448
f e r
sich anfänglich sehr schlecht anließ, erhielt er doch in selbigemvon Spanien fowoi, als den Catholischen in Deutschland, in-gleichen von Chur-Sachsen, welches man wegen der religionversichert hatte, stattliche hülste, mit welcher er die Bohmenunters loch brachte, worauf fich denn nach und nach die übrigeerb-landc und an.iü-l. Ungarn zum zwecke gelegt. Zivar regtefich Bethlen Gabor, der bey der Vereinigung nnt den Bohmenzum Ungarischen Könige aufgeworffen worden, an. 162;. vonneuem, verglich sich aber auch innert wenrg Monaten. Indes-sen zog sich die kriegs-unruhe unvermerckt über Deutschland, in-dem der rest von des Pfaltzgrafen volckern durch die Kayferli-chen in den Teutschen provmtzen verfolgt ward, wobey sich die-se nach und nach gewaltig ausbreiteten, so, daß der Nieder-Sächsische kreis eine Verfassung sich zu vertheidigen machte, in-dem man die anschlüge der Oesterrerchischen partey wohl merck-te, zumal auch die an. 162;. auf einem sogenannten Chur-und Fürsten-tage zu Regenspurg, dahin der Kayser nur die,so er ihm wohl geneigt wußte, beruffen hatte, fast eigenmäch-tig geschehene Übergebung der Pfaltzischen Chur an das HausBayern vielen die äugen auftyat. Nun dämpfte zwar damalsder Kayser das Nieder-Sächsische vornehmen bald, weil abergleichwol die Kayserliche immer weiter um sich griffen, verbun-den fich diese an. 162;. durch anregung des Königs vonDäne-marck aufs neue, jedoch mit schlechtem glück. Denn an. 1626.ward der Konig von Danemarck aufs Haupt geschlagen, und da-mit hatten die Kayserliche» überall gewonnen spiel, welche auchvon der zeit an sonderlich ihren sinn verriethen, indem sie alleStände schuldige und unschuldige ohne unterscheid mit einquar-tierungen und durchzögen ihrer muthwilligen solbaten preßten,und in Teutschland eben fowol, als es vorher in den Kayserl.erb-landen wider das dem Churfürsten von Sachsen gegebeneWort und ungeachtet seiner verbitten geschehen war, mit gewaltzu refvrmiren anfiengen. An. 1628. und 1629. stieg diese ge-malt aufs höchste, da der Kayser mit Danemarck friede bekam,die Hertzvge von Mecklenburg unerhörter fachen ihrer länderentsetzte, selbst das Haus Sachsen, so es allezeit mit ihm gehal-ten, zu kräncken anfieng, mit hindansetzung aller Reichs-verfas-sungen durch die seinigen verfahren ließ, die gründlichsten Vor-stellungen in wind schlug, und endlich das bekannte restitutions-edict heraus gehen ließ, vermöge dessen den Protestanten aufer-legt ward, alle nach dem Passauer vertrag in ihre Hände gekom-mene güthet wieder heraus zu geben. Zwar ward an. i6;c>. vondem Kayser ein Collegial-tag zu Regenspurg gehalten, unter demschein, daß man daselbst berathschlagen wollte, wie diesen be-schwerden allen abzuhelffen sey. Es ward auch auf demselben,weil die Catholischen Stände selbst den Kayser weiter nicht, alszu Unterdrückung der Protestanten, Mächtig wollten werden lastsen, so viel ausgerichtet, daß der von Wallenstein, durch dessenHochmuth eben die nnbilligkeit wider die Stände und der un-aussprechliche muthwille des kriegs-volckes so überhand genom-men hatten, seiner dienste erlassen, und überdem noch eine gewis-se anzahl der Kayserl. völcker abgedanckt ward. Ingleichen stif-teten die Churfürsten bey dieser Versammlung frieden in Italien,allwo sich der Kayser den Spaniern zu gefallen an.1629. wegender Mantnanischen erb-fvlge gegen den Hertzog von Revers unddie demselben beystehenden Franzosen in einen krieg eingelassen,und durch die seinen die Haupt-stadt Mantua hatte erobern las-sen. Allein, wie der Kayser bey bemeldtem Collegial-tage nichtqäntzlich seinen zweck erhielt, indem die Churfürsten von einerRömischen Königs-wahl nichts hören wollten, welche von demPäpstlichen Nnmio, dem Spanischen Gesandten und dem Für-sten von Eggenberg, gleich als ob es ohne mitwissen des Kay-serlichen Hofes geschähe, aufgeworffen ward; so ward auchauf demselben an der haupr-sache, daher alle Unordnung imReiche entstund , kein sonderlicher rath geschafft, inmassen, un-geachtet aller gethanen Versprechungen, die übrige Kayserlichearmee doch noch immer mit Unterdrückung der Reichs-Sländefortfuhr, die Reformation mit gewalt trieb, und die Oesterrei-chischen so übermüthig waren, daß sie sich mit allen feindenbald fertig zu werden getrauten, gestalt denn der Kayser bey ver-nommenem einbruch der Schweden in Pommern soll gesagt ha-bcn: wir haben wieder ein kleines feindle bekommen.Aus diesem allem entstund nun der blutige krieg, der erst durchden Munstersschen friedens-schluß geendiget worden. Es kamnemlich der Konig von Schweden, zu Hemmung der Oesterrei-chischen macht, nn junio an. i6;o. in Pommern an, und ob-wol die Kayserliche nirgends vor ihm bestehen konnten, faßteman doch an des Kaysers Hof aus zuversicht zu dem bisherigenglück solche rathschlage, daß die Protestirenden, und vornemlichChur-Sachsen, wider ihren willen gezwungen wurden, sichmit dem Konrge m Schweden zu verbinden, worauf die Kay-serliche armee an. 16; r. auf das Haupt geschlagen wurde, undFerdinandi fachen etliche lahre nach einander sehr zurück gieri-gen , indem die Protestanten überall , auch so gar zum theil,n den Kayserlichen erb-landen, den merster spielten, bis sich nachder an. 16,4. erhaltenen schlacht bey Nordnngen, und dem an.i6^. mit Chur-Sachsen geschlossenen Magischen frieden, wel-chem unterschiedene andere Stande beytraten, sein gluck einigerMassen zu erholen schien, indem die Schweden mit ihrer par-tey dadurch ziemlich ins enge gebracht wurden, und die Kay-serlichen kräffte so empor kamen , daß sie auch den Franzosen,welche nun öffentlich mit den Schweden
kriegen Mengen, gewachsen waren,
gegen den Kayser zuindem sie an. rü;;. und
f e r
selbige nicht allein von dem einfall in Deutschland abhitt^ten, sondern auch jhre anschlage in den Spanischen Nre««'landen hemmten, und sie in Burgund, Champagne und «^Picardie selbst heimsuchten. Man meynt auch, wenn der KUserliche General Gaüas bessere anstalten zur Unterhaltung « 5 ,armee gemacht hätte, so würden sich die Kayserlichen inreich selbst haben veste setzen können. Bey dem allen nahm Adoch in diesen letzten Zeiten der regierung Ferdinandi II- Aelend in Teutschland über die Massen zu, da nicht allein der rrnvüberall wütete, sondern auch pest und entsetzliche H""E^noth verschiedene kreise hart mitnahm. So litte auch das ^sterreichische glück an. i6z6. durch den Verlust der schlacht «^Witstock wieder einen gewaltigen anstoß, und meynt man, «'.Kaysers bisher geraume zeit empfundene schwachheit sey.«"Uden darüber entstandenen kummer todtlich worden. In M«^meldtem jähre hielt der Kayser wieder einen Collegial-tagRegenspurg, bey welchem er auch in Person zugegen war, «denn theils von der wähl eines Römischen Königs, theils ««,.stiftung eines beständigen friedens in Teutschland gehan^.wurde, indem sich der Papst zum mittler zwischen Fraucrce^und Oesterreich erboten, und deswegen eine zusammentu«'zu Cöln gehalten haben wollte, von den Schweden aber «^Holländische Gesandte Hoffnung gemacht hatte, daß sie.'Uwol zu Prag oder Wien in friedens-handlung einlassenten, aufweichen fall die Spanier gelb herzuschiessen vmpi-chen , um den Schweden genug zu thun, wiewol endlich «'se anschlage zerfielen, indem sich Franckreich und Schw««'.nicht wollten trennen lassen. Bey diesem Collegial-tage dra> ^insonderheit der Churfürst von Sachsen darauf, daß der K»'fer, wegen derer, so im Pragischen frieden ausgeschlossen w«,den, eine allgemeine amnestie zugestehen sollte, hattenem Gesandten befehl gegeben, ehe nicht zur Wahl zu Eten; weil sich aber die Brandenburgischen umstimmen ttemwurde dißfalls nichts erhalten, und hingegen, nach des U Lfers verlangen, dessen Printz Ferdinand zum Römischen K«"'Ierwehlt, und so bald gecrönt. Als der Kayser von RegenuM?.da er immer kräncklich gewesen, wieder zu Wien angela"Shat sich seine schwachheil dergestalt vermehrt, daß er den "febr. an. 16,7. todes verblichen. Er halte sich zweyrnalmahlt. Das erste mal an. 1600. mit Maria Anna, einerrischenPrintzeßin, von welcher er 2.Printzen, nemlichjeuNachfolger im Reich, Ferdinandum und LeopolduMmum, welcher verschiedene Bißthümmer und des Teutsche"-^dens Hochmeisterthum überkommen, nebst zweyen PruEvnen, Maria Anna, Churfürst Maximiliani in Bayer»,Cäcilia Renata, Königs Uladislai IV. in Polen gemakM,terlassen. Die andere gemahlin, die er sich an. 1622. deE Aewar Eieonora aus dem Hause Mantua, mit welcher er' Mkinder gezeugt. Er war ein tugendhaffter Herr, und so"«/ nie-der Mäßigkeit sehr ergeben, von ernsthaffter und strenger ^müths-art, hatte sich von jugend aufdie Spanischengefallen lassen, dadurch er auch eben auf die zu einerschränckten herrschafft zielende Unternehmungen sollbracht worden. In seiner religion war er sehr eifrig,dabey der Geistlichkeit viel gehör, die ihn zu deren geivzE'^ausbreitung veranlaßte, nvie man denn insonderheitBeicht-vatter und Hof-Prediger, k.Lamormanneuudgärtnern schuld giebt, daß sie den nutzen der vielfältige"/.^theil von seinen eigenen Räthen geschehenen Vorstellung«" "Msdes Unwesens in Teutschland und wegen des restitutio"«/ h,osgehindert. Wobey sich die beyden Herren ksires gar sey«gegeben, daß sie mehr für den nutzen und die erheblE.Lhlvrdens, als für anderes qesorget, weil fle bey erhaltenemvon restituirung der geistlichen güther allen fleiß angew/ Mdaß solche >a nicht so fast den alten orben, die solchevvr der Reformation besessen hatten, sondern denjenigen'che der kirche am meisten nützlich wären, das ist, denJesuiten, eingeräumet wurden, wovon in dem ütlro mexorä. 8. keriedicti und Ilorco Lrusisno, beyde V0M k-nem gelehrten Benedictiner, verfertiget, ohne jetzt voll uzu melden, ein mehrers zu finden. Zu geistlichen Wuns .^iter, wie man aus einem an L-iraKe 6erm. sacc. reit. bM«" «eit-Verzeichnis sehen kan, grosse summen angewendet. 0»'vertreib bestund in der muflc und vornemlich im g«?
nen er «»ermüdet gewesen, und soll er von demdurwfällten wilde ein ordentlich register gehalten, und solches A-dem Churfürsten von Sachsen zugeschickt haben. V?
rom. I. II. III. Ludolphs schau-bühne, com. I. u-s,^grir-
<Ie rekus 8uec. Üb. I-VIII. biüor. nostri «f
6eiman. Hcra rellsurSk. äe ^ ^ 4.
keräinsnäi II. biK. 6ermsn. univ. ?. II-
regimmis keräillsnäi II. * ^
Ferdinandus III. , ein söhn Ferdinandi II-, de"Bayerischen Printzeßin, Maria Anna, gezeuget, war« zuden i z. jul. zu Grätz gebohren. Er wurde von Mge« Md«/'künsten und wissenschafften angehalten, wie er dann ' wheil unterschiedene sprachen vollkommen reden lernen,der Mathematik eine gute fertigkeit erlanget. .^ 5 ' miew^/?de er zum Könige in Ungarn erwehlet und gecronn,bey der wähl vielfältige schwierigkeiten gab, B
diesen punct aus lauter mißtrauen gegen diedenen damals noch gar säuberlich verfahren werv pE