 8snstc,rem MaphäumBernardi, zu Ravenna ermorden liessen, und zwar aus verlan-gen nach feiner reichen erbfchafft. Weil aber der Senat dem-jenigen, welcher die fache entdecken würde, völligen pardonnebst 2000. thalern versprach, so wurden die gedachte 2. brüderdurch den soldaten, welcher auf ihren befehl diese Mordthat ver-richtet, alsbald verrathen, worauf Marcus Antonius zu ei-ner ewigen gefangenschasst verdammet, Ludovicus aber ent-hauptet , und ihr vermögen, sowol als des entleibten verlassen-fchafft, confisciret ward. Auf eine weit rühmlichere, obschonschmertzlichere art verlohr fein leben an. 1469. Paulus Erizzo,Gouverneur von Negroponte; denn, nachdem derselbe nach ei-nem tapfern widerstände sich endlich ergeben müssen, und dabeysich den köpf ausbedungen hatte, ließ ihn der Türckische KayserMahomet II. mitten von einander sagen, seiner tochter aber,Ännä, weil sie seine caressen nicht annehmen wollte, schlug er miteigner Hand den köpf ab. Im übrigen sind gar viel von diefemgeschlecht zu Ambassaden und andern wichtigen functionen vonihrer Republick gebraucht worden. bist. Venet.

/or x. 13. 37. 30. 152. Iy8. 5 ) 4 - 54 I.

Erkelens, lat. üerculeum, ein ort, welcher in dem Hertzog-thum Iülich, zwischen den städtcn Iülich und Roermond, liegt,indessen aber zu dem Spanischen Geldern gehöret. Vormalswar er mit sehr guten vestungs-wercken versehen, welche manaber geschleifet. An. 1714. ist er dem Hertzogthum Iülich in-corporirt, und an Chur-Pfaltz überlassen worden.

Erla, lat. stgrm, eine berühmte und ziemlich grosse stadtin der Ungarischen Grafschafft Barzod, an dem fluß Eria, wel-cher durch die stadt fliestet, und ;. weilen davon in die Theissefallt. Sie hat schon an. 1010. von dem Ungarischen KönigeSt. Stephans das stadt-recht bekommen. An sich selbst ist siemcht vest, das schloß aber liegt auf einem hohen felsen, ist mit 6.pasteyen und tiefen grüben umgeben, und dienet dem daselbstbefindlichen Blschoff, so unter das Ertz-Bißthum Gran gehört,zur residentz. An. 1552. belagerte sie der Türckische Kayser So-lymann, muste aber, nachdem er 13000. mann davor verlohren,wiederum abziehen, unter welcher belagerung sich sonderlich dieweiber inder stadt ungemein tapfer hielten. Doch an. 1596.nahm sie Mahomet III. ein, nachdem er 20000. mann davor si-tzen lassen, ließ die besatzung wider den accord nieder machen,und den Commendanten, einen Grafen von Thuen, nebst eini-gen andern gefangen nehmen. Endlich ist dieser ort an. 1687.nach einer dreyiahngen bloquirung wieder in Christliche Händegekommen. Bey der unter des Ragoczy anführung entstande-nen unruhe, kam er m der Malcontenten Hände; allein an.1710. ergab sich die stadt frey willig an den Kayferlichen GeneralMarchese Cusani, das schloß aber wehrte sich eine zeitlang, bis esden 1°. nov. des besagten jahrs mtt accord übergieng. Zieal.schaupl. p. ic>8;. mä. ckronol. p. 802.

. Erlach, eine Bernerische stadt an dem Bieler-see, meinerlustigen, wein- und frucht-reichen gegend, samt einem schloß inder höhe, allwo der Landvogt wohnet. Sie gehörte vor die,sem zur Grafschafft Neuenburg,wie dann Graf Ulrich an. ^1 g.GrafLudwigan.i;i8. und GrafRudolph vonNydau an.izzy.sich Herren zu Erlach gefchrieben. Nach absterben dieser Gra-fen fiel die stadt und Grafschafft an die Printzen von Chalons in

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Burgünd, und befaß sie neben andern Printzen Wilhelm vonOranien, Herr zu Arley rc. an. 1467. Sie ward aber an.1474.bey ansang des Burgundischen kriegs, da der Printz HertzogCarls partey hielte, von den Bernern mit accord eingenommen,und dabey der bürgerschafft ihre alte freyheiten vorbehalten, da-her» der Landvogt zu Erlach in der stadt nichts zu gebieten hat,wie sie dann unmittelbar unter dem Schultheiß, Räth und bür-gern der stadt Bern stehet, im übrigen aber ihr eigen regimenthat. Belangend das kloster St. Johann, so wohnet aistetzodaselbst ein Bernerischer Schaffner oder Landvogt.lib. VIII. p. 266. <L 392. Lbröge Pag. 472. ,

k. I. p. 222. *

Erlach, eine edle familie, welche man in der Schweitz umter die ältesten zehlet, und sich vor langen zeiten auch in Teutsch-landj absonderlich aber in dem Furstenthum Anhalt, niederge-lassen hat. Man findet, daß schon um das jähr n6o. Chri-stoph von Erlach unter dem Uchtländischen Adel berühmt, undein tapferer Ritter gewesen. Um von den übrigen ansehnli-chen Personen dieses geschlecbts wegen den in der vorrede ver-meldten Ursachen nur allein diejenige zu nennen, welche ausserlandes floriret haben, und in fremden diensten gestorben sind;so haben sich Wolfgang und Burkardt von Erlach schon gegenende des XVI. Iseculi in Teutschland gesetzet, und sowol sichsechsten allda treflich hervor gethan, als auch ihr geschlecht hinaepflantzet. Wolfgang zwar war anfangs Kayserlicher undWürtembergischer Hauptmann, wie auch Ober-Vogt zu Tet-lingen, und nachgehends zu Uberlingen ; endlich starb er an.1607. als WüWurgischer Kriegs-Rath, Obrister und Ober-Amtmann zu Mörstadt und Neustadt an dem Rhein. Dessenältesten bruders Burchardi söhne waren 1.) Erasmus, der an.1614. Unter-Marschall zu Mayntz gewesen, und einen einzigensöhn, nahmens Wolfgang, gezeuget hat, welchen die aufrühri-sche bauren in dem Würtemberaischen erschlagen. 2.) Burck-hardus, der anfangs Chur-Pfaltzischer Cammer-Herr, Land-Richter zu Auerbach, und Pfleger zu Nabburg gewesen, nach-gehends aber Anhaltischer Rath und Hof-Marschall worden.Er starb an. 1640. in dem 74. jähre feines alters, und hat sei-ne treue gegen seinen Fürsten Christianum I. unter andern da-mit an den tag gelegt, daß er in der Wacht auf dem meistenberge bey Prag, mit fürwerffung seines leides, einen gefährli-chen hieb aufgehalten, welcher jenem zugedacht gewesen. Konseinen söhnen ward 1.) Burchard, nebst seinem vetter Hartmann,einem Schwedischen Obrist-Lieutenant, an. 1631. zu Pfirt, alsdie bauren im Sundgau wider die in den quartieren liegendeSchwedische soldaten einen unversehenen aufstand erregten, deSnachts überfallen, und zu den fenstern herab gestürtzet; 2.) Amgustus aber war Anhältischer Rath, und gieng an. ,684- m>»tode ab; von dessen 7. söhnen haben ihrer zwey, nemlich Chri-stian Lebrecht und Curt Heinrich, Anhältischer gesamter Rath,ihr geschlecht fortgepflantzet. Von Johann Ludwig handelt einbesonderer artickul. Ferner sind noch ausserhalb vatterlands Msonderbarem ansehen gestanden, Johann Jacob, Französische»General-Lieutenant, verstorben an. 1694. und Siegmund,Hauptmann über die Königl. Preußische leibwacht der hun-dert Schwerer, und nachmals in gleichen diensten Hof-Mar«schall, fo an. 1722. aus dieser weit abgeschieden. Sckhv-

chron. Ilb. VIII. c. 19. Gtettlers Bernerischer lorbeer-krantz«Becm. Anhält, hist. p. 7. pufend. Schw. kriegs-geschicht^Gpangenbergs Adels-spiegel, k. II. *

Erlach , (Johann Ludwig von) Herr zu Casteln und Gmvenstein,gebohren zu Bern an. 1595. von Rudolph von ErlaA,kam schon an. i6n. in Fürst Christians von Anhalt dienste,gienge hernach zu Printz Moritz von Oranien in die Niederian-de, ferners in Friaul, allwo er seinen ersten feldzug gethan'Bald darauf ließ er sich bey der armee der unirten Teutsche!'Fürsten in dienste ein, und wurde Hauptmann unter dem regsment des jungen Fürsten Christians von Anhalt, bey welchemer auch zugleich die Hofmeister-stelle versähe. In der schienan.i62o. aufdem meisten berge bey Prag, ward er gefangen unnach Wien geführet; so bald er sich aber los gekauft, nahm ^unter der Marggräfl. Jägerdorffischen armee dienste, und (UM .eine für sich aufgerichtete compagnie unterm Obersten S'»»Spe an, wurde auch in der belagerung Neuhäustl durch s'M.drat-kugel-schuß in der dicke des schenckels sehr hart verwunoe'Er verfugte sich hernach in gleicher qualität unter Fürststians von Braunschweig armee,und wohnte sonderlich demü-tigen treffen bey Höchst am Mayn, ferners auch dem durchthringen gethanen zug in Brabant, dem treffen bey Fleuch" ,dann auch dem entsatz von Bergen op Zoom bey. Sem ru^liches verhalten hatte ihm indessen die Oberst-LieutenantoM" §eben unter seinem zuvor in Ungarn gewetzten OberstenSpe, zuwege gebracht; allein auch diese dienste wahrete«'' ylang, weil nicht nur diese armee vvm Kayserl. General ^Stadlo geschlagen und fast gantz zerstreuet, sondern auch'--' jnselbsten gefangen ward. Nach bezahlter ranzion relstte » ^Schweden, und böte König Gustavs Adolphs seine dienste ^welcher alfobald eine sonderbare achtung und neigungihm sehen liesse, sich in wichtigen fachen seines raths bem^jzdenselbigen feinem damals aufrichtenden leib-regnne'Oberst-Lieutenant vorstellete, und in ausbleibung des vem' Sei-ten Obersten, Rhein-Grafs Otto, gar zum Obersten davo-tzen wollte; wiewol jedoch dieses letztere, weil man si»)