eine gute kundschafft in den Reichs-und landes-sachen zu erwer-ben. Dieses machte ihn nicht allein bey erwehntcm Bischofsund dessen Nachfolgern, Conrado IV. und Melchior Zobeln,sehr beliebt, sondern erwarb ihm auch eine stelle im Fürften-Rath. Dabey wurde er seiner besondern geschicklichkeit undwohlredenheit halber von ihnen in wichtigen Gesandtschafftenan die Kayser Carolum V. und Ferdinandum I. gebraucht.Sonderlich hat sich Bischofs Conradus III-da er an. i;2;. imHauren-kriege flüchtig werden muste, seines gissen raths bedie-net , und ihn beständig um sich gehabt. So war er auch beyden Unterthanen seiner redlichkeit wegen sehr beliebt, und eingrosser beförderer der Gelehrten, wie er denn dem bekanntenSebastian Münster die Nachricht von Wurtzburg in seine Cos-mographie communiciret, und ihm allen möglichsten Vorschubvon seinem Bischofs verschafft. Er ist endlich an. izzo. zuWurtzburg seines alters üo. jähr gestorben. Unter seinen schrif-ten von act, eigenschafft und gebrauch der Hochteutschen zun-gen: Stammbaum des geschlechts Kaysers Caroli I.; Historievom bauren-kricge; Von des Hertzogthums und Land-Gerichtszu Würtzburg freyheiten, Privilegien, grentzen, gewohnheiten,gebrauchen , und andern gerechtigkeiten rc. rc. die noch in Ma-nuskript liegen, ist vornemlich dessen Historie der Bischöffe zuWürtzburg zu mercken, welche cis Ludewig unter die geschicht-schreiber des Bischofsthums Würtzburg x. logg. druckenlassen, k. III. p. 2IY. cle narrt, Icriptor.
biüor. eccles. cap. 20. H. 149. p. ;2?. Os LnssLvviZ, vorrede jUden^Würtzburg. geschichten.
Frießland, soll eine weitläuftige insul in der Nord-see ge-gen Grönland zu seyn , davon aber die heutigen Leogmxbinichts wissen wollen.
Frießland, lat. krlkm, ist eine ziemlich grosse provintz inden Niederlanden, und wird unter die vereinigten Provintzengerechnet. Sie hat nordwärts das Teutsche meer, westwärtsdie Süd-see, welche sie von Holland absondert, südwärts dieGrafschafft Drent und Ober-Dssel, und ostwärts die provintzGroningen, welche sie von Ost-Frießland scheidet. Einige thei-len sie ein in Oestergoe, so 12. Aemter und 127. dörfer untersich begreift; ferner in Westergoe, so 8. Aemter und 127. dör-fer unter sich zeiget; und endlich in Sevenwolden, so aus 7.an einander Hangenden mittelmäßigen Wäldern bestehet, und8. Aemter nebst 77. dörfern in sich halt. Es hat die provintzeinen Erb-General-Statthalter. Leuwarden ist die Haupt-stadtin der gantzen provintz, woselbst der Erb-Statthalter residiret,die übrigen städte sind Docknm, Franecker, Harlingen, Sta-vern und andere. Es sind auch einige insuln an der küste die-ser provintz, unter welchen die vornehmsten Schiermong, Schel-ling und Ameland sind. Das land ist morastig, und wächsetdahero nicht allzu viel getreyde, jedoch hat es schöne weyde fürdas vieh, und bringet vortrefliche ochsen, kühe und Pferde her-vor. Es soll ehedessen dieses land seine eigene Fürsten gehabthaben, wie dann von denfelbigen Äldegillus durch den BischofsWilfridum zu Zorck aus Engelland an. 679. zum Christlichenglauben gebracht worden. Ob auch schon von seinem söhneRadbodo das Christenthum wieder ausgerottet worden, so hates doch bald darauf Pipinus Heristallus aufs neue veste gesetzet,daß die Christlichen Lehrer frey darinnen predigen durften. Hier-auf begaben sich die Friesen unter der Römischen Kayser schütz,von welchen sie Hertzog Albrecht aus Sachsen bekommen, des-sen söhn Georgius an. izi;. dieses land gegenerlegung 100000.Rheinischer gülden an den Ertz-Hertzog Carolum von Oester-reich , der nachgehends Kayser worden, überlassen hat, beywelchem Hause es auch geblieben, bis es sich unter Königs Phi-lippi II. in Spanien regierung zu der jetzigen freyheit verholf-fen. Man muß diese Frießländische provintz nicht mit Weft-Frießland verwechseln, welches die einwohner Nord-Hol-land nennen , worinnen die städte Alcmaer, Medenblick, Enck-huystn, rc. liegen. üe krilig L krllioium Ksp.
craE». clesc. Lelg. ?. III. Cr',,7. p. 92. leg.
Nord-^rießland, oder Rlein-Frießland, lat. ssrist-i mi-nor, VrislL Limbriea, wird der strich landes genennet, so sichin dem Hertzogthum Schleimig durch die Aemter Flenßburg,Husum, Nordstrand und Evderstädt, an der westlichen küstean der Nord-see, bey 8. weilen in die länge und eben so viel indie weite erstrecket. Die einwohner sind Friesen, auch in derspräche von den benachbarten sehr unterschieden. Wenn aberund wie die Friesen in diese gegenden gekommen, ist unbekannt.Einige glauben» es sey ihr allererster sitz aühie gewesen. DaSland ist jederzeit vielen wasserfluthen unterworffe» gewesen. In-sonderheit hat die see an. ,6;4. in 5. bis 6. stunden dasselbevöllig überschwemmet, und den Nord-strand bis auf ein einigeskirch-spiel weggerissen. Erst an. 1717. an dem Weyhnacht.abend hat dieses gute land abermals eine harte wassers-noth er-litten. Danckwerthö beschreib, von Schleßwig und Holstein,k. II. c.p. 89-Logg. * . „ .
Dst-Frießland, sonst auch dre Grafschafft Embden ge-nannt, ist ein Fürstenthum in dem Westphalischen kreis, wel-ches gegen norden an das Teutsche meer, gegen osten an dieGrafschafft Oldenburg, gegen sliden an das Stift Munster,und gegen Westen an den Dotiert grentzet, welcher es von derHerrfchafft Groningen absondert. Hierinnen, ist Embden dieHaupt-stadt, wiewvl sie dem Landes-Fürsten nicht unterworffenist , ferner Anrieh, die residentz der Fürsten , Norden und
Grethsyhl, das alte stamm-haus der heutigen Fu^mberiO?Frießland. Es ist diese provintz mehrentheils der ^und Neformirten religion zugethan, und wird vurm ^ a»c»Gericht zu Aurich die justitz verwaltet. Hiervon >»/die Fürsten von Ost-Frießland ihren nahmen.
Ost-Frießland. Das geschlecht der Für^onland stammet von dem Frey-und Hauptlingsschen v» ^ , W'sena zu Grethsyhl ab, und ist daraus an. i4t4 -,4^''nonis söhn, an seines bruders Edzardi statt, welche« ^
die pest hingerissen, von den Frießländern zlim.Rew
nommen worden. Dieser richtete an. 1458- ä-vor«^Embden an, und als er hierauf wegen Uneinigkeit v" ^ y>>sten die gantze provintz Ost-Frießland unter sich Eterwarf er sich dem Kayser Friderico, der ihn x, Wstand erhoben, und mit erstgemeldter provintz vchf i'ver sie von dem auslauf der Ems bis an die Weser nnE,tzuiigen, Herrlichkeiten und rechten für sich und ie»' ,Eche descendenten nach dem rechte der erstgeburl vevtzEr starb an. 1466. den 27. ftpt. von seiner ander«
Theda, Uco Focconis, Herrn zu Lehr, tochstr,'- gssoEund Edzardnm I. die ihm beyderfeits in der regler»«v si.wie auch Uconem, so im bräutigams-stande mit e» ^ W-mond an. 1507. gestorben, nach sich lassend. ^Mein V.«in Ost-Frießland, wurde an. 1460. den i. M. geoov Elohr aber das leben an. 1491. im wasser, da er rn >. jhgides schlosses Freyburg, als er dessen Amtmann, w ge. L,Worte gegeben, über das eis nachfetzte, ertrmcken «>folgte sein bruder Edzardus I. so an. 1462. den iz- ^ren worden, und wegen seinen tapfern thaten dengrossen erlanget, auch in dem religions-weftn die > ^>i, v.eingeführet, worauf er an. i?28. den 15. M- geilElisabetha, Graf Iohannis zu Rietberg tockjter'^ xere^und z. fohne nach sich lassend. Von den söhne« v vgebohrne, Ulricus , sich einige zeit in Spanten a ^ tsteund bey dem Könige Carl die stelle eines Canuner-L ^net, allein er kam blöde und aberwitzig wieder zur»gen die regierung seinem bruder Ennoni II- er ^
den. Dieser ward an. i;o6. gebohren, und g e'"ü,ar er,natur eines sehr unbeständigen gemüths war, a>w ^ ^in der religion sehr wanckelmüthig. Doch wm^p M l ^letzten jähre feines alters wiederum anderseifrig angelegen seyn, die von seinem vatter anv einci .^formation zu vollführen. Worauf er, nachdem gn ^tigen krieg mit Balthasar zu Estns geführet, an- ^ein 'L,den. Gleichwie aber fein bruder Johannes m ' jv<>Maximiliano, den er mit des Kaysers MaMU' ^0, Flichen tochter, Dorothea, gezeuget, wiederum erhinterließ Enno II. von feiner gemahlin Anna,zu Oldenburg tochter, eine desto zahlreichere nawch' aN-^Mbeyderley geichlechts. Von den töchtern ist H^Mbeth^ MOltonem von Braunschweig und Lüneburg,an GrafJohannem von Schauendurg vermav" ^ lllN^hfiden söhnen kam Christophorus an. i?66. «' ung^^x psi ^leben; Johannes gieng nach Schweden, «aus,. ^ ^ ^das Unglück, daß er durch einen liebes-handei >w ^ jh» Melichen Printzeßin Sophia dasjenige einbüßte,manne machte. Nach seiner zunickt,inst in W ^
er ein sehr tugendhafftes und stilles leben , ""Skaten t/eMlich den flüchtlingen aus Franckreich grosse wob-mendlich an. i?9i. den 29. fept. gestorben.
Edzardus II. folgte dem vatter in der Gräfliche» 4 Afiel aber mit den bürgern zu Embden sehr »bet,^yecii
allein im tumulte das Gräfliche schloß zerstörte» ,dem Grafen zu trotze Holländische befatzung AelEmitz'-durch Unterhandlung der General - Staaten 0 e erz^a^tractaten zu grossem Nachtheil des Gräflichen H»s'^jlier s^ik,Er starb an. 1599- den i. mertz, nachdem ^ w' Mer, ^lin Catharina, Königs Gnstavi in Schwede« g^ohrÄg^get, Ennonem III.; Gustavum, der an. > , so
an. 1608. verstorben; Johannem Christophsnenr des Hertzogthüms Luxemburg und R"
Vliesses worden , und Carolum Ottonem , wf.g^üsset. ivren, und an. 160;. in Ungarn das leben Mwlflden töchtern wurde Anna erstlich an Churfw« z „xl,der Pfaltz, nachgehends an Marggraf E^/In>i«wden-Durlach, und nach dessen tode an HW?schweE-Mwcum zu Sachsen-Lauenburg, gleichwie thre'an Hertzog Julium Ernestum zu Braunschwew^vermählet. Unter den söhnen hat Jvbai" es "'^g,bruders Ennonis lll. tochter, Sabina ^.^.euget Er ^schafft Rietberg erhenrathet, und wü >hr S^h„eChristophvrum, Grafen zu Rietberg, welwe^,semer gemahlm, Albertina Maria äs I-» ^ Enno«^,jch Ugestorben; Ferdinandum Franclscum und end« Mpum, so beyde den geistlichen stand erweist / ,vnrdf j^s lhannem, Grafen zu Rietberg. Dieftr leM^ vEner gemahlin, Anna Catharina, ^raf ^ Mpold' >Salm-Retferscheid tochter, ein vatter Man^ Mrg Etharina, die erne gemahlin GrafOswalds« ^
Friderici Wilhelmi, welcher im Elsaß, wtd^i ^ M
..
den geistlichen stand erwehlet.