5Z4 fra
jahres bestätiget worden. An. 171;. im dec. starb der Chur-fürst Carolus von Trier, worauf die Lsnonici den 20. febr.1716. zu einer neuen wähl schritten / und unsern Printzen ein-müthig an dessen stelle zum Ertz-Bischoff und Churfürsten er-wehlten. Der Graf von Fuchs trug dazu nicht wenig bey,als welcher den n. febr. vorher als Kayftrlicher Gesandterdaselbst angelangt, und dessen Person bestens recommendirthatte. Der Kaiserliche Hof hatte über diese wähl eme nichtgeringe freude, zumal da bald darauf auch die Päpstlichedispensation anlangte, daß dem neuen Churfürsten erlaubt seynsolle, das Churfürstenthum Trier auf sich ereignenden fall mitdem von Mayntz zu vertauschen. An. 1717. nahm er denChurfürstlichcn tttul an, nachdem er sich desselben beständigenthalten gehabt. Es geschahe solches den 24. aug. zu Misse,da er durch dessen Ober-Hof-Marschali m dem vor - zimmerdeclariren ließ, daß er nunmehro den Churfurstlichen titul füh-ren würde, worauf von allen anwesenden Cavaliern, derGeistlichkeit und Regierung die gluckwünschungs-complimen-ten abgelegt wurden. An. 1728. im junio that er eine reisenach Wien, und im febr. nach Neuburg zu seinem bruder,dem Churfürsten von Pfaltz, von bannen er im may überFrancksurt und Mayntz nach Coblentz und von dar im octobr.wiederum zu seinem bruder nach Heidelberg gieng. An. 1719.den 27. april nahm er zu Trier die Huldigung ein, worauf erdie Ober-Hauptmanns-charge in Schlesien quitttrte, welcheder Kayser so dann dem Grafen von Schaffgotsch, unter demnahmen eines Ober-Amts-Dirscloris, ertheilte. Zu gleicherzeit gieng die rede, als ob derselbe auf Kayferliche Vorstellungden geistlichen stand verlassen, und sich mit einer Prtntzeßinvon Hessen-Darmstadt vermählen würde. Allein der ausganghat gewiesen, daß es ein »«gegründetes gerüchtc gewesen.An. 1720. den 14. decembr. langte er in begleitung des Prin-tzen von Hessen-Darmstadt zu Breßlau an, und nachdem ereinige angelegenheiten daselbst besorgt, gieng er von bannenüber Leipzig wieder nach Augspurg, allwo er sich mit seinembruder, demBischoff, unterredete, und so dann die reise nachseinen Churfurstlichen landen über Manheim fortsetzte. Anden Czaar schickte er den Baron von Waldeck, der in seinemnahmen als Hochmeisters des Teutschen ordens um restitutionderjenigen einkünften anhalten sollte, so dieser orden vor mehrals roo. jähre in Finnland , Estlanb und Liefland zu geniestsen gehabt. Man hat aber von keiner erwünschten antwortetwas gehöret. Im junio that er von Coblentz, als feinerordentlichen Churfurstlichen residentz, eine reife in das Emserbad, von bannen aber, nach geendigter cur, nach Elwan-gen und Manheim, wo er feinen bruder, den Churfürstenvon Pfaltz, besuchte, und von dar nach Ehrenbreitstein undCoblentz, allwo er in eine gefährliche kranckheit fiel, von derener aber bald wieder glücklich genesen. An. 1722. ließ er nichtnur die hingerissenen mauren der stadt Trier wieder aufbauen,sondern auch die Universität in ansehung des üuäii sturiäiciund lVleäiei, und einer htezu dienlichen öffentlichen bibliotheck,in mehrers aufnehmen bringen. Die folgenden jähre ist nichtsmerckwürdiaes von ihm vorgefallen. Er hat sich bald in Breß-lau , bald bey seinem bruder zu Manheim, bald zu Co-blentz und Ehrenbreitstein befunden. An. 1726. den 26. aug.ließ er durch den Comthur-Herrn des Teutschen ordens, denFreyherr» von Know, zu Wien den beytritt zu dem Wiene-rischen alliantz-tractat unterschreiben. An. 1727. that er einereise nach Mayntz, und hielte den 2;. novembr. mit unge-meiner pracht daselbst seinen einzug. Den 26. unterschriebund beschwur er nebst dem alten Churfürsten die unions-acte,so zwischen den sämtlichen Rheinischen Churfürsten geschlos-sen worden. An. 1728. den n. octobr. reisete er nach Mün-chen zu dem Churfürsten von Bayern, allwo er bis den 19.ejusriem den daselbst angestellten lustbarkeiten, als opern,comödien, thurniern, feuer - wercken, caroussellen, fchwein-hetzen, redouten und dergleichen, beywohnte, und so dann wie-der in seine residentz kehrte. An. 1729. in der nacht zwischendem 29. und ;o. jan. starb der alte Churfürst Lotharius Fran-ciscus von Mayntz, dessen Losäjmor er war. Weil er nunrmt der bedingung dazu erwehlt worden, daß er im fall der suc-ceßron m Mayntz das Churfürstenthum Trier resigniren sollte, sowunderte sich alle weit, daß er so lange verzog, sich von Co-blentz wegzuwenden, und das Churfürstenthum Mayntz inbesitz zu nehmen. Es gieng bereits das gerüchte, als wollteer beyde Churfurstenthümmer zugleich besitzen. Weil abersolches im Römlsthen Reich niemals statt gesunden, so kameme schuft heraus, darinnen die frag erörtert worden: Obein Churfürst zwey Churfurstenthummer zugleich besitzen kön-ne? Andere, die dieses nicht vermutheten, gaben vor, daßvermöge eines gewissen Iktuti das Dom-Capitul zu Mayntz,wann auch gleich ein Loschmor vorhanden wäre, die Legie-rung eine zeitlang fuhren muste; wieder andere haben sich ein-gebildet , es sey der Churfürst gesonnen gewesen, sich zu ver-mählen , daher er die Chur-wurde von Mayntz nicht anneh-men können. Allein alle diese muthmassungen sind unge-gründet gewesen. Dann den 6. apr. desselbigen jahres hieltederselbe zu Mayntz seinen solennen einzug , und nahm so dannvon dein Churfürstenthum und regierung mit gewöhnlichen ce-remonien besitz. Er hat den meisten Ministern und bedien-ten des vorigen Churfürsten ihre dimißion gegeben, und da-gegen die alten, die er als Churfürst zu Trier gehabt, be-
fra
halten. Sonderlich haben sich in seinem befolge beb ^ankunft befunden , der Oberst - Hofmeister von Stun/ MOberst-Cämmerer von Salsenhoffen, der Oberst-Stau«" aBaron von Großschlag, die Cammer - Herren Bar»Ridder, Baron von Schönen, Oberster von der ga»Aron von Wvlfseck, Baron von Sickingen, zwey ,jsvon Waltersdorff, der Graf von Baffenhcim, der A« Wvon Augellotti und der Baron von Hacthausen, sA"Beicht-vatter und Hof-Prediger und Cantzler vonund zwey Leib-Neäici, von Förster und Ledergerver-^ ^dem Churfürstenthum Mayntz erhielt er auch zug»em? p§sDirektorium auf dem Reichs - tage zu Regenfpurg, u gleichErtz-Cantzler-amt durch Germanien. Er'gerieth a^Mci-zu anfange dieserwegen mit Chur-Sachsen in einige Wechsel»ten, weil er wider die währender vacantz von ChuA-^chegeschehene Verwaltung des Reichs - DireAorii eine MVorstellung that, worüber der Königlich-Polnische unvSächsische Hof ein grosses mißfallen bezeugte, und e"" ilv-ndrückliche antwort darauf zu Regenfpurg aä k^cobringen ließ. Mit dem Könige von Preussen gerieth er» yjefalls in einige irrungen, weil er in der neuen vollmarver dem bisherigen Mayntzischen Comitial-Gefandten, yesvon Otten, ertheilte, sich den titul eines Lämimstmco ^Hochmeisterthums in Preussen beygelegt. Hierwider n l ya-der König genöthiget, nachdrücklich zu protestiren^stcdurch alle competemis fcyrlichst zu reserviern. Auc>' ErChurfürst kam mit einer gegen-protestation darwider« -.hielte sich nicht lange zu Mayntz auf, sondern that M> ycne reise nach seinem geliebtesten Breßlau, allwo M » jhiNdes octobr. der Graf von Kuffstein bey ihm anfandim nahmen des Kaysers das verfahren der SeviliM» - sict)ten vorstellen, und dahin zu bewegen suchen muste; „ desdas gesamte Reich Teutsch-patriotisch entschliessen rnow.Kayser bey einem erfolgten angriff mit gesamter Y" Mtheidigen zu helffen. Er vermittelte hierauf an. i 7 ?°' - Wk-eine zusammenkunft der 5. associirten Kreise , alsRheinischen, Oesterreichischen, Franckischen, Schw«rOund Ober - Rheinischen, die den 9. may zu Franat" EMayn ihren ansang nahm. Es ward auf solcher um Mtderm beschlossen, die associations-trouppen um einen gr..zu vermehren, und dem Kayser im fall der noth dam g ,11zu leisten. An. 17,1. den 6. sept. fand sich der Cd»" Ho-Wien ein, und ward von dem Kayser und seinem g«"^ch d«fe mit grossen ehren - bezeugungen aufgenommen' . ^e ^gantze zeit über, da er sich in Wien aufgehalten, m'i ^ Esinnliche weise divertirt. Den 4 octobr. reisete er von ^ AlN'der ab, und begab sich nach Schlesien in sein A währen«und Fürstenthum Breßlau. Das vornehmste, M.. yieseiner anwesenhett in Wien tractirt worden, bettli^^^ion-
Äionem krs^msticam wegen der 'Oesterreichismen ' Hx
Wie nun dem Kayser viel daran gelegen war, day' vondem Reich garantirct wurde, so könnte der CynrOAjcherMayntz, als DireNor aus den Reichs-tägen, als w» ^ tlchErtz-Cantzler allerdings hierzu viel beytragen. KL
auch unser Churfürst, als ein naher unverwandter -jMa,fers, daher sich auch derselbe gegen ihn besonders ^ soerzeigte. In dem 17;-. jähr fand sich derthringen bey ihm in Schlesien ein, nachdem er >.nach Holland, Engelland, Nieder - Sachsen und hMBrandenburg vollendet. Er ward von ihm m» w ^ Machtung aufgenommen, und bey seinem abschiede ^ heo>kostbaren degen beschenckt, wobey er sich diesernet: eS mögen Se. Hoheit damit die ehre,der ^e« xern>e^tion vertheidigen, und deren rühm unterstützenren helffen. Er bat ihn, er möchte geruhen, A xonE'jähr gegen den monat julii nach Breßlau wiederer iwenn er alsdenn wegen des Bißthums BreßlaU' ^ perjähr vorgestanden, sein jubiläum feyren wurde, ggjest s.,str selbst dem Churfürsten, da er das letzte mal jn pv,Wesen, zugesagt haben soll, sich bey solchem >ud" ^son einzustnden. Allein nicht lange nach des Her'- " jh« 7.^überfiel den Churfürsten plötzlich ein schlag-siuß' ^ ,
gestalt rührte, daß er nach wenig tagen in der «« gM' vjeldem 18. und 19. april dieses jahrs das ;e>mm,p ^jchl ^nachdem er sein alter auf 68. jähr gebracht, Er ^über zwey jähr als Churfürst von Mayntz regrer ^ ^oi>' ^vor seinem ende verordnet, daß sein corper "O HM .sondern ohne gepränge mit dieser schlechten jo»
Breßlau in seine neugebaute capelle begraben. ' ^
Hier liegt Franciscus Ludovicus, ern jun
Hertzog zu Braunschweig und ^"^^„chyrg^Franciscus, Hertzog zu Braunschweig und ^ O> 8 -
Glffhorn, war Hertzog Heinrichs des altem an-Margaretha, Churfürst Ernesti zu Sachsen mcm dMden 2;. nov. gebohren. An. 1-126. dechnd erlager Churfürst Johann Friedrichs zu Sachsen^ickli^^^el-angestellten turniere vortrefliche probengelegt. Vier jähr hernach war er unter denjenM^» sogen« Hche aufdem Reichs-tage zu Augspurg ^x cheilung ^ Hee-Augspurgische Confeßion überrecchten. -^^m dernem mrttlern bruder, Hertzog Ernesto, welwe pxmtzog Otto die regierung übergeben, bekam er 0