Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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f e n f e r

die provintz von Toulouse eine geraume zeit mit grosser klughertregieret hatte, ward er erstlich zum Vicsrio, und endlichzum General seines ordens crwehlet. Er gab sich viele muhe,die Spanischen ordens - leuthe zu reformiren, und bedientesich darinnen des raths des frommen Ludovici von Granada.Der König Franciscus I. ließ ihn einst, um eines gewissenUnfalls willen, der ihm begegnet, in verhafft nehmen, und»erbot ihm aus feinem kloster zu gehen. Einige halten da-für , die ursach dieser Ungnade sey die Superwrm Jeanne«lÄmboise gewesen, welche von dem Komge dahin gesetzetworden, Fenier aber ihrer wurde entsetzet hat, dieweil sie ihmin der bevbachtung ihrer vAens - regeln nicht richtig und zusaumselig vorgekommen. Er lebte also, in das Haus banmsi-ret, etliche jähre, hernach wurde er wieder, wiewol für einekurtze zeit, in die freyhett gesetzet. Endlich gab er den isul.an. i; ,8. seinen seist auf, und ward in dem kloster zu Toulou-se , so die Dominicaner daselbst haben, vor dem grossen altarbeerdiget, und mit einem epiwpluo beehret. IV. p. Kilt.vrä. krLä. c. 76. II. x. üb. IV. Lonv.

Tvl'oL an. I?Z8- n. ro.juli.

HenouiUet, (Petrus) war von Annecy aus Savvyen ge-bürtig. Nachdem er in Ooeioiem TlieoloZiT promovirt wur-de, legte er sich auf das predigen, und erhielte die freundschaffrdes Bischoffs zu Genf, Francisci äe Sales, der ihm in seinerViosce8 eine Pfarrey gab. Nachgehends erhielt er ein Canoni-«at zu Annecy, und als er einsmals nach Paris beruffen wurde,um in der Fasten zu predigen, gefiel er Henrico IV. so wohl, daßer ihn anfangs zu feinem ordentlichen Prediger, und nach dreyjähren zum Bischoff von Montpellier machte.

Hensonius, (Ioh. Baptist«) ein berühmter Rechtsgelehrtervon Faenza , lebte zu ende des XVI. ÜLculi. Die CardinäleOctavius Pallavicinus und Scipio Borghefe hielten sehr vielvon ihm, wie er denn durch des letzter» Vorschub ansehnlicheehren-stellen in der stadt Rom erlanget. Man hat von ihm sehrgelehrte anmerckungen über die municipal-gesetze gedachter stadt.

, pinac. k. I.

* kLK ä'OK, ( LkevallM äu ) so auch Lcui'er, clu Verü'Lrsent genennet werden, eine gesellschafft von 16. Edelleuthen,welche theils Ritter, theils schild-halter oder Scutigeri waren,und an. 1414. von Johanne, Hertzoge von Bourbon, in der Ar-che äs Mrre-Vame zu Paris aufgerichtet worden. Die Ursachedieser institutivn war, wie es bemeldter Hertzog sechsten bekennet,eine Dame, deren gunst er auf diese weise zu erwerben gesu-cht. Diejenigen, so in diese gesellschafft eintreten wollten,nahmen sich auch vor, ihren maitressen möglichst zu gefallenzu leben. Dessen ohngeachtet sollte dieser orben eine gottseligeeinrichtung bedeuten. Ein jeder Ritter dieser gesellschafft mü-sse an dem linckcn schenckel ein güldenes fuß-eisen tragen, soan einer ketten gehangen; die Lcmixeri oder Lcuwrs trugeneines dergleichen von sicher. Sie verbanden sich genau mitein-ander , und muste ein jeder von ihnen mit dem Hertzoge we-nigstens alle 2. jähre einmal in Engelland hinüber gehen, umsich zu ehren ihrer maitressen mit einem Enqelländer zu schla-gen. Sie waren mit einer streit-axt, speer, schwerdt, dolchen,und streit-kolben versehen, und gaben ihrem Widersacher diewähl, sich mit einem dieser gewehre , so er erwehlen wür-de, zu schlagen. Sie verpflichteten sich neben dem, ihre wapen inder capelle äs diörre-vame äs Orscs, wo sie sich in die ge-seüschafft zu begeben pflegten, abschildern zu lassen. Das or-dens-zeichen ihrer wapen war das fuß-eisen, so sie trugen,daran ein leuchter veste gemacht, oder vielmehr wurde es zueinem solchen gemacht, worinnen eine wachs - kcrtze beständigbrennen muste, bis auf den tag des streits. Dabey verbandensie sich auch, täglich eine messe zu ehren der Mutter GOttes hal-ten zu lassen, und so einer von ihnen sieghafft zurücke kam,muste er auf ewig eine tägliche messe und brennendes Wachs-licht stiften, und sich in obgemeldten Waffen dabey schildernoder auf andre weise abbilden lassen. Wann aber einer auSder Ritterschafft bey dem zweykampfdas leben verlohr, so hiel-ten sie demselben 17. seel-messen und gebäter, neben dem, daß fiein traur-kleidern seiner leiche beywohnen musten. Diese un-gereimte gesellschafft wurde dessen ohngeachtet in dem nahmenDer heiligen Dreyfaltigkeit eingesetzet, und St. Michael warder Patron. Sie nahm aber ein ende, wie sie es verdienet,dann ihr Großmeister der Hertzog von Bourbon gieng balddarauf zür bestimmten zeit in Engelland über, aber als einkriegs-gefangener, und muste also 19. jähre bleiben, und als einsolcher sterben, die ubngen Mitglieder liessen nach und nach ih-ren thörichten muth sincken, und zertrennten sich. N-Sar, bist.ckss oick. mon. tom. VIII. L. 55.

' waren gewisse feste, welche die Römer am 2l.febv. ihren Haus-göttern zu ehren zu feyren pflegten, wiewol sieOvidius den hin und wieder noch vorhandenen alten Römischencalendern entgegen auf den *7-mertz gesetzet. An diesem tagepflegten sie den andern göttern nicht zu opfern, und auch keineHochzeiten zu machen. Die darbey gewöhnliche ceremonien be-stunden darinnen, daß sie kleine gesehenere rns feuer warfen, so sienebst krantzen und sträußlein anzündeten, wie auch ewige speiseauf die gräber der verstorbenen setzten, allwo sie zugleich fchlacht-öpfer opferten, die hernach den armen ausgetheilet wurden. Die-se feste Hat bey den Römern Numa angeordnet. H/acwl-»", Ls-

fer

turn. Ilb. 1.0. rz. OvrH, Lst. üb. II. v. 54z. k'xffur Ac

in kersüs. *

Heran, ein kleiner ffuß in Savoyen, welcher von Beäuge»kommet, unter der brücke zu Alby durchpaßiret, und nahe beySeyssel ,n die Rhone fällt. *

Heravi, (Raimondus) ein Edelmann aus Provence undPrior von der Abtey St. Honorati zu Lerins, war um das Mrizoo. berühmt. Er hat unterschiedene schritten in versenterlassen, wre Nostradamus berichtet.

Ferchard I., der <>2. König in Schottland, folgte Eugen'»IV. an. , und bemuhete sich, die rechtmäßige regierung d'»nation in eine tyranney zu verwandeln, worzu er sich der »o»ihm erregten spaltungen und zwistiqkeiten unter dem Adel zu Udienen suchte. Allein, da dieser solches merckte, berief er 0'Reichs-Stände zusammen, und citirte ihn, vor denselbigen»»erscheinen. AIS er nun dieses nicht thun wollte, stürmte AAdel das schloß, worinnen er sich aushielt, mit gewalt, undte ihn vor gericht, da er dann, nachdem man ihn vieler »ero»chen und übelthaten, und unter andern sonderlich der Pela§'„Nischen ketzerey und Verachtung der taufe beschuldiget, ins S'fangnis geleget wurde, worinnen er sich selbst im 14. jährest'^regiernng entleibte. .

Ferchard II., der 54. König in Schottland, folgte DouUdo II., war geitzig,dem sauffen ergeben, und dabey über allem»'sen grausam und gottlos. Er ließ sich nicht damit begnEdaß er an fremden leuthen seine grausamkeit und bosheit au^ubrte, sondern ermordete auch seine eigene gemahlin,trieb mit seiner leiblichen tochter blut-schande, weswegen er »'bann gethan wurde. Als der Adel seinetwegen eine ReichsMjsammlung anstellen wollte, um ihn zu gebührender strafe zu ?',hen, verhinderte solches Colmann, ein Bischoff, und bat ihnmehr der göttlichen raache zu überlassen, wie dann auchin kurtzcm grausam über ihn ergangen, da er, nachdem erder jagd von einem Wolfe beschädiget worden, in ein sieberund zuletzt von den läufen so übel zugerichtet wurde, daß er UV.diglich verderben muste. In dieser kranckheit erkannte er Wfünde, und jagte, daß er nach verdienst also gestrafet würde, mer Cvlmanns rath nicht folgen wollen. Da ihn bemeldterschoff mit der Hoffnung auf GOttes gnade und barmhertz'U,wenn er busse thun wurde, tröstete, ließ er sich in einer Dwmit einem schlechten kleide angethan, herum tragen, beka»'also sein verbrechen öffentlich, und starb an. 668 . im - 8 -seiner regierung. ^

* Herdinand, oder Fernand Gonzales, erster GrasACastilien, lebte um das jähr y;c>. Mariana erzehlet, das ^preis eines Pferds und eines falcken, welche er einem KonE»y,Leon verkauft, so groß gewesen, daß, da dieser es nicht zulen gewußt, er Ferdinands Castilien dafür hat geben ^

Garcia Ferdinanves bekam die Grafschafft nach ihm,942. bis 990.

uirt

Ferdinand Lopez äe Castaneda, ein Portugiese, lebte"»das jähr 1540. Er begleitete seinen vatter in Indien, wom'.;,sich als erster Königlicher Richter verfügte; nach seiner ^kunft ließ er eine reise-beschreibung davon ausgehen, unter »litul: Historia äs ckelculnamento e conguiffs clslos kortuguekes. In dem XVI. Lculo wurde diese v"von Nicolao äs Grouchi aus dem Portugiesischen in das^zösische übersetzt. An. i;;;. ward sie von Vascosan zu vund an. 15 54. von Stealsio zu Antwerpen aufgelegt.

Römische Raffer und Ertz--Zertzoge von

Herdrnandus I., ein söhn Philippi I. in Spaniener mit Johanna, Ferdinandi Lstliolici, Königs in ov ^ v.erb-tochter, gezeuget halte, und ein bruder des Kayftrs He-Er war zu Medina, oder wie andere wollen, zu A'calanares an. i;o;. den 10. mertz gebohren. Nachdem er m p zgnien unter anführung der berühmtesten männer den .^t,mathematischen und politischen wissenschajsteu v^eN

den

wissenschajsteu

brachte man ihn unter aufsieht Gabrielis Salamanca, " ge-er nachgehends zum Grafen von Ortenburg in Kar»»

macht, nach Teutschland, allwo ihm an. i;2i. in der w

von seinem bruder Carolo V. die Lochteutsche prov'»^.^ Mgeräumet wurden. Hierauf vermahlte er sich mu H»' gridnigs Uladislai II. (IV.) in Ungarn und Böhmen toU^ön^bahnte sich dadurch den weg, die künftige besitzung v^Me e»reiche Ungarn und Böhmen desto gewisser zu erhalten. ^ M-denn nach der bey Mohatz an. 1526. gehaltenen schlE' j„ il"-cher seiner gemahlin bruder Ludovicus, welchergärn und Böhmen war, das leben, ohne leibliche ^ . sti»hinterlassen, vcrlohren, von den Böhmen den 24. jevr.genden jahrs mit grossen solennitäten zu Prag zu wrc>gecrönet wurde. Allein mit den Ungarn, deren ^" ^ Siebe^

sich an Jvhannem,Grasen von Zips und Woywoden '"^ge ^bürgen, gehanget, um ihm den Ungarischen Hron « ^ssewbringen, wollte sichS ohne weitläuftigkeit nicht wu' MnFerdinandus nun, welcher sein recht jowol auf den»- ^1

dem Kayser Maximiliano und dem Könige Ladislao m

an. 1491- aufgerichteten vertrag, vermittelst dessen » -männlicher erben das Oestcrreichische Haus fuccevrerals auch auf seine gemahlin gründen konnte, g'en- u»