Band 
Dritter Theil. D - Ha.
Seite
506
JPEG-Download
 

zv6 f o i

vor Venedig erklärt hatten, ergaben sich hierauf den Franzost«wieder. Gasto gieng darauf alfobald wieder auf die Spanrerlos, um sie zu einer Wacht zu bringen, in welcher abstcht erRavenna belagerte, und als die Spanier dem orte zu hulffe eil-ten, kam es den n. apr. an. 1512. am Oster-tage zu einer grau-samen schlacht, worinn dieser tapfere Held, da er bereits den siegerhalten, durch seine allzugrosse kühnheit sein leben verlohr. Ersahe nervlich einen kleinen trupp Spanischen frrß-volckö, so sichlängst einem dämme noch in ziemlicher ordnung retlrrrte,obfchonsonsten ihre gantze armee auf der flucht war, und gar einigeGasconische soldaten, welche ihnen auf den leib gehen wollten,zurück gejagt hatten; da waltete dem muchrgen Herrn das ge-blüt dergestalt auf, daß er nur schrye: Wer mich liebet, fol-ge mir nach, und also ohne zurück sehen, wer ihm folgte, aufden feind anrennte. Wie nun kaum 20. reuter nach ihm kamen,der vrt auch gar enge, und für die pferde unbequem war, so em-pfangen ihn die Spanier mit ihren ausgestreckten Halleparten,und hieben feinem pferde die spann-adern entzwey, daß es mitihm niederstürtzte; da er dann, ob ihn gleich sein vetter Odetäs Foix aufs äusserste zu beschützen oder zu retten suchte, undden Spaniern zurufte, es wäre der Französische General undihrer Königin bruder, in einem augenblick unzehliche stiche em-pfienge, und nur im gesichte vom kinn bis an die stirne 14. wun-den gezehlet wurden. Er war damal mehr nicht als 24. jähralt, da er sein leben verlohr. L , lüü. bu-

äoviciXII. /or»«,. tÄr,/-

annsl. Lremon. sä an. 1447. *

Foix, (Odet) Vicomte von Lautrer, war ein söhn Iohan-nis von Foix, Vicomte von Lautrec. Er gieng sehr jung in denkrieg, und that sich darinn dergestalt hervor, daß er Marschallvon Franckreich und Gouverneur von Guienne ward. Bey dengeschicht-schreibern heißt er gemeiniglich der Marschall von Lau-trec. Er befand sich bey Ludwigen XII. in der eroberung vonMayland und Neapel an. 1499. Er commandirte an. 1512.in Bologna, und vertheidigte den ort gegen die Spanier, bis derrntsatz ankam. In der bald darauf folgenden schlacht bey Ra-venna aber empfieng er neben seinem vetter Gaston, und da erihm nach Möglichkeit das leben zu retten suchte, 20. wunden,und wurde vor todt auf der wahlstatt gelassen, hernach aberdoch wieder geheilet. Nach diesem zog er an.i;i;. unter Fran-cisco I. wieder nach Mayland, half dieses Hertzogthum erobern,und ward an. 1516. zum Gouverneur desselben verordnet, alsman den Connetabel zurück beruffen. Allein er machte sichdurch seinen Hochmuth und eigennutz bey den Mayländern über-aus verhaßt, inmassen er sehr hart mit ihnen verfuhr, undviele ins gefangnis warf, oder verjagte, und ihre güther ein-zöge. Sie schrieben ihm auch die Ungnade des Marfchalls Tri-vultio zu, und war er mit Ursache dran, daß die Mayländer an.1521. den feinden von Franckreich zu wieder-eroberung diesesHertzogthums allen Vorschub thaten. Er war einige zeit vor-her nach Franckreich gereißt, ward aber, als der krieg an. 1521.in Mayland von neuem angieng, das commando daselbst wie-der zu übernehmen befehlicht. Man versprach ihm dabey zwardas nöthige geld zu bezahlung der tronppen nachzuschicken, oh-ne welches er anfänglich nicht hatte reisen wollen. Allein erhatte die Königliche mutter durch die schlechte ehrerbietung, soer ihr erwies, und durch einige freyen reden von ihrem lebens-wanbel erzürnet, welche denn die abschickung des gelbes hinder-te, dadurch denn Lautrec ausser den stand gesetzt ward, seinenfeinden den köpf zu bieten, da ihn zugleich die Schweitzer ausMangel des soldes meistentheils verliessen. Man kan jedochauch nicht läugnen, daß er durch wiederholte grausamkeit wi-der die Mayländer, und durch eigensinn, aus welchem er, soein guter General er sonst war, niemals that, was andere gutfanden, und deswegen verschiedene Vortheile aus den Händenließ, selbst etwas zu seinem unglück beygetragen. In dem er-sten feldzuge muste er das gantze Hertzogthum räumen, daßihm fast nichts übrig blieb, als die citadelle von Mayland.Das folgende jähr 1522. nöthigten ihn die unter seiner armeestehende Schweitzer, welche wegen ausbleibendem sold undMangel der lebens-mittel kurtzum wollten, daß man dem kriegedurch eine schlacht ein ende machte, zu dem treffen bey Bicoque,welches er verlohr, und dadurch sowol, als durch den abzugder Schweitzer ausser allen Vortheil gesetzt ward, daß er dahernöthig befand nach Hofe zu gehen,allwo ihn zwar anfänglich derKonig gar schlecht empsieng, doch aber endlich seine entschuldi-gung, daß er kem geld gekriegt, muste gelten lassen , wie er dennm der that die schwurrgen soldaten durch sein zureden und durchaustheilung fernes stlber-geschrrres und bagaqe noch einiger mastsen bey grinsten erhalten hatte. Jedoch meynt man, daß seineschwester, die von Chateau-Brrant, des Königs maitresse, viel zufeiner aussöhnung und bedcckung der begangenen fehler beyge-tragen habe. An. 112;. beschützte er als Gouverneur vonGuienne die stadt Bajonne gegen die Spanier, die sie belager-ten, schlug vier tage nach einander ihre stürme ab, und nöthigtesie also, die belagerung aufzuheben. An. ^26. führte er die bey-den Französischen Printzen, die vermöge des Madrrtrfchen frre-dens, als geissel nach Spanien geschickt werden musten , an diegrentzen. An. 1527. ward er von dem Könige mit einer neuenarmee nach Italien geschickt, und dabey zum General-Capitaindes Hundes, der damals gegen den Kayser gemacht war, erklärt,wrewvl man ihn fast dazu nöthigen muste. Er war anfangs so

f 0 i

glücklich, daß er Genua, Alcxanbria, Paula und viel anW pAtze im Mayländischen eroberte, und an. 1528. wegen des Mten zustandes der Kayferlrchen armee in das Königreichlis und bis an die Haupt-stadt desselben durchdrang, vvgleich das geld,dessen er fehr benöthigt war,abermals nichtmacht ward. Diesen zug unternahm er auf ausdrücklich^ ^fehl des Königs, da es sonst besser gewesen wäre, dieMayland auszumachen. Allein die belagerung -er stadtpolis war seiner gantzen armee und ihm selbst unglücklich«erste stellete er die stich gar nicht zum besten an, daß errath aller kriegs-erfahrnen, welche riechen, der stadt rrnschrecken mit gewalt zuzusetzen, solche mit Hunger und durwbloquade zu bezwingen vornahm. Dann da er also etlE' hnate in einem lager sitzen blieben, rissen bey der grossenweil von den abgehauenen Wasserleitungen das wasserstehen geblieben, auch verfeind in das noch brauchbare wp-frucht geworffen, und dadurch beydes zugleich für die ^1,sen verdorben hatte, allerhand ansteckende strichen un"^^völckern ein, von denen er auch selbst überfallen ward, urw. ^an den 16. aug. des bemeldten jahres sterben muste - ^

aus Verdruß über den Übeln zustand seiner armee, den ' ^umsonst nach Franckreich berichtet, sich nicht aus demeinen gesundem und zu feiner Wartung bequemern ort "bringen lassen. Er ward zu Neapolis in der Arche von D,XuovL begraben, da ihm in folgender zeit Gonsalvus ijstrv'bus von Cordua, Fürst von Sessa, ein prächtiges grabnMdieser aufschrift setzen lassen: Oäcto l uoxio iKutrsco ^ fgi.vus keräinsnäus, bustovisi kilius, Loräuba, magm ^^vi nepos, cum sjus 06s , gu-rmvis bostis, in sviwbelli rortuns tulerst, live bonore jLcere comperisset, horum mistrisrum msmor, 6ai1o vuci Aispsnus krinceps?

Der König ließ ihm auch zu Paris in der Haupt-kircheprächtigen leichen-dienst halten, dem alle Printzen m ss ^ ^Iraner beywohnten, als es bey dem absterben eines D<mM -geschehen pflegt. Er war wegen seiner tapferkeit und rmo ^fahrung ein grosser General, aber dabey gllzu hochmutW^Z ersinnig, und von seiner Vollkommenheit so eingenommen, ^jchsichs vor einen schimpf hielt, eines andern rathe, wen» d. ^s.gut war, zu folgen. bistoir. äs r

Lspit. Lmnq. tom. I. * .

Foix , (Paul von) Ertz-Blschoffvon Toulouse, war ew.'^aJohannrs von Foix, Grafen von Carmarn und MaE^MCaupene. Nachdem er zu Paris die Lateinische undspräche erlernet hatte, legte er sich zu Toulouse auf 0"-- ^hc--gelehrsamkeit, welche er nachgehends an eben diesem vo ftr-te, und zwar mit solchem rühm, daß auch die krow""ne lectionen besuchten. Nachmals wurde er Parlemc»'zu Paris, in welcher zeit er auch verschiedene GesalwUnach Engelland, Venedig, und andere orte, mit grm

heil verrichtete. Er machte sich der Protestirenden reng' An-dächtig, als er nebst Arnolds Ferrerro, Anna Burg'^ ssandern Parlements-gliedern, im angeflehte Konrgs gi»behauptete, daß man mit den Protestirenden viel gr«H in»geschähe, umgehen müste, worüber er mit seinen cou,>gefängnis geworffen wurde. Als aber Henricusauf verstarb, muste es zwär Annas Burgius mit dem. 'zahlen, die andern aber wurden wieder in ihre er^ § ya»wurden eingesetzt, unter denen Paul Foix nachgeh^M"Ertz-Bißthum zu Touloust erhielt, und endlich ^ s si-cher Abgesandter zu Rom an. 1584. im Men jähre >^p,plgsters verstarb, wo er auch in der Arche des herlrgeu ^ ^mit grossem Pracht beygesetzet, und von Mureto mn hxMrede beehret wurde. Man hat nichts von ihm als e»"^ warwelche die listigen intrigrren der Römer entdecke». . groji''

bist.

lib«

ein vortreflicher Jurist, ein tugendhaffter mannkroreökor der Gelehrten, in orat. Ainev.

elvA. tom. II. c?«/ac-. in stcäicst. xinatitl.

XXII. äs vita üm üb. I. . »»>

Foix , (Petrus von) Cardinal, Ertz-Bifchoffvou ^0,,Vice-Legat von Avrgnon, war ein söhn Archambawr"ly, welchen er mit Elisabeth«, Gräsin vonte. Er begab sich in den Francistaner-orben, m'^jcheden göttlichen und weltlichen wissenfchafften so E«r-e W,greffen, daß er jedermans liebe auf sich zog. ' ekw^a.itäministrLwr der Bißlhummer Lefcar und Comlngund der Gegen-Papst Benedictus XIII. machte ")Nzum Cardinal, welche wurde ihm auch von der anv ^ ^als er sich von dem gedachten Papst gewendet/U^E^lw',,de. Hierauf befand er sich bey der wähl Papsts«" w LM,aufdem Loncilio zu Costnitz, und wurde an. » yer ^ten in Aragonren erwehlek, die noch ubrrge spar"' zumischen Arche zu dämpfen, welche Verrichtung

andern mal mit erwünschtem fortgang "Ut M-Mchriw ,Nach seiner zurückkunst begab er sich in sem Ech-^ ,s E'zArles, hielt an. 1457. ein Lvnciüum zu Avrgnoncher Nuntius, und starb daselbst an. 1464. nu 781". ' ToU'vu>alters. Von ihm. hat das LvHeZium koxmnumdaraus so viel berühmte leuthe, sonderlich wvir-entsprossen, seinen Ursprung, om-xz---. ^ osst-

l/el-k//. äs Lpilc. Llbsn. in kontik. ärel.- , ^L-

<L bist. äes Laräin.

* (Petrus von) mit dem beynayme