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und entflöhe also, wiewol sie unterwegs viel ungemach ausste-hen muste. Nebst ihrer schönheit besaß sie auch die tugend derehelichen treu und liebe in hohem grade. Sie war schon undjung, ihr mann aber alt, dem sie nicht nur im leben treuverbliche, sondern auch nach seinem tode die Amaranthen-blume, welche die blumen-kündiger die blume der liebe nen-nen , zu ihrem stnnbilde erwehlte, mit der Umschrift: nonmorüurs. Wiewol jedoch nicht kan verschwiegen werden,daß der seit einigen jähren ans licht gekommene Florentinischegeschicht-schreiber Varchi, als eine seiner zeit unstreitige undjederman bekannte jache erzehlet, diese Julia Gonzaga wäre vondem jungen und sehr galanten Cardinal Hippolyto von Me-dicis geliebt worden, und hätte selbiger deswegen von Jtri, all-wo er sein lust-qulh hatte,. sehr oftmalige reisen zu ihr genFondi gethan, wäre auch letztlich auf einer derselben im augst-monat an. iz;;. von seinem Cammer-diener Giovan Andreaclel Borao , den der damalige Fürst zu Florentz Alexander vonMedicis hierzu erkauft, mit gift vergeben worden. Wiewolim übrigen, da Varchi nicht weiter gehet in der erzehlung,als daß er sagt, sie wäre von dem Cardinal geliebt und oft be-sucht worden, es auch nicht vonnöthen, daß man den arg-wohn weiter hinaus erstrecke. Sonst wann man sie nachihres ersten gemahls tode zu einem anderwärtigen verbündnistse nöthigen wollte, sagte sie: sie könnte sich dazu nicht entfchlies-sen, denn bekäme sie einen guten mann, müste sie nur insteter furcht seyn, daß sie ihn wieder verlieren möchte; bekämesie einen bösen, würde es ihr nur um desto schwerer fallen,weil ihr erster gut gewesen, für dessen gedächtnis sie lieberalle gewogenheit aufheben wollte, als daß sie dieselbe mitge-fahr theilen sollte. Es sind viel der meynung gewesen, daßsie es heimlich mit den Lutheranern gehalten habe.lib. XXXIX. Oe < 7 a/i«z , lom. II. p. y6. 97. , ist. stior.
M. XIV. S«^.*
Gonzaga, (Lucretia von) war Pyrrhi von Gonzaga toch-ter, und eine der berühmtesten weibs-personen. Sie hat mitvielen gelehrten leuthen briefe gewechselt, wurde aber in dem14. jähre ihres alters wider ihren willen an einen reichen land-mann verehlichet. Selbiger aber, weil er eines und das an-dere versehen, wurde von dem Hertzoge zu Ferrara gefan-gen genommen, und nach gemachtem Processe zum tode ver-dammet , jedoch fand er gnade, daß es nur bey einem ewi-gen gefängnisse blieb. Lucretia bemühete sich zwar aufs aller-äußerste , ihren ehemann los zu machen, schrieb deshalben ei-nen beweglichen drief an den Hertzog von Ferrara, und alsselbiger nichts verfangen wollte, ersuchte sie Papst Paulum III.und nach ihm Julium III. nicht weniger das Cardinals-Lolle-xium, den Kayser, den König von Franckreich und andereChristliche Potentaten, um vor ihn zu tntercediren. Da auchalles nichts verfangen wollte, schrieb sie einen gar demüthigenbriefan den Türckischen Kayser, und bat selbigen, die vestung an-zugreiffen, worinnen ihr mann gefangen gehalten wurde, jedochden Christen sonst keinen wettern schaden zu thun. Es war aberalles vergeblich, und sie konnte nicht einmal die freyheit erlan-gen , ihn im gefängnisse zu sprechen , bis er endlich darinnenvor ungedult rasend ward, und starb. Nach dessen tode trugman ihr zwar andere heurathen an, worzu sie sich aber niemalsverstehen wollte. Von 4. Andern hatte sie nicht mehr als r.löchter übrig, die sie in ein kloster that. Ihre briefe sindmit grossem fleisse gesammelt, und zu Venedig an. 1552. zusam-men gedruckt worden. a?
* Gonzaga, (Louisa Maria) Königin in Polen, eine toch-ter Carole von Gonzaga, Hertzogs von Revers und zu Man-tua, und Catharinä von Lothringen; sie ward zu Paris an.164;. den 6. nov. auf einen sonntag in der Königlichen pal-last-capeüe per proeur^lorem getrauet, und zwar mit UladislaoSigismundo IV. Könige in Polen. Da sie dahin verreisete,wurde sie von der Marschallin von Guebriant begleitet; vondieser reise und was dabey vorgefallen, hat Air. 1 e Laboureureine genaue relation geschrieben. Diese Königin ward hernachzu Cracau den 26. Mit an. 1646. gecrönet. Nach der Handvermählte sie sich wieder, und zwar nach erhaltener dispen-sation von dem Papst Innocentio X. den ;o. may an. 2649.mit Johann Casimir, dem bruder des Königs Uladislai, wel-cher auch König ward. Diese Printzeßin war übrigens sehrfromm, von einem durchdringenden verstände, und behertzt, sodaß sie öfters in gefährlichen zeiten ihren Polnischen Magnatenund den Komgen ihren gemahlen muth einzusprechen und rathzu geben wußte. Ja das land hatte ihrer klügheit fast allein zuverdankten, daß der friede in demselben wieder hergestellet wor-den, welchen die rebelten und Schweden so sehr qestöret hat-ten. Sie starb an einem schlagflusse zu Warschau den i°.may an. 1667. und ward m der Arche St. Stanislai zu Cra-cau beygesetzet; hinterließ aber keine erben.
* Gonzalez, oderGoncales äeCastiglio, (Johannes) wargebohren den 24. jun. an. 14;°. ZU Sahagnn oder St. Facoud,im Königreiche Leon, in der provintz Asturien. Er ward vonden Mönchen aus dem orden St. Benedicti auferzogen, ineinem kloster, so Alphonsus III. gestiftet, welcher König inLeon gewesen, und an. 84;. zu regieren angefangen hat, beywelchem ansang er böses und gutes -gethan; da er einer seitsder rcligion schiene aufzuhelffen', indem er die Archen zu St.Jago in Gallicien, zu Oviedo und zu Astorga aufgerichtet, ande-
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rer seits aber die grausamkeit begteng, und, um stme bruder ,dem wege zu räumen, ihnen die äugen ausstechen ließ- -V l>rä-nes Gonzalez hatte kaum seine studier, zu ende gebracht, > ^or-senttrteihn sein vatter schon zu dem dienst der Amienille, worüber er Patron war. Da aber Gonzalez dieft ^ Manzunehmen sich nicht verstehen wollte, so suchte er wCanonicat oder eine andere geistliche würbe in derArche zu Burgos, in welchem absehen er Johannem )Bischoff Alphonso von Carthagena schickte, welcher e»Paust des berühmten Rabbiners war, der aber von ^' Arcentio Ferriere zur Christlichen religion bekehret woro» -Bischoff bediente sich für den ansang Johanuis m ^sondern geschäfften, und gab ihm den befehl ieme ^
auszutheilen. Johannes bezeugte hierinnen so ott» M
mitleiden gegen die bedürftigte, und theilte so * „ Wge„ /
daß seine mißgönner dabey anlas nahmen, ihndaß er so unvorsichtig in die fache gehe, und dHerrn bald zu armen tagen bringen wurde: Allein „yrvon Carthagena, anstatt diesen öhren-dläsern einzu geben , bezeigte darum nur mehr Hochachtung tA W t>ckslez, und machte ihn darauf zum Priester, und verjagneben mit einem guten Canonicat zu Burgos.starben ihm seine eltern,
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und einer seiner vettern, ^peilsthieraus mit seinen geschwistern ab , und gab den AMfür sich bezogen hatte, zweyen von seinen schwellediesem bätete er bey dem Bischoff von seinen kirchem^e Mgen ab, und fragte um erlaubnis bey ihm, sichin die einsamkett zu begeben. Da er in gnaden ertaste», „s, Mverfügte er sich in die capelle zu St. Agatha, den Ederselben zu versehen; (es war aber diese Arche aus ^spiel oder der vioeces Burgos, und ehedessen durchnien in grosser Hochachtung, dieweil es eine gattuWwar, da sich ein mann, welcher eines lasters angeAav ^purgiren konnte, wann er in gegenwarr aller umstchVtheurte, daß er unschuldig sey.) Johannes Gonzalez oeters die Arche zu Burgos, so den Augustinern gebore». öss.,der Vorstadt liegt, «sonderlich aber bätete er und hiesst ,Mvor dem crucifix auf, welches II mirsculolo gencM'und von dessen verwunderlicher erfindung sie folgcss' Lct E,erzehlen. Ein bürger von Burgos (sagen sie) war oe Ezur see in die Niederlande zu verreisen, und.tW E"gelegenheit ein gelübde, wenn seine reise würde glücklich^. Wgen, in das Augustiner-kloster eine Verehrung zu waw, § „mseiner zurückkunft traf es sich, daß er in ein entsttz"wMc VWitter fiel, während welchem er sein abgethanes serneuern sich die mühe nicht dauren liesse: da nun da» ^ter gestillet war, ward er einer Aste gewahr, w^sariBV
nderbarenschönhe'tv^O'
that, und ein crucifix von einer sonderbarenfand 1
welches er zur danckdarkeit den Augustinernschencke gab. Da nun Johannes Gonzalez auf e»» M l»diesem crucifix bätete, nahete sich ein lahmer zu ") goo
nen steltzen, und bäte hülffe und ein allmosen von w'
zalez bat das crucifix für den elenden krippel t'!"»hielt, wie die Historie sagt, seine gesundheit; der armebarkeit wiedmete sich dem dienste dieses creutzes, n»^ sprofeß in dem nemlichen Augustiner-kloster. Etwo rinds.pnach gieng Gonzalez von Burgos nach Salamanc»^, v-dtgte daselbst in der Arche St. Sebastian; der s- ^ tw.die übrigen Coüegialen von St. Bartholomäi, me»^Pfarre St. Sebastian einverleibet waren, wurde» 'aus seinen predigten, daß sie wünschten, ihn inzu haben, und trugen ihm zu dem ende die ver> ^, 1capelle an. Er nahm es an , doch behielt er es mcmdem vertauschte diesen dienst bald mit einem ^ chin»
nemlich der Prediger-stelle zu Salamanca z. 0» W
tägliche mühe und arbeit verursachte,sich war, ^ "
iye uno aroeic verurjacyte, und so"d^' .,. dieweil er zweyen factionen predsll'oftselbe sich zum ziel zu legen ermähnen sollte, da^eo ^
anstatt des friedens, wütende widcrbefzer, unds scharrn ^den auf einander tödtlich erhitzten parteyen blum>.^, nc»und wilde lermen gefetzet. Zwey grosse gest^sv, daE Mydas von Manzani und' das von Monroy / h^ttrNoberhand in der stadt. Zwey brüder aus diesem E Mauf einen tag eine partey ballen mit zwey mm hersten geschlechte, wurden beym spielen rmems/sich. Die zwey Manzani behielten die oberhand/ Pozwey gebruder Monroy, und flüchteten sich »E ,xschlE x,,galt. Maria fte Monroy, die Mutter der zwe» ' yE-x,konnte sich über diesen Verlust nicht trösten, und . ^ sieauf eine grausame raache bedacht. Diesem zu M gep.^
sahrung gebracht, wohin sich die zwey gebruder Vw erfts^
tet, versammelte sie ihre freunde und anverwarw", z,
sich bey ihnen, daß sie es für unerträglich hie"//'
ien, daß sie es für unerträglich h>en /,V für sicsie nicht das Hertz haben^wurdcn dieraacy^^sie I
sich bey ihnen
den, wann sie ..-. 1,,»^
zuuben; da sie ihr angelobten, alles zu wage», veustlbsten zu ihrem Haupte, diese , sache zu E^ ugieE' tWflsich tn ihrer beglcitung in ein dorf an den Pf j!,Merhe»tzen, wohin sich obgemeldte zwey ManM" '",chhe Z»W/den hatten. Sie bestach hierauf zwey knechte , MN ^
das haus, rn dem sie sich einquartirt hatten, eroftM^ >00^,h-
so bald man m dem Haufe war, die chur ^ gemäße
schliefen, aufbrechen, und die entrüstete mutter' v
sten mit sechs der Hertzhafftesten, so ße bey M v i"