Band 
Dritter Theil. D - Ha.
Seite
540
JPEG-Download
 

540

fra

-Heilige und andere Geistliche:

St. Franciscus, von Aßise oder AM, der berühmte stifterdes Franciscaner - ordens , wurde zu Aßist, einer Bischoffllcher»stadt in dem Hertzogthum Spoleto , ohngefehr um das iahrn8i. gebohren, und legte sich in seiner jugend aufdrekauf-mannschafft, welcher profeßion auch fein vatter zugethan war.Allein um das jähr 1206. fand er bey sich einen heftigen trieb,der Welt abzusagen, und sich in den geistlichen stand zu begeben.Er suchte also die einfamkeit, und casteyete fernen leib so sehr,daß er davon eine gantz elende gestalt bekam. Sem vatter warhiermit nicht zufrieden, sondern bemühte sich, ihn mrt der schar-fe von diesem Vorsatz abzuziehen, und schloß ihn m ein gefangnisein; da er aber sahe, daß er nichts damit ausrichtete, führte erihn zu dem Bischoff von Aßisi, vor welchem er allen seinen vät-erlichen güthern renunciren sollte, welches Franciscus nicht al-lein willig that, sondern auch alsobald seine kleider und sogardas Hemd auszog, und seinem vatter wieder gab. Ungeachtetdieses etwas seltsamen anfangs bekam er doch bald viel anhän-gn, die nach seinem exempel eine freywillige arinuth über sichnahmen; wodurch er aufdie gedancken gerieth, einen eigenen or-den zu stiften, welches auch mit genehmhaltung der Päpste ge-schahe. Wie dann der Papst Innocentius III. auf dem kioncllloI.Ateranensl an. 1215. diesen orden approbtret, Honorius an.122z. bestätigt, und die folgenden Päpste mit vielen privi'egüsversehen haben. (Siehe Franciscaner.) Es wird auch berich-tet , daß ihm Christus die merckmahle seiner fünf wunden ange-drückt, welches aber von vielen Catholischen sechsten für keinenglaubens - artickul angesehen wird; ingleichen, daß er an. 1219.eine reise nach Orient gethan, die heiligen örter zu besehen, daer denn auch mit dem Sultan der Saracenen geredet, und sichbemühet, denselben zur Christlichen religion zu bringen, welchesihm aber nicht gelingen wollen. Von andern thaten und redenSt. Francisci, so etwas wunderlich scheinen zu lauten, ist nichtnöthig ein mehrers anzuziehen. Er starb den 4. oct. an. 1226.,und wurde von Gregorio IX. den 6. may an. i2?o. unter diezahl der Heiligen gesetzt. Bartholomäus äs Pisa hat einen tra-ctat geschrieben unter dem titul: scher cankormirsrum vlr-e kmn-cilei L virce felu Lkrlstl. Dieses buch soll um das jähr i;8y.geschrieben seyn, und hat gelegenheit gegeben zu einer andernschuft: Llcoranus kisncllcsnorum genannt, dessen Urheber Wi-der diese vergleichung sehr heftig tobet; es hat aber auch widerdiesen Henricus Sedulius, ein Niederländischer Franciscaner-Mönch, an. 1607. eine Widerlegung heraus gegeben, unter demtitul: äpologellcu8 säverlug Llcorsnurn krsncilcsnorum prolibro conkorinimtum. Im übrigen hat man auch von Francsscounterschiedene schuften : als Lxlüolss teäecim sä äiverlos ; üä-monicioneln sä omnes krztres cspit. 27.; Verbs sä HumIIitr-rem, Obeäiemlsm, Lr kstlentlsrnlnäucenüs; Opuseulum äeVers A perkeÄs sxetitia und andere, welche zusammen von Jo-hanne äe 1s Haye zu Paris an. IÜ4I. sind heraus gegeben wor-den. Ko»ave»rr,ra , in vits 8. krsnclscl In commen-

tsr. Über den Lonsventur. den er an. 1597. zu Antwerpen her-aus gegeben. , In estsl. Lulls-

rium. ^»ka»r«r. 14 ^aäär»Z. In snnsl. Ninor. tom. I. bist.

8erspk. 8p"»,/a». sä sn. 1208. feg. Lsovr«,. K

blbl. Ilmbrlcs. äe, Orär-e, /c/a«. *

St. Franciscus äe Paula , stifter des ordens Mnirnonnnoder der Minsten Brüder, war gebohren den 27. wart. an. 1416.zu Paula, einem städtlein in Caladrien, davon er den zunahmenbekommen. Seine eltern waren Jacob Martotilla, und Vien-na aus dem flecken Fuscaudi, beyde von schlechtem herkommenund vermögen, welche ihn bald dem heiligen Francisco 8erspbl-co verlobten. In dem rr. jähre seines alters nahm er den Ha-bit dieses St. Francisci an, im 14. begab er sich in die wüsten,darinnen erbrs in das 19- jähr geblieben, da er an. 14;;.wieder nach Paula gekommen, seinen orden angefangen, einekirche und kloster aufgebauet, und 12. fromme Männer in seineesellschafft genommen, welche sich in kürtzem also ausbreitete,aß auch bald zu Paterno, Spizano lind Coryliano in Calabriendergleichen Convente aufgerichtet worden. Hierauf that er einereise in Sicilien, und wurde wegen seiner frömmigkeit und wun-derwercke berühmt; auch sein angefangener orden an. 147,.vorn Papst Sixto IV. gebilliget. An. 1481. besuchte er den Ko-Mg zu Neapoli, und ward von ermeldtem Sixto zu König Lu-bovico XI. m Franckreich geschickt, welcher ihn zu sich verlanget,in Hoffnung durch seine vorbitte bey GOtt, von seinem elendenzustande befreyt zu werden. Von dar sendete er zwey seiner Re-ligiösen nach Spanren,den Konig Ferdinandum V. zu versichern,daß er wider dre Mohren vrctorisiren würde, schickte auch einigeseiner ordens - bruder zu dem Kayser Friderico III. nach Teutsch-land , verfertigte ferne ordens-regeln, darinnen er nebst den dreygewöhnlichen kloster - gelubden der armuth, keuschheit und desqeborsams, das vierte, nemlrch, die immerwährende fasttäglicheobsrrvantz, so in gantzlicher enthaltung vom fleisch, und allervom fleisch herrührenden speisen , an deren statt öl gebrauchtwird, bestehet, hinzu gefuget, welche der Papst Julrus II. den28. jul. an. 1506. approbiret. Worauf St. Franciscus äs Paulaan. i?c>7.im 91. jähre seines alters zu Tours gestorben, und an.i;i9. den r. may von Leone X., auf inständiges ansuchen Kö-nigs Francisci I. von Franckreich, canonisiret worden, dessen tagauch jährlich den 2. apr. geftyert wird. Die von seinem ordenwerden in Deutschland Paulaner genennet. Man. 1162. dieHugonotten die stadt Tours eingenommen, haben sie seinen cor-

fra

per unversehens gefunden und verbrennet. Die

. Die

München haben sein leben samt den ordens - regeln an»Sultzdach in 4.heraus gegeben.

bist. Ilb. VI. c. 9. 8po»ä«». in snnsl. sn. 147;. 1482- " '

St. Franciscus Lavierius, zugenannt der Apostel derdianer , war gebürtig aus dem Spanischen Navarra,dirte in seiner jugend zu Paris, woselbst er sich auch low» ^vor that, daß er erwehlet wurde, die Philosophie auf vreir §-

versität zu lehren. Eben an diesem orte wurde er mit ^.Wer-tio Lojvla bekannt, mit welchem er sich vereinigte den

i, daß er also einer der ersten Mitglieder om^pß

orden zu stiften, daß er also einer der ersten Mitglieder dies ,dens gewesen. Sie kamen nachgehends nach Rom, d» M,Paulus III.,aufbegehren des Königs in Portugaü Johanns,hstSt. Franciscnm Lavierium nach Ost-Indien schicktean ausbreitung der Christlichen religion zu arbeiten. Uhat er auch mit grossem eifer gethan, und dabey viel arv" . ^grosse gefahr ausgestanden. Wie er dann die Christlichezu Gva, auf den kästen von Comorin, zu Malacca, w Utückischen insuln und in Japan gepflantzet, auch eine growge der Heyden bekehret hat. Er starb aber den 2. dec. an.im 5;. jähre seines alters, als er eben in dem begriff warnteChina zu reisen, in welchem Reiche er eine grosse beSen Hst,das Evangelium zu predigen. Sein leichnam ist zu Gva^,Indien begraben. Seine mütze, die er bey lebzeiten gen » ^und die ein Portugiesischer Vice-König von Gva nach ;

gebracht, ist vor kurtzer zeit in grosse consideration gewn ^^

denn die Jesuiten, und sonderlich der Beicht-vatter derin Portugall aus dem Pfaltz - Neuburgischen Hause,, desPetri II. zweyter gemahlin, versicherten diese Königm, v ^ wche mütze eine ungemeine krafft hätte, die fraucn fruchtmachen. Sie bewiesen es daher, und sagten, es hatte -» ^ All-ein Indianer zu Goa den heiligen Tavierium angeruffe«» ^te ihm einen söhn von seiner ehefrauen geben; und da n > j„eine tochter zur weit gebracht, hätte er solche aus unwdie kirche getragen, aufden altar gesetzt, und dem He»W, M-lassen wollen, weil er, wie er sagte, einen söhn und m>f Fil-ter von ihm gebäten; ehe er flchs aber vermuthet,mal die tochter auf dem altar zu einem söhne worden. Mkmiracul erzehlten die Jesuiten der Königin, um ihre I« ^§,l-nur auf Tavierium zu setzen, wann sie einen söhn gevawte. Die Königin hatte auch hieran einen starcken glaiwrte die mütze des Heiligen, am tage der Mariä opftr »v> ^hcthat ein gelübde, dem Heiligen zu ehren zehen ftnertagsdie kirche der Jesuiten zu besuchen, welches eine ' girlE"hatte, daß sie in drey viertel jähren mit einem junge» ^ ^niederkam, der zwar gleich wieder starb, man legte es a Mdaß es geschehe, weil ihn der Heilige als seine erstgev»genommen hätte. Wie aber die Konigin nachmals wegene andacht fortsetzte, gab er ihr in dem folgenden >andern Printzen davor. Im gegentheil bcschenckte l»den Heiligen wieder vor die mütze mit einem schdu°»,^,nsie nach Goa schickte, da es dem todten leichnam anE> ^ Mer diesem einen Drinken haben. wo» . . .z M

de. So oft sie nach diesem einen Printzen haben wo» so»sie nur Laviern mütze auf, so ward sie erhöret. EM sauch die heutige Königin , des Königs Johamils v.thun, und blos allein dieser mütze ihren Printzen ^ Je-den ; daher sie auch den tag ihres opfers denselben, v-

juiten-Habit gekleidet, vorsieh beitragen lassen.setzte ihn an. 1619. unter die zahl der seligen, und Are». ^ f0^an. 1622. unter die Heiligen. Urbanus VIII. publlc>" ^ jhpei

genden jähre die bulle von seiner canonisatiowdarmm ^ M

nen Apostel der Indianer nennet. So hat maneinige schriften, als 5. bücher seiner briefe, einen W,»cena n».rc. Sein leben ist vonHoratio Turselino, Johanne^»^g sccw.David Bartholi beschrieben. <L K ^

80c. ,jes. , äsns Is vle äe 8. Xsvisr.

0a». bibl. L 5 ut-z>r««i , bist. 80c.

L'oro-- -/e Ions O. ?eäre II. p. 161. segg- «ugenaflÄ

Franciscus, kerrsrlenlis von seinem geburts-orte sibGeneral der Dominicaner, schrieb einen Lamm- hgi 1die 8ummsm 8. IKomT und viel andere tractate. ftoi»nen wd um das jähr 1528. gefetzt. ^e»vr,äe v-r.»

11 b. IV. LeFa/Mr». äe scrlpt eccl. >j«ro».

Franciscus , 8onn!u8 von einem kleinen dorfe So ^ahA,bant, feinem geburts-orte zugenannt, seinem gr>M' W»^^nach van den Velde , ein Bischoff. Den Pfarrer Wgschafften legte er zu Löven, darauf er voeiorMw^'

Jacob, wie auch Dom - Herr in gedachter stadt w»< ^

Philippus II. in Spanien, schickte ihn wegk am ^neuen Bißthummer in denNiederlanden nachNo», nenrv ^wohl sich aufzujühren wußte, daß er unter dle zav , ^

schösse aufgenommen wurde, auch anfangs 0» bHÄ'^esHertzogenbusch, und nach diesem das zu Antwerp ^^schieoebefand sich auf dem Lolloguio zu Worms wenigermit Melanchthone und Flacio conferirte. »"A^ent »n» 'seiner kirche gute dienste auf dem voneibo zu » ' ^ AnE^,nbis in sein spates alter geleistet. Er ist an.gestorben. Man hat von ihm : ce-

LkriäisnR ex Verba vel; äe 7. 8scrsmenti» , „^0^8 ;Lslvinlsn-e 8elä-e psr LeIZium lpsrlse bstms ^ »cklsmum seu Iniiltmionem Vlcre Lkriäisns:, üä

Llcsces» tu«; tzirerslsm säverlur riovordL t-o