Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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von Guizau Wider ihn verhetzet, und grossen schaden,lm landegethan hatten, samt ihren anhängern in die acht erkläret, undden nachbarn die execution aufgetragen wurde. Des Chur-fürsten gegenwart in der Chur-Marck war also desto nöthiger;dahero er nach Berlin kam, und aufs neue die Huldigung alsChurfürst einnahm, wo unter denen, die in eigener perfon hul-digten, sonderlich Balthasar, Wilhelm und Christoph, Für-sten der Wenden und Herren zu Werke, merckwurdlg waren.Nachdem der Churfürst auch noch andere gute anstauen ge,macht, insonderheit die von Putlitz, Rochau und andere bis-herige malcontenten wieder zu gnaden angenommen , und vordas, so sie ihm abtreten müssen , einiges äquivalent gegeben,gieng er wieder in seine Fränckische lander, und kam aufs neuezu ende des jahrs 1416. mit grosser Pracht auf dem Reichs-tage und Loncilio zu Costnitz an. Als zu ansang des folgen-den jahrs auch der Kayser sich von seiner reife wieder eingefun-den, wurde die belehnung des Churfürsten prächtig vollzogen.Hierauf wohnte er den berathfchlagungen mit grossem eiferbey ; auch kam ihm zu statten, daß der auf dem Loncilio er-wehlte Papst Martinus V., sonst Otto cle Columna, glaubte,ein Haus wäre mit dem Zollerischen gefchlechte verwandt, unddaher mit dem Churfürsten gute freundfchafft zu machen undzu erhalten suchte. Wie er ihn denn gebrauchte, dem Kayserdie geweyhete rose zu überbringen, und bey seinem abzug vonCostnitz fein Pferd auf der einen feite von dem Kayser, auf derandern aber von dem Churfürsten bey dem zäum führen ließ.Als darauf der Kayser in sein Königreich Ungarn gehen wollte,setzte er vorhero an. 1418. Fridericum, mit bewilligung derStände, zu seinem Statthalter in dem Reich, und fertigte zuDonauwerth einen bestallungs-brief darüber aus, welcher demChurfürsten viel ehre und gnugfame Versicherung der indemni-fakion brachte. Gleich darauf thaten sich grosse irrungen mitden Hertzogen von Mecklenburg hervor, weil bey dem vori-gen verwirrten zustande in der Marck die grentzen zweifel-hafft worden, und einige Vasallen von ihren Lehn-Herrenauf allerhand weife sich los zu machen gefuchet. Die Hertzvgefielen dem Churfürsten in das land, belagerten auch «Strauß-berg vergeblich. Da ihnen aber an. 1419. der Churfürst inihren eigenen landen zu leibe grenz, kam es bald zum still-stand. Als indessen nach dem tobe Wenceslai die Böhmen,welche Hustens Verbrennung Sigismundo schuld gaben, durch-aus nichts von diesem ihrem neuen Könige hören wollten,ließ der Churfürst sich erstlich angelegen seyn, durch feineGesandten, sonderlich den von Seckendorf, wieder ein gutesvernehmen zu stiften. Als aber dieses nichts fruchtete , ver-band er sich an. 1420. mit dem Kayser in dem Tangermündi-schen tractat, daß er ihm die Böhmen zur raison bringen helf.fen, und in,perfon wider dieselben zu selbe ziehen wollte; wor,gegen der Kayser ihm beystehen sollte, die Uckermarck, welchedie Hertzoge von Pommern an sich gezogen hatten, wieder zurChur zu bringen. Dieses letztere geschahe auch noch selbigesjähr. Denn weil die Pommerischen Hertzoge auf des KayferSvefehl die gedachte Uckermarck nicht gutwillig abtreten wollten,sondern sich mit den Hertzogen von Lauenburg und Mecklen-burg wider den Churfürsten verbanden, so machte dieser einbündnis auf ein Kalb jähr mit den mächtigen Hanfce-städtenHamburg und Lübeck, daß sie den letzt-gedachten Hertzogen indas land fielen, und er mit denen aus Pommern desto leichterfertig werden konnte. Er rückte also mit seiner armee vor An«germünde, und nahm die stadt ein; über der belagerung desschlosses aber kam es zu einem treffen, worinnen die Pommernden kurtzern zogen, viel erschlagen,und ;oo. Edelleuthe gefangenwurden, daraufmuste sich noch in selbigem jähre das schloß Än-gcrmünde, Boitzenburg, Greifenberg, Zedenick, Prentzlau, undalles, was die Pommern in der Uckermarck besessen hatten, er-geben ; und auf einem sogenannten Fürsten-tag zu Perlebergwurde die gantze fache also beygelegt, daß der Churfürst denHertzogen von Pommern vor die geld-forderungen, die sie angedachte örter hatten, 5000. schock Böhmische groschen erle-gen sollte; wiewol dieser vergleich nicht lang daurete. Zu glei-cher zeit hatte der Churfürst auch grosse Verdrießlichkeit mit Her-tzog Ludwigen von Bayern-Ingolstadt, welcher ihm 2; 000.ducaten anforderte, die Ludwig Kayser Sigismundo vorgeschos-stn, und dafür der Churfürst gut gesprochen hatte. Der Chur-fürst wies den Hertzog an den Haupt-schuldner, und dieser woll-te dre schuld an der strafe abrechnen, zu welcher der Hertzog voreiniger zeit, wegen brechung des land-friedens, von dem Frän-ckischen Land-Gerichte verdammt worden war. Darüber wurdeersilich mit manifesten, oder, wie man damals redete, schmäh-schriften, und folgends mrt raub und brand von beyden feitengestritten, wie denn Christoph von Leiningen so gar die Fürst-liche bürg zu Nürnberg nächtlicherweile heimlich m brand ge-bracht. Der Churfürst muste, weil nicht rathsam war, ausder fast von allen feiten her beunruhlgten Marck zu gehen, fbwoldiese kriegs-händel als die antretung der erbschafft seines bru-ders Johannis, die ihm in eben diesem rasten jähre durchdessen tod zugefallen, durch seine schone und kluge gemahlinElisabeth» administriren' lassen, welche er Mit genügsamer au.thontat und vollmacht in Francken schickte. Mit den Böh-mischen Händeln gieng es gar unglücklich, und konnte derChurfürst weder durch weitere Vorstellungen, noch mit ge-malt, ob er schon mit 10000. mann die Kayserl. armee ver.stärckte, etwas ausrichten. Auch bemübete er sich vergebens,

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durch eine Vermählung feines damals 8. jährigen PrlntzrhEbrich des jünger», mit Uladislai IagellomS, Königs'»^len tochter, Hedwig, denselben von der Böhmen parMbringen. Wie denn würcklich zu Eracau ein tractat w"geschlossen, und der Churfürstliche Printz an Uladislaisendet wurde, um daselbst auferzogen zu werden, dämmUladislaus ohne männliche erben abstürbe, derselbe E^lig.Viren könnte. Doch, es hatte dieses eine gantz andere wum ^Die Printzeßin starb frühzeitig; Uladislaus bekam n^^t,zeit selbst einen söhn, und ehe dieses geschah, unterließ ersich vor die Bohmen zu erklären , so, daß Churfürstselbst dadurch bewogen wurde, auf eine zeitlang sich ^ , §,jkwider sie zu enthalten, damit er diesen feinen Murren,^welchem er auch einen besondern tractat wider die Cre»A.s ^ren geschlossen hatte, nicht beleidigen möchte. Erum so viel mehr Ursache, weil die unruhe mit HE Gär-ungen von Bayern noch immer fortwährte, undzu an. 1422. Churfürst Albrecht zu Sachsen ohne. man'erben starb, dessen tochter Barbara an des Churfürsten. ^,Marggraf Johann vermählet, und ihm dabey vonmundv die anwartschafft auf solche Chur. gegen enss ->^s-summa gelbes versprochen war. Der Churfürst mE^aanstatt, besitz davon zu nehmen , wie er dannund das darzu gehörige land mit seinen völckcrn besetze' ^Damit er aber desto sicherer seyn möchte, lies er sich.IyBHertzogen von Braunfchweig in tractaten ein, daßinsonderheit Hertzog Wilhelm, die Chur-würde und ^ h-zMarschall-amt, wegen der descendentz von Henrico ' h«,Brandenburgifche Haus aber gedachtes Wittenberger-iai" Bben sollte, welches ohne dem, weil es disseitö der Fzu Sachsen, sondern der Windifchen Marck gehörte.der Churfürst die fache an den Kayser bringen ließ, Ndaß die Marggrafen von Missen schon zwey jähr vEL pBlich an. 1420., eine ervectank auf vi- «nd das M..^ ^

1420., eine expectantz auf die Chur und dasdem Kayser erhalten. Dem Churfürsten war mit »E Hkeit nicht gedient; daher er sich von dem Kayser, wE p-,nunmehro der Marck auf ewig und schlechterdings oegUMvhin disponiren ließ, daß er folgenden vertrag mit demgen Landgrafen und neuen Churfürsten zu Sachseneingieng; er wollte das land über der Elbe, oder daS ss'Age-thum Sachfen-Wittenberg, so er erst-gedachtee maMM"nvmmen, gegen 28000. marck silbers dem neuenzu Sachsen wieder abtreten, so, daß gleich nach ausE nutzfer summa die Brandenburgifche völcker das land räuwU MMarggraf Johann nebst feiner gemahlin Barbara ver»LMe»ihre forderung thun sollten, welches alles auch stiEjähr vollzogen worden. Zu gleicher zeit wurden aMUM»sions-pacten zwischen Sachsen und Brandenburg 14^:tet, welche von unsers Churfürsten söhn Friedrich "."'s, yiEden 29. apr. zur richtigkeit gebracht worden. Ehe rMssyc rfache mit Sachsen völlig zum stände war, ließ sieh ^Friedrich überreden, daß er dreVöhmischen Handeiangriff, und sich so gar zum obersten Hauptmann desder die Hußiten bestellen ließ, nachdem er vorherdahin difponirt, daß er sich der Böhmen und We»Coributs, den er ihnen zum König gesendet hatte Mgenug annahm. Doch die hülffe der Reichs -schläfrig, und die plackereyen in Francken wähne»noch immer die Marggräflichen lande vonleuthen ruinirt wurden, ob derselbe schon durch U-mung einiger städte, als Monheim, Donauwerth uE,von dem Churfürsten gezüchtiget, und von dem KE'Dde^,fchiedenen malen abgemahnet worden war. HM»",den Churfürsten, etwas rechtes wider die BohM^x-MEten, daher sie immer kühner wurden, und issE 'in den benachbarten landen vornahmen. Sie dro^ -Hs WUngarn einzufallen, daher Fridericsis, als des ^ .

Cämmerer, die Römische crone und andere ov ^

ger zu Plindenburg in Ungarn, wohin sie StME. sosid^des Churfürsten wissen gebracht hatte, lassen wom^-U"sie mit des Kaysers einwilligung nach Nnrnberg

der stadt die Verwahrung derselben auf ewW s.

An. 1424. fielen abermal in abwefenheit des CHW,e«HW

geschlagen , in welchem treffen Fürst Chrlsioff Zu ^ M» Maebtteben; dessen wittwe das folgende tahr ^ '^ M ^

Churfürsten friede machte, und die P^MMwgs e'A.d»e Mecklenburger bisher wegen eines pfan^M^peE.^zu sagen haben wollten, weiter nicht zu beunruy^

An. 1427. entließ derChursürstIohannem, persi

den, Herrn des landes Stargard, seiner langw ^l>en^genfchafft, nachdem er einen revers vonChurfürsten zoooo.thaler zu erlegen, We lasi»stadt Prentzlau fahren zu lassen, und stm FAvenM' pie^gard, als einen ehemaligen theil der Marck Bran^hrcn zp,ihm zur lehen zu tragen; gleichwie schon E Carololehens-herrlichkeit an. 1)74. Wenceslao und AB»