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Heiligenberg, eine Grafschafft in Schwaben , den Gra-rfen von Fürstenberg gehörig. Sie hat ihren nahmen von demheiligen berge und berg-schlosse, darinnen die reliquien der Mär-tyrer Felicis , Exsupcrantii und St. Regulä zu Kaysers Ludo-vici II. zeiken begraben worden, und liegt nahe bey dem klosterSalmanswyl, zwey weilen von dem Bodensee. Dieses schloßliegt aufeinem hohen felsen, von welchem man sehr weit herum,und nicht nur allein über den Bodensee bis auf Costantz, son-dern auch bis auf St. Gallen und andere orte in der revier se-hen kan. Es kan von keiner feite angegriffen werden , als vonnorden, da es doch seine graben und faü-brücke hat. DieFranzosen haben an. 164;. den y. nvvemb. von Uberlingenaus solches früh morgens an dieser feite, angegriffen, petar-dirt und eingenommen. Im folgenden 1 saften jähre erober-ten es die Bayerischen, und an. 1647. wiederum die Franzosen.Vor zeiten hatte sie ihre eigene Grasen, welche Lazius von Egi-none, einem söhn des Teutschen Helden Jsenbards, und einembruderdes Welffens, herführet. An. 141;. aber sind die Gra-fen von Werdenberg Herren von ihren güthern gewesen. Andas Haus Fürstenberg ist diese Grafschafft durch VermählungGraf Friedrichs von Fürstenberg und Annä, Graf Chri-stophs von Heiligenberg und Werdenberg , des letzten seinesstammes, der an. r;;4. verstorben, tochter und erbin gedie-hen. , annal. 8uev. , topogrsxk. 8uev. Eu-
ropäischer Herold, k. I. x. 585. *
Heiligen-feld, vor Zeiten eine Cistercienser - zu dem klosterNepomuk in Böhmen gehörige Probstey, eine stunde von demwegen des berühmten Marien - gnaden-dildes bekannten hei-ligen berge gelegen, so in dem Hußitischen kriege mit verlohrengegangen.
Heiligen Geist. (Ritter - orden vom) Es ist dieses einerder vornehmsten Ritter-orden in Frankreich. Der stifterdesselbigen war König Heinrich III. in Franckreich, welcherselbigen den i. jan. an. 1579. anordnete. Das vornehmste ab-sehen war wol, die gemüther des damals durch den heiligenbund und die Guisische faction von dem Könige abgewendetenAdels wieder an sich zu bringen, und darbey dem verfallendenSt. Michaelis-orden einen neuen an die feite zu setzen, der nichteben so gemein gemacht würde, und also ein mehrers ansehenHatte. Worbey aus etlichen von dem Könige Henrico III. indas Hals-band eingerückten, von Henrico IV. aber nachmalsgeänderten Ziffern oder monogrammis zu spüren gewesen, daßwol nach der art selbigen Hofs und selbiger zelten einiges liebcö-geheimnis darunter verborgen gelegen , indem das hals - bandder Ritter aus göldene flammen von sich werffenden und rothamulirten lilien bestanden, zwischen welchen drey göldene weißamulirte ziffern oder monoZrsmm-lm gewesen. Das erste warein in einander geflochtenes H. und Griechisches wormit son-der Zweifel auf den nahmen des Königs Henrici und der Köni-gin Louise gezielet worden. In die andern aber hat sich nie-mand finden können. Jedoch widerspricht Brietius in snn-üi-bas mnncli dieser einbiidung. Jetziger zeit bestehet es aus ebendergleichen linien, aus darzwischen gecrönten und flammenvon sich werffenden N. und aus unterschiedenen sieges-zeichen.Unten daran hänget ein acht-eckigtes göldenes an den ecken weißamulirtes creutz j in dessen mitte eine taube, auf der andernseile aber das bild des heiligen Michaelis ist, der den brachenunter die füsse tritt, weil eben diese Ritter, wie oben gedacht,auch zugleich Mitglieder des Ritter-ordens von St. Michaelissind. Es hat aber der orden den nahmen des H. Geistes be-kommen , weil der König davor gehalten, daß ihm das Pfingst-fest sonderbar glücklich sey , indem er an demselbigen gebohren,an demselbigen zum Könige in Polen erwehlet, endlich auchan demselben durch den tod seines bruders Caroli IX. Königvon Franckreich worden. Der Königs hat sich selbst zum Hauptund Großmeister dieses ordens erkläret, auch solche würdeder Cron Franckreich einverleibet. Die anzahl der Ordens-Ritter wurde anfänglich bis auf hundert Personen gesetzet,wiewol deren heutiges tages weit mehr. Wie denn auch vierCardinäle und fünf Ertz-Bischöffe oder Bischöffe, ausser diesen,nebst einem Groß-Älmosenier, darinnen seyn sollen , und anbedienten ein Cantzler, ein Schatzmeister, ein Intendant, einGenealogist, ein 8 ecret-»riu 8 und ein Herold. Der Königwollte auch, man sollte sie Commandeurs nennen , indem ernach dem exempel der Könige von Spanien gesonnen war, ei-nem jedweden eine Commenthurey anzuweisen; allein derPapst und die Clerisey wollten nicht darein willigen. Wes-halben der König anfangs eine Haupt-summe von 120000. tha-lern wiedmete, um die Zinse davon in dem jährlich haltendenCapital unter die Ritter und Ordens-verwandten nach der vonihm selbst gemachten verordnung auszutheilen; worzu er nocheinige andere seiner zufälligen einkünfte schlüge. Allein Lu-dovicus XIII. sekte an. 1624. die einkünfte dieser Ritter aufeinen gewissen süß, indem er einem jedweden eine jährlichepension von 1000. thalern, solche aus seinem schätz zu heben ,anwiese. Henricus III. hatte auch veste gesetzet, daß dieser Rit-ter-orden niemand als gedohrnen Franzosen, oder doch sol-chen , welche sich in dem Königreiche hätten naturalisiren las-sen , und XeZmLoIe8 wären, sollte mitgetheilt werden. AberHenricus IV. ließ sich hievon an. 1608. durch den Papst los-sprechen, damit er gelegenheil hätte, sich auch fremde Herrendurch dieses Mittel zu verpflichten; wie er denn gleich darauf
verschiedene Italiänische Printzen damit beschencket hat, undseithero sonderlich Ludvvicus XIV. gegen Johanne Sobieskydem Polnischen Könige an. 1676. und nachmals auch gegendessen zwey Printzen, Alexandra und Constantino, ein glei-ches gethan hat. Die Ritter tragen bey den gewöhnlichen ce-remonien und fest-tägen einen langen mit gold und silber umund um bordirten mantel von schwachem sammet, und be-stehet die bordirung aus göldenen lilien und zweifels-knoten.Der übrige mantel aber ist mit goldenen flammen bestreuet.Über dem mantel tragen sie ein kleines schäubgen von einemsilber-stücke, auf welchem silberne tauben zu sehen, und sindbeyde mit orange-gelbem atlas gefüttert. Die Hosen sind auf-geschurtzt, und das wammes weiß oder orange-farbe. Aufdein Haupte tragen sie ein schwaches mützgen mit weissen rei-ger-federn. Das grosse ordens-hals-band tragen die Ritternur bey den vornehmsten ceremonien und an den hohen fest-tägen , ausser denselbigen aber das blosse ordcns-creutz an derlincken feite an einem Himmel-blauen bände, weswegen manauch in Franckreich sagt: er wird das blaue band bekom-men ; das ist, er wird Ritter von dem H. Geist werden.Auf den ordentlichen mänteln tragen sie eben selbiges creutzsehr groß in silber gestickt. Das jährliche ordens-fest wird ge-meiniglich an dem Neu-jahrs-tage gefeyert, jedoch wird denletzten tag des vorhergehenden jahrs allemal eine vesper gehal-ten , bey der sich die Ritter einstellen müffen. Der ort, wo siesich versammeln, ist mehrentheils die Augustiner-kirche zu Pa-ris , wiewol auch unter Ludovico XIV. und schon unter demjetzigen Ludovico XV. die Versammlung anderwärts, undnamentlich in der Königlichen capelle zu Versailles , gehal-ten wurde. Die Kamm dieses ordens bestehen aus 8z. ar--tickuln. ttaKsr. , lib. I.XVIII.
kickoirs tom. I. kickoirs universelle. , kick.
cie8 Zrancls Olkc. äe la Louronns. T'estMnesr ri?Entwurf von Ritter-orden. IM ^ ^/. *
Heiligen Geist, (Ritter - orden vom) ein Ritter-orden inCastilien. Der stifter desselben war Johannes I. König inCastilien, weicher an. izyo. am tage St. Jacobi zu Sego-vien in der Haupt-kirche den orden des Heiligen Geistes ge-stiftet. Das ordens--zeichen war eine aus goldenen sonnen-strahlen bestehende kette, an welcher eine göldene weiß email-lirte taube, mit einem rothen gegen die erde stehenden schna-bel behängen ; wie er denn- auch selbigen tag noch einen ge-ringern orden soll gestiftet haben, welches doch alles mit desstlftcrs tobe erloschen. rck , kick. äs 8e§ovi<>
L. 26. Ritter-orden.
Heiligen Geist, (Ritter - orden vom) ist ein anderer Rst-ter-orden, welchen Ludwig von Tarento, König von Jeru-salem und Sicilien , Graf von Provence, so der KöniginJohannäI. gemahl war, an. izzz. gestiftet. Man nenneteihn auch rum rechten verlangen, und hatten die Ritter amihrem Habit diese Worte; 8i llisu Mr. Einige fügen aucheinen knoten von gold bey, als ein zeichen der freundschassttEs wird gesagt , daß König Henricus III. als er aus Polenin Franckreich gegangen , um selbiges Reich in besitz zu nemmen, und nach Venedig kommen, habe man ihm das buchvon stiftung dieses ordens samt allen ordnunqen desselben undsehr schönen kleinen gemähldern, welche eine jede fache aus-drucken , vorgewiesen, und, weil er daran ein sonderbares ge-fallen hatte, auch verehret; welches ihm dann den ersten an-las gegeben , auf stiftung eines gleichen ordens zu dencken.ke Laboureur will gar versichern , Henricus hätte nachdemseinem Cantzler Chiverni befohlen, selbiges buch zu verbren-nen ; allein dieser hätte es heimlich aufbehalten , und stLes also von ihm an seinen söhn Philipp Hüraut , Bischenvon Chartres, von diesem hingegen an den PräsidentenMaisonö kommen. Jedoch ist nicht zu käugnen, daß d>eÜLwra beyder orden gar sehr sind unterschieden gewesen, undblos der nähme und anlas der stiftung übereinstimmen; we»auch Ludwig am H. Psingst - tage König von Jerusalem undSicilien, wie Henricus König in Polen, war erwehlet wor-den. D« L , kick. cis Henri III.
lib. III. c. 8Z- kick. äs Provence.
/«vM. ^ , reckercke kick. c!e I'orcirs M
8t. Llprit. /.e , sclclit. aux mein. cie Lsüelnau-
Heiligenhafen, oder Hiligenhaven, eine dem Könige vs"Dänemarck gehörige und in der Holsteinischen landschafftgrien, der insul Femern gegen über, gelegene stadt. . ,Heiligenstadt, ist die Haupt-stadt des zwischen den ThuttMglichen und Brannschweigischen grentzen liegenden und m'»Churfürsten von Mayntz gehörigen Eichsfeldes. Vie selbstzwischen den städten Mühlhausen und Göttingen, nahedem Ursprünge des flusses Leine, und ist der sitz derMayntzischen Regierung über das Eichsfeld , welche das EDom-Amt genennet wird. Es befindet sich auch daselbst cnvon Henrico k!o gestiftete Probstey , und seit an. r; 79 -LolleZium der Societät JEsu. . ^
Heiligland, ehemals ckct-mm genannt, eine kleine.m^
sul, welche dem Hertzoge von Gottorp gehöret, u>?dwestwärts von dem Ditmarsischen ufer dem Eiderstadtnem >-,en über liegt. Sie hatte vormals 4. Teutsche malen lM -ang; allein an, zo-^gieng ein theil davon unter, und
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