;82
fri
Pommern durch sein gebieth in Polen rückten, zumal da sie selbstsorge trugen, daß seinen grentzen von ihnen kein schade gesche-hen möchte. Er erlangte auch das Privilegium cle noa sppel-lanäo in allen feinen Reichs - landen, und legte deswegen einOber - Appellations - Tribunal zu Berlin an. An. 170;. ließ erdie stadt Nordhausen, welche die dem Könige von Polen undChurfürsten von Sachsen abgekauften rechte nicht erkennenwollte, ingleichen, vermöge des an. i 7 «>> aufgenchteten Ver-trags , die Vorstädte und gebiethe der stadt Elbmg durch seinevölcker besetzen, mit welchem letzter» unternehmen die Schwe-den nicht übel zufrieden waren , indem es ihnen wegen eines indem lager vor Thoren mit unserm Komge geschlossenen tractatSoder bündnisses desto leichter siel, sich.des gantzen PolnischenPreussens und auch der stadt Elbmg selbst zu bemächtigen. Zuausgang diests jahrs mufte sich die Haupt - vestung Geldern nacheiner bloquade an die Preussen ergeben, welch? darauf, nebstunterschiedenen andern orten dieser provmtz, durch den Utrech-lisch - und Badischen frieden dem Haufe Brandenburg zugespro-chen worden. An. 1704. schloß er mit dem Fränckischen Kreis,sonderlich mit dem Marggrafen und der stadt Nürnberg, gewissetractaten, sie mit seinen volckern wider Bayern zu schützen, wel-che sich auch in dem treffen bey Hochstadt wohl hielten, vorheraber die Reichs - freyen allodial - güther des Grafen von Geyer,welcher selbige dem Komge einige jähr zuvor durch gewisse packnverschrieben, und sich nur die administrativ«, samt der Nutzungund vow, auf seine lebens - zeit vorbehalten hatte, besetzten, unddie Huldigung einnahmen. An. 170;. brachte er den Protesti-renden in der Pfaltz, welche seit dem Ryßwickischen frieden sehrin die enge getrieben waren, einige erleichterung zuwege, indemdie in seinem gebieth befindliche klöster, so er mit rcpressalien be-drohete, ihr äusserstes thaten, einen gütlichen vergleich zuwegezu bringen. Gleicher gestalt sorgte er auch vor die Reformirtenzu Rheinberg, welchen ort er an. 170;. aus Französischer ge-walt entrissen hatte. Übrigens besetzte er mit emwilligung desMarggrafen von Bayreuth dessen vestung Blassenburg , undrichtete mit dem abgetheilten Marggrafen zu Culmbach tracta-ten auf, worinnen derselbe dem Könige sein erb - recht auf dasMarggrafthum Bayreuth, nach abgang der regierenden linie,gegen eine jährliche pension und sitz zu Weverlingen abtrat. An.
1706. ließ er hin und wieder an seinen grentzen pfähle aufrich-ten , woran das Preußische wapen zu sehen war, und verur-sachte dadurch, daß die damals in Sachsen einbrechende Schwe-den seinen landen nicht den geringsten schaden zufügten. An.
1707. kaufte er von dem Grafen zu Solms die Grafschafft Teck-lenburg vor zooooo. thaler, und erhielt auch das souveraineFürstenthum Neufchatel und Valengin, worzu er sein recht vonder Nassauischen nachkommenfchafft herführte, durch freyes ur-theil der Stände dieser beyden landschafften, ungeachtetFranzösischer seits gar heftige bewegungen darwider geschahen,weil das Fürstenthum nun schon einige hundert jähr durchFranzösische besitzer beherrscht worden. An. 1708. schickte ernebst andern Directorn des Nieder - Sächsischen Kreises seinetronppen vor Hamburg, um die zwischen dem Rath und derbürgerschafft entstandene unruhe zu stillen, von denen ein theilgutwillig in die stadt genommen, und die übrigen auf ersuchendes Hcrtzogs von Schwerin in das Mecklenburgische verlegt,auf anhalten der Ritterschafft aber wieder abgeführet wurden.Zu gleicher zeit nahm er mit genehmhaltung des jetzt - gedachtenHertzogs, ohngeachtet der protestation des Hertzogs von Stre-ich , den völligen titul von den Mecklenburgischen landen an,um seine expectantz desto vester zu machen. An. 1709. traf ermit der stadt Cöln am Rhein einen vergleich, worinn der voneinigen studenten an seines Residenten Hause verübte unfug ab-gethan , und demselben gestattet wurde, seinen gottesdienstfrey zu üben, wowider ein Päpstlich öreve zum Vorschein kam,welches den König veranlaßte, sich bey dem Reichs - tage heftigdarüber zu beschweren. In eben diesem jähre brachte er die bis-her getheilte Rathhäuser der residcntz - städte wieder in eins,und half dadurch vielen Unordnungen ab. Den Cron - Printzließ er der campagnc in den Niederlanden beywohnen, da unter-dessen die Könige von Dänemarck und Polen auf den schlössernum Berlin herum prächtig tractirt wurden. Mit dem Czaarhielt er zu Marienwerder eine Zusammenkunft, und verhütetedadurch em kriegs - feuer in Teutschland, indem die Russen völ-lig entschlossen waren, den Schweden, die sich durch Hinter-Pommern aus Polen retirirt hatten, auf eben diesem wege zufolgen. An. 1710. gieng er nebst seinem Cron - Printzen nachLeipzrg, und unterredete sich mit dem Könige in Polen ; dasfolgende iahe aber msete er nach Holland, einige Puncte wegender Oramschen erbschafft abzuthun. Ob nun wol die Unterre-dung Mit dem Statthalter Johann Wilhelm Friso durch diesesletzter» unglückliches ende unterbrochen wurde, soll man sichdoch provistonaliter vereiniget haben, daß der König, was erdamals besaß, behalten, einiges von neuen bekommen, und we-gen des noch streitigen jährlich em gewisses geld empfangen, dieNassauische Wittwe hingegen das übrige gemessen solle. Endlichstarb er an. 171;. den 2;. febr. und wurde den 2. may sehr präch-tig beerdiget. Er hat drey gemahlmnen gehabt: I.) Elisabe-tham Henricam , Landgraf Wilhelmt VI. zu Hessen - Casseltochter, welche ihm an. 1680. Louisen Dorotheam Sophiamgebohren; 2.) Sophiam Charlottam, eine tochter Ernesti Au-gusti, Churfürsten zu Hannover, mit welcher er zwey Prtn-tzen gezeuget, davon der erste Fridericus Augustus an. 16«;. ge-
fri
bchrea, und an. 1686. Morden, der andere aber,Wilhelmus, gebohren an. 1688., den Königlichengen; Sophiam Louisen, Hertzogs Fridericl zupaß erbürg in Grabau tochter. Übrigens muß man bekenne'" ^itsein land durch allerhand löbliche Verfassungen m ewbessern stand gesetzet, als er es gefunden. Er tumprächtigen staal, unterhielt jederzeit eine zahlreiche armewar zugleich ein freund der Gelehrten, wie davon urm ,sstii-die aufrichtung der Üniversität Halle, die Societät der
schafften, und die Ritter - Academie zu Berlin zeuge» ^ ^
Lümgs Reichs - Archiv, pmr. h>ec. com. II. c-4-'^Miro-76. 86 . 9;. cont. II. supxi. siter. p. 988. Eruncwri'n ^ 4?.päischer pot. k. I. x. ;;8- 400.. row. ?_ p.44?'
kill:, inangur. Staats-cantzley, L. I'.k. V. c. z. p. 10. c. l. N.ov. k. XIV. c. I. L 2.
zu
' Fridericus wilhelmus,König in Preussen,
.. Brandenburg, ward gebohren den 1;. aug. an.vatter war Friedrich I. König in Preussen, die Mutter HECharlotta, Ernst Augusts, Churfürsten zu Hannover ^tzeßin tochter. In dem dritten jähr seines alters warHannover zu seiner groß-mutter, der ChurfürstinSopo ^ Mbracht, und blieb etliche jähre da. Nachgehends w'' Eder bekannte Graf von Dohna zu einem Hofmeisterdessen stelle einige zeit hernach der General Albrem» j„e UGraf von Finckenstein, gekommen. An. 1704. tya-s nEse in Holland, wäre auch in Engelland übergegangW . ^der den i. febr. an. 170;. sich ereignete todesfaü der K n HMabgehalten. Er wohnte daraus dem feldzug in Dano,und fand sich in der belagerung der vestung Menm, "^6. »ervon den Alliirten erobert wurde. Den 28. nov. an-. ^ §hl»-wählte er sich mit Sophia Dorothea, Georg LudW" My'fürsten zu Hannover, und nachmaligen Königs m ^ssfeltMPrintzeßin tochter. Er wohnte an. 1709. dem ganUchhilueuin den Niederlanden bey, hals auch den n. ftps-sieg bey Malplaquet erfechten. Die hierauf erfolgteder stadt Bergen im Hennegau sahe er mit an s t>egAderselben eroberung wiederum nach Berlin. Am * 7 .^
ser umgekommen, so währete diese reise nicht lang. ^den 25. jan. gelangte er zu der regierung, welche er ^ fw -rühm 27. jähr lang geführet. Den 2;. may wurve e Pre»!zu Utrecht mit Frankreich geschlossen. Hiedurch erynnsen die vestung und stadt Geldern , nebst dem«tul; ingleichen Kiessel , Strahlen , Krieckenvea, W.donck, samt zugehörigen landereyen und Herrscham PE
wurde Friedrich Wilhelm von Franckreich als Komg v^ D
sen , und Fürst von Neufchatel und Valangrn erkanFürstenthum Oranien hingegen ward, mit 0 ^ .
des tituls , den Franzosen überlassen,len'
zu . , .
sti ohne erben verstorben war. Um diese
jedoch mltocv^hE'
JnebendieseMlü^E
n dem Brandenburgischen Hause auch dieLimpmM^, aAr, indem der letzte Graf, nahmens Vollrath, pje l'vsti ohne erben verstorben war. Um diese zelt ^ ^erst" An«Charlottenburg, so etwan anderthalb stund vongen, erweitert, auch die stadt Crossen, welche amabgebrannt, auf befehl des Königs grösser und dell^ch^enÄ^-vor gewesen , ausgebauet. Aus anlas der uberrw ^, Mquestration der vestung Stettin, auch AnclaM, ^ orten/,«,,gast, der insul Usedom, und anderer Pommeruchc^^xri»riechen die Preussen an. 171;. mit den Schwede» ch yen^pDann als der Konig von Schweden Carl XII- d»rw,^E^ral Dücker die insul Usedom rc. angreiffen unließ, vereinigte sich der König in Preussen M» PoM»'^
schen feinden, und stellte eine menge trouppen DäneN.^is
Hierauf conjungirte er sich vor Stralsund mlt 0 ^rosseN/.stilSachsen. Von dieser zeit an hatten die Premly,e» ^an allem, was in diesem kriege vorgieng. dec.. Lst
Rügen wegnehmen. Straljund muste sich?/" m>d lvAAutzben. Wismar gieng den 19. april 1716. uder st^,ne bevestigungs - wercker niederreissen lassen- KPommern den Schweden abgenommen. ^,,bt/
der König von Preussen eine besondere unter r ^an g>a MCzaar Petro I. zu Havelberg in der Marck ? da"" prasst S g,,jedaß zwischen diesen Potentaten eine genaue sre»' - ^ coMp^sichtet worden, wobey auch die Rußische handm»»in Berlin ihren ansang nahm. Um diese zelt § d^.^,utjan, die grosse Preußische garde - grayadlers, ^ ge»" pect
regiment, sonst insgemein nur des Komgs reg ^hr h" g,ro-zu errichten, wozu der Rußische Monarch «u^en vÄjge-mann von eurer ausservrdentlrchen lange yr'/ t^mer > ^7.chen. Es ist auch damit nach dem tode desselve ^ ' Zer-
fahren wordm. Durch ein Königlich edlctv n> ^ gpthewurde der lehnbaren Ritterschafft die erbstchkelliehen, und alle andre lehns - befthwerden am eiiEAwen; nur allein muste ste jährlich 40. thaler 0^ Petr»^jäcePferde abführen. Den 19. ftpt. an. 17 - 7 ' Berli».Ä/völas!grosse auf seiner rückreise nach RuMnd m seine ^,estaber vier tage hernach weiter fort. Wender ^ pesweg/'hch!um ein ansehnliches verstärcken liesse, und stw zu emS^che»leuthe aus dem lande begaben, um den wervnn»so ward im febr» an. 1718. ein edict heraus 8