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der Schwedischen Compagnie zu bauen angefangen, und Caro-lusburg genennet worden, nach vielen streitigkeiten aber zwi-schen den Schweden, Dänen und Holländern an die Engellan-der kommen. Endlich Friedrichöburg, welches gantz nahe anCabo Corso liegt, und an. i6;y. von der Dänemärckischen Com-pagnie ist angelegt worden. Das gantze land Fetu ist gegen dersee mit hohen bergen und stein-felsen, auch tiefen thalern ange-füllet ; der gründ des erdreichs ist gantz dürre, voll sandes undkleiner steinlein, dabey aber doch fruchtbar, indem er verschie-dene fruchte, bäume und erd-gewachfe hervor brmgt, auch einedoppelte erndte qiebet; die luft aber ist sehr ungesund, und kön-nen sonderlich die ausländer selbige nicht vertragen. Die ein-wohner find schwartze Mohren und dabey gotzen-diener. Siehaben einen König, welchen sie Ohm nennen, der aber in ge-meinen land-sachen nichts vor sich allem verordnen darf, wennnicht die vornehmsten des Reichs und des volcks solches gutheißen. Ihre krieges-waffen sind musqueten, welche sie vonden Europäern bekommen, bogen, säbel, spieße, schilde,schirm-hauben, und breite gurte! um den leib. Müllers beschr.der landsch. Fetu. VOMZS äs Luinee.
* Ketzer, (Magnns) war zu Altorff den 14. dec. an. 1614.
gebohren. Sein vatter hieß Matthäus. Seine schul - studientrieb er auf dem Nurnbergischen L^mnasto so wohl, daß erjm 17. jähre seines altcrs an. iszi. die akademischen studien zuAltorff anfangen konnte. Wegen einfallendem kriege gieng eran. i6;z. nach Straßburg, ward daselbst an. i6;6. pro Oo-Äorstu eraminirt, nachdem er vorhero äs Logs Loä. ?a-miliiL ercisLUlicllL disputiret, besuchte hierauf Franckreich, Hol-land und Engelland, und wurde bey seiner ankunft an. i6;y.DvLkor,surl8. An. 1646. wurde er zu einem Msssor im Stadt-Gerichte zu Nürnberg erwehlet, an. 1650. aber wieder davonentlassen, und davor zum Consulenlen gedachter stadt ernennet,auch zu andern stellen befördert, besonders aber zum kraMncella.rio der Academie zu Altorff bestellet. Endlich starb er den i febr.an. 1692. Mit seiner frau, einer gedohrnen Dillherrin und ver«wittibten Vogelin, hat er verschiedene kinder gezeuget, und un-ter denselben ?. söhne, deren Magnus, Joh. Paulus unb Chri-stophorus Magnus ansehnliche stellen in Nürnberg bey seinem to-be bekleideten. vlt. krocLncell. Hcaä. LItorf. p. 70. logg.
* 8eu, f Franciscus) ein Französischer Plieologus, war zuMaßiac in Auvergne an. i6zz. gebohren. Nachdem er an. 1667.zu Paris voäkor worden, legte er sich mit allem steiß auf die Ln-tiguitarss LccIe6küicL8, und verfertigte zu seinem eigenen ge-brauch aus den scrtbenten der ersten sechs lLLulomm eine kir-chen-htstorie. Er stund anfangs als Inkormstor bey dem AbtColbert, und als dieser Ertz-Btschoff zu Rouen wurde, machteer ihn an. ,686. zum Pfarrer von St. Gervais. Weil er dabeygute ruhe hatte, fieng er an ein 8Msma Iksologicum zu ver-fertigen, wovon an. 1691. der erste, und vier jähr hernach derandere theil heraus gekommen; die übrige aber durch seinen den26. dec. an. 1699. erfolgten tob unterbrochen worden. O«dlbl. ecclek. äu XVII. üscle.
Fevardentms, oder Fevardent, (Franciscus) ein be-rühmter Barfüsser-Mönch, und DoÄor der Universität zu Paris,war an. 1541. zu Coutance in der Unter-Normandie gebohren.Er stammte aus einem guten adelichen geschlecht her, und hätteein reiches erbe zu hoffen gehabt, wo er nicht den geistlichen standerwehlet. Er war nicht allein den Protestirenden auf das äus-serste gehäßig, sondern auch seinen eigenen glaubens-genoßen,wenn sie seine meynung nicht billigen wollten, davon Suarez,( welcher den betrug entdecket, den er zu beweisung der unbe-fleckten emvfängnis der Jungfrau Mariä in anführuiig einer ein-geschobenen paffage aus dem Cyrillo begangen , indem er dieWorte Jodoci Chichwväi, welcher sich unterstanden hatte, denLommenwlium Cyrilli über den Evangelisten Iohannem in denverlohrnen theilen zu ergäntzen, an statt der Worte Cyrilli ange-zogen ) die probe geben kan. Denn wiewol Suarez die bestenWorte von Fevardent gebrauchet, so bemühete sich dieser darauf,zur raache, aus allen schriften des erstem fehler zusammen zusuchm, und ihm solche in der erneuerten ausgäbe des Jrenäi mitgroster ditterkeit vorzuwerffen, ob schon das meiste aufeinige nichtgar genaue oder sichere anzüge der blätter derjenigen bücher,so Suarez citirt, ankommen muste; welcher gattung fehlergleichwol von geringer Wichtigkeit, und mit dem, dessen Fevar-dent von Suarez war erinnert worden, in gantz keine verglei-chung kommen mögen. Er scheuete sich auch nicht, gecronteHäupter, als Henricum III. und IV. in predigten anzugreiffen.Endlich starb er zu Paris an. 1610. den 1. jan. Er ließ an.i-!7<;. und i?76stdle 5. bücher Jrenäi mit anmerckungen drucken,desgleichen verschiedene wercke wider die Reformirteu , darunterseine ssheomacma k/alvimltiLL, ferner einige Lommsntsrii überdie bücher der heiligen Schritt, Ruth, Esther, über ein capitelaus dem Hiob, über Jonam, über die Episteln Pauli an Phile-mon, des Iacobr, Petri und cMda; Hiitoirs äs Is konäation6s I'LAcks L Lbbays äu Mont 8. Nicksl, und andere mehr.
Lrltloo sscro lih. H- 0. 6. I)« bibl. äe8 klilkoir.
6e?rsnss. T'beaxb. cle k>oni8 SL malis librls.
cklck. äs fsripe. ecol. tom. I. p.;6o. kill. äs la lÜAus
x.295. Ott bitzl. äs8 autsur8 eccl. tom. I. p. 7z. 74. *
Feuchtwangen, lat. Hv8ropoli8, eine dem Marggrafen zuAnspach gehörige stadt, nebst einem Stift und einer Vvgtey,eine meile von DunckelsiM. Sie ist ehemals eine Reichs-stadt
gewesen, an die Burggrafen von Nürnberg aber erblick Agetreten worden, nachdem diefe erstlich dem Kaystr Carow r i.;c>oc>o. fl. und hernach dem Kayser Ruperto noch 20000. dar«vorgestreckt haben. Es hat auch ehemals ein adelich aesEI"dieses nahmens floriret, davon sonderlich Conrad und Siegi^zu mercken. Jener war um das
des
z jähr 1290. Großmeister ^Deutschen ordens , dieser aber um das jähr izoZ. HschrnE' ^Preussen. Der letztere soll öfters die Worte im munde gesuv ^haben, es schmecke ihm kein bissen, wenn er nichtein paar polnische, preußische oder pommerische 0«ren hencken lassen; zuletzt aber ward er rasend, und um?sich in ein feuer, worauf er kurtz hernach in grossen stWUje.seinen geist aufgegeben. 8«/!»,. krsoL. reäiv. Adels geograp"Spangenb. Adelsp. k. I. p- zo;. Cromers Poln. hist.
^euci, (Johannes äs) OLnomsus ke^larls des Augub^ordens in den Niederlanden , und nachgehends Abt zu Mow^ 'Eloy im Artois, lebte um das jähr i;zc>. Er wurde von 0Kayser Carolo V. zu seinem Rath ernennet, und schrie«. Achronick von den Foretiers, Grafen von Flandern. ^ .
^zeuer - und Wasser-probe, wurden in den mittlern ^ten bey den Teutschen, Franzosen, Engelländern, Sck,^,und andern Nordischen völckern, auch in Italien und S>el"-§wo die Teutschen oder Normannischen sitten eingewurtzelt - «Mittel gehalten , in zwerselhafflen fällen, da einer einesbrechens beschuldigt und nicht überwiesen war, die wahrW.'erforschen. Sie hiessen in der alten Sächsischen spräche or ^Ilum; welches Wort ohne zweifel aus oder Teutschen ^also formirt worden. Sonst aber nennte man sie ^uäiciuw uweil GOtt durch ein wunder die Wahrheit an den tag bn«»ingleichen?urZstionsm, oder krobstionem vulgsrem, zllw ^scheid der kurgationl8 LAnoniLL oder der proben, weicht ^geistliche Recht verordnete, und die in einem eyde beyMärtyrers grabe oder im gebrauch des heil. Abendmahls ven ^den. Bey der feuer-probe ward es also gehalten. Einses stück eisen » welches nach der unterschiedlichen wichtMtn pbeschuldigung, bald ein, bald drey und mehr pfund schw^''durch einen Priester mit einer gewissen formul geweyh'ward glüend gemacht, und derjenige, der seine unschuw ^Häupten wollte, muste solches mit blosser Hand etliche M ^weil, die dazu abgemessen waren, tragen. Vorher wack Mdie Hand mit weyh-wasser besprenget, davon er auch ln« ^muste, und durfte er nach dieser besprengung nichts mehr ,sich selbst nicht anrühren. Seine eigenen kleider muste er ^und eines Erorcisten oder Dlaconi kletdung anziehen.war es bräuchlich, daß man ein solches eisen in neun U»v xstücke zerschnitte, solche insgesamt gluend machte, ausem«legte, und die beschuldigte Person barfuß darüber gehen.Manchmal ward ihnen auch ein glüender Hand - sckuv ^ Mbgen, wiewol das etwas außerordentliches gewesen zu ssv"' x,jenet. Wenn nun diese Handlung verrichtet war, §5
Hände oder füsse eingewickelt und versiegelt, nach dreyen ' He-ader besichtiget, fand man sie nun nnbeschädiget, ward »7schuldigte losgesprochen, im gegentheil aber des aufgevw .„t-Verbrechens schuldig erkennet. Diewasser-probe gejw«v^r,weder mit kaltem oder mit heißem Wasser. Die kalteprobe bestund darinnen, daß die beschuldigten in ein gM.spro;fäß mit Wasser, welches vorher von den Priestern auch v'^olchen und zu dieser Handlung geweyht war, bisweilen auu,infliessenbesWassergeworffen, schwummen sie nun oven'.^,,,man sie vor überwiesen, tauchten sie aber unter, vorbig. Sie waren aber vorher gebunden, und ward v»»von jemanden gehalten, daß sie theils keinen betrug vorn^theils, wenn sie suncken, gleich errettet werden konnten,der herssen wasser-probe gieng es also her, daß derv ^digte seine blosse Hand in einen kessel siedenden und " MchGeistlichkeit besprochenen Wassers stecken, und aus er»einen stein, der hinein gehangen war, bisweilenring langen muste. Der stein hieng, nachdem ^' 1 .^v,nl>erf,gungen wichtig oder nicht waren, einmal tiefer als o«»so daß in geringen fällen die Hand nur bis an M ge-wichtigern aber, bis an den einbogen unter das w« ^steckt ward. Sie ward nachgehends auch verwtcke» ^ pMsiegelt, wie bey der feuer - probe, und nachdem m»" 'verlauf dreyer tage verbrannt oder unbeschädigt t«!. Mdem ward der beschuldigte losgesprochen oder verurM'diefe proben geschahen in der kirche, inaegenwartdeo^ xe»oder feiner bevollmächtigten, der weltlichen Ricks^ p„r!v
volcks, und musten sich die, so sie aushalten woM",-. MAfasten und durch den gebrauch des heil. Abendmahls ,1mit gewissen Verfluchungen gereicht ward, etliche'"
-arzu bereiten. Die kalte wasser - probe scheint btswe>' ^ ppvausser der kirche angestellt gewesen zu seyn. D/eie 'wasser-proben gehörten vor Personen von allerv« gper N-sonderlich aber vor die, die entweder ihres alterv,des - schwachheit halber, oder wegen ihres stsndes,bey geistlichen und ordens - Personen eintraf, den zw hM'so auch eine art der kurMioms vul8gri8 war,konnten. Ihren Ursprung haben diese proben ohne p ^ ^ peidem Heydenthum,aus welchem sie die ersten bekehrb-^^EHeyden nicht alle ihre gewohnheiten nehmen mockren' hnv'''ten, und nur mit einigen Christlichen ceremonien ver, , .
Es ist aber zu aller zeit von den Päpsten -„b per"