Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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Güntzburck, eine kleine ftadt an dem flusse Güntz, in derMarggrafschafft Burgau, z. meiien von Ulm, die ein feinesschloß hat, welches Kayser Leopoldus an. 169z. dem Marggra-fen Ludwig von Baden eingeräumet.

(Auerande, eine stadt in Bretagne, in der Graffchafft Nan-tes, nahe an der see gelegen, zwischen den ausflüssen der Vilaineund Loire, 14. oder i;. weilen unter Nantes, an einem orte, woes einige saltz-brünnen giebt.

* Guerard , (Dom Robert) ein Benedictiner-Mönch ausder Congregation von St. Maur. Er war Dom FranciscoDelfau 'und Dom Johanni Durando bey der reviflon der wer-cke des H. Augustini behülflich. Da sie aber angeklagt wur-den , daß sie gesamter Hand das buch, I'fidke Lommsnäarsirsgenannt, geschrieben hatten, so wurden sie von einander ge-than. Den Dom Robert Guerard verwiese man in das Dau-phins , wo er seine zeit zu vertreiben, sich die mühe gab, diein den bibliothecken hin und her zerstreute alte manuscripte zu-sammen zu suchen; er fand eine ziemlich grosse menge derselbenin der Carthause äs« Portes, und unter andern auch ein werckvon dem H. Augustino, contra snlisnum, darüber geschriebenwar, imperksÄum Opus; dieses schrieb er gantz ab. Manhat bis dahin geglanbet, daß in Europa nur zwey exemplarienvon diesem wercklein seyen, nemlich eines zu Clairvaux, unddas andere in dem Pramonstratenfer-Lollegio zu Paris, lv-mel. p. 68-

ls Guerchm, ein berühmter mahler, gebürtig von Bsno-nien, hieß mit dem rechten nahmen Francesco Barbieri äa Cen-to, wurde aber ls Guerchin zugenannt, weil er mit beyden äu-gen schielte. Als er 8. jähr alt war, gab er schon einige marquenseiner Neigung zu der Mahlerey von sich, und weil er nur solcheMeister in feinem vatterlande hatte, die selbst nicht viel verstun-den, hat er das meiste seinem eigenen ffeiß zu dancken. Er excel-lirte sonderlich in völliger einrichtnng aller zu einem gemähldegehöriger stücke, daß sich die theile desselben wohl und genauzusammen schickten, welches die mahler die composition nennen.Auch waren seine gemählde dauerhafft und frisch gemahlt, wel-che art ihm besser gefiel, als der berühmten mahler Guidonisund Albani. Er starb an. 1667. im 70. jähre seines alters, undweil er sich niemals verheurathet hatte, setzte er 2. seiner vetternzu universal-erben ein. Er hat viel capellen und altäre gebauet,auch herrliche stiftungen zu Bononien und anderswo gemacht.Man siehet von seiner arbeit zu Rom und in dem Königlichenpallast zu Paris, auch an verschiedenen andern orten etwas da-von. entret. lur Iss vie8 äes Leimrss L. IV. *

Gurret, die Haupt - stadt in der landschafft Ober-Marche,welche mit einem Hos-Gericht, einem Königlichen Cammer-Ge-richt, einer Cantzley, und einem Marschall-amt über die vioscesLimoges versehen.

(Aueret, (Gabriel) ein Advocat des Parlements zu Paris,hat sich durch seinen verstand, gelehrsamkett und herrliche schuf-ten in gantz Franckreich berühmt gemacht. Er war an. 1641.zu Paris gebvhren, und machte von seiner jugend an viel Verse,welche er aber niemals drucken ließ, sondern nur seinen gutenfreunden zeigte. Er fieng aber auch an einige fachen zu schrei-ben, als einen tractat von den 7- Weisen aus Griechenland; les-Lntretiens lur I'LIoguence äs la Lkairs <L äu Larrsau; le kar-v»lle iskorme , so eine stltyre ist, und sehr ästimirt wurde, wo-von der andere theil unter einem besondern titul: la Ouerr«äss Lutsors , gednkckt worden. Seine andere schriften sindvon der Iurisprudentz, auf welche er sich nachmals einzig undallein legte. An. 1672. nahm er sich nebst Claudio Blondello,so ebenfalls Advocat bey dem Parlement war, vor, alle die vor-nehmsten äsLilions8 der Parlementen und hohen Gerichten inFranckreich zusammen zu tragen, welches auch hernach unterdem titul: lournal äll Palais , heraus kam. Er hat auch dievornehmsten arrets des Parlements , so Gautier und ls Prstrezusammen getragen, an. 1679. vermehrter drucken lassen,und No-ten beygefügt. Er practicirte wenig, wurde aber fleißig consu-liret, daher er meistens in seinem cabtnet arbeitete. Er warmich einer der vornehmsten von der aüsmblee, welche der Abtri'Aubignac angerichtet. Ä/e'ME,,/«

Guericke, (Johann von) Schultheiß und weltlicher Rich-ter zu Magdeburg, war aus einem alten BraunschweigischenPatritien-geschlechte an. 1555. gebvhren. Sein vatter war Mar-cus, Bürgermeister zu Magdeburg, dessen beyde brüder, Georgund Jacob, in den Magdeburgischen Historien sehr wohl bekanntsind. Als er etwas zu jähren gekommen, begab er sich in frem-de lande, und kam an. 1573. bey König Stephano von Polenals Hof-Juncker in dienste,da er meistens in Verschickungen nachDänemarck, Schweden und Moscau gebraucht wurde. Obgleich der Czaar Basilowitz, an dessen Hof er ein gantzes jährgewesen, zuvor die Polnischen Gesandten gar schimpflich tracti-ret, hat er sich doch so wohl gehalten, daß der Czaar keine Ursachean ihn finden können, wodurch er sich bey dem Könige in Po-len in solche gnade setzte, daß er ihn adelte. An. ^..besuch-te er seine eitern, es wollte ihm aber M Magdeburg nicht ge-fallen , wannenhero er zurück in Polen gieng, da er zu demTürckischen Kayser nach Constantinopel verschickt, aber baldwieder zurück beruffen wurde. Hierauf kam er zum andernmal wieder nach Magdeburg, und brachte viel rare fachen«it, die aber in der Magdeburgischen zerstörung vom feurr

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verzehret worden. Er wurde daselbst anfänglich NathsEHAmerer, und den 12. jan. an. 1608. Schultheiß oder wenim,Richter des Kayserlichen Schoppen-stuhls. Er starb den 4. 1 ^an. 1620» TVav«

1704- p-N 9 -

Guericke, (Otto von) Chur-Brandenburgischer RathBürgermeister zu Magdeburg, hat sich durch seine sonvcrrawissenschafften und neue ersindungen sehr bekanntSein vatter war obiger Johann von Guericke, die Mutterna von Zweydorff, welche ihn den 20. nov. an. r6or. georen. Er wurde anfänglich durch privat-kra-ceptores umerrtet, bis ihn seine eitern an. 1617. auf die Universitäthernach an. 1620. nach Helmstädt geschickt, von da er >seines vatters erfolgten todes zurück gefordert wurde. HUwandte er sich an. 1621. nach Jena, und legte sich ^sonderheit aus das üuäium furis. An. isrz. gieng sst u ^Leiden, trieb daselbst fremde sprachen, die Mathematic ,sonderlich die Fortification, Geometrie und mechanischeFolgends that er eine reise nach Franckreich und EEUar-Nach seiner zurückkunft verehlichte er sich an. 1626. nitt 4"garetha, Iacobi Alemanns, des Schöppen-stuhls zubürg obersten Lllelloris, auch Braunschweigischen gelMRaths und Halbersiädtischen Cantzlers, tochter. Als aber ^r6r r. die stadt Magdeburg zerstöret wurde, hätte es thM "fast das leben gekostet, biö er endlich nebst den stiuEgch,dem General-Kriegs-Lommillarlo, Freyherr» von Wallem ^gegen Versprechung;c>o. reichsthaler ranzion errettet, ^nach Schönbeck gebracht worden, allwo ihm, weil er .»ausgekleidet, Fürst August von Anhalt, einige geld-mE' Wgesendet, davon er sich wieder kleiden, und nach Brauni"?' ybegeben können. Da legte er sich auf den vestungs-bau,nahm unter Hertzvg Wilhelmen von Sachsen-Weimm, w)' ^damals Schwedischer General-Lieutenant war, zu st-ein Ober-Ingenieur dienste an.Von dar wurde er durch v" e-ten Fürsten von Anhalt, als welchem der König vonden das Statthalter-amt in dem Ertz-Stift Magdeburg a»Lxtragen, in dergleichen charge nach Magdeburg befördert.danralige Schwedische Feld-Marschall Bannier bot «HN.Uchteine freye compagnie nebst seiner tafel an, allein er woM > ,mit zu selbe gehen. In diesem bleuste ist er so lange gest"'bis der Churfürst von Sachsen an. i6;6. selbigen ort einn»,^da er denn gar oft hinaus in das lager geschickt wurde.auf erhielt er seinen guten abschied von Schweden, uno .^de von dem Churfürsten von Sachsen wieder in selblge slung genommen. Die stadt Magdeburg schickte ihn au»/1642. und 164;. an den Churfürsten wegen einigenCommendanten geführten deschwerden, da er denn auez»guter Verrichtung wieder zurück kam. Als die SchssA, vonstadt hart bloquirten, wurde er bald zu dem ChurfuriUSachsen, bald zu dem LttmMittrators Augusts nach HÄ/rstelttauch zu dem Schwedischen Feld-Marschall Leonhard -r-o ^söhn nach Leipzig und Eilenburg geschickt, da er esweit brachte, daß die bloqüade aufgehoben, die Churm l jhcebesatzung den 14. apr. an. 1646. abgeführet, und ber ^eigene qarnison zu halten verstattet wurde. Um som)^dienste willen wurde erden z. sept. selbigen jahrsmw ,rpeRaths - Cämmerer zum Bürgermeister gemacht, uvohierauf zu den Osnabrückischcn friebens-tractatei» jhvrweil er viel der stadt zum besten daselbst ausrichtete, wmund seinen nachkommen durch ein besonders äiplomajun. an. 1649. ein epemtions-brief ertheilet, daß sir "UEivon allen und jeden contributionen, anlagen, accijen,. .und diensten brfreyet seyn sollten, welches auch Churms W.brich Wilhelm von Brandenburg an. r 666. bestätig s E1649. wurde er zu den executions-tractaten nach Nur«^ ^ ,,cyvon dar an Kayser Ferdinandum III. geschickt,über 2. jähr lang aufgehalten, und zu verschiedene» w yBdientz gehabt. Als er wieder nach Hanse kam, hatiz. may an. 1652. zum andern mal mit Dorothea, Mgen»germeister Stephan Leutkens tochter, verehlichet. ^ ,6?^jähre ward er an den Kayserlichen Hof nach Prag / " ,picdssaufden Reichs-tag nach Regenspurg, und an.nach Wien geschickt. Er offeriere aber auf dew v ^ „en-Reichs-tage zu Regenspurg Kayser Ferdinand» m- ' veE.inventirte mathematische experimema, worüber erbigen nicht allein, sondern auch von allen anwesendesten gar gnädig angesehen wurde; wie ihm denn m ^ sta>'Leopoldus viel privilegia ertheilte, ihn von neuem . » sö,ug>'des Teutschen Adels setzte, auch sein wapen mtt Echiurde , -chen crone über dem Helm vermehrte. Jnjonderycu Minventirte schöne Maschine, das Vasuum genannt,vo> Mv

des-personen hoch ästtmiret, daher auch der beruv , Zstsmaricus p. Schottus mit ihm correspondentz grpsidg den s ,nun bey ziemlichen jähren war, that er, an. iv»v» bcy'^,nigen eine reise nach Hamburg, weil aber die rran ^sehr abnahmen, inuste er daselbst verbleiben, wallda den n. may an. 1686. verstorben, daselvit rg gem^zu St. Nicolai beygesetzt, und von dar nach Magd ^ g»s dret worden. Aus der andern ehe hatte er kerne km» ^ mersten aber;. gezeuget, worunter Anna CathMnnat, Jacob Christoph aber ein jähr und 4.

Otto von Guericke aber, von dem hernach, hat ^