Band 
Dritter Theil. D - Ha.
Seite
372
JPEG-Download
 

Z/r

e u g

men, weil aber des Papsts General , Stephanus Colonna, da-bey wider befehl gehandelt, und an statt Poccio in der stille,und ohne ihm, als der noch nicht überwiesen, einigen schrmpfanzuthun, für den Papst zu bringen, sein Haus durch die svl-daten plündern lassen, und den Poccio am hellen tage vor denäugen des gantzen volcks in den Päpstlichen pallast geschleppet,ergrimmete Eugenius heftig, und ließ sich einiger scharfer-roh-worte wider diefen General vernehmen, welche selbigenbewogen, seine zuffucht zu seinem vetter und Haupt des Colon-nischen Hauses, dem Hertzoge von Palestrma zu nehmen, wel-chem er bald weiß machte, wre der Papst die gefährlichsteanschlüge wider alle Colonna vorhatte; woranfdieser sich Mei-ster von Rom zu machen trachtete, und durch das Appischethor bis an die kirche St. Marcl ohne widerstand durchdränge;weil er aber des Papsts foldaten mrt einer grossen anzahl bürgerim gewehr antraf, kam es zu einem scharfen gefechte, da endlichder Hertzog weichen muste; welcher dagegen um die stadt her-um die grösten seindftligkeiten verübte, wie auch der Papstseines orts der Colonnen und ihrer anhänger güther und Un-terthanen gar nicht verschonte. Es verfiel dieser zugleich ineine schwere kranckheit, welche viele einem beygebrachten giftzuschreiben wollten, bewarb sich deswegen um frieden, derendlich durch Unterhandlung des Angelotto Fosco, eines Rö-mischen burgers, geschlossen wurde. Kurtz nach diesem an.i4N kam Kayser Sigismundus in Italien, welchem der Papstdie Kayserliche cron aufsetzte, auch einen tractat mit ihm mach-te , und sonderlich das Baselische Concilium zu fordern ver-sprach , dessen fortsetzung Sigismundo aufs höchste angelegenwar; gleich das folgende jähr entstünde Noch ein viel grösse-res wetter gegen diesen Papst in Rom, dessen Ursprung vonNicolao Fortebrachiv herrührte, der vorhero des Papsts Ge-neral gewesen, aber wegen nicht bezahltem sold, da ihmEugenius die im krieg, und sonderlich bey Plünderung eini-ger städte gewonnene beuten dafür anrechnen wollte, mitgröster Verbitterung weggegangen, und bey Philippo dem Her-tzoge in Mayland dienst genommen hatte. Dann als er vondiesem , der ohne dem gegen dem Papst in feindschafft stun-de, mit einer armee ins Römische gebieth gesandt war, plünder-te und raubte er alles um Rom herum, so daß diese stadt indie äusserste noth geriethe; und weil der Papst allhier nirgendszu helffen wußte, auch sein Nepote, dem er die meiste geschaff-te überließ, der trägheit und den Wollüsten ergeben, nicht nur fürdie fachen allzuwenig sorgte, sondern auch die, so sich wegenerlittenen verlusts beklagten, mit harten und schimpflichen Wor-ten abwiese, rüste das volck unversehens srmc s libercs, Waf-fen und frevheit, nahm den Cardinal-Nepoten gefangen,entsetzte alle Päpstliche Beamte, sperrete auch, wie einigemelden, Eugenium selbst in St. Maria äi 1-, äel Tevere eini-ge zeit ein, und als er seinen Hütern entwischend sich in einschiff über die Tiber setzen ließ; schössen sie viele pfeile nachihm, daß er nicht ohne gröste lebens-gefahr entrinnen konn-te. Von dem an bauete er gleichsam das elend, und hieltesich bis ins neunte jähr ausserhalb Rom auf. Von Florentz,dahin er sich erstlich verfuget, schickte er noch in dem besagtenjähre seinen Abgesandten auf das berühmte Concilium nachBasel, welches er zu folge des schlusses in dem an. 142;. zuSiena gehaltenen Loncilio ausgeschrieben, rief ihn aber wie-der zurück, und wollte das Concilium, so aus die schwächungdes Päpstlichen ansehens drunge, von Basel nach Bologna ver-leget wissen. Das Concilium aber setzte sich darwider, und er-hielt endlich durch Vermittelung des Kaysers Sigismundi, daßEugenius sich zufrieden gab, und die bis dahin gemachteschlaffe des Loncilii bestätigte. (Siehe Baselisches LM-ClCllM.) Weil aber das Concilium nicht unterließ , demPäpstlichen ansehen zu nahe zu treten, und inzwischen die Grie-chischen Prälaten, welche sich »meine vergleichung mit der La-teinischen kirche zu stiften, auch eingefundcn, vornemlich, wieman glaubte, auf anhetzen des Papsts , sich über die entlegen-heit des orts beschwerten, nahm der Papst aufs neue gelegen-yeit von der Verlegung des Loncilii zu reden. Er brächteauch würcklich, ohngeachtet alles Widerstands der zu Basel ver-fammleten Vätter, sein vorhaben zu stände, und fieng ein Con-cilium zu Ferrara, und hernach bey entstandener pest, zu Flo-rentz an; inzwischen wurden zu Bafel sowol vor als nach die-ser entstandenen zwistigkeit nachfolgende schlösse gemacht:Daß der Papst vor einem Loncilio sich zu stellen verbundensey; daß des Loncilii authorität viel grösser sey als des Papsts;man muste die mchen-verbesserung sowol vvn dem Haupte alsden gliedern anfangen; ja, er selbst wurde wegen beschuldigungder simonie und anderer lastcr seiner geistlichen würde entse-tzet, und an stme statt GrafAmadeus vvn Savoyen, unterdem nahmen Felrcts V. auf den stuhl erhoben. Es brachteauch das Concilium den Kömg Carolum VII. in Franckreichauf seine feite, nachdem es demselben zu der berühmten krs-xm-iricu 8itti6lions gelegenhett gegeben. Der Papst hingegenerklärte gleichfalls alles, was das Concilium zu Basel vor-nehmen würde, vor nichts, und that die, so demselben bey-wohnten , desgleichen den Papst Feinem V. m bann, ver-dammte den satz, daß das Concilium über den Papst sey, alseine ketzerey, fuhr auch mit seinem neuen Loncilio zu Florentzeifrig fort; zumal der Constantinopolitanische Kayser, Johan-nes Palaologus, der mit seinen vornehmsten. Geistlichen inPerson zugegen war , ihm aus Hoffnung, Hulffe wider die

e u g

Türcken zu erlangen, alles eingieng, worüber die Griechisch^kirche mit der Lateinischen bishero so vielen streit gefWK'hatte. Zwar dimittirte er an. 14;?. das Concilium zurentz, und begab sich nach Rom, brachte aber Carolum, denDauphin in Franckreich, darzu, daß er mit ;oooo. mann demHertzog von Oesterreich wider die Schweitzer zu hülffe M-er auch in selbigem zug vor Basel rückte, aber von 4°°"'Schweitzern so empfangen wurde, daß er kaum den dritte»theil seiner armee zurück brachte; wiewol bewährtere geschicktschreiber diesen Überfall mehr den Herpogen von Oesterreich,und Kayser Friderico III. sechsten zusamt dem Land-Adel, derin heftigem kriege wider die Eydgenossen verwickelt war,. zu-schreiben, als diesem Papst. Indessen weil auch eben diese»Kayser dem Loncilio zuwider war , und sich noch mehrereFürsten von selbigem abwendeten, sonderlich auf erfolgten to«Eugen« und erwehlung Nicolai V. an dessen stelle, so giensendlich das Concilium zu Basel meistentheils auseinander,und ob es gleich zuletzt in eine verlegnng gewilliget, konnte Mg»sich doch nicht vergleichen ; bis endlich an. 1447. der König MFranckreich folgende Puncte zum vergleich vorschlug: 1.) dasdie beyderseits geschehene excommunicariones widerruffEwerden sollten ; L.) daß Eugenius IV. vor den wahren Papsterkannt werden ; ;.) Felix V. aber gutwillig abdancken sollteAllein ehe dieses zu werck kam, starb Eugenius an. 1447. ds»Lz.febr. Sonst ist noch merckwürdig, daß er König Uladi»-laum in Ungarn zu einem unglücklichen friedens-bruch w»den Türcken beredet, Massen dadurch sowol dieser König sEsamt dem besten Ungarischen Adel, als auch des kriegs anst«»'ter, der Gesandte des Papsts, und von dem BaseliM»Coucilio abgegangene Cardinal Julianus in der Macht beyVarna umkommen. Man giebt vor, daß er einen tractat wi-der die Hußiten geschrieben. Von seinen episteln und bullt»finden sich annoch verschiedene. tom. XII. p. 46-'

y;i. L tom. Xlll. p. r. Lravr«,, snnsl.tom.lv.armal. Ninorir. tom. V. Lurvp. c.

lib. XXII. 0»«-^. Crucco»,«, Lc. Nrr>e, liilt. liccerse-in sxx. x. 7 ». La?/e. *

Rönige von Schottland:

Eugenius I., der zy. König in Schottland, succedirttFethelmacho. Als zu seiner zeit der Römische General Maxi-mus willens war, die gantze insul zu erobern, widersetzte er Mnebst den Schotten mrt grosser tapferkeit. Die erste schlackst,die er mit ihm hielte, geschahe bey dem flusse Cree in GallowEallwo die Schottländer an mannschafft weit schwacher waren,als die feinde, und also gar leicht überwunden wurden. All«»da die Römer selbige ohne einige ordnung verfolgeten , als b'»-es sieges schon gantz gewiß zu seyn vermeynten, wurden sie vo»denen m den nahe gelegenen orten versammleten einwohnern an-gefallen , und mit einer grossen Niederlage abgewiesen. Irssen»nun mittlerweile Marimns zurück geruffen wurde, um einig»in derjenigen gegend, welche anjetzö Engelland genennet rE,entstandene Zerrüttung und unruhe zu stillen, so rächten sich USchottländer an den Picten, der Römer freunden, mit Mund fchwerdt. Endlich kam Maximus wieder zurück, und nra»schirte mit den Römern, Britanniern und Picten wider o»Schottländer. Als die Schottländer sahen, daß sie nunmem.vor ihr land, leben und güther zu fechten hatten, versammle»'sie ihre gantze macht, beydes weibs-und manns-personenlagerten sich bey dem flusse Down, nahe bey ihren ft.lw'«''Nachdem es nun zum treffen gekommen, schlugen die ScvLÄländer gar bald die Picten und Britannier in die flucht.aber Maximus mit den Römischen leqionen darzu kam,'welch»die Schottländer weder an der menge noch kriegs - dff<Egleich waren, wurden sie völlig geschlagen, und ihr Könrg.ch,.genius selbst, nebst dem meisten Adel, blieb auf der wamst" pNach diesem siege erzeigete sich Maximus gantz gnädig,wollte die Schottländer, wofern sie sich ihm unterwerffe« w»den, in seinen schütz nehmen. Allein der haß der Pictendie Schottländer war so groß, daß sie ihm nicht eher ruhe ichst §als bis er ein edict heraus gab, dnrch welches den Schottlam ^auf einen gewissen tag aus Britannien zu weichen anbefvo ^wurde. Bey dieser gelegenhett wurden die Schottlander m ^Abendländische insuln, als in Jrrland, Dänemarck, Sw

den, rc. zerstreuet, -a sie denn allenthalben gar wohl aufgestAmen, und wegen ihrer tapftrkeit hoch gehalten morde»'

, rer. 8 cot. liiü.

Eugenius II. succedirte seinem vatter Fergoer aber minderjährig war, führte sein groß-vatter v°7chuSdie regierunq. Dieser, als er sahe, daß er nicht star« s^war, mit den Römern krieg zu führen, hielt sich gantz stw^JMmittelst verheerete die Römische armee das gantze land in pckliehen gegend der mauer Severi, und brachte es wiederBritannier Hände, so, daß die Schottländer und Pstle»mals zwischen die r. sirths oder meer-ärme von Edmour»-^Dumbarton eingeschlossen wurden. Mein als d«em»wegen innerlicher unruhe nach Hause ziehen musten, PIchol-den Britten alles krebsgängig. Dmn die Picten m>? ^ zstten vereinigten ihre macht, und rissen die von den jevet,bedeckung des landes neu aufgerichtete fortificatkonenverjagten auch die Britannier, und kamen mit