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hungern. Sie pflegten ihre feinde zu schinden, und von ihrenhäuten sich röcke zu machen, damit sich andere völcker vor ih-nen fürchten möchten, üb. II. c. i.
* Geloup, (Castel) lat. Lstlrum 6elosum, eine kleine stadtund Baillage in Gafcogne, in dem Hertzogthum Albret. Sielieget im Bazadois in Guienne, zwischen Bourdeaux und Lei-doure, an dem kleinen flusse Avance, welcher dafelbst drey dachein sich nimmt, und sich drey Meilen von hier St. Basile gegenüber in die Garvnne ergeußt. Es ist auch zu Castel-Geloux eineCollegial-kirche, und das begräbnis der Hertzoge von Albret.
Geluchalat, siehe Actamar.
Gewes, eine stadt und alte Graffchasfl in Andalusien nahebey Sevilien gelegen, welche erstmals der Kayfer Carolus V.zu gunsten Don Georg von Portugal, und hernach König Phi-lipp II. zu gunsten Don DiegoPtementel errichtet hat. 5 .etAt sie l'Lipsgne p. rüy.
* Gemaa-Iedtd, ein vester vrt in Africa, auf einem hohenberge gcbauet, welcher Liosiva heisset, und darum noch andereliegen, in der provintz des eigentlichen Marocco. Er hat mehrals iroo. eimvohner, fo theils kauffeuthe, theils handwerckersind. Der Printz, welcher seine residentz an diesem orte hat, kan;ooo. mann zu pferd und 40000. zu fuß auf die deine stellen,worunter er viel gute schützen hat. Diese stadt, welche in einersehr fruchtbaren gegend liegt, und ehedessen Delgumube hieß,liegt 25. Meilen von Marocco ab, und ward zuerst von den Hen-letern aus dem stamme Mucamoaa, von dem sie bey 200. jäh-re ist bewohnet worden, erbauet. Da die Cherifs zu regie-ren angefangen, war Muley Idris meister von dieser stadt,und ließ sich den König von dem gebürge nennen, dieweildas meiste desselben von ihm abhienge; ja er machte, als einabkömmling der Almohader, gar pratension auf das gantzeKönigreich Africa. Die Printzen aus diesem Hause sind halbeMohren, und sehen bräunlicht mit etwas roth untermengetaus. Sie sind der glaubens-fecte der Mohaydiner, welchedurch das gantze land in hohen ehren gehalten werden, wohlbewandert, und pflichten derselben bey. Man erhaltet auf ih-rem gebürge eine sehr grosse menge ziegen und anderes kleinesVieh, und wird dasselbe unter die fruchtbarsten der Atlanti-schen gebürge gezehlet, daher bezahlen die bewohner desselbenan ihren Fürsten jährlich den werth von zooo. SpanischenPistolen. sielcript. siu HoMume sie Istarococ, ,
tom. II. liv. III. L. ;6. Oi<ltic>n. 6eo§r.
Gemara, siehe Talmud.
(Fembickt, eine adeliche familie in Polen, von welcherLaurentius bey dem Könige Stephans Bathori in grossem an-sthen gewesen. Sigismundus III. ertheilte ihm den titul einesGroß-8ecretk>ni, und schickte ihn an Papst Urbanum VIII. Her-nach ward er Bifchoff zu Chulm, darauf Cron - Groß-Cantzlerund Bifchoff zu WladiSlau, und endlich an. 1615. Ertz-Bischoffzu Gnefen und krimas stegrü. Seines bruders söhn Petrus,VSLSNUS zu Cracau, ward Cron-Groß-Cantzler und Bifchoff zuPrzemisl, endlich aber Bifchoff zu Cracau; dessen bruder An-dreas , fo anfangs Legaiions-äsLrewrlus der Polnischen Ge-sandtfchafft am Päpstlichen Hofe gewesen, ward an. 16; z. Bi-schofs zu Lutzko. An. 1640. lebten Stephan als Woywode vonLenczitz und Christoph als Cron-Truchfeß und Starost zu Gne-sen. Bonaventura war an. 1645. Hauptmann zu Stave. Jo-hann , der um selbige zeit L-mcmicus zu Cracau, wie auch obri-ster Reichs-8scrsmrius war, wurde an. 167t. Bifchoff zu Ploz-ko, in welchem iahre Stephan dafelbst Castellan gewesen, An-dreas aber als Bifchoff zu Lutzkow und Abt zu Tremesnen gele.bet. orb. kol. lom. II.
Gemblours, lat. 6emblacum, eine kleine stadt in Bra-bant, an dem fluß Orne, nebst einer berühmten Abtey, zwischenNamur und Nivelle gelegen. Ehemals war es eine Graffchafft,es hat auch noch der Abt sitz und stimme unter den Brabanti-schen Land-Ständen,und hat sowol in dem geistlichen als welt-lichen in der stadt zu gebieten. Das klvster ist Benedictiner-vrdens von einem Lothringischen Fürsten, nahmens Guibertus,erbauet. Es ist selbiges sehr groß und mit prächtigen gebaudenversehen, hat auch vormals eine trefliche bibliotheck gehabt,deren sich unter andern Erasmus koterosisnms fleißig bedienet.Wie denn auch verschiedene gelehrte leuthe daraus entstandensind, worunter Sigebertus der vornehmste ist. Ohnweit die-ser stadt erhielten die Spanier an. 1578. unter anführung desHertzogs von Parma, eine victorie wider die vereinigten Nie-derlande, worauf sich viel städte ihnen wiederum ergaben.
stelA. p. 27z. roxvAr. cirn. LurZunsi. l>. ;i.
Genien, siehe Gehmen.
tss>emes, ein Sultan, welcher wegen feiner sonderbarenzufalle sehr berühmt ist. Er war ein söhn des Türckischen Kay-sers, Mahvmet II. an. 1454. gebohren, und im 8 . jähre seinesalters beschnitten. Er ließ gleich von seiner mgend an eine be-sondere Neigung zum kriege spuren, liebte aber die bucher sehrdabey, inmassen er Plutarchi in seme spräche übersetzte lebens-heschreibungen berühmter leuthe fast von Wort zu Wort aus-wendig wußte, auch sich in Tenophontis schrlften, welche erM Italiänischer svrache erhalten, fleißig »bete, und sich dieqeschichte der Onomannischen Fürsten gar bekannt machte.Weil auch jederzeit viel Italiäner sich an seines vatters Hofe
gem
aufhielten, so verursachte das verlangen zu solcher lp.daß er sie ziemlicher Massen erlernte. Als er.kaum?. jähr erreichet hatte, nahm ihn Mahvmet m am« ^ dergen mit, da er an. 1462. wider Uladum, Wom" Efl erWallachey, auch an. 1468. in Caramanien zog, 'g,,'. , 471 'der eroberung der vestung Culchiscar beywohnte. A , Iu-er so glücklich, daß er den Persianischen Gene^s
war
sufzesbcg , schlug. Nachdem aber Mahvmet II- ^ßorben war, entstund wegen der nachfolge rm ei»schen dem ältesten Printzen Bajazeth und diesem V^rst,ge-innerlicher krieg , indem sich jener auf das rechtburt, dieser aber darauf berief, daß er, nachdemdie Kayftr-würde erlanget, gebohren worden. EGemes so unglücklich, daß, ohngeachtet er von 0 A ss-tan von Alcair hülsse bekam , er doch der grosse" ^0 „ic>?nes bruders unterliegen muste. Weil er danneuv xhjjse,wußte, wohin er sich wenden fällte, setzte er sickss°und gieng zu den Rhodiser-Rittern, wurdeGroßmeister daselbst mit besonderer HöflichkeitWeil aber Bajazeth den Rhodiser-Rittern grosseversprochen, wofern sie den Gemes dergestalt^ ,ufEdaß er auch durch correspondentz ihm keinen fch"^ IeM"könnte, so liessen sie ihn ziemlich genau beobachten-.-jgBdaß er seiner heimlichen gesangenschafft nicht uberdspftsseden möchte, vertrieben sie ihm die zeit mit der M Mrennen , ball - spiele und bogen - schießen, asHUme^ ß,mit der music, die er am meisten liebte. Wesire" Mses verlangen nach Franckreich trug, schickte ih" ivo^Ä-meister zum Könige Ludovico XI. welcher ihn lwM gM vnahm, ihm aber als einem Mahometaner den °Aeil" ,,weigerte, es sey denn , daß er ein Christ wurde- IohaUPapst Jnnocentius VIII. die von den Türcken den A^Mter-Rittern versprochene jährliche 75000. ducate" Esziehen wollte, so brachte er es durch einenwelchen er dem abgelebten Großmeister ertheilte, ^ jelte, ^-er nur 40000. darvon auf ledens-zeit vor sich.übrige aber dem Papst abtrat, worauf es dreier M, «h,gen Könige Carolo VIII. von Franckreich dahm 0 ^ pesL^Gemes nach Rom sollte geführt werden. Kurtz ""ArvÄ-nigs einwilligung langte im jan. an. 1488. chAbgesandter zu Paris an, durch welchen Bam» ,,
VIII. ansehnliche Versprechungen that, so ferne er ^ Madergestalt verwahren liesse, daß er nicht wieder mkommen, und das Reich in unruhe setzen konm-r^ yeft ^rolus wollte seine zusage nicht brechen, und yMglückseligen Gemes nach Avignon, von dar e ^ M ^gebracht, und daselbst wohl empfangen wurde, ^
Bajazeth erfuhr, schrieb er an den Papst, und chselbigen durch geschencke zu gewinnen, absondern ^ „erlp soden speer, welcher die seite Christi eröfnet haben 1 sieEM.ihin auch die jährlichen 40000. ducaten richtig l^. issienferne er seinen bruder auf keinerley weise wst^
Als nun der König Carolus VIII. an. 1494.zug wider das Königreich Neapolis vornahm
gleich vor, sich des Königreichs Jerusalem zu Msnenhero er gesonnen war, zugleich den Grov ^jstte " AI-kriegen, und darzu den Gemes zu gebrauchenan den Päpstlichen Hof, solches daselbst nnzÄs,jgelein es mißfiel Alexandro VI. welcher mit dem eE.M'so von Neapolis besreundet war, und an BaM^chcium, nahmens Giorgio Buziardo, sshlcrle/gM ^0^er des Königs von Franckreich anschlag zu "sss^wiNiss,,, Mdaß solches zu hintertreiben, nur grosse geld-> Ze-
chen wären. Dieser Xuncius wurde von.den>gnädig angenommen, auch in kurtzem w"der sivs, ,
schickt, und ihm ein Abgesandter, nahmens D" aEsoflie-sellet, welcher mit dem Papst viel geheime sschB
und selbigem eine ansehnliche summeAllein, als die beyden Abgesandten auf der ru ^ sichSinigaglia und Ancona anländeten, bemacyu» ^ xcs v ^cie Is Rovere, welcher Herr von SinigaglM^hZffteN ,denen Papsts Sixti IV. enckel war, der drEsschlckl^.^B§50000. ducaten, so Bajazeth an den PAEmjchedem vorwand, daß er noch viel an dw oo°°'
zu fordern hatte. Unter den briefschaffte" jhM üden von Bajazeth an den Papst, wmmne" , ,Mducaten nebst dem ungenehten rock Chrlsit tvyrve ^den Gemes würde hinrichten lassen. ^^Ln ELe LVIII. noch mehr bewogen, den Gemes ln stm verMLxickmen, weswegen er auf Rom los gieng,zwischen ihm und dem Papst den i;. 'an. an.teten friedens, auch der Sultan dem ^ Königswerden, und der Cardinal, Cäsar Borgia, "An zuEwBZlang als geissel begleiten sollte. Bey d^ ^anckrelch^, >v^überlieferte ihn der Papst dem Komge von
thn auf seiner reise nach Neapolis mit M ^,nd.chm ein langsamer gift beygebracht wordetn^^nagemach zu wurcken ansieng, wurde er M ^jy,
die letzte stadt in dem Kirchen-gebreth m ^ardinss^w P«men Haupt-flusse befallen, weshalben der Mer vermerckte, daß es nicht gut ablausten w»5von der Königlichen armee entfernte.zufaü nebst des Bajazeths aufgefangenen v