r v r
-,^knrx, (Walthervon) Grafvon Essex, war Discount von^o^o, als die Konigin Elisabeth ihn mit dem titul eines Gra-beehrte, und dieses theils in ansehung seiner grossentheils auch deswegen, weil seine alter-mutter, Cäcilia,^-,,.'dwester Henri«, des letzten Grasen von Essex aus der sa-m, BourchierS, gewesen war. Ietztgedachte seine älter--in^Wmmete von Thoma Woodstock, Hertzog von Glocester,ab«!?. des Königs Eduardi III. her, und seine vätterlichek ihren Ursprung von den alten Griffen von Evreuxi» b« Nvrmandie, welche mit Wilhelms, dem Eroberer,den instand kommen waren. Bald nach solcher erhebung intra,^, feu-stand richtete er mit der besagten Königin gewissesch ien aufbrasst deren er sich anheischig machen,den Jrrländi-in k-» Wellen Mac Filemy zu bezwingen, und dessen ländereyenfern >deovintz Ulster mit einer Englischen colonie zu besetzen,wo-aen dle Königin die helfte der darzu erforderten Unkosten tra-auch ihm die helfte der eroberten güther zu lehen, undaek-n den titul eines Groß - Marschalls von Jrrland erblichWollte. Wie er nun wegen seiner guten qualitäten beycta/- diel neider hatte, welche, um ihn zu entfernen , diese tra-di^ ^s alle weise befördern halfen; also verursachte ebenKon.- ""d, und zugleich die Mißgunst derjenigen, welche Vice-da -n ?der Lord-Deputys von Irrland waren, daß man ihn,cken hiesi affaire übernommen, auf alle weise zu kran-
in seinem löblichen vorhaben zu hindern suchte. Dessens°M"Met gieng solches ziemlich wohl von statten, Mac Filemy,i>„Kkarn mit seiner frau und seinem bruder samt einem andernin», dwten rebellen, nahmens Turlogh-Leinigh in dessen Hände,d>Wchen das räuberische volck aus den Schottischen insuln,gleichfalls theils in der güte sich bequemen, theils aberM ^ ^^alt sich vor ihm demüthigen muste., Zuletzt sahe erdennoch durch die Proceduren seiner mißgünstigen genothi-tz, 'wltten in dem lauf seiner victorien aufzuhören, und nach'h-jMand zurückzugehen. Daselbst aber wollten ihn diese seinedur^ « feinde am wenigsten leiden, und bewogen ihn alsolaW ^rhand gute Verheißungen, daß er aufs neue nach Irr-iak^ ^ng. Kaum war er da angekommen, so starb er in deincestep»^' und indem ;6. seines alters. Der Graf von Lei-nwnVÄ" in einen starcken verdacht, daß er ihm durch dessenhxx"Mencken mit gift vergeben lassen; wie er denn auch baldRiki-«!? dessen wittwc, nahmens Lettice, einer tochter dessoll ^ Knvlles, sich heimlich verheurathet. Vor seinem endesein ^ ^raf von Essex die umstehende gebäten haben, daß sieM„^nd seines vatters frühzeitiges absterben, seinem damalsfle e^uhrigen söhne Robert (von dem in dem folgenden artickul)fql>zd vorstellen, und dabey sagen sollten, daß derselbe gleich-ber" w der btüthe seines alters sein leben endigen würde,gleichwiei>.wurcklich erfolget. IM. ck'stuZIer. rom. II.
liz. 540. vic. Llik.
k>er???eux, (Robert von) Graf von Essex, einen söhn des vor-GxMenden. Das grosse ansehen, welches sein stief-vatter, deriebr k °?u. Leicester, an dem Englischen Hofe hatte, war ihmU>erd?n bich, an demselben gleichfalls mit Vortheil bekanntgudentrii!/ worzu seine eigene rühmliche eigenschassten ein grossesb>ar . Weil seine gantze neigung auf die Waffen gerichtetGalten er sich das verbot der Königin Elisabeth nicht ab-tvel^^.uut einem einzeln schiffe derjenigen flotte nachzusegeln,svllt/ .een Don Antonio als König nach Portugall überbringenbekund auf welcher sich auch sein bruder, Walther ä'Evreux,Ulan d»>. Nachdem er solche bey Lsbo Kni« terr^ erreicht, und"'sul Barlenga gegen über zu Penicha eine landungsie <Z?An wollte,konnte er nicht so lange warten, bis der Ober-svnd°»„/du die darzu bestimmte trouppen in ordnung gebracht,ihn, bis wrang mit dem degen in der faust in das wasser, welcheshohe« un den gürtel gieng, und lies also den feinden entgegen,der,»?/- entweder durch deren menge, oder in den wellen wür-geejhMommen seyn, wenn nicht die andern bey zeiten herzu-beiao" waren. Ehe man hernach die vergeblich unternommeneGenA, § von Lisabon aufhub, forderte er einen Spanischenuuf iün ^ rinem absonderlichen gefechte heraus, erhielt aberflekvw^^rtel keine antwort. Da er wieder zurück nach Londendenjen??u i erlangte er, ungeachtet seiner jugend, fast ebenGraf Au Platz in der Kömgin gnade, welchen ehemals derKön a-A dster besessen. Da nun dieselbe an. rzyi. demU>ider bi ? Franckreich, Henrico IV. einen ansehnlichen succurszuschickte, ernennete sie darüber den GrafenZwsschz General, welcher auch glücklich landete, aber mrtso zu d!A^Vuß sehen muste, daß Henricus IV. die anstalten,vicht ap„,uvger.edeten belagerung von Rouen erfordert wurden,st>n wucht hatte. Daher reisete er mit grosser gefahr zu die-sen di- U"^ uus ungedult bravirte er mit einigen troup«w"en bvi.^yuug von Rouen, worüber er aber obgedachtenUuch tbatto« .durch einen musqueten-schuß verlohr. Bald her-»urs zu '"b ^rtze reise nach Londen, um einen neuen stie-ln orts,,, uuvchrhro unternommenen belagerung des erwehn-frr hertzb^fdulten. Nach seiner zurückkunft half er mit gros-diesem orte zusetzen, da es aber damit nichtA EnqhÄ^ulh und wünsch gieng, ließ er das commando überverlanr'uchen trouppen dem Ritten MMint
evr
Z8Z
er seiner Königin reisete er wieder in Engeüand, nachdem
rin dem Commendanten von Rouen, Nonft äs Vikars,
^venjiich cartel zugeschickt, welches er aber auch nicht an«
trouppen dem Ritter Roger Williams, und auf
nehmen wollen. An. reyr. machte ihn die Konigin zu ihremgeheimen Rath, an. 1594. fanden sich einige von derCatholi-schen partey, welche ihm ein recht zu der Englischen Crvnewegen eines seiner vorfahren, Thomä Woodstocks, Hertzogsvon Glocester, der ein söhn Königs Eduardi III. gewesen, zu.schreiben wollten; es machte aber solches weder bey ihm selbst,noch bey andern, eine sonderliche impreßion ; wiewol zu ver-muthen, daß seine feinde nachmals nicht werden vergessen haben,solches zu seinem Nachtheil mit anzuführen. An. 1596. ward erzum entsatz der von den Spaniern belagerten stadt Calais abge-schickt, kam aber zu spät. Hingegen war er desto glücklicher inder wichtigen expedition, welche man unter feinem und desAdmirals Caroli Howard commando, mit beyhülffe der Hol-länder , in eben demselben jähre, wider die stadt Cadix und diedaselbst oder in den benachbarten Häfen liegende Spanische gal,lionen, galeeren und kriegs-schiffe vornahm. Denn die gedach-te stadt ward eingenommen, geplündert, und ihrer vestungs-werckc beraubt; eine grosse anzahl von feindlichen kriegs-unvkauffarthey - schiffen ward verbrannt und ruinirt; einige da-von fielen unbeschädigt in der Engelländer Hände, und der schade,welchen man dasselbe mal den feinden zugefügt, ward auf 20.Millionen ducaten geschätzt. Bey diesem allem hatte der Grafvon Essex eine «»gemeine tapferkeit, bisweilen aber allzuvielfeuer, sehen lassen, dahero der Admiral nebst den übrigen Ge-nerals-personen gar oft nöthig gehabt, ihm einigen einhakt zuthun. Nach seiner zurückkunft erwies ihm die Königin unge-meine caressen, wollte aber dennoch weder auf sein abrathendem Ritter Francisco Vere das zugedachte Gouvernement vondem Briel entziehen, noch auf seine recommeudation dem RitterBodley die stelle eines Staats-Secrewrii geben, sondern ertheil-te diese letztere dem Ritter Robert Cecil. An. 1597. ward eineneue flotte wider die Spanier ausgeschickt, und zwar unter dcSGrafen von Essex ober-commando , wobey der Lord ThomasHoward, und der Ritter Raleigh absonderliche escadern com-mandirten. Mit diesem letzter» zerfiel der Graf von Essex so gar,daß er ihm, als einem, der wider ordre gehandelt, bey nahe hät-te lassen den köpf abschlagen. Es paßirte aber bey dieser expedi-tion weiter nichts, als daß man einiger von den Azorischen insulnsich bemächtigte, und daselbst den Spaniern einigen schadenzufügte. Der Verdruß, welchen der Graf von Essex nach seinerzurückkunft theils über die ehre, so dem Ritter Raleigh wider-fuhr, theils auch über des Admiral Caroli Howards erhebungzu der würde eines Grafen von Nottingham, bey sich empfunde,ward einiger Massen dadurch verringert, daß ihm die Königindie stelle eines Groß - Marschalls von Engeüand gab, welchedurch den tod des Grafen von Schrewsbury ledig worden >var.An. 1598. widersetzte er sich mit allen kräfften den friedens-vor-schlägen, welche man mit Spanien vorhatte, wobey der Lord-Schatzmeister, Mylord Burleigh, ihm auf eine nachdencklicheart dieschluß-worte des ^.Psalms (die blutgierigen werdenihr leben nicht zur helfte bringen) zu gemüthe führte. Baldhernach geschahe es, daß, da in dem geheimen Rath die Kö,nigin nicht nach seinem verlangen den Ritter George Carew,sondern den Ritter Wilhelm Knolles zum Vice-Könige von Irr-land machen wollte, er auf eine verächtliche art ihr den rückenzukehrte. Dieses verdroß die Königin dermaßen, daß sie ihmin der ersten Hitze eine maul-schelle gab, und zugleich befahl, au-genblicklich von ihren äugen hinweg zu gehen, auch niemalswieder vor ihr zu erscheinen. Über diesen »«vermutheten schimpfentrüstete sich der Graf so heftig, daß er die Hand an seinen degenlegte, und durch den Admiral mit genauer noth aus dem zim-mer hinweg gebracht werden konnte. Wiewol er nun anfangsgantz aus sich selbst war, und als ein halb rasender die verzwei-felsten anschlage fastete, so ließ er doch allmahlrg durch seinefreunde sich besänftigen, und dahin bringen, daß er um Verge-bung bey der Königin anhielt, die er auch alsbald erlangte.Das folgende iahr war die Königin gesonnen, den Lord Mont,joy als Vice-König nach Irrland zu senden. Nun hatte mitdemselben, da er noch der Ritter Blunt geheißen, der GrafvonEssex einige Verdrießlichkeiten gehabt; (siehe Blunt) und warihm dannenhero, wie in allem, also auch hierinnen, zuwider.Es kam auch endlich dahin, daß er selbst diese Vice-Königs-stelledavon trug, weil er vor seine person solche ernstlich verlangte,beynebev seine freunde aus guter meynung darzu behülflich wa-ren, und seine feinde, um ihn von dem Hofe zu entfernen, oder inder Hoffnung desto leichterttwas wider ihn zu finden, gleichfallsunter der Hand solches beförderten. Er zog also mit einer auser-lesenen armee, die fast aus 20000. mann bestund, nach dem ihmanvertrauten Gouvernement, welches damals wegen der über-hand genommenen innerlichen Unruhen, mehr als jemals, einenklugen und tapfern Vice-König brauchte. So groß aber dieHoffnung gewesen war, welche er von sich selbst, und andere vonihm sich gemacht hatten, so schlecht ersüllete er dieselbige. Denngleich anfangs handelte er darinnen wider die ausdrückliche ordredes Hofes,daß er dem Grasen von Southampton das commandoüber die cavallerie gab, und daß er sehr viel Personen zu Ritternschlug. Hiernächst überschritt er den Haupt-punct der empfan-genen instruction; indem er, anstatt auf den Haupt-rebellen, denGrafen von Throne, gerade loszugehen, m andern provintzenden rebellen abdruch zu thun suchte, wobey er zeit, volck undgeld unnützlich verschwendete. Das allerschllmmste aber war,daß er endlich gar mit dem gedachten Grafen von Tyrone einenhöchst - nachtheiligen und schlrmpfllchen vergleich aufrichtete.
Das