Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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Fortunati, aus der Baden-Badischen linie, lande, weil die-selbige, wegen grossen schulden, Marco Fuggern sollten einge-räumt werden, in besitz, und bemächtigte sich also der städteBaden , Stollhofen, Ettlingen, und anderer orter. Er ver-meynte darzu, wegen des oben unter Marggraf Ernsten ange-führten Vergleichs, den man an. 15,7. in ihrem Hause aufge-richtet und bestätiget, befugt zu seyn, inmassen derjenige L->-Ls, worüber in solchem vergleich verschling geschehen, sichvielfältig ereignet, und das land in fremde Hände fallen sollte,beneben auch andere wichtige Ursachen vorfielen; weswegen erein schreiben an den Kayser Rudolphum II. an. 159?. abge-hen ließ, welches unter diesem titul gedruckt wurde: Marg-graf Ernst Friedrichs an Rayser Rudolphum II. schrei-ben , darinnen er die Ursache anzeiget, warum er sei-nes vetters Eduard» Fortunati land eingenommen,und bisher innen gehabt, rc. In dem folgenden jähr1590. wurde von ihm ferner heraus gegeben: Beständigerbericht, was sich vor und nach Marggraf Ernst Frie-drichs zu Baden rechtmaßig-und befugter weife vorge-nommener occupation des obern theils des Fürften-thums der Marggrafschafft Baden, mit einziehung et-licher Marggraf Eduardi Fortunati dienern, und an-derwärts verlausten; insonderheit aber, was ihroFürstliche Gnaden fürnemlich darzu bewegt und ur-sach gegeben. Er ließ fich die aufnähme feines laudes an-gelegen jeyn, wie er dann das berühmte L^mnslium zu Dur-lach stiftete, und gewisse einkünfte, davon 10. älumm könntenunterhalten werden, verordnete, auch seine refidentz mit kost-baren gebäuen zierte. Zuletzt wollte er zu den Reformirtentreten, da er es doch vorhcro eiferig mit den Lutheranern gehal-ten , auch die kormulam LoncorciiX mit angenommen hatte,Weswegen er einige Ibsologos von Basel zu sich berief; doch,ehe er dieses werck völlig zum stände brachte, starb er den 14.apr. an. 1604. Seine gemahlin war Anna , des GrafenEzardi von Ost-Fricßland tochter, und Ludovici, Churfürstenvon der Pfaltz, wittwe, mit welcher er sich an. i;8». vermäh-let, aber keine Ander gezeuget, deshalben feine erbschafft aufseinen jüngern druder Georgium Fridericum gefallen.lull. lib. XLIX. LIV.L LIX. contin. 8Isiclan. tom.II.

x. 6iZ. 875.964. inLaxon. lib. XXIX. Wog.

äs rsb. öaä. *

Fürsten von Anhalt:

Ernestus, ein söhn Georgii i. oder des ältern, wurde an.1496. nebst seinen beyden brndern, Georgio und Ludolpho, indie brüderschafft des H. Antonii aufgenommen, und aller gu-ten wercke, so vom anfange des ordens in 164. klösteru gesche-hen , theilhafftig gemacht. Er war ein löblicher Herr, derfeinem lande wohl vorstund. Er legte an. 1506. den erstenstein zu der Pfarr-kirche zu Dessau, zu welchem bau sein bru-der Rudolphus, der ein Kayserlicher General war, von derbeute, die er im kriege wider die Venetianer gemacht, ein gros-ses beytrug. An. »zu. trat er die städte Cotbus und Peiz,die der Churfürst von Brandenburg, Johannes, verpfändethatte, an dessen söhn Ioachimum nach erlegtem pfand-schil-ling wieder ab, und starb den um. an. 1516. Seine ge-mahlin war Margaretha, HeNrici, Hertzogs zu Münsterbergin Schlesien, der des Böhmischen Königs Georgii Podiebradisöhn war, tochter, die wegen ihrer frömmigkeit und Lügendensehr gerühmt wird. Mit derselbigen hat ersöhne gezeuget,Johannen», Georgium und Ioachimum, welche alle drey dielehre Lutheri sehr befördert haben. Anhalt, chron.

lib. VI. c. 1;. in biltoi. krincip. llntislr. c. 27.

s^IIoge Ao.

Ernestus , ein söhn Christiani des ältern, und Annä, Ar-nvldi, Grafen zu Benthem und Tecklenburg, tochter. Erwurde den »9. may an. »sog. zu Amberg, allwo sein vatterChur-Pfältzischer Statthalter war, gebohren, und an. 1613.nach Brieg in Schlesien geschickt, da er, nebst dem Printzendes Hertzogs Johann Christians zu Liegnitz und Brieg, sollteauferzogen werden. Nachdem aber die Pfältzische fachen nachder Prager-schlacht an. 1621. unglücklich liefen, ließ ihn seinvatter zu sich nach Stade kommen, und nahm ihn mit nachSchweden, woselbst er mit dem Könige Gustavs Adolpho be-kannt wurde. Von bannen kam er wieder in Holstein, undgieng an. »622. nach Holland, begab sich auch in die vestungBergen op Zoom , als selbige von dem Spanischen GeneralSpinola belagert wurde. An. 162;. that er, nebst seinemaltern bruder Christiano, eine reise nach Dänemarck, gienqaber noch dasselbige »ahr nach Italien, da er sich erstlich zuPadua» hernach zu Florentz aufhielt, und die vornehmstenstädte und Höfe besähe. Nachdem er an. 1625. wieder zurückgekommen, wurde er an. »626. von dem gesamten Anhalti-schcn Hause an den Churfürsten von Sachsen, an. 1627. anden Kayser Ferdinandum II. und dreymal an den Kayserli-chen General Wallenstein geschickt, welcher letztere an seinerguten aufführung ein solches gefallen hatte, daß er ihm, daer an. 1623. in währender belagernng der stadt Stralsnnd z„ihm kam, ein regtment zu pferde antrug. Dieses nahm erendlich an, und gieng damit an. 1629. nach Italien widerbei» Hertzog zu Mantua zu selbe. Da er aber an. »6;». wie-

der zurück kam, und vermerckte, daß die Kayserlichen wassertwider die Protestanten sollten geführet werden, danckte er ab,begab sich bey dem Churfürsten von Sachsen, Johanne Geor-gio , in kriegs-dienste, und wurde mit seinem regiment zu pfer-de an. iüz2. dem Könige von Schweden, Gustavo Adolpho,in das lager bey Nürnberg zu hülffe geschickt, woselbst ihn zwareine gefährliche kranckheit überfiel, doch aber bald wieder ver-ließ. Hierauf gieng er mit dem Könige in Schweden nach Sach-sen , da er der berühmten schlacht bey Lätzen beywohnte, aberauch in derselbigen gefährlich verwundet wurde, daher manihn nach Naumburg brachte, woselbst er den z. dec. an. ,6;-.im 24sten jähre seines alters seinen geist aufgab. BeckmannbAnh. hist.

Andere Fürsten und Grafen:

Ernestus, Fürst des Heil. Römischen Reichs, Graf vonHolstein-Schaumburg, wurde an. »569. den 24. sept. gebohren.Sei» vatter war Otto, Graf von Holstein-Schaumburg, fer-ne mutter aber, Elisabeth« Ursula, Hertzogs Ernesti zuBraunschweig und Lüneburg tochter. In seiner jugend wurdeer nach Helmstädt geschickt, woselbst er den gründ seiner stu-dier, legte. Nach seiner mutter tobe ward er durch seinenbruder Ädolphum von bannen wieder abgefordert, der ihm diestudien mißriethe, zu deren fortsetzung ihn aber der Graf vonder Lippe und andere aufmunterten. Er that also eine reistnach Franckreich und zweymal nach Italien , und machte sichmehr und mehr in allerhand anständigen wissenschafften voll-kommen. Hiernächst hielt er sich an dem Hessischen Hofe zuCaffel auf, weil er der jüngste unter feinen brüdern war, unddie regierung auf seinen zweyten bruder , Graf Ädolphum,gefallen, daher er zu seinem unterhalt nur etwas weniges be-kam. Nachdem er aber des Landgrafen von Hessen-Cassel Wu-helmi tochter, Hedwig, heurathete, wurden ihm nach dem zuMinden an. »595. aufgerichteten vergleiche,die 4. Aemter Sach-senhagen , Hagenburg, Bockloh und Meßmerode, und alsodie gantze niedere Grafschafft Schaumburg auf 15. jähr abge-treten , worauf er seine residentz zu Sachsenhagen nahin. Esbemühete sich sehr, seinen bruder Ädolphum zu gleicher W-lung zu bringen, mit dem er auch deshalben in streit geriety.Es fügte sich aber, daß alle seine 4. brüder, Hermann, Adol-phus, Antonius und Otto ohne erben stürben, daher er end-lich die gantze Grafschafft Schaumburg, nebst der dahin g^hörigen Grafschafft Pinneberg im Holsteinischen zusammen al-lein bekam, und weil er dabey sehr wohl Haus hielte, an reicv-thum und vermögen sehr zunahm. Seine regierung richtetsehr wohl ein, und hatte die geschicktesten leuthe zu seinendienten , worunter Eberhard von Weihe, Melchior Golds sivon Haymensfeld und andere sich befunden. Er ließ auchStatthagen, Bückebarg und Pinneberg kostbare gebäude aus-führen. Insonderheit aber richtete er an. 1610. zu Statthage»aus dem Franciscaner-kloster ein shmussiüm auf, welches Ebald in sonderbaren flor kam, so, daß sich Ernestus entschloßes in eine Universität zu verwandeln, worüber er auch endl.iwan. lüly. von Chur-Pfaltz, als damaligen Reichs-Vicarw,die privileZia erhielt, die im folgenden jähre von dem K'avstFerdinando II. confirmiret wurden. Worauf er diese neue »mvcrsität von Statthagen nach Rinteln verlegte, und selbige ve>'» 7 - julii an. 1621. inaugurirte. Er hat auch an. 1619. U.titul eines Fürsten vor sich, seine leibes-erben und alle naaWger aus der Schaumburgischen linie von dem Kayser Fers'nando II. erhalten, und sich Fürst zu Holstein-Schanmvm»zu schreiben angefangen. Solches aber wollte der KönigDänemarck, Christianus IV. nicht leiden, beschwerte sich VA,nach deswegen bey dem Kayser, mit vorgeben, daß die Schaumbnrgische Grafen sich zu der zeit, da Christianus I. KönigDänemarck aus dem Oldendurgischen Hause, nach abgana 05Grafen zu Holstein, Schaumburgischen geschlechts,erhalten, alles rechts auf Holstein begeben, und was sie' §Pinnebergischen besassen, von den Königen, als Hertzogen »Holstein, in ansehung des matricular-anschlags eximiret w».de. Der Kayser nahm sich zwar Ernesti an, und dieser erw>.auch , daß seine standes-erhöhung nur von dem Pinnevers.schen, so vor alters allezeit die Grafschafft Holstein genew'sworden, zu verstehen, daß seinen vorfahren bisher der'' ^Grafen zu Holstein niemals verweigert worden, und da?jederzeit zu den Reichs-anlagen deswegen contribuiret. NvAdestoweniger, weil der Kayser Ernestum mit Nachdruck n>unterstützen konnte, fielen die Dänischen völcker in das SE .§burgische, wodurch also Ernestus gezwungen wurde, sistL-accommodiren, und wurde ein vergleich getroffen, lstA.ha-chem Ernestus dem Könige von Dänemarck 50000. reE" ^ler erlegen, und sich des tituls eines Fürsten oder HertzE ^n-Holstein enthalten sollte, daher sein titul folgender gesta>^^gerichtet wurde: des Heil. Römischen Reichs Fürst,von Holstein-Schaumburg; doch hörte diese Fürstliche^ jg,mit seinem tode auf, sintemal er mit seiner gemahlin .-v/AheNdes Landgrafen Wilhelmi zu Hessen-Cassel tochter, keme *gezeuget. Er starb aber an. >622. den 18. jan. undihm fein Vetter, der Graf Jobst Hermann. rsr..

man. wm. I. lib. XII. c. 4. winckelmanns Heßlsch- ek. IV. c. 7. NÄL xmbl. tom. II. lib. VI. a. ^

Niederl. hist. tom. II. üb. XI.I. I'I'Larr. e Atl