Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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96 o gur gus

gefangen fetzen, und hernach lebendig schinden, zuletzt aber dencörper an einen galgen Heimen, 0/

vol. 1. r>. 157. Lbrc>lliLle8.

(Fureigura oder Guregra, ein berg in Africa, iz. Mei-len von Fez, gegen das Atlantische gebürge zu. Die einwoh-ner sind sehr reich, weil sie einen grossen Überfluß an wachenund gersten haben, gleichwie auch an grossem und kleinemviehe. Sie hüben verschiedene wohl-bewohnte dörfer, aberweder städte noch schlösset, noch mit mauren. umgebene fle-cken , indem die rauhen wege und schweren gange zu ihnen,sie ohne dem genug beschützen. Sie haben auch eine grosseanzahl löwen unter sich, die aber so zahm und furchtsamsind, daß die wcibs-persvnen sie mit stecken fort treiben können,als wie die Hunde, Mic. 11K. IV.

* Gurgi, (Mehemet) ein Türckischer Groß-Vezier zu Con-stanlinopel, ums jähr 1626. Die Ianitscharen waren mit sei-ner aufführung übel zu frieden ; daher sie seinen köpf von demSultane forderten. Dieser, um einen aufstand zu verhüten,ließ ihm sogleich das Kayserliche insiegel abfordern, ihn seinerwürde unfähig erklären, und weit er ein verschnittener war,ihm seinen aufenthalt im Serrail anweisen. Er ward nichtlange darauf im 68. jähre seines alters strangulirt, und seincörper der wüth der Ianitscharen preis gegeben, welche ihnsehr mißhandelten.

Gurgtstan, siehe Georgia.

Gurnigel, ist ein gesundes bad in dem Bernerischen Ober-lande , und zwar in dem Land-Gerichte Seffigen, auf einer ho-hen Alp gelegen, dessen Wasser bey schwachheit des magens undder glieder eine gute würckung haben soll; es ist am geschma-cke saurlicht, und wird sowol zu dem trincken als baden flüs-sig gebraucht, IM. X. H. x. nr>. *

* Gurekiki, ein Polnischer Oberster, stund an. 1694. mitseiner mannschafft in der geaend von der stadt Pomerzan, weiler den Tartarn, wenn sie sich nach ihrer gewohnheit zerthei-leten, einen streich anzubringen gedachte. Diese aber kamenjetzo wider ihre gewohnheit best geschlossen, und in guter vrd-nung angezogen. Als Gnrskiki hierauf einige von ihnen er-blickte , meynte er, es würden ihrer nicht allzu viel seyn, undgieng ihnen behertzt entgegen. Weil sie aber viel stärcker wa-ren , so ward Gurskiki mit den seinen gäntzlich eingeschlossen.Es wurde auch schlecht um ihn gestanden haben, wo er sichnicht entweder durchzuschlagen oder zu sterben, entschlossen ge-habt hätte. So aber schlug er sich mit den seinen durch, undwarf sich in Pomerzan, da er nicht mehr, als zwölf mann ein-gebüßt hatte. Ottomannische Pforte, k. II. 11b. XVII. x. 66r.

* Eurumea, ein kleiner fluß in Spanien, in demjenigentheil der landschafft Bistaya, welcher Guipuscoa genennet wird.Er hat seinen Ursprung nahe bey den grentzen des Königreichs

. Navarra, und läuft bey St. Sebastian in das meer.

Gussoni, eine von den alten adelichen familien in Vene-dig. Andreas Gussoni wurde krvLnrsror von St. Marco an.iz22. und Vincentius Gussoni erkaufte diese dignität in wäh-rendem Candiatischen kriege. So sind auch aus diesem ge-schlechte, welches mit unter die reichen gezehlt wird, Am-bassadorn, kvcisüas, und andere ansehnliche männer hervorgekommen, cke IM. ciu Oouvsrn. äe Venike,

x. 97. 465. 544.

Gustavus I. König in Schweden, gebohren an. 1494.Er war Erici Wasa von Ridboholm, Ritters und Schwedi-schen Reichs-Raths, welcher den 7. nov. an. 1520. in demStockholmischen blut-bade enthauptet worden , söhn, von Cä-cilia von Eck, daher man ihn nach Schwedischer art insge-mein Gustav Erich söhn genennet. Er war an. i;i8. mit un-ter den geißeln, die der König Christianus II. von den Schwe-den wegen seiner sicherheit begehrte, da er sich stellte, als woll-te er persönlich nach Stockholm kommen; wiewol er seine zu-sage nicht hielt, sondern die geissel auf seinen schiffen mit inDänemakck nahm, und sie hier und dar in Verwahrung setz-te , da denn dieser Gustavus seinem verwandten, Erich Ba-ner auf Kalloe, zu verwahren gegeben wurde, bey 6000. Reichs-thaler strafe, wenn er ihn davon kommen liesse. Allein im fol-genden jähre entmischte Gustavus, und weil damals gleich dieJütländische ochsen heraus getrieben wurden, so hielt er sichzu der sichrer Compagnie, und kam mit solcher Manier nachLübeck. Unterweges gieng es ihm schlecht genug, und musteer es vor das höchste glück schätzen, daß er einstens auf einemelenden bauer-wage» unter etlichen bunden stroh verhüten kön-nen , daß man ihn nicht wieder ertappet. In Lübeck würde esihm nicht viel besser ergangen seyn, Massen ihn Erich Bancrdahin verfolgte, und wieder ins gefängnis ziehen wollte. Al-lein der Bürgermeister Groms nahm sich seiner treulich an,und hielt ihn etliche monate verborgen, bis er nach Schwedenüberkommen konnte. Als nachgehends sein vatter in dem be-weibtem blut-bade sein leben lassen muffen, und seine mutterin Verwahrung gesetzt worden, hielt er sich bey den Dalekerls,welches die Schwedischen berg-leuthe gegen Norwegen zu sind,nicht ohne gefahr auf. Denselben wußte er Christiani grausam-keit, und was ihr vatterland ferner zu gewarten hatte, derge-stalt vor äugen zu stellen, daß sie ihn zu ihrem Haupte aus-warfen, und gut und blut vor die freyheit von Schwedenbey ihm aufzusetzen versprachen. Aus diesen bekam er einen

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ziemlichen anhang, der von vielen, so Christianus zur Msaufzusuchen befohlen, vermehret wurde, darbey ihm aEmit geid und sonsten Vorschub thaten. Wiewol nun CM>m,nns um Gustavi vorhaben wohl wußte, achtele er dochches, als ein Herr von dreyen Königreichen, und der "schlösset von Schweden in seiner gewalt hatte, sehr ger>rwund schickte den seinen unter Sören Norby nur einige wemavölcker, und zwar allzuspäte, zu hülffe. Hiedurch bekam vftavus bessere gelegenheit, daß er an. 1521. die beyden knpnberge, und so ferner die in Helstng, Gestrick und Ängermanland samt Medelpad an sich ziehen konnte. Nachdiesem ws ^bete er sich gegen Westmannland, Nerick und Wermeianda zwar sein voraus geschickter Hauplmann, Peter Ug>a / iKöping mit den seinigen von den Dänen überrumpelt w"sde, jedoch gieng Gustavus mit 5000. mann auf Weiter"los, und schlug den Dänischen lehens-mann daselbst, -A ^rich von Melen, zum andern mal in die flucht, von banne»seine zugethane nach Nericke, Südermannland, Oster-tA^und Upland ausschickte, die überall grossen zulauf dekan>ohngeachlet sich der Ertz-Bischoff, Gustav Trolle, rMlkräfften widersetzte, und das Reich den Dänen erhalten wte, was auch Gustavus ihm vor gute vorschlüge that/ "auf seine und des vatterlandes feite zu bringen. AberErtz-Bischoff suchte ihn vielmehr zu Upsal zu überruMpe»'^und hätte ihn bey nahe ertappet, wo er nicht in den w .entrunnen wäre. Jedoch bezahlte Gustavus den Ertz-A,schaff wieder, da er sich nach Stockholm zurück begab/daß er kaum den sechsten theil seiner leuthe mit sichbrachte; und wiewol er dieses mal Stockholm nicht ero".^konnte, sondern sich mit schaden von bannen zurückmuste, so verstärckte er sich doch indessen sowol durch dn - „becker als andere im Reiche. Dieser fortgang schmertz»e >König Christianum dermaßen, daß er Gustavi mutter» ^r. schweftern von Stockholm nach Cvppenhagen bringen /.

ungeachtet seine gemahlin davor bat, sie allda in einmes gefängnis werffen, auch elendiglich zu tobe quälen . ^Den andern gefangenen Schwedischen weibcs-personenleinwand ins gefängnis werffen, daraus sie möchten » ^machen, worinnen sie bald sollten ersäuffet werden, -^tließ sich Gustavus dadurch von sginem vorhaben Eggai-abschrecken, sondern berief die sämtlichen Stände »achstena, welche ihn den 24. aug. an. 1521. einhellig MMGouverneur erklärten, ihm treue schwuren, auch he,zur Crone machten, und alle hülffe zu des vatterlande-^sreyung zusagten. Hierauf belagerte er Stockholm aber» ^vergebens, als welches im folgenden jähre entsetzt warn'denn auch Sören Norby Gustavi leuthen nicht wenig im ^that. Diesen zu ersetzen, belagerte Gustckvus mit neue»' jf.ckern Stockholm, erhielt auch von den Lübeckern einigefe, welche ihm gute dienste wider die Dänen thaten.hierauf die Dänen selbst Christians allen gehorMi h,,sagten, bediente sich Gustavus dieser gelegenheit sttss!-bemächtigte sich des Königreichs Schweden vollends, mvdurch Larß Siggesen Wyck eine provintz von Norwegen,'^nehmen. Darauf wurde ein Reichs-tag zu Slregne« ss „x,ten , da Gustavus den Reichs-Rath, so durch Christian»den gantz verringert war, ergäntzte, hingegen wurde iy" ^17. jun. an. 152z. von den Ständen die Königlichegetragen, und beyderseits eine eydliche Pflicht abgelegt. - ^diesem forderte er Stockholm auf, so nun keine HMm ^zu gewarten hatte, da denn zwar endlich die besatzmwstadt und das schloß sich an die Lübecker ergab, in hostnuWdige würden es dem neuen Könige Friedrich von DM"liefern; diese aber übergaben es ohne schwierigkcit an Gm»der allda mit grossen freuden seinen einzng hielt.ste aber rechneten die Lübecker vor 60000. marck, und wensie nicht gleich bezahlen konnte, so bewilligte man lym> ^j.grosse freyheiten in Schweden, wiewol es in die i""^schö-nen bestand hatte. Weil auch die Reichs-casse flE/, uMpfet, legte Gustavus der Clerisey starcke schätz» ngen am /.. ^„die soldaten davon zu bezahlen, und suchte also, lym>> pjeüberflüßigen reichthum zu nehmen, indem sie mcht Mr

besten einkünfte Des Reiches, sondern auch die besten Ir-

innen hatten. Dieses verdroß die Geistlichen sehr / um >lich den Bischoff Brask von Lincöping, der die amtr» ^den König anhetzte, und ihn bey des Papsts neu-ankom'Gesandten, Johanne Magno, wegen geitzes und jE.klagte. Der Bischoff Peter zu Westeraas suchte dleN'und berg-leuthe wider den König aufzuwiegeln; am» Ehieltkehrte sich nicht dran, danckte die fremden soldaten ao /aber die besten, und schickere ein auserlesen Heer m / ^je-ckingen, nahm selbiges land ein, schickte auch E'^holiNdrichen von Dänemarck 17. schiffe zu hülffe, um „ d»einzunehmen, worauf er selbige in Finnland iemsie vollends alle Plätze unter seinen gehorsam bringen ^ ^Damit er nun auf selbiger feite stcher seyn mochte ,mit den Russen aus etliche jähre stillstand. Um stlbE ^ ^die Lutherische lehre in Schweden an sich mehr und mem ^rhebreiten. Selbige war anfangs durch die Teutscheni" ^,nach Stockholm, Süderköping und Calmar gebrawrwie auch durch die Teutschen soldaten und verschiedendische studenten, welche zu Wittenberg studlrt, wm« h^t,Olaus Petri aus Nerien, der einige jähre Lulherum s -ec