26 h e l
he l
Am die altäre bey dem klang vieler cymbaln, trommeln, undaller andern gattung musicalischer Instrumenten herum tantzte,auch sonderlich auf die opfer ein unsägliches geld verschwende-te. Auch war er dabey noch in so weit grausam und tyran-nisch , daß er viele vornehme leuthe hinrichten ließ , nur weilsie an sich hatten mercken lassen, daß ihnen dergleichen auffüh-rung an dem Kayser gar übel gefiele. Sein leben war durch-aus liederlich, daß er nicht änderst, als ein schandflecken desRömischen Reichs kan angesehen werden. Da er anfieng Rathzu halten, so ließ er in denselbigen auch seine groß-inntker Mä-sam kommen, und zu deren ehren einen eigenen Weiber-Rath,(welcher gemeiniglich 8en->sulum, und die darinnen über un-nölhige und lächerliche fachen, so die weiber angiengen, ge-machte schlösse, henstus - Lonsults 8emirsmica genennet wur-den) anrichten. Er führte sich dabey ärger als eine bestie auf,also daß er auch aller orten die stärcksten Männer aussuchenließ, mit welchen er alle Üppigkeiten trieb, und seine gliederzu einem unnatürlichen gebrauch anwendete. Er und seinemitbuhler verkauften alle sowvl civil-als militar-bedienungen,und mit feinem Hierocle, den er am meisten liebte, übte eralle schand-thaten aus. Er beraubte nicht nur zu bereicherungseines Helwgabali alle götzen-tempei in Rom, sondern opfer-te auch demselben bey lebzeiten der eitern ihre besten söhne auf,und suchte endlich auf alle weife aller andern götter dienst,und was einem jeden insonderheit geheiliget war, oder in dergrösten ehrerbretung gehalten wurde, abzuschaffen und zu ver-nichten. Über diß soll er Zoticum, der auch sonst noch an-dere pratiquen gespieiet hat, gleich als ob er ein weib gewesen,zum manne gehabt haben. Ja er hatte so gar keine schäm insich, daß er auch die schändlichsten laster und Worte vor altenund ehrlichen leuthen vorbrachte. Bey gastereyen hatte er al-lezeit seine huren bey sich. Als er es nun allzugrob gemachet,auch Älexandrum seiner schwester söhn, weil er ihm zu frommwar, aus dem wege räumen lassen wollte, den er doch vor-her» zum LLisr angenommen hatte so stunden endlich allefol-daten, die seiner schon längstens überdrüßig gewesen , widerihn auf, und nöthigten ihn, daß er feine concubinen von sichlassen muste. Dieweil er aber solches nachgehends nicht haltenwollte, und dem Alexandro auch öffentlich und auf alle weifenachstellet«:, so revoltirte feine leib-wache wider ihn, und brach-te ihn im 22. jähre seines alters nach seiner mitgehülffen tobeendlich auf dem heimlichen gemache um, darauf dessen leib,weil selbigen die offene cloac nicht fassen wollen, durch diestadt herum gefchleppet, und endlich ein stein an feinen hals ge-länget, und der cörper in die Tiber geschmissen worden. Seingantzes leben aber war nichts als lauter Pracht und Üppigkeit.Da musten die delicatesten speisen, dort alles mit dem vortreflich-sten geruche angefüllet seyn, und wo er durch kam, da ließ erdie wege mit den schönsten blumen bestreuen. Er ließ bethervon purem silber machen, und öfters Mahlzeiten von cameels-fersen, von abgeschnittenen kämmen der Hähne, von pfauen-und nachtigalls-zungen zubereiten. Seine Hof-leuthe tractirteer auch mit reb-hüner-eyern, papageyen-fasanen-und pfauen-köpfen und anderm der fremdesten fische und vögel eingeweyde.Seine Hunde ließ er mit gänse-lebern, die Pferde mir den köst-lichsten wein-trauben, die löwen aber, deren er viel zahme hat-te , die ihm bey der tafel aufwarten musten, mit papageyenund fasanen füttern, und war fonsten so verschwenderisch, daßer auch anstatt des Pfeffers die köstlichsten perlen gebrauchte, undder Pracht in kleidung und andern fachen war unbeschreiblich.Zu den trunckenen ließ er oftmals löwen, leoparden und barenhinein, welchen gleichwol vorher die zähne und klauen wegge-rissen waren, daß sie nicht schaden konnten; welches jedochnicht hinderte, daß nicht viele aus schrecken gestorben sind.Einsmals ließ er alle spinnweben zu Rom zusammen suchen,da er denn deren loooo. pfund soll bekommen haben. Sei-nen schmarotzern schickte er jährlich gantze gefässe voll frösche,scorpionen, schlangen und andern dergleichen zeug. Er hattemit gold beschlagene und mit edelgesteinen besetzte wagen, unddiese musten nicht nur von Hunden, Hirschen, löwen, tygern,sondern auch so gar von entkleideten weibs-bildern gezogen wer-den , und er selbst fuhr nackend darauf, anderer schand-thatenzu geschweige«. Weil ihm prophezeyet worden war, daß er ei-nes gewaltsamen todes sterben würde, so hat er sich seidene undvon pnrpur gewirckte stricke, auch göldene dolche verfertigen,und einen hohen thurn bauen, und denselben mit gold und edel-gesteinen belegen lassen, weil er vorgab, daß auch sein todetwas besonders haben müste. vica HelioZabali.
MlssO?<H8, ist ein Griechisch Wort, welches so viel,als eine stadt der sonnen, heißt, und der nähme unterschied-licher städte war. Die vornehmste darunter lag in Egypten, 6.weilen ostwärts von Cairo, nahe bey dem dorfe Matarea, sowegen ihres balfams und eines der fonnen gewtedmeten tem-pels berühmt ist. In demfelbigen war ein spiegel, den manso gestellet hatte, daß den gantzen tag lang die sonnen - strahlendarein fielen, und dadurch der gantze tempel erleuchtet wurde.Diese stadt wird von Hcylm vor On gehalten, in welcher Poti-phera, des Josephs fchwieger-vatter, Priester war, so (nach Jose-phi bericht) den söhnen Jacobs zur Wohnung soll gegeben wor-den seyn. Sie war eine von den besten städten des landes Ra-mefts oder Gofen, und hat in den folgenden zelten einen Jüdi-
schen tempel gehabt, von dem Hohenpriester Onias erbüuet,und nach dessen nahmen Onion genannt, woraus selbigenAntiochus vertrieben. Dieser tempel wurde von den Helleni-stischen Jüden sehr hoch gehalten , ob man sie wol beshalbeneiner spaltung in der religion beschuldigt, sonderlich in anst-hung dessen, was desselben ersten Ursprung anlanget. Er warwie der tempel zu Jerusalem gebauet um das jähr der wett;78o. und stund ;8c>. jähr, bis zu des Kaysers Vefpasiani zel-ten. Unter dem alten gemäuer dieses ortS ist noch btSdato ein Obek'lcus oder zugespitzte jaule, nebst hieroglyphischer»figuren auf allen feiten, und einer säule, die Pharaonis Pyra-mide genennet wird. sso/ext-, äs bello ^uä. lik. VII. c. ;c>-/VÄ. lik. V. c. 57 - , Ich. XVII. OLTrrri
ßeogr. ant. wm. II. Ich. IV. c. i. p. 42. *
Heliopolis, ist eine stadt in Phönicier,, und eine anderegleiches nahmens in Cilicien. Beydes waren Bischöffliche si-tze , da der eine unter den Patriarchen von Constantinopel, derandere unter denen von Antiochia stund. /V,«,»,.
Helisenne von Crenne, war gebürtig aus der Picardie, undlebte in dem XVI. lleculo. Sie übersetzte die 4. ersten bücher vonder Lneläs Virgilii, welche sie dem Könige Francisco I. vonFranckreich dedicirte, verfertigte auch ein ander buch unter dem
tilul: les ängoilles äonloureule«, qui proceäenc äs 1'ümonr-D?- Aa« , hchl. frans.
Helios, ein freygelassener des Kaysers Claudü, hatte überdessen Nachfolger Neronem so viel gemalt gewonnen, daß, daderselbe eine reise nach Griechenland anstellele, er ihn als Re-genten zu Rom zurück ließ, nebst vollkommener gemalt über allePersonen und voller macht, auch sogar die Rathsherren, ohnedarüber seinen befehl zu erwarten, hinzurichten. Er übte alsonebst dem Polyclcto, welcher gleichfalls ein freygelassener war,alle bosheit aus, da es sich aber zu einem aufstand anließ,schrieb er dem Nervni, daß er wieder nach Rom zurück kehrenmöchte. Eben bey diesem anlas, und in antwort auf die blie-se des Helii, gebrauchte Nero, der sich in Griechenland «mnichts anders bekümmerte, als viele preise im singen und Wett-rennen zu.erwerben, die lächerliche, aber nach feiner thörich-ten einbildung gar wichtige entschuldigung: Er müste vorhersorge tragen, daß er sich des Neronischen nahmens recht würdigmache, ehe er wieder gedencke nach Rom zu gehen. Heliusgieng um solche zurückrunft zu beschleunigen selbst nach Grie-chenland , ward aber hernach wegen solchen übelthaten von den»Kayser Galba zur strafe gezogen. Xeron.
««5, epic. Oion. 6 z. *
Helladius, Ertz-Bischoff von Toledo aus Spätsten, lebteanfänglich in einem kloster, worinnen man ihn als ein beson-ders exempel angesehen, bis er nachmals Ertz-Bischoff wurde.Er regierte seine kirche gantze ,8. iahr, schrieb verschiedenewercke, und starb den 18. fedr. an. 6,5. , äs lcrix»-
eccl. c 7. , kibl. Hiipan. Ac.
Helladius. Es giebt 2. Egyptische Orammaticos diesesnahmens. Der eine war aus der stadt Antinous, welcherunter Constantino L. lebte. Er hat verschiedene fachen »?»Griechischen versen beschrieben, es sind aber von ihm nur ei-nige stücke von seiner Chrestomathie übrig geblieben, die Phs-tiüs noch conserviret hat. Der andere war von Alexandrietzgebürtig, und hat unter andern auch ein Griechisches Vl'Äionariuln geschrieben, welches Suidas dem seinigen stUkeinverleibet hat. , in noris »a
Lkrelkomstk.
Hellanicus, ein geschieht - schreibet von Mitylene, derjähr vor Herodoto gebohren worden. Er hat unter dem titul»«LL« eine Historie von den alten Königistund ersten erbauern der städte geschrieben, wiewol die alten »u-Gore« auch noch andere schriften von ihm und sonderlich ei>Ebücher von den Trojanischen und Egyptischen geschichten, er-wehnen. O« biki. äe 8 Nist. prof.
von "uiVe-iv, 6rTLU8, und -tVxn, just»'tia, hiessen zu Athen diejenigen, welche von den unter der ZiEnienser dotmäßigkeit gehörigen Griechen ein gewisses geld - l,zu dem gottesdienst gewiedmet war, einnahmen. Sie gabensolches hernach den Lkor-^is, welche es auf die öffentlich^fchan-spiele verwandten. So hiessen auch die Deputirten äj» ^allen vornehmen städten Griechenlandes, welche in den Olym-pischen und andern fchau-spielen aufs recht sahen, daß aue-richtig zugieng. l , äs Ikep. ticken, c.;feie.not. <iä Ugoniik. , V. II. X. i.
Hellas, siehe Achaja.
Helldorff, eine der ältesten und vornehmsten adelichch EMilieu in Meissen, welche in der Osterländischen Pflege die g»ther Auligk, Kostewitz und andere mehr besitzet. Ulrich vAHettdorffhat an. 1147- dem zuge Kaysers Conradi III. wider o>Saracenen nebst dem Marggrafen in Meissen beygewohw ^Nachgehends hat Hans von Helldorff, der eine von Gören amDönhvff zur ehe gehabt, gelebet, und z. söhne hinterlassenSitigen , welcher in Preussen baronisirt und vermögend woden; ep soll auch eine eigene linie'daselbst fortgepflantzet haoe»r.) Georgen auf Näthecn und Missen, von welchen »mnichts aufgezeichnet findet. ;.) Hansen, der ein groß-vUf,worden Georgens auf Kostewitz, Kierizsth und Zeisdorff V^tichen Hanauischen Hofmeisters; dessen söhn Hans