Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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bringen wohl hoffen konnte. Er würde auch vielleicht durchhülffe der wohl - gesinnten die stadt eindekommcn haben, unge-achtet sie, und sonderlich ihre Prediger sich viel mühe machten,das volck gegen ihn zu erbittern, wenn er nicht eben zu dersel-ben zeit von einem Dominicaner - Mönch, nahmens Jacob Ele-ment , der vermuthlich hiezu von den Ligisten angestiftet war,bey einer zum schein gesuchten geheimen verhör dergestalt wäreverwundet worden, daß er den tag darauf, nemlich den 2. aug.an. 1 ;8y. verstorben. Er war der letzte König aus dem HauseValois, und hat mit seiner gemahlin keine kinder gezeuget, wel-ches erstlich durch den Widerwillen, der in den ersten jähren zwi-schen ihm und der Königin aus bosheit einiger Grossen gestiftet,hernach aber, da er sehr wohl mit ihr lebte, durch das Unver-mögen , so er sich durch fremde liebe zugezogen, mag seyn verur-sacht worden. Er war ein Herr, den die natur mit vortresti-chen leides - und gemuths - gaaben versehen , war zeitlich inStaats-geschäffle gekommen, hatte viel guten willen, eine ziem-liche tapferkeit, durchdringende beredtsamkeit, und grossen eifervor die religion. Aber alles dieses gute verderbte, als er zur Le-gierung kam, ein wollüstiges, fahrläßiges leben, worzu ihmdie meisten, so um ihn waren, wegen ihres eigennutzes anlasgaben; und als er zu gleicher zeit durch anstellnng geistlicher brü-derschafften, Proceßionen, geissclnngen, wallfahrten und andersdergleichen ausserliches sprang die fachen gut zu machen ver-mcynte, verdarb er es völlig bey allen vernünftigen und ehrlich-gesinnten leuthen, als die solche beständige abwechslungen derschändlichen debauschen und angemaßter scheinbarer büß - bezeu-gungen, nicht änderst ansehen konnten, als für eine offenbareVerspottung GOttes und der menschen; weswegen auch sein an-sehen bey den besten und am meisten unparteyischen leuthen sei-nes Königreichs durch nichts mehr gefallen ist, als durch dieseheucheleyen und Verstellungen. Es entstund auch aus dem allenannoch dieses übel, daß er sich um das gemeine beste wenig be-kümmerte , mit unglaublichen depensen seine einkünfte erschöpf-te , seinen lieblingen zuviel anhieng, und unfähig ward, inden dringenden umständen seiner regierung einen beständigenentschluß zu fassen, sich mit vielen niederträchtigen beschäffrigun-gen verächtlich, und durch die mißbrauche (die er unbedachtsa-mer weise einreisten ließ, zum theil auch aus unvermeidlicherkwthdurft selbst befördern muste) verhaßt machte, wodurch esendlich so weit kam, daß er die Verwirrungen seines Reichs nichtmehr übersehen konnte. ,/». Mveur. bist. 6s.II.

, 6sx>. ill. A Osmes galantes. ,

jiiik. äes dem. troublss. , <Lo.

Henricus IV. der grosse zugenannt, wurde zu Pau am ta-ge Luciä den iz. dec. an. rzzz. gebohren. Sein vatcer war An-tonius von Bourbon, Hertzog von Vendome, damals Gouver-neur der Picardie, und nachmals König zu Navarra, seine mut-ier aber Johanna von Albret. Sein groß - vatter, Henricus II.König von Navarra, nahm ihn zu sich, und ließ ihn ohne einzi-ge Zärtlichkeit erziehen, indem er sagte: daß die zärtliche erzie-hung keine großmüthige, sondern nur hartnäckige kinder machte.Er muste oft mit blossen füssen und Haupte gehen, mit schwac-hem brodt, käse und anderer geringen kost vorlteb nehmen, undwurde überall gar hart gehalten. AIs aber der groß-vakter balddarauf verstarb, führten ihn seine eitern, da er kaum jähr altwar, mit sich an den Französischen Hof, hielten sich aber nurwenige monate darbcy auf, und kehrten bald wieder zurück inBear«. Jedoch, als nach Franeisci II. tobe sein vatter Antoniuswieder an den Hofkam, berief er auch seine gemahlin und Prin-tzen zu sich, da denn dieser, ungeachtet seine Mutter an. 1562.wieder nach Bearn kehrte, unter der aufsieht eines klugen lehr-meisters, mit nahmen la Gaucherie, bis an. i?66. zu Paris blieb,da ihn die Königin Johanna nach Pau kommen ließ, und weilla Gaucherie gestorben war, Florenti Christiano untergab, wel-cher ihn in der Protestantischen lehre auferzog. An. 1569. er-wehlten ihn, nach dem tobe des Printzen von Conds, die Prote-stanten zu ihrem Haupte. Er wohnte der fchlacht bey Moncon-tour bey, in welcher er gern persönlich gefochten hätte, wenn esder Admiral zulassen wollen, und gieng bis zu geschlossenem frie-de den n. aug. an. i;7v. mit zu felde, hernach aber kehrte erzurück nach Bearn. Nach seiner Mutter tobe nahm er an. i? 72.den lilul emes Königs von Navarra an, da er sich bis anheronur Printz von Bearn genennet, und vollzog das beylager mitder Französischen Printzeßin Margaretha, bey dessen gelegenheitdas blut - bad angestellt war, in welchem so viel Hugenottenumkamen. Zu gleicher zeit ward auch der König von Navarraaus furcht des todes und durch zurede eines umgelretcnen Geist-lichen bewogen, sich zur Catholischen religion zu bekennen , undzu deren Wiedereinführung in feinen landen befehle zu geben, dieaber nicht erfüllt wurden. Er muste indessen zu Carole IX. zel-ten am Hofe bleiben, und hatte keine gelegenheit nach stines her-tzens gedancken zu handeln, ausser da er sich des Mißvergnügensbediente, in welches der Hertzog von Alengon über die Regierunggerathen war, dahero er denselben anreitzete, der Hugenottenpartey zu ergreiffen. Es ward aber der Handel entdeckt, und wie-wol sich Henricus gegen alle beschuldigungen chertzhafft verthei-digte , ward er doch anfänglich auf dem schlösse von Vincennesund hernach im Louvre auf gewiss? mäste im arrest gehalten, bisihn Henricus III. dem er bey seiner ankunft in das Reich init derKöniglichen Mutter entgegen reisen müssen, wieder in freyhertfetzte. Er blieb aber doch noch eine gute weile am Hofe, undließ sich durch allerhand Uebes - Händel aufhalten, über die er

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auch mit dem Hertzoge von Alencon zuweilen zerfiel, darna"ihm indessen von feiten des Königs unterschiedene heimliche am-feher gesetzt hatte, die auf fein thun und lassen achtung Hebenmusten. Endlich sahe er, daß da seines bleibens nicht lange»seyn würde, machte sich demnach an. iz?;. heimlich davon, """gieng nach Alencon. Einige zeit darauf bekannte er sich zuwieder zur Reformirten religion, und ließ fich in dem kurtz her-nach erfolgenden frieden mit den Hugenotten ebenfalls bedemcken, gestalt er denn das Gouvernement von Guyenne davontrug. Er hat hierauf an den folgenden Hugenotten - kriegen >lwmer seinen theil gehabt, und auch in den friedens - zelten vonder Catholischen partey unterschiedenen Verdruß ausgestanden <gestalt man ihm sein Gouvernement in Guyenne nicht uEkränckt ließ. An seinem Hofe selbst waren immer unterschieblEparteyen, die in den rathfchlägen eine und andere Unordnungmachten. Der König in Franckreich liebte ihn indessen heimM'erklärte ihn nach dem tobe seines bruders vor den rechtmäßige"Cron - erben, und hätte, zumal er durch ihn von unterschiede-nen anschlügen seiner feinde war gewarnet worden, gern geselMdaß er sich an den Hof begeben hatte, wenn nur nicht die relig>""im wege gestanden wäre, welche Henricus, ungeachtet dertzog von Espernon deswegen an ihn geschickt ward, nicht ändernwollte. An. 158;. wollte der König in Spanien zu Unterhaltesder innerlichen Unruhen in Franckreich, ein bündnis mit >hl"machen, welches auch vielleicht zn stände gekommen wäre, wen»sich nicht Henricus eben damals vorgenommen gehabt, sichbefchirmung des Churfürsten zu Cöln, Gebhardi, mit den Tem-schen Protestanten zu verbinden, weswegen er auch, wiewo»vergeblich, eine Gesandtschafft an dieselbe abschickte. Als an-158c. die anschlage der I-ixue ie mehr und mehr ausbrache"/wollte zwar Henricus nicht bald zu den Waffen greiften, dai""man ihn nicht beschuldigen möchte, ob habe er den frieden ge-brochen , suchte aber indessen den König in Franckreich zu einemhertzhafften entschlusse zu bewegen, und vertheidigte sich ansang'tich blos in schriflen, in deren einer er dem Hertzoge von GEein duell anbot. Endlich, da das edict vom monat julio wid^die Hugenotten heraus kam, wurde er auch zu einem kriege g^nöthiget. Er wurde zu anfange desselben von dem Papstebann gethan, so er aber wenig achtete, seine protestation daEgen selbst in Rom anschlagen ließ, und im übrigen den geE"entschluß mit gewaffneter Hand verfolgte. Er bewies in dmemkriege seine tapferkeit bey verschiedenen gelegenheiten, sonderMan. i?87- in der schlacht bey Cvutras, da er die feindliche aEauf das Haupt erlegte, den sieg jedoch nicht verfolgte, wen ^entweder wegen einigen liebes - Händeln nach Hause eilte, oder -weil seine völckcr nicht im stände waren, so bald weiter was w>Ajtiges zu unternehmen. Nach des Printzen von Conde tobedie Verwaltung der Hugenottischen angelegenheiten alleinihn, bey deren üdernehmung er sich zwar zu Röchelte sei"/-'»bens - arl und kaltsinnigkeit in der religion hart muste vorrum>lassen, so er aber alles mit gedult überwand, und fortfuhr Äfachen seiner partey in guten stand zu setzen, bis endlich der Af»nig in Franckreich selbst ihn wider die Isigus zu hülffe rUvJmuste, mit dem er fich auch an. i;8y. vereinigte, und ihmbelagern half. Als aber Henricus III. ermordet war, solM ^ihm mit annehmung des tituls eines Königs von Franckwund Navarra. Nun war zwar sein recht zur Crone wohl g sgründet, indem selbige nachabaang der Valesischen linie"das Haus Bourbon kommen muste, wie ihn denn der verMbene König noch auf dem tod - bethe vor seinen rechtmäßig^Nachfolger erkennet, jedoch hinderte ihn die Hugenottischegion, welcher er zugethan war, nicht wenig. Die meiste" 6,der armer befindliche Grossen erklärten sich zwar bald anfaE,sie wollten Henricum vor ihren König erkennen, wofern er'nerhald 6. monaten die Catholische religion annehmen wE j-worzu er ihnen auch Hoffnung machte; hingegen waren die ^sten ihm auf das heftigste zuwider, welche sich auch benrüM ^den Cardinal von Bourbon zu ihrem Könige zu machen. .(EA »,I.I6H ) Es hielt demnach anfänglich ziemlich hart mitrico, indem er den grösten theil des Reichs, und die meiste"^-tholischen Staaten, ausser den Schweitzern, Venedig und s ^rentz, gegen sich hatte, sein Adel, der es zwar mit ihm zu„schien , Haussen - weise nach hause gieng , und die Huge""selbst ihm nicht trauten, welches alles er durch seine taMAund geschickte aufführung überwände. Anfänglich wurde er ^zwungen, die belagerung von Paris aufzuheben, und r-das äusserste der Normandie zu retiriren, und meynte dertzog von Maine, er hätte ihn dahin gebracht, daß er eum §in die see springen, oder sich ihm ergeben mäste; ja, es 10». ^frauenzimmer in Paris schon fenster gemiethet haben -./„perden gefangenen König könnten vorbey bringen sehen; allem „König trieb die Ligisten bey Arques mit Verlust undrück, bemächtigte sich darauf, nachdem er aus Engellandhülffe erhalten, vieler örter, so die LiZue besetzt gehabt - ^schlug an. 1590. bey Pvry den Hertzog von Maine, der docy ^einmal so starck als er war. Hierauf bloqnirte er Parw -che eine unglaubliche Hungers - noth ausstund, bis der 4 -^-von Parma die stadt, als sie auf das äusserste gekommen . x,entsetzte. Woran derKonig einigermassen selbst schm, ' eftindem er, in Hoffnung durch Hunger des orts Meister zuden, allzusehr verzogen hatte, gemalt zu gebrauchen. ^ pjehierauf verschiedene posten um Paris besetzt, und versch«»»übrige armee in unterschiedenen theilen hin und wieder m ^„^11.