Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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stehet, so Königliche gemacher in sich fasset, und wegen seinergrosse und kostbarkeit weltberühmt ist. Man gehet zwischen rei-hen von tilineN,bäumen hinauf in dieses gebäude, welches denebenen und gleichen räum fast gantz einnimmt, und dannenherovey nahe gar keinen vorhof hat. Das Portal ist mir marmor-Men aufgeführet, aufweichen zu oderst der H. Lanrentius ste-het. Das Königliche wapen ist gleichfalls allda zu sehen, wel-ches, wie man sagt, in einen donner-keil eingegraben worden,Avon blos die arbeit über 60000. thaler soll gekostet haben.<Las gantze gebäude aber stellet einen rost vor, zum andenckenDesjenigen, auf welchem St. Lanrentius gemartert worden. EsMd sehr prächtige zimmer in diesem pallaste, und die darzu ge-Mnchten steine, so von färbe graulicht und in allen gewitternMrhafft sind, geben dem gantzen bau kein geringes ansehen,hat solches der König Philippus II. innerhalb 28. jähren,H. Laurentio zu ehren, aufführen lassen, nachdem er inbelagerung St. Quintin dessen kloster zur datterie gebrau-et. Wiewol andere dieses einem gelübde zuschreiben, wel-ches er, da die Franzosen an. izz?. bey St. Quintin am tageMrentii von ihm geschlagen worden, soll gethan haben. WieMn auch die spitzige antwort eines Französischen Gesandten"ahm zielet, welcher, da ihm dieses gebäu gezeiget, und dabey,"w ihn in etwas aufzuziehen, gemeldet ward , es käme diesesvon einem gelübde Philippi II. her, so er wegen der'Macht bey St. Quintin gethan, alsobald antwortete : derL» solches gelübde gethan , mäste sich gewißlich gar sehr ge-achtet haben. Sonderlich ist in dem Escurial zu bewundern"'e grosse menge so vieler steine, woraus das gantze gebäude"^fertiget ist, welches 17. creutz-gänge und 22. Höfe hat. DasMer hat 4. creutz-gänge, ausser demjenigen, welcher noch ab-wnberlich den apotheckern eingeräumet ist. Die St. Lauren-m-klrche ist ein schön gebäude, welches mit bildern und vielenM ertz verfertigten und vergüldeten kunst stücken ausgezieret ist.^un, hoh^ altar gehet man auf 17. stufen von Porphyr -stei-ge«, und ist derselbige mit 4. reihen Pfeilern, so von jaspis ver-enget, umgeben. Das tabernackel, wo die monstrantz stehet,fanget mit unzehlich viel edelgesteinen, und das Litzorium, soeinem einigen agat-steine gemacht, wird auf;oosoo. cro-ek , geschätzt. Gleichwie aber der schätz an gvld, perlen und^eigesteuien gantz unglaublich ist , also soll ein einiger schranckreliqnien, deren 4. sich allda befinden, an seinem werthev«! Nah zu St. Marco in Venedig übertreffen. Die leuchterMv lampen sind von lauter golde, und zu den 40. altären«rinnen liegt täglich ein neuer schmuck fertig. Unter dem ho,N gltare ist eine gewölbte capelle, worinnen die cörper derMige in Spanien liegen. Dieses prächtige wcrck, so aus lan-U Marmor, jaspis und Porphyr gebauet ist, wurde von Phi-ni, a aufgerichtet, und wird istmkeon genennet, weil das^«lier darzu von dem kanrkeon zu Rom genommen worden,e, kirche anjetzo 8. Maria Ig ttoroncia genennet wird.A,e Könige liegen auf der rechten feite, da eben das Evange-gelesen wird, und die Königinnen auf der lincken. Das^E§>um hat 4. creutz-gänge in sich, nebst vielen grossen ge-q'"chern. Die bibliotheck ist nicht allein wegen der herrlichenb mahlde , sondern auch wegen der grossen menge ducher zuvl, , x^ern, indem bey 100000. stück sich allda befinden sollen,dAe diejenigen zu rechnen, so von den vornehmsten Kirchen-mit eigener Hand geschrieben zu seyn geglaubet werden,s^iten verwahrte man allda über ;ooo. Arabische manu-An. 1671. hat das kloster durch einen brand grossensek- , gelitten, welchen aber der König Carolus II. völlig er-denä lassen. Es befinden sich darinnen Mönche des or-St.Hieronymi, deren Abt allemal ein Grosser von SpanienIm übrigen soll man in diesem magnifiquen gebäude!e>, trister, 1400. thüren, und so eine grosse anzahl von sä-vkn ^ Ammern finden, daß die dazu achoriqen schlüssel 70^0.wägen. Spanische reise - beschreibung an. 16;;.reise-bcschreibnng. *

cab«Esdras, des Hohenpriesters Sarayä söhn, welchen Nebu-hinrichten liesse, und ein bruder Iosedoch, war Groß-s Wer der Jüden während ihrer gefangenschafft. Arlaxerresd «Nmgr,u8 achtete ihn hoch, und deswegen ward er das HauptcvMigen Jüden , welche zu seiner zeit von Babel zurück inUMm kamen. Diese zurückkunft fiel in das siebende jähr deswhMs Artaxerxis, und dieser gab den Jüden kostbare qeschenckeaus x. ?e» tempel, welchen die Jüden, so unter Zorobabelgab dlenstbarkeit ausgegangen sind, erbauet hatten. Erder auch einen beseht an die Landvögte und Befehlsha-handbenachbarten provintzen , den Jüden mit allem an dielviii-d/" st^en , so zur zierde und Pracht des tempels dienenülid ^ auch die Priester aller öffentlichen last zu befreyen,de^ ^mg zu lassen. Uberdiß gab Arlaxerres dem Esdra nochKeys, .diejenige strafen , welche wider GOtt oder denschien »was begehen würden. Mit diesen freyheiten und be-Cheiffi "'m er zu Jerusalem an, im jähr der welt;;68. vorverss"..achurt 467. jähr, und sobald er daseist angelangt, sodie a° w"e er die Priesterschafft, allen abgöttischen weibern,ssey Mex das gesetz geheurathet halten, scheid-driefe zu schi-leitet ^'V" stc nrcht durch selbige zur abgötterey möchten ver-Mket Hernach.wurde ein tag zur einweyhung der stadt^sivea/n,welcl)e ceremonie eine grosse menge volcks zuzöge,- A liesse Esdras bey diesem anlas vor dem gantzen volck"lstor, Lrmco« UI. Theil»

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das gesttz-bnch ablesen, und das volck, welches daraus erlernte,wie vielfältig sie die geböte GOttes gebrochen, fieng darüberan bitterlich zu weinen. Auf diese zeit soll das geheiligte feuer,so von Jeremia verborgen worden, sich wieder gefunden haben;oder vielmehr soll das dicke wasser, welches an seine stelle dagewesen, und in welcher gestatt sich das feuer seit den zetteaJeremiä aufbehalten, da es auf das opfer-holtz ist ausgegoffenworden, so bald die sonnen-strahlen darauf und auf das opfergefallen sind, sich angestecket haben. Man erzehlet noch hier,von, daß da Actaxerxes dieses wunder gehöret, er neuerdingsgeschencke an Esdram zum dehuf des tempels geschicket, undbefohlen habe, daß man ihn mit mauren umgeben sollte. Es-dras wird übrigens genennet , 8criba vslox in fege Malst,wo 8criba nicht einen schreiber, sondern einen voökorsm oderLehrer bedeutet, welches die eigentliche kraffr des Worts 8ox>Kerist, so in den Lateinischen Versionen 8cril)-i übersetzet.zu wer-den pfleget; die Hebräer nennen ihn noch den Fürsten unterden Lehrern des gesetzes. Dieser war es auch , weichernach der gemeinsten mevnung alle canonische bücher zusam-men suchte, und diese sammlung von allen fehlem, hie sichbey einem jeden buch eingeschlichen, gereinigt hat; er soll sieauch in rr. bücher, nach der buchstaben - zahl des Jüdische»alphabets, eingetheilet haben. Dieses hat einigen anlas ge,geben, zu glauben, daß die bücher des Alten Testaments inder Babylonischen gefängnis verlohren gegangen, und Esdras,der dieselben gäntzlich auswendig gewußt, sie wieder in die fe-der dictirt habe. Man hält überbiß dafür , daß er bey die-ser Verbesserung etliche alte nahmen geändert, und die orte?also genennet habe, wie sie zu seiner zeit den nahmen hatten.Also sehen wir zum exempel , daß das Königreich Israel inder Schrift das Königreich Samaria genennet wird, eine lan-ge zeit ehe die stadt Samaria erbauet worden. Also will manauch haben , daß er aus eingebung des H. Geistes an jedesbuch angehänget, was nach des smkon's desselben tob gesche-hen, als bey Most, Josua rc. Gleichfalls musten die anhän-ge etlicher verse, da gesagt wird, dieser oder jener ort habe al-so geheissen, bis auf diesen tag ; ingleichen der ort in derkenest, LLP. XXXVI. V. ;i. da es heisset, dieRönige, dieim lande, Edom regiert haben , ehe denn die kinderIsrael Röntge hatten, sind rc. welches Moses , der langvor den Jüdischen Königen gelevet hat, nicht kan geschriebenhaben , und andere dergleichen orte von Esdra hinzu gethan wor-den seyn. St. Hieronymus sagt, Esdras habe die Chaldäischtschrift unter den Jüden eingeführet, und hingegen die altenHebräischen buchstaben den Samaritanern überlassen, undGenebrardus versichert auch, er habe mir einwillignng der Sy-nagoge die heiligen bücher in verse abgetheilet, welche vor ihm,in einem beständigen Zusammenhang, ohne diesen unterscheidseyen geschrieben gewesen. Nach der aussage der Jüden hat ereine schule in Jerusalem aufgerichtet, und ein Lollegium vonSchriftgelehrten, oder auslegern der Schrift gestiftet, welchedie schwürigkeiten derselben auslegen , und dieselbe rein undlauter wider alle Verfälschung beybehalten sollten. So sindauch einige, die ihm die libro« i-w- zuschrei-

ben , welche wie ein Supplement der bücher Samuelis undder Könige sind. Auch schreibet man ihm das erste buch, si>seinen nahmen führet, zu, und scheinet es inder that dem also,zumal da er in der ersten person redt; das zweyte aber ist gewißvon Nehemia geschrieben worden, welcher sich sechsten für denUrheber ausgiebet, und wird darinnen ebenfalls, so oft von Ne,hemia geredt wird, die erste person gebrauchet, deswegen manes auch insgemein das buch Nehemia nennet. Hueiius ver-meynet, die ersten capitul im buch Esdras seyen von einemandern geschrieben, weil cap. V. stehet: kslponöimus ist L-a.und Esdras nicht nach Jerusalem gekommen, bis nach dem Kö-nigreich Darm Allein biß beweiset nur, daß Esdras bey dem, sobis zu seiner ankunft nach Jerusalem darinnen stehet, nicht ge,genwärkig gewesen; nicht aber, daß er es nicht geschrieben habe,denn er im nahmen seiner nativn kan gesagt haben , respon-äimus ist Lc. Doch ist nicht zu läugnen , daß diese schreib-arl heutiges tags nicht für die aüergenauste gehalten werdenkönne, und ein exacter scribent , welcher von fachen schreibenwollte, die theils in seiner gegenwart, theils vor ihm gesche-hen, es deutlicher unterscheiden würde, welches aber damalsnicht so genau genommen worden. Der -o. vers cap. VII. imEsdra scheinet Huetii meynung mehr zu bekräfftigen, da esheisset : Und Esdras schickte sein Hertz zu suchen das ge-setze des HErrn rc. in welchen Worten 1. der lobspruch Esdräbegriffen ; r. in der dritten person geredet wird, wie allezeit zu-vor bis auf den 27. vers dieses VII. capitnlS, da hingegen vondiesem verse au bis zu ende des buchs Esdras immer M sa-get , so er von sich redt, aus welchem und dem gantzen zufam,menhang es fast klar ist , biß buch sey erst vom 27. vers desVII. capitnls an Esdrä arbeit. Es sind noch zwey andere du-cher , welche Esdra nahmen führen, und sich in den Lateini-schen Bibeln befinden, und nach dem gebät Manasse Lehen, adee,unter die Lpocrypks gezehlet werden. Das drille, so man aufGriechisch hat, ist eine Wiederholung dessen, so m Den zwey er-sten stehet, und wird von Athanasto angeführet, wie auch vonAugustino und Ambrösto; ja es scheinet fast, als habe es auchCyprianus gekennel. Das vierte, so man nun auf Latein hat,ist voller geflchte, träume und aberglaubens , und scheinetNicht von Dem nemlichen mann geschrieben zu seyn, der das

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