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p-^ 4 - Lucä Grafen-saal. p. ;4o. Isq. Gpan-^öron. üb. V. c. p. 289. log. Lünigs^ Wv-Ärchw , karr. lpec. conrin. 2. von Holstein p. ; 8 - 6 i.
Graf zu MannSfeld, Marggraf zu Castelnuovown..^outlgllere, war Grafen Petri Ernesti von Mannsfeld/U/Uenieurs von Lützenburg, natürlicher söhn, den aber Kay-!>„>.^"volphus H. legitimiret. Er wurde an. i;8;. gebohren,^iner lugend an des Ertz-Hertzogs Ernesti, Gouver-den Niederlanden, Hofe auferzogen, auch, da erfelv lung war, zu seinem bruder, Graf Carl» von Manns-tkat' Ungarn gesendet, die kriegs-kunst zu erlernen. Erss,w^uch in dem Ungarischen und Niederländischen kriege demenbi^ "ud Könige von Spanien gute dienste, befand sich aberKni, lvegen abgekürtztcr besoldung oder Mangel weiterer de-^ui,g beleidiget; daher er abdanckte, und stets einen gros-daß gegen die Spanier trüge. Er nahm zwar an. 1609.k,-i^uui unter dem Ertz-Hertzoge Leopolds dienste, und be-, ,'^ie die stelle eines Obersten, begab sich aber bald daraufnii», und diente nachgehends dem Hertzoge Carl Ema-
mei von Savoyen, wider Spanien, welcher ihn zum Marg-l>on Castelnuovo machte. Nach geschlossenem friedenin ^ mit 2000. mann nach Teutschland , dem Churfürstenibn dfaltz Friderico und der Union dienste zu leisten, derH"/u. 1613. nach Böhmen schickte, dönen, die sich wider^'Areich empört hatten, hülffe zu leisten. Die Böhmen«achten ihn zu Prag zum General-Feld-Zeugmeister und Ober-st' fasse, worauf er die stadt Pilsen einnahm, und deswe-von dem Kayser Matthia an. 1619. in die Reichs-acht er-' im gegentheil von den Böhmen unter die Land-Standes"M«iommen wurde. Vorhero aber mußte er von dem Kay-^.Men General Bucquoy bey Rötelitz etwas einbüssen, erlab? «"ch aber gar bald wiederum. In dem jetzt besagtenvre kam es auch in Böhmen zu einer neuen wähl, dabey ervoti^" Böhmischer Land-Stand auf den Hertzog von Savoyen^"vte, und von demselben versicherte, daß er alsdann dieUAstirende religion annehmen würde , gleichwie auch derC-nk !^st sich zu derselben bekannt hatte, da er doch in der. "Moiischeu war auferzogen worden. Eben um diese zeit wur-von den Böhmen das kloster Codischau samt 2. städt-s.," vnd einigen dörfern gegeben , daraus er jährlich eine an-kMche summe gelbes nehmen konnte. Unterdessen wurde derIgUvfurst von der Pfaltz zum Könige in Böhmen erwehlt, ver-a/iss aber dieses Reich gar bald durch die an. 1620. bey Pragtz-Mene fthiacht, welcher Ernestus nicht beygewohnet. Nachlan« 'i>en vertheidigte er zwar Pilsen und Thabor eine zeit-ta/»' wurde von dem Könige Friderico zu seinem Gene-f^'sseld-Marschall in Böhmen bestellet, da hingegen der Kay-vd-^vdinandus ein grosses auf ihn setzte, wer ihn lebendigden Et liefern würde. Doch Pilsen gieng an. 1621. verloh-nn! ^ der Graf befand sich nicht starck genug, dem Gene-^ widerstehen , wich also mit feiner armee in dieSg.APfaltz, und schlug an den grentzen etliche Tillysche und^vrtzburgische völcker. Der General Till» wandte sich mitPsaik Etlichen und Bayerischen armee auch nach der Ober-worauf Ernestus nach der Unter-Pfaltz, und dem Stif-te Mver gieng. An. 1622. verwüstete er das Elsaß, belager-dj^'M-Zabern vergeblich, und ward von dem Kayser Fer-Vhv^vv il. zum andern mal in die acht erklärt. Dem allenöe», k'E*, gieng er wieder in das Stift Speyer, und nach-<„ia'Mtz vorher der König Friedrich bey ihm und feiner armeebex-'vststvt, schlug er die Bayerischen bey Mingelsheim, ero-Dw^vdenburg mit stürmender Hand, und entsetzte Hagenau.
diesen glücklichen fortgang wurden seine trouppen, diefchvsj viel geld von ihm bekamen , angefrischet, daß sie ihm ge-hiutk ? vvd willig folgten. Dieser nun überfiel gantz unver-rs den Landgrafen von Hessen-Darmstadt, Ludwig, der!h»nn- Kayser hielte, und nahm ihn nebst seinem söhn Jo-beriM^Men; doch wurden sie auf gewisse bedingungen wie-^»m ios gegeben. Hierauf conjungirte er sich mit Christia-iva LWvge zu Braunfchweig und Bifthoss zu Halberstadt,Elsaß, Lothringen und Hennegau nach Brabant,dem ^ die fachen für die Union schlecht stunden, und er nebstvergeblich seine kriegs-dienste dem Kayser ange-hen» ' ^förderst aber die aufhebung der Reichs-acht gesuchtIHM. ^er marsch nach den Niederlanden war gantz, unver-die v und also auch ungehindert, dabey aber den ortern,d>vs af, sehr befchwerlich, weil sich seine soldaten nursichDauben und plündern erhalten musten. Es wolltestiid Hertzog von Bouillon dieser gelegenheit bedienen,
dereden sich Ernestum nebst dem Hertzoge Christian zuMin?«' vey der Reformirten partey in Franckreich dienste zudäher,,«' dann auch der König in Franckreich durch an-d>Urde ; dieser benden Generale in nicht geringe furcht gesetzt^ vs bemuhete sich auch dagegen zu gleicher zeit der§ iH dl-nc? Revers, sie zu bereden, bey dem Könige in Franck-ieinx» 'zu nehmen. Der Mannsfelder aber, nachdem erM tr„r ersähe, gieng gerade nach den Niederlanden fort,Aneral »?' unverhofft den Spanischen
^vge jn ^vnsalvo äs Cordova bey Fleuri hinter einem^chen w« ^ schlacht-ordnung an, der ihm den paß streitigNun waren die Mannsfeldischen soldaten in«2'nvr. ///. Theil.
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ro. Wochen unter kein dach gekommen, viel hatten auch in 14.tagen kein brodt gesehen, sondern sich mit obst beholffen, wa-ren also ziemlich viel kranck und matt. Dem allem ohngeach-tet, wagte man ein treffen, darinnen die Spanier völlig ge-schlagen wurden, und alle ihr geschütz und bagage im stichelassen musten, wiewol sie dennoch, weil man sie im friedenabmarschieren liesse, sich den sieg zuschrieben. Doch weil esdem Mannsfelder am Proviante mangelte, eilte er in die verei-nigten Niederlande, und büßte durch den geschwinden marschviel leuthe und bagage ein, da er dann auch dem glücklichenentsatz der stadt Bergen op Zoom, die der Spanische GeneralSpinola belagert hatte, mit beywohnte, und sich an. 162;.nebst dem Printzen von Oranien bey dem vergeblichen anschla-ge auf Antwerpen befand. Er kam noch in selbigem jähre,nachdem er vorher in grosser wassers-gefahr gewesen, wicde,rum in Teutschland, nahm Dorsten und andere örter in West-phalen weg, und legte sich in die Grafschafft Ost-Frießland.Unterdessen aber wurde Hertzog Christian von Braunschweigvon dem General Tilly geschlagen, und dessen armee zerstreuet,davon die Holländer einen theil in dienste nahmen. Weil sieaber des raubens und stehlens gewohnt waren, und die Hol-ländische kriegs-disciplin nicht vertragen konnten, wurden siebald abgedanckt, diejenigen aber, so in diensten blieben, vonGraf Hermann Otto von Styrnm zu dem Mannsfelder nachOst-Frießland qeführet, der ihnen allen muthwillen verstattete.Nun wollte der General Tilly denselbigen in Ost-Frießland an«greiffen, er hatte sich aber bey Stückhausen so wohl verschantzet,daß er ihm nicht beykommen konnte, wurde auch mit etlichenivoo. Franzosen verstärcket, die ihm der König aus Franck-reich zu hülffe schickte. Dieweil aber zu deren bezahlung nichtgeld genug vorhanden , entstund bey der armee grosse Unord-nung, welcher man nicht abhelffen konnte, obgleich das landmit contribution geplagt wurde. Die Ost-Frießländer wurdenendlich der fachen überdrüßig, und nachdem sie es vergeblichin der güte versucht, wollten sie die Waffen ergreiffen s dochkam es durch Vermittelung der General-cstaaten dahin, daß Er-nestus versprach, gegen empfang; 00000. gülden das land zuräumen, und seine armee abzudancken, welches er auch that,doch so, daß er noch einige völcker vor sich in diensten behielt,wiewol auch diese endlich zerstreuet wurden. Er gieng hieraufnach Franckreich, allwo man die Oesterreichische macht je län-ger je mehr fürchtete, und bat den König, sich des Pfaltzgra-fen anzunehmen. Nachdem er gute Vertröstung erhalten, gienger eilends nach Engelland, woselbst er von allen sehr wohlempfangen, reichlich beschenckt, und zum General-Feld-Mar-schall zu diesem kriege verordnet wurde, worauf er auch zufortsetzung desselben allerhand Malten machte, auch einigeEngclländische völcker mit sich nach Holland brachte, die er deinPrintzen von Oranien überließ, sich deren zum entfatz der stadtBreda zu bedienen. Da er zum andern mal nach Engellandsegelte, gerieth er durch schiffbruch in abermalige todes-gefahr,so, daß er mit dem General - Major Carpezan und etlichenwenigen das leben davon brachte, da hingegen 129. Personen,darunter auch einige von cvndition waren, solches einbüßten,doch litte er damals an seiner bagage grossen schaden. Imfolgenden jähre, nemlich an. 162^. kam er wieder in Tcutsch-land, ruinirte das Ertz - Stift Cöln, lag eine Zeitlang? zwi-schen Hamburg und Lübeck, und nahm seinen zug in Nieder-Sachsen, allwo er sich mit dem Könige von Dänemarck con-jungirte. An. 1626. suchte er die schantze bey Dessau wegzu-nehmen , ward aber von dem General Wallenstein mit grossemVerlust zurück getrieben. Nichts destoweniger erholte er sichein wenig in der Marck Brandenburg, und faßte darauf denfchluß, in Schlesien und Mähren bis gar in Ungarn den Kay-ferlichen eine diverffon zu machen. Hierzu bewog ihn insonder-heit Bethlen Gabor, Fürst in Siebenbürgen, der sich gegenden Kayser in Verfassung stellte. Ernestus bekam Schot-ten von dem Könige in Engeüand, und 2000. zu fuß von demKönige in Dänemarck, auch lief ihm viel volck von den vertrie-benen aus den Kayserlichen erb-landen zu, so daß er mit einerziemlichen macht nach Schlesien , und ferner nach Mährengieng, welches nicht ohne ruin dieser länder geschahe, indemfeine völcker keinen andern sold bekamen, ausser was sie vonden Kayserlichen ländern erpreßten. Die Kayserlichen folgtenihnen zwar unter dem General Wallenstein auf dem fusse nach,er wußte aber seinen marsch also einzurichten, daß er Jablonka,den paß aus Mähren durch das gebürge in Ungarn, glücklicherreichte, als ihn die Kayserlichen schon in dem garne zu habenvermeynten. Hierauf wurden ihm 4000. mann zu Pferde vonden Ungarn entgegen geschickt, und der Hertzog Johann Ernstzu Sachsen-Weimar, Königlich-Dänischer General-Feld-Mar-fchall, kam gleichfalls mit einer armee von irooo. mann zuihm. Als er aber bald darauf merckte, daß sich der Fürstvon Siebenbürgen mit dem Kayfer in tractaten einließ, über-ließ er sein geschütze diesem Fürsten, dein Hertzoge JohannErnsten und dem General Carpezan aber die völcker , undwollte durch die Türckifcben länder nach Venedtg, und so wei-ter, wohin ihn das glück führen würde, gehen. Wie er abernach Uracovitz, einem schlechten ort in Bosmen, kam, überfielihn eine kranckheit, an welcher er den 20. nov. an. 1626. ster-ben muste. Sein leictmam wurde m das Venetianische gebiethgebracht, und zu «spalatro begraben. Es hat sich diestr Ge,«er neral