Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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Henricus, Hertzog in Nieder - Bayern , war ein söhnPfaltzgrafOttoms des erleuchteten. Kurtz vor des vatterstode an. 12;;. verlangten ihn die Oesrerreichtschen Ständezum Hertzoge, es verderbte ihm aber der vatter durch seinegrosse behutsamkeit diese schöne gelegenheit, das abgerisseneOesterreich wieder mit Bayern zu verknüpfen. Daher er sichzu dem König Bela IV. in Ungarn , dessen tochter Elisabether zur gemahlin hatte, begab , und denselben wider Ottoca-kum von Böhmen , welcher Oesterreich an sich gerissen, umbeystand anflehte. Er konnte aber Ottocarum weiter nichtbringen, als daß er den Ungarn die Steyermarck, den Bayernaber das land bis an die Ens abtrat. Nach seines vatters todetheilte er mit seinem bruder Ludwig dergestalt, daß er nebstdem Hertzoglichen titul das Hertzogthum Nieder - Bayern be-kam. Die Chur aber blieb gemein , und haben sie beydezu-gleich dieselbe bey der wähl Richardi von Engelland, und Ru-dolphi von Habspurg geführet, worüber mit König Ottoca-ro von Böhmen streit entstanden. (Siehe Ludovicum IV.)Anfänglich hatte er immer Händel mit gedachtem Ottocarovon Böhmen, der ihm das land bis an die Ens gerne wiederabgenommen hätte. Nachdem aber Rudolphus von Habspurgdie Kayserliche Crone erlangte, und Ottocaro scharf auf denleib kam, brachte dieser Henricum durch geld aufstine feite,der aber gar bald wieder in des Kaysers gnade kehrte, undseine tochter Catharinam für seinen söhn Ottonem zur gemah-lin bedunge. Hierdurch vermeynete ihn nun Rudolphus ansein interesse verbunden zu haben, zumal er der tochter dasland zwischen der Donau und Ens zum draut-schatz mit gab.Es währere aber nicht lange, so trat Henricus wieder vonRudolpho ab, worüber er das land zwischen der Donau undEns wieder verlohr, welches Alberto von Oesterreich zugeschla-gen wurde. Mit seinem bruder lebte er auf die letzt auchnicht gar zu einig , nachdem die landes-theilung allerhand ge-legenheit zu zancken darbot. Endlich starb er an. 1290. undverließ von seiner Ungarischen gemahlin Ottonem, nachmalsKönig in Ungarn, und von der andern Elisabeth aus PolenStephanum. lik. XXV. Ilb. IV.

c. I. §. 12. Lünigs R. A. conr. 2. abth. 4. abs. 1. n. 86.

Henricus der reiche, Hertzog in Bayern, erbte von seinemvatter Friderico an. 1^9;. Landshut nebst zugehör, war abernoch unmündig, und wurde unter der vormundschafft dermuttee und seiner vettern erzogen. Nach angetretener re-gierung erregten die bürger zu Landshut an. 1408. einen ge-fährlichen tumult wider ihn, weil er ihnen ihre rechte undfreyheiten auf alle weise zu schmälern suchte, und diejenigenverjagte, welche sich dieserhalben bey dem Kayser beschwerten.Kaum war diese gefahr gestillt, so zerfiel er mit feinem vetterLudwig dem bärtigten, welcher unter dem schein einer un-gleich geschehenen theilung zwischen ihren vättern allerhandgelegenheit suchte, an Heinrich und Iohaunis von Münchensöhne zu kommen. Ja es fcheuete sich Ludwig auf demLoncilio zu Constantz an. 1417. nicht, in gegenwart des Kay-sers Heinrichs ächte qeburt in zweifel zu ziehen, worüber sichdieser dergestalt entrüstete, daß er Ludwigen, welcher von ei-nem gastmahl in degleitung weniger pagen kam, mit ge-wafneter Hand anfiel , und durch beyhülffe der seinen sthrhart verwundete. Dieses verfahren nahm Kayser Sigismun-dus so übel auf, daß er Henricum bey nahe in die acht er-kläret, wenn ihm nicht die unbillichen Worte, so Ludwig ge-gen ihn ausgestossen, zur entschuldigung gedient. AlleinLudwig wollte solchen schimpf mit dem degen wieder gerochenwissen, und fieng an in geseüschafft anderer wider Henricumsich zu Hause zu waffnen, dem aber Henricus zuvor kam ,und in Ludwigs lande einbrach, in welchem kriege mit ab-wechselndem glücke gefochten wurde. Diesem unheil abzuhelf-feu, gebot der Kayser Ludwigen auf 4. jähr aus dem Hertzog-thum Bayern, und nahm selbigen, um dessen abwesenheiteinen andern nahmen zu geben, mit sich nach Ungarn. Eserregte sich aber wieder ein neuer streit, als an. 1428. GrafJohannes von Holland und Hertzog in Nieder-Bayern ohneerben mit tode abgegangen, und sein Bayerisches antheil densämtlichen Hertzogen von Bayern Ludovico Lsrb-rto, Henricovlviri, Ernesto und Wilhelms hinterlassen, welches Ludovi-cus als der älteste allein erben wollte. Und obwol der Kay-ser auch diesen streit durch eine gleiche theilung aufhub, sohalte doch Henricus nicht eher vor Ludwigen friede, als bis ihnsein eigener söhn, Ludovicus der Hockerichte, gefangen be-kam, und MarggrafAlberto von Brandenburg verkaufte, wel-cher ihn an Henricum gegen einigen gewinn überließ. Die-ser hielte ihn etwas härter, als sich geziemet, daher derselbebald darauf, nachdem sein söhn schon vorhero mit tode ab-gegangen, verstarb. Hierauf risse Heinrich Ludwigs gantzeverlassenschafft an sich, worwider sich Albertus von München,dem dre helfte davon gehört hatte, nicht einmal setzte. End-lich starb er an. 1450. nachdem er mit feiner gemahlin Mar-garetha, Ertz-Hertzogs Alberti IV. tochter,söhne, Albertum,Mdencum und Ludovicum, welche dem vatter in der erb-sthafft gefolget, und ;. töchter hinterlassen, davon die ersteJohanna an Johann Pfaltzgrafen zu Mosbach, Elisabeth« an

Ulrichen von Würtemberg verheurathet worden, und die drittein ein kloster gegangen, k. II. Iil>. VII. L VIII.

Henricus Fridericus, des unglückseligen Churfürsten vor*der Pfaltz, Frivertci V. ältester söhn, gebohren den 1. jan. am1614. von Elisabeth, einer tochter des Königs von Groß-M-tannien, Jacobi l. Als an. 1619. sein vatter die Böhmisch^Crone annahm , ward zugleich ausgemacht, daß dieser Printzihm succediren sollte. Allein das folgende jähr nach der schlachtauf dem meisten berge bey Prag, muste er nebst seinen eitern ss-wol das Königreich Böhmen, als die Pfältzische erb-länder, umdem rücken ansehen, und verlohr endlich den 17. jan. 1629.in Holland aus eine sonderbare art sein leben. Denn er be-gleitete odgedachten seinen vatter, als derselbe die Spanischegallionen in augenschein nehmen wollte, welche der Holländi-sche Admiral Peter Heyn bey der insul Cuba erobert, und umeiner reichen ladung zurück in die Häfen der Republick gebrachthatte. Da sie nun zu solchem ende auf dem Harlemer-meersich in einem schiffe befanden, kam des nachts durch Unachtsam-keit der schiffleuthe ein anders mit vollen segeln gerade auf wzu , und zwar mit solcher Heftigkeit, daß das ihrige mitten voll

einander gieng. Der junge Printz muste also, nebst allen,im schiffe gewesen warm, ertrincken; sein vatter aber wardnoch durch ein stil, welches man ihm aus demjenigen schEzugeworffen, wodurch dieses Unglück entstanden, kümmerlichgerettet. Der klägliche tod dieses Printzen ward um so vielmehr bedauret,weil er sehr wohl gestalt gewesen,und grosse hoff-nung von sich gegeben. dili. ci'ängl. com. II. g. 7 ^'

Heryoge von Sachsen und Marggrafenvon Meisten:

Henricus der fromme, war Hertzogs Alberti des behertz^ten anderer söhn, den 17. martii an. 147;. zu Freyberg ge-bohren. Er that an. 1493. nach damaliger gewohnheit einereise in dgs gelobte land , und wurde nach seiner rückkunftVice-Statthaltex in Frießland, gerieth aber an. i;oo. wegenentstandenen aufruhrs zu Franecker in leib-und lebens-gefalMindem er von den Frießländern hart belagert, und gar ge-fangen wurde; ja die Friesen droheten ihn gar aufzuhenckewzu welchem ende sie eine grosse kette, fast wie eine wagen-ketlcstarck, mit einem grossen ring schmieden lassen, an welchersie ihn bereits geschlossen hielten; allein sein vatter, HerMAlbrecht, kam den Friesen geschwind über den hals , erlegtederen in die 4000. befreyetc seinen söhn, und nahm deineste kette mit sich nach Dreßden, woselbst sie nachgehends zumandencken auf dem stall verwahret worden. Nachmals Eer eine wallfahrt nach St. Coiypostell in Spanien, und opfeAden heil. Jacobo daselbst. AIs sein vatter gestorben, theilte^den ;c>. may an. i;o;. mit seinem ältesten bruder, HeEffGeorg dem bärtigten, die vätterlichen lande. Denn ob gle'Iihr vatter durch eine gemachte disposition Sachsen demlern, Hertzog Georgen, Frießland aber dem iüngern, HerWHeinrichen, zugetheilet hatte, so wollte doch selbiger Frießla«"wegen den stätigen rebellionen, so sie wider die Sachsen A,führet, nicht annehmen; dannenhero Hertzog Georg FrieMUgantz allein behielt, und bekam Hertzog Heinrich nicht Eals die beyden Aemter Freyberg und Wolckenstein inausgeschlossen die bergwercke und müntzen, nebst jährlE'12500. gülden, zu dessen Versicherung ihm die Aemter Wellst ,fels, Eckartsberg, Sachsenburg, Heyn und Pirna angew'°.sen wurden. Nächst dem trat er nebst seinem bruder vaan Frießland habende recht an. 1515. dem Kayser Marimm"-no l. ab. An.,1525. wandte er sich zur Lutherischen religw'"muste aber darüber von seinem bruder, Hertzog Georgen, SAviel erdulden. Als aber Hertzog Georg bequnte etwas kra>mlieh zu werden, schickte er an dem Palm-sonntage einige E,Rathe nach Mitweyde, einer stadt zwischen Rvchlitz und E,berg gelegen, und ließ selbigem anzeigen, daß er willens wa ^ihm das regiment bey seinem leben einzuräumen, wofern .von der Lutherischen lehre würde abstehen. Worauf HM ,Heinrich geantwortet: er habe seinen bruder hertzlich "wollte auch seine brüderliche liebe und treue gegen ihmthat erzeigen ; so viel aber die lehre und den glauben ^langte, wollte er es in bedencken nehmen; ließ indessen §Gesandten mit einem guten verweis, daß sie ihm deralcuu §dinge vorgebracht hatten, von sich. Hierauf machte HMx,Georg ein testament, daß zwar Hertzog Heinrich die lE re-den sollte, jedoch mit der bedingung, daß die CatholiE-^ligivn in unverändertem stände blieb, widrigenfalls Mc vgantze verlassenschafft dem Römischen Könige FerdinE -verfallen seyn. Dieses testament aber wollten die Land-eAde nicht eher unterschreiben , als bis sie zuvor HertzogV»richs meynung darüber vernommen hätten, deswegen alss^ ^eine Gesandtschafft nach Freyberg abgeschickt ward; allein^^tzogHeinrich blieb bey seiner vorigen meynung. Ehe aber ousandtschasst wieder zurück kam, starb Hertzog Georg denan. 15; 9. ohne testament. Darauf kam Hertzog Helnrm^^spatem abend zu Dreßden an, nahm den 21. april vv" „Rath und bürgerschafft daselbst die Huldigung ein,

2;. april ein solennes danck-fest, ließ den 25. may LuM Ham Pfingst-tage predigen , da zuvor an dem Oster-tE g,messe gehalten war. Hierauf wurde den ;. julii d-esche religion zu Dreßden, und den 7. darauf zu FEAaff