Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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Das Mißvergnügen, sb man an dem Englisthen Hofe wegen We-ser dinge bezeugte/ brachte ihn nicht nur keinesweges zu der schul-digen erkänntnis seiner fehler / sondern verleitete ihn vielmehr,daß er durch unbesonnene reden und verdächtige conferenzen sichnoch in schlimmern credit setzte. Zuletzt fassete er den unvermu-Iheten entschluß, in eigener person sich vor der Konrgrn zu stellen.Er kam auch in begleitung 6. anderer von seinen freunden zuderselben nach Nonsuch, und lag zu ihren fussen, ehe sie von semerankunft das geringste erfahren. Sie horte ihn mrt grosser ge-dult, und wicwol er gleich hernach in den geheimen Rath garschlechte entschuldigungen wegen ferner condutte vorbrachte, soverordnete sie dennoch weiter nichts/ als daß er m dem Hause desGroß-Siegel - Bewahrers arrest halten sollte. Daselbst blieb ergantze 6. monate / innerhalb welcher zeit der zu feinem bestenangewendete unzeitige eifer semer freunde und des gemeinenvolcks, gleichwie auch die ubeln zeitungen aus Irrland / seinerfache nicht wenig nachtheilig waren. Indessen weil er selbstdiese gantze zeit über sehr vrel gedult/ demuth und gottesfurchtsehen ließ/ so gab ihm nach deren verlauf die Königin erlaubnis/sich in sein eigen Haus zu retirirewallwo ihm auf derselben besehtder Ritter Barcley gesellschafft leisten muste. Die klag-punctewider ihn übergab sie der beurtheilung des Groß-Siegel-Be-wahrers / welches ein grosser Vortheil vor ihn war; da denndieses urtheil erfolgte / daß er der würde eines geheimen Rathsverlustig/ von denfnnctionen aber eines Groß-Marschalls wieauch eines Großmeisters von der artillerie suspendirt / und solange es Ihrer Majestät gefallen würde/ in gesanglicher hasstseyn sollte. Der würde eines Grvß-Stallmeisters / welche ergleichfalls bekleidete / geschahe keine erwehnung / weil es dieKonigin ausdrücklich verboten hatte / woraus/ ingleichen daßsie die jetztgedachte sententz nicht auf die sonst gewöhnliche weisehatte registriren lassen / man schloß, daß man ihn in kurtzemwieder nach Hofe beruffen würde. Jederman redete von solcherHoffnung / und fast jederman wünschte deren erfüllunq. Esließ sich auch alles recht wohl darzu an / indem die Königin nacheiniger zeit den Ritter Barcley von ihm wieder hinwegnahm /und ihm alle freyheit vergönnete / nur daß ihm noch der Hofverboten blieb. Die beständig anhaltende ehrerbietung und ge-dult des Grafen hatte die Königin schon fast vollkommen versöh-net ; allein es trug sich etwas zu / welches beyde theile aufs neueerbitterte. Der Graf von Essex hatte die Königin schriftlichgebären, daß sie ihm einen Pacht von süssen weinen / der ihm aufeine gewisse zeit war gelassen worden / nach verlauf solcherzeit von neuem gönnen möchte. Anstatt daß er sich eingebildet/solches ohne einige umstände alsbald zu erlangen / ließ ihm dieKönigin nicht nur sagen / daß sie es in bedencken ziehen wollte/sondern gab auch hernach solchen Pacht an andre / und brauchtenoch dabey folgende Worte / daß / wenn man ein unbändigPferd zähmen wollte / man demselben von seinem gewöhnlichenfutter etwas abbrechen müste. Dieses ward dem Grafen vonseinen bedienten / worunter einer / nahmens Cuffe / und derRitter Merick / die ärgsten waren / ingleichen durch seine freun-de/ so schlimm vorgebracht / daß er auf einmal seinem hitzigennaturel den lauf wieder ließ / und nicht nur theils trotzige undraachgierige/theils aber verächtliche reden von der Königin führ-te / sondern auch endlich gar mit seinem anhange / daruntersich die Grafen von Rutland/ Southampton undBedford,die Lords Sands / Cromwel und Monteagle / viel Ritter undL. bis z ooo. Edelleuthe befanden) die resolution fassete / der Per-son der Königin sich zu bemächtigen / und sie zu nöthigen / daßsie ihren geheimen Rath mit andern Personen besetzte. Den 8.febr. an. i6oi. suchten sie mit gewalt solchen anfchlag auszu-führen/ wurden aber nicht wenig bestürtzt, da von dem gemeinenpvbel in Londen/ auf dessen ungemeine liebe gegen den Grafenman sich grosse rcchnung gemacht / niemand zu ihnen fiel / in-dem die Königin sich in sehr gute Verfassung dagegen gestellt.Da nun vollends der Admiral Howard mit einem corpo vonregulirten trouppen auf sie los marschirte / wurden sie alsbaldzerstreuet, und sich gefangen zu geben genölhiget. Den iy. febr.wurden die Grafen von Esser und von Southampton von denenin Westmünster verfammleten Pairs , deren Präsident derGroß-Schatzmeister, Mylord Buckhurst, war, zu der in Engel-land gewöhnlichen strafe des Hochverraths verdammet; wobeyder Graf von Essex ohne bewegung diese Worte brauchte: Die-ser leib konnte gleichwol Ihrer Majestät und dem vatterlandebessere drenste thun. Den rz. febr. nachdem er sich vorher mitdem Groß-Schatzmeister, wie auch mit dem Staats-äecremric»Cecil, versöhnet, ward er in dem innern schloß-hofe des To-wers mit z. .schlagen enthauptet. Auf dem fchavot bezeugte ersich sehr andächtig, und erkenncte die grösse feines Verbrechens;kurtz vorher aber hatte er gesagt, daß er um keine gnade bittenwolle, weil doch das leben der Königin, so lange er am lebenbliebe, nicht in sicherhert wäre. Diese letztere redens-art, welchein der that sehr nachsinnllch war/ brachte zuwege, daß die Kö-nigin , welche schon durch den Ritter Carew ordre geschickt hat-te , mit der cxecution inne zu halten, durch einen andern erpres-sen befehlen ließ, dieselbe zu beschleunigen.. Den andern, wel-che zugleich mit ihm eingezogen waren, ertheilte sie gnade, aus-genommen den Rittern Blunt, Danvers, Davis und Merick,ingleichen dem oberwehnten Cuffe, welche insgesamt als be-leidiget der Majestät durch des henckers Hand sterben musten.Daß der tvd dieses Grafen von Essex, welcher m dem ?4- jähreseines alters erfolgte,der Königin sehr nahegegangen, ist gewiß.

Daß er aber ihr liebhaber gewesen ; daß sie ihm zum zeichenihrer absonderlichen grinst einen ring gegeben, mit der versieht?rung ,daß niemals einige Ungnade, die sie etwan auf ihn wett-fen mochte, so groß seyn sollte, daß ste nicht, so bald er ihr sol^chen ring zuschickte, dieselbe würde fallen lassen; daß auchwürcklich der Graf nach seiner verurtheilung diefen ring der ge-mahlt» des Admirals Howard gesendet, mit bitte denselben derKönigin zuzustellen, und durch folches zeichen um verschonungseines lebens zu bittendaß die Admiralin aus einem grosse"licbes-eifer den ring zurück behalten, und erst hernach auf ihrer"tod-bethe den gantzen Handel der Königin geoffenbaret; uiwdaß hierauf diese vor kummer hierüber gestorben, solches alles ist

einem roman ähnlicher, als einer wahrhasstigen Historie, und

wird theils durch das stillschweigen der glaubwürdigstenschicht-fchreiber, theils aber durch das alter und den verstand derKönigin Elisabeth widerlegt. Der söhn dieses unglückselige"Grafen, welcher gleichfalls Robertus hieß, ward von dem Ko"ttge Iacobo I., in dem ersten jähr seiner regierung, in die vättern-che würde und güther mit bekräfftigung des Parlements, wiedereingesetzt. Er vermählte sich zweymal, hatte auch von seinerandern gemahlin einen söhn, gleiches nahmens. Allein derselbestarb jung, daß also, da er selbst den 14. fept. an. 1646. mit tobeabgieng, der titul eines Grafen von Essex vacant wurde, welche"derKönig Carolus ll. bald nach seiner bestätigung auf dem thro-ne Arthuro Capeln, Baron von Hadham und Vifcount vo"Maldon, ertheilte, dessen söhn Agernon ihm darinnen succedirte.

in vit. Llis -ci. in Lriwnn. x. ; 54. ; 59. 0«memoir. Lob«». Aa«to». L. Lo>'. HFeserglk'

6^0/. in Anna!. Oe IM. cl'änzl. tom. II.

Euricus, siehe Evaricus.

Euripides, von Athen, welcher nach des Suida bericht,tragödien verfertiget, und zweymal den sieg davon getragen.Dessen tochter söhn führte mit ihm gleichen nahmen, und Mciramsts, Orcllem, Neclesm und kol^xensm geschrieben höbe»'kitzl. Lttics. bibl. 6rssc. p. 646.

Euripides, ein berühmter tragödien-fchreiber, so zu SaAmin, (wohin seine eitern, Mnesarchuö und Clito, vor dem Leuaus Attica geflohen waren,) ü. A.; 504. g. L. 480. v- 6. bOI^mp. I.XXV. 1. an eben demselbiaen tage gebohrenda die Athemenser das grosse Heer desKönigs Xerxis bey der im"Salamis und dem Euripo schlugen, von welchem letzter» ^auch seinen nahmen bekommen haben soll. Als man seiyerw"gen das Oracul fragte, und es zur antwort gab: daß er >" ^kämpfen den preis davontragen würde, hielt man ihn zu.'-,fecht-kunst und zu andern Übungen an, wie er denn auch wAAlich in dem Eleusinifchen und Thessalifchen kämpfe unter 0 .jungen knaben, die man bekannter Massen auch zum kanAkommen liesse, den sieg davon getragen. Allein, weil er wAauf Verbesserung feines gemüths bedacht war, verließ er Hlebens-art, und begab sich zu Prodico, von ihm die Redeft»Azu lernen. Anaragoram hörte er in den natürlichen wuu ^schafften , und als dieser harte Verfolgungen seiner lehren H"" herdulden müssen, enthielt er sich äusserlich der Philosophie, "legte sich von dem 18. jähre seines alters völlig aufdie dranwsche Ticht-kunst, ließ aber gleichwol in seinen tragödien, (deA'7;. verfertiget, davon aber nicht mehr als 19. mit dem ansAAder 20. übrig sind,) verschiedene merckmale der philosopVüAchwissenschafften blicken. Seine liebe zu selbigen erhelletmehr daraus, daß er des kkilolopln Heraclii wercke, so drttAein geheimnis in dem lempel der göttin Dianä zu verivavgegeben, auswendig gelernet und nachgehends ausgebreitet v" ^Gleichwol, - weil diejenigen, so seine tragödien beurtheile»ten, der fache unerfahren waren, konnte er den preis öfter' ^als ;., oder wie andere wollen, 15. mal erhalten, doch w" ,bey den Sicilianern in solcher estime,daß, nachdem die Awe> glser unter ihrem General Nicias von der Lacedämonier ^,Gylippo geschlagen worden, die überwundene mehrendwenn sie des Euripidis Verse gesungen, die vorige freUA ^langet; hernach auch, da sie ihr brodt betteln musten, l -leichter erhalten haben, als wann sie vor den Häusern einige 1dieses Poeten abfungen. Dem Aefchylo wird Euripideskunst tragödien zu lichten ohnstreitig vorgezogen; was ^Sophoclem anbetrift, zweifeln einige, welchem der vor;»» ^höre, wie denn auch diese beyde Poeten, als die zu einerlebt, nicht wenig auf einander geeifert haben, doch ""7- §„shier der bessere theil der Gelehrten für den Euripidem i.Asche"welchem sonderlich für das gemeine leben und den pA"stand weit mehr zu erlernen ist, als aus dem Sophocw^ chjssonst irgend einem ImgiL». Was das übrige lebenbetrift, so gieng er endlich entweder wegen der udlen "rung seiner weiber, oder der bösen nachrede derLoww ^an den Hof des Königs Archelai von Macedonrengrossen liebhabers -er Gelehrten, der ihn mit einercharge, auch sonsten zum öftcrn mit ansehnlichen gciu^jpe»beehrte, und als er bey ihm beynahe in dem 75- »osialters gestorben, prächtig begraben liesse. Die umM'seineni tobe werden auf unterschiedene art erzehlet - ^A^ber"'ge wollen, daß er von den Hunden, andere aber von ^ sey.auf die er niemals wohl zu sprechen war, zerrissen woDieses ist gewiß, daß Archelaus seine gebeine naA PA^ Egen ließ, ohngeachtet die Athenienfer selbige gleichrAbhabt hätten, als welche durch gewisse Abgesandten bey - sich