Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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Kayser Albrecht ermordet ward, und sein Nachfolger HenricnSVII., welcher gleichfalls ein äuge auf Thüringen zu habenschiene, durch eine vergiftete Hostie das leben verlohr, oderwenigst, ehe er sich noch der Teutschen Händel recht anneh-men konnte, in Italien, wohin er zu empfahung der Kayser-lichen Cron, und stillung vieler allda entstandenen Unruhengezogen war, tvdes verblichen, konnte Marggraf Friedrichseine länder ohne grossen widerstand einnehmen. Zu ersetzungder von ihm auf den krieg gewendeten kosten, bemächtigte ersteh der;. Reichs-städte Altenburg, Zwickau und Chemnitz,und züchtigte die stadt Erfurt nebst ihrem bunds-verwandken,dem Grafen von Weimar, welche sich viel jähre her wider-spenstig gegen ihn erzeiget. Hierauf ließ ihm der ChurfürstWaldemär zu Brandenburg den krieg ankündigen , darinnenFriedrich gefangen ward, und muste er sich mit zoooo. marcksilbers und abtretung der Nieder-Laußnitz ranzioniren. Dreyjähr vor seinem tode sahe er eine comödie von den thörichtenund klugen jungfrauen zu Eistnach spielen, darinnen die er-ster» , aller Heiligen und der Mutter GONes sechsten vorbitteungeachtet, in die Hölle verflossen wurden. Hierüber entsetz-te sich Marggraf Friedrich, und sieng mit den Mönchen anzu disputiren, warum man die Mutter GOttes anflehen mä-ste, da sie doch keine hulffe erzeigen könnte. Die disputationwährete 5. tage nach einander, worauf ihn ein harter schlag--uß überfiel, daß er gantze ;. jähr fast ohne verstand und re-de da lag, bis er endlich in dem 55. jähre seines alters an.i;r;. das leben beschloß. Er hatte r. gemahlinnen, davondie erste Agnes, Hertzogin in Kärndten, an. 129;. gestorben,nachdem sie eine mutier Friderici des lahmen worden. Dieandere war Elisabeth« Adelheid von Arenshaug, seiner stief-mutter tochter, welche ihm die Graffchafft zu Arenshaug,worzu Neustadt an der Orla, Cola und Jena gehöret hat,zugebracht, und ihn zu dem vatter Friedrichs des ernfthaff-tkN gemacht, , origin. 8 sxon. Ich. VI.

^ittistincle« kamil. p. 9. , Meißn. land - und berg-

chron. l>IIog. *

Fridericus der ernsthasste, war ein söhn Friderici mitdem gebissenen backen, und Elisabeth« von Arenshaug,die ihn an. izeo. gebohren. Er hatte sich bereits in seinenjungen jähren solches ansehen in dem Reiche erworben, daßihm der Kayser Ludwig aus Bayern auftrug, seinen söhnLudwig den Römer in der Marck Brandenburg durch sei-ne autorität zu bevestigen. Er verfiel mit dem Könige Jo-hanne in Böhmen, dessen tochter er verstoßen, in einen krieg,und verlohr Görlitz nebst andern brtern in der Laußnitz. Hier-auf zog er dem Könige in Engelland Eduardo wider die Fran-zosen zu hülffe, und wurde wegen seiner Verdienste zum Rit-ter durch einen von Wangenheim, einem behertzten Ritteraus Thüringen, welcher noch niemals vor einem feinde ge-flohen , geschlagen. Ob er nun gleich ein Herr von grossemansehen war, so unterstunden sich doch einige Grafen, dar-unter sonderlich Graf Hermann zu Weimar und Orlamündabekannt, ihn mit allerhand schimpf-worten zu beleidigen. Al-lein dieser Graf muste darüber land und leuthe verlassen,und nach erhaltener Versöhnung zufrieden seyn, daß ihm dergenuß einiger von feinen güthern lebenslang verstattet wurde.Desgleichen brachte er auch Langensaltza durch kauf an sichvon den brudern von Saltza, ohngeachtet ihn der Churfürstvon Mayntz daran zu hindern grossen fleiß angewendet. NachKayser Ludwigs aus Bayern tode wurde er an. izq,?. zumRömischen Kayser erwehlet; allein er trat sein recht dem Kö-nig in Böhmen, Carolo IV., vor iooo. marck silbers ab, undstarb 2. jähr hernach. Von seiner gemahlin Mechtildis, Kay-sers Ludovici aus Bayern tochter, hatte er 5. söhne und 2.töchter. Von diesen wurde Elisabeth Burggraf Friedrichszu Nürnberg und Marggrafen zu Brandenburg gemahlin.Von den söhnen ist Sigismund Lämmistrswr zu Merseburg,Friedrich der strenqe, Marggraf in Meisten, Balthafar,Landgraf in Thüringen, Wilhelm, Regent zu Dreßden undOber-Meissen, und Ludwig, Ertz - Bischofs zu Mayntz undMagdeburg, wie auch Bischofs zu Halberstadt und Bambergworden. F'az-nc'. orlßin. 8axon. üb. VI.

Kiml. kam. xrolax. Meißn. kand-und berg-chron. p. 199.

22). 22Y. 2;o. r;6. lM.

Sridericus der strenge, Land - und Marggrafin Thüringenund Meisten, em söhn Friderici des ernfthafften und Mech-tildts, Kayser Ludwigs aus Bayern tochter, wurde an. i;;i.gebohren. Den ersten krieg führte er noch bey leb-zeiten sei-nes vatters rmt Graf Hennco I. von Henneberg , welcher ihmseine tochter Cathannam zur gemahlin gegeben, aber die ver-sprochene Mitgift, nemlich die Pflege Coburg, nicht einräu-men wollte. Zwar erhielt der Graf in der schlacht bey Scharf-fenberg das feld; weil er aber sich leicht die rechnung machenkonnte, daß er einem so mächtigen feinde nicht gewachsen seynwürde, schlug er friedens-bedingungen vor, vermittelst derenCoburg ihm bey seinen leb-zeiten gelassen, nach seinem todeaber dem schwieger-sohn Heimfallen sollte. Hierauf verfiel ermit Heinrich Reussen, Vogt zu Plauen, welcher in Meistenmehr als ihm gehörte, an sich ziehen wollte, in einen krieg,darinnen er nebst dem Kayser Carolo IV. dem Reussen alles,was zu Bohmen und Meisten gehöret, abgenommen, woraufjenes dem Kayser, dieses aber dem Landgrafen wiederum zu-

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gestellet worden. Dieses geschahe an. i^ 7 -jähr bemächtigte sich der Landgraf der stadt FranckelEi„,ach-des halben theils von Arnstädr-als Gras Güntherbürg ohne linder verstorben; weil aber die nay»wandten des Grafen nicht stille darzu sttzen wollten/ .hurSendlich die fache dahin verglichen, daß Dornburg, "und Grifenburg von den Grafen dem Landgrafen^,, Er-ntet, das übrige aber von der erbschafft ihnenden sollte. Jmmittelst hegte der Hertzog Albrecht M-filsc-Eschweig allerhand räuber-gesinde, welches in d"' Ast ° hMlanden grossen schaden verursachte. Weil nun der ^ ^deswegen satisfaction von ihm verlangete, wollte °wenig darzu verstehen, daß er vielmehr die schimpf MEte vor den Gesandten ausstieß, er wollte sein 'ÄswEpten, und wenn estage nach einander Landgrafen ^ He-ringen und Meisten regnete. Allein der ausgang Mdaß Landgraf Friedrich mit wenig bunds-verwandtenEistnach in perfon zu kommen zwingen konnte, k'-Möch''den vorhero gebrochenen frieden aufs neue zuGleichwie er aber bereits an. i;i 7 - Voiqtland nnu „§ zubracht; also erkaufte er an. rzü?. von Hertzog - 7 ,Braunschweig die Herrschafft Landsberg, und erne HM.1,72. wegen Thüringen die erb - Verbrüderung w^r MNach dieftm theilcte er mit seinen brüdern die HzFstihm allein besessene länder, da er dann das nmttHbekam , worauf er an. izgo. gestorben. Semedie obgedachte Catharina, Graf Heinrichstochter, hat ihm Fridericum den streitbaren, Eden reichen und Georgium gebohren, und ist an.storben. vri«in. 8-txon. üb. VI. >

Kim. prosgp. Meißn. land-chron. ftU.

Fridericus l., der streitbare, Landgraf in E'Marggraf in Meisten, auch nachmals Churfürst Mzdltzog zu Sachsen, war ein söhn Landgraf U

strengen, welchen er mit Catharina, einer gebom' Mssfin von Henneberg, gezeuget hatte. Gleich in stlw. H de>jähren zeigte er ein grosses gemüthe, indem er I°w zz.kriege, welchen der Burggraf von Nürnberg an. >den Reichs-stadten geführet, als auch in den wjpcr oder Teutsche Ordens-Meister, Conrad, an. ijS'- AM'ungläubigen in Liefland und seines vatters bruo^ .He t"an. 1401. wider die Böhmen vorgenommen, uns^. Mden seiner tapferkeit abgeleget, daher er auch W h»'

den letzter» kriegen zum Ritter geschlagen worden. ,4.

sich auch bereits in solches ansehen gesetzt, daß E Ae»C.,die Churfürsten mit in das bündnis wider Kavi^ge,^laum nahmen. Hierauf machte er verschiedene ve»wol mit seinen vettern als brüdern; und well». HMzeit die Grafen von Schwartzburg, Heldrungen ». Mstein sich allzuviel heraus nahmen, der erstere am». ,ziehung der Würtzburgischen und Bambergssche"cker, in der Coburgischen Pflege grossen schaden vso wurde er genöthiget, wider sie insgesamtergreiffen, dadurch sie gar bald gedemuthiget Mgleiches widerfuhr auch dem Vitzthum inaus Griebenstein, und dem reichen bürger zudessen willen der kurtz vorhero gemeldete Schwa AM

krieg entsponnen, welcher aus Leuchtenburg un^

get wurde. Mitten unter diesen troublen suchte ,auch die wissenschafften zu befördern, und richteHro zu Leipzig an. 1409. eine Universität auf, AlitsiMe^tzer zeit in grosses aufnehmen kam, weil die A ^Böhmen zu Prag sich eben dazumal entzweyten, ^stere aus Mißvergnügen, weil man ihnen tyrin den Academischen berathschlagungen und Usern „d Mstimmen gegen einer einigen, so die Böhmen Y" , n^.heirbehalten weigerte, bey etlich tausend davon ^aenh^Wieflum eine andere hohe schule umsahen ; welcheFridericum zu diesem so rühm-als nützliche».,,bewogen hatte. Die religions - streitigkerten » ' hiern'er sich sehr angelegen seyn, verfuhr aber gar v» ekindem er drey der sogenannten Flagellantentzerey verdächtige Personen verbrennen lreß- HstostEHesauch seine Gesandten auf das Lonciüuw Ml

fand sich zuletzt persönlich ein, um in den v bE, pet

gras Friedrich viel jahrelang eine starcke«Lnc,Lrti zneu hielte. Diese getreuen dienste zubelT.Al^hvihm der Kayser Sigismundus nach Churr»

Sachsen tode, welcher an. 1422. erfolgte, ^ sich.HMund das Hertzoqthum Sachsen. Zwar funr^enschiedene, welche vor sich die Chur nach Ulrich U Epten wollten , und hatte bereits Churfürst ^ HE« xcei»denburg, dessen söhn Johannes Barbaras,

dolphs zu Sachsen tochter zur gemahlm hatte MEA d °

in besitz genommen. Churfürst Ludwig m

falls pratensivn vor fernen ältesten gebrach/,

Kayser gab zur antwort , daß es wider dre hecg^ soh»heit und dre Reichs-satzungen liefe, vatter F i

zu der Chur,wurde zu erheben. Dveh weil 0