Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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hat er seinem bruder Bernhards die Hartesburg einnehmen,und die von Schwiecheld daraus vertreiben helffen. Von bittses Herrn liebe zur Gerechtigkeit wird folgendes zum beweisangeführt: Des Hertzvgs Vogt von Zelle rcifete bey unverse-hens eingefallenem rauhen Wetter von dar nach Lüneburg ,und borgte unterwegs einem bauer , der in der güte nichtwollte, mit gewait feinen mantel ab; dieser beklagte sich des-sentwegen bey dem Hertzog; der Hertzog ersähe die gelegenheit,bis er mit dem Vogt an den ort kam / wo die that geschehen,und ließ denselben nach kurtzer Untersuchung mit einer pferde-halfter an den nächsten bäum aufhencken. Er starb balddarauf an. 1416. den z.bec. und ist zu Braunschweig indem Dom begraben. Bundings Braunschweigifche undLüneburgische chronick, x>. 426.

Henricus der ältere, item der Gmade oder böse, Her-tzog zu Braunschweig und Lüneburg, aus dem mittlern HauseBrannschweig, Hertzvgs Wilhelmt des lungern söhn, warden 14. i»n. an. 146;. gebohren. Noch bey seines vatterslebzeiten an. 148;. wollte er BischofsBartholdo zu Hildesheimdiese stadt einnehmen helffen, und legte bey solcher gelegen-heit unterschiedene proben seiner list und tapferkeit ab. Dochwar nichts besonders auszurichten, weil sonderlich nebst an-dern selbst die städte Brannschweig, Lüneburg und Hannoverdenen von Hildesheim beystunden. Die Hildesheimische fachewurde zwar an. 1486. beygelegt, doch behielt Hertzog Henri-rus noch immer einen groll auf die stadt Hannover, undrückte an. 1490. den -4. nov. bey nacht heimlich vor derselbenan, hätte sie auch bey nahe ««bekommen, wenn man nichtvon ungefehr einige seiner soldaten in den nahe gelegenen gär-ten erblicket, und die fache dadurch verrathen worden wäre.An. 1491. begab sich unsers Hertzvgs vatter, Hertzog Wilhel-mus, zur ruhe, und überließ also demselben die regierung.Gleich in folgendem jähre zerfiel er mit der stadt Braunschwetgwegen vieler adelichen und Fürstlichen güther aus dem lande,die selbige nach und Nach an sich gebracht halte, und sich we-gerte, von denselben die oner», wie andere Unterthanen , zuentrichten. Er verband sich also mir den übriaen Hertzogenseines Hauses, ingleichen dem Ertz-Bischoff Ernesto zu Mag-deburg , und hielt über ein halb jähr die stadt belagert. Dochwurde wenig ausgerichtet , und die fache also verglichen,daß dem Hertzog ein paar schlösset, die er gewonnen, über-lassen , und dre Asseburg bey Braunschweig geschleift wurde.An. 1494. theilte Hertzog Heinrich mit seinem bruder Erichihres damals noch lebenden vatters lande also, daß er dasland zu Braunschweig und Wolffenbüttel, Hertzog Erichaber Göttingen und Hannover nebst den darzu gehörigen lan-den bekam. An. r;oi. nahm der Hertzog einen zug widerdie Frießländer vor, weil sie das Stift Bremen , in welchemsein söhn Christoph Losäjucor war, feindlich angefallen hat-ten. Er verfolgte sie auch in ihr land, und fügte ihnen nichtgeringen schaden zu. Doch die morastige gegend und Man-gel des Proviants nöthigte ihn nach ziemlichen Verlust wiederzurück zu gehen. An. 1504. entstund zwifthen unserm HertzogHenrico dem ältern, und seinem Vetter Hertzog Heiirico demjünger» zu Lüneburg , eine heftige erbitterung über einenvertrag , den sie mit einander gemacht hatten, die städteBrannschweig und Lüneburg völlig unter das joch zu brin-gen , und sich darein zu theilen; welcher vertrag bey dieserUneinigkeit zu beyder brüder schaden und Verdruß offenbar wur-de. Än. 15 li. hat sich das gantze Haus Braunschweig undLüneburg über die Grafen von Hoya hergemacht, und denen-selben ihr land abgenommen, weil sie nicht zu rechter zeit-um die' belehnung angehalten , sondern selbige vielmehr beydem Stift Münster suchen wollen. An. i;ir. gieng HertzogHenricus in Kaysers Maximiliani diensten mit einiger inann-schafft in Holland wider den .Hertzog zu Geldern; in diesemjähr ist auch ein erb - vertrag zwischen unserm Hertzog undHertzog Henrico dem jünger» zu Lüneburg aufgerichtet wor-den , davon im folgenden artickul. An. 1414. zog er in ge-sellschafft unterschiedener Fürsten seines Hauses nach Frießland,und brachte den Grafen von Embde» ziemlich in die enge.Aber den 2;. iun. wurde ihm in bestürmung der vestungOrt oder Haus-Ort der köpf abgeschlagen. Büntintzs Braun-schwelgische und Lüneburgische chronick, x. 290. legg.

. Henricus der jüngere, Hertzog zu Braunschweig undLüneburg, aus dem nuttlern Hause Lüneburg, Hertzog Ot-tonis des großmüthigen, und Annä von Nassau söhn, ge-bohren an?i468. Er verlohr seinen vatter schon an. 1471. undMan. 1478. auch der groß-vatterHertzogFridericus der an-dächtige starb, stund er unter seiner Mutter vormundschasst,bis an. 1487. An. 1489. zerfiel er mit der stadt Boxtehude,und that dessentwegen in dem alten lande grossen schaden.An. icoi. kam es zu einiger weitläuftiqkeit mit dem Ertz-Bischoff Ernesto zu Magdeburg, dessen schwester Hertzog Hen-ricus zur ehe hatte, weil er der Hertzog einigen StiftischenEdelleuthen hulffe wider ihre feinde, die auch Stifts-Junckernwaren, zugesendet, wodurch sonderlich auch dem Fürsten zuAnhalt schaden geschehen war. Die fache ward aber zuQuedlinburg durch Vermittelung des Ettz-Bischoffs brüder,Churfürst Frlderrcum und Hertzog Iohannem, also vergli-chen, daß unstr Hertzog sich zu erlegung einer gewissen sum-me selbes verstehen muste. An, izor. gerieth unser Hertzog

mit seinem vetter, Hertzog Henrico dem altern zu Braun-schweig, in Uneinigkeit über dem vertrag, den sie miteinan-der wider die freyheit der städte Brannschweig und Lüneburggemacht hatten, fo gar , daß bey einer zusammenknifft zuBrannschweig Hcnricus der altere den gantzen vertrag au»Verdruß offenbarte , wodurch beyde städte erfahren, waswider sie auf dem tapet gewesen, und alle anschlüge der Her-tzoge zu nichte worden. Sie selbst haben mit mühe ohne blut-vergieffen auS einander gesetzt werden können. An. i;<Ahalf unser Hertzog nebst jetzt - gedachtem seinem vetter dssReichs-acht wider Pfgltzgraf Ruprechten auf Kaysers Marinu-liani beseht exequiren. An.. 1512. hat er zu Minden einenvergleich mit diesem seinem, vetter gemacht, in welchem ersein theil, so er an dem Furstenthum Göttingen einmal ha-ben möchte, Hertzog Heinrich dem altern und dessen bruderErich abgetreten, und dagegen alle gerechtigkeit , so da»Haus Woifenbüttel etwa« am Luneburgtschen gehabt, bekom-men. An. izi9. entstund die sogenannte Stfftische fehdemu

dem Bischofs zu Hildesheim, Johanne, dem unser Hertzogwider seine vettern zu Braunschweig Hertzog Erich und HertzogWilhelm beystund, auch den erstem gefangen bekam, wovonin Hertzog Erich des altern leben nachzusehen. Er starb MWinhausen an.l;z2. Lünigs Reichs-Archtv. p-rrt. ff>ec. f. lV'c. 4. n. 19. fccj. p.-;4. ley. sünttngs Braunschweigifche unsLüneburgische chronick, x. 4,7. leg.

Henricus der jüngere, aus dem mittlern Braunschwei-gischen Hause zu Wolffenbüttel, hat sich durch seinen mirulAgen köpf und unfertige Händel in der Historie sonderlich bekanntgemacht. Er war Henrici des ältern fohn, den 10. nov. an.1489. gebohren, und folgte dem vatter, als derselbe im Fricß-ländischen kriege erschossen war , welchem er auch selbst nmbeywohnte, an. 1514. in der regierung, und ließ das si'Merstes seyn, daß er seines vatters tod zu rächen in der ero-berten stadt Dam mit den bürgern und kriegs-leuthen grau-sam umgieng. Hernach hatte er mit dem Bischofs von HnJdesheim allerhand verdrieöiichkeiten, und nachdem die verbißteruug etliche jähr gewähret, und auch mehrere ungelege»-heiten anderer Fürsten und Herren darzu gekommen waren/kam es endlich an. 1519. zu einem kriege, da Hertzog Henrt-cus mit seinen Allitrtcn die berühmte Macht in, der Sol-tauer - heyde gegen die Bischöfflichen verlohren, hernach aber,zumal, als der Bischofs in die acht erkläret worden, so glück-lich war, daß er an. 152;. da friede gemacht ward, nmgrossem Vortheil aus dem kriege kam, und das Stift Hu-desheim um seine meisten landereyen gebracht hatte. An-152;. half er die aUftührifchen baurcn dampfen, und bat«-Thomas Münzern, da er fein recht ausstehen sollte, das Christ-liche glaubens - bckenntnis vor. An. 1528. gieng er dem KEser zu dtenste gegen die Franzosen mit einem kriegs-heer nachItalien, kam aber mit schlechtem Vortheil und ehre zurück,indem er die Italiänischen kriege schwerer befand, als ersich eingebildet, den soldaten kein geld geben konnte, vondem Kayserltchen General Lepa nicht unterstützt ward, »m-also keines wegs hindern konnte, daß sich nicht feine arm«,die noch darzu von der pest angegriffen ward, in wenig«zeit verläufst» hätte; und kam der kleine rest in sehr elen-dem zustande durch die Schweitz wieder zurück. Nach diesemhat er eine geraume zeit mit den Protestanten zu thun Ehabt, wider die er grosse Verbitterung, aber zu seinemlcn nutzen gehegt. Anfänglich zwar war er der Protestantsehen lehre nicht zuwider, und fieng derselben bereits an-1529. an, einiger Massen gehör zu geben, billigte auch?>'-i?;o. auf dem Reichs-rage zu Augspurg unterschiedene stEihres ubergebenm bekenntnisses, und ließ sich zu stiftung 0«auf das tapet gebrachten Verträglichkeit uud eimgkeit gebrau-chen ; so hieng er auch eben so gär veste nicht an der KaM.lichen partey, inmassen er Ferdinands wähl zum Röw. 2,,mge zuwider war. Allein die zwistlgkeiten, welche zw-M'.ihm und einigen Fürsten von seinem Hause, ingleichendem Churfürsten von Sachsen, der mit denselben nahe v«bunden war, entstunden, brachten ihm andere gedancken 'köpf, und machten, daß er die katholische partey, ^füllung seiner privat-raache, zu brauchen gedachte. Erschon an. i?; 4 . mit des Kaysers bewilligung einiges pol« §gen die Protestanten, so er aber damals wegen bald erfE..kubanischen friedens - tractaten nicht gebrauchen könn -Nichts desto weniger suchte er immerfort das feuer anzublai«'und heimliche anschlüge zu schmieden. Er verhetzteGeorgen zu Sachsen immer mehr und mehr gegen ffwbruder, Henricmn , so, daß man zum zeugms stm« ,diesem Herrn geführten absehens anführt, er habe nach vewtobe sich vernehmen lasse», er wollte lieber, daß GOtt immel, als Heryog Georg gestorben wäre. Der Protestam pBotfchassten könnten durch seine land nicht sicher reisen, «selbst dem Churfürsten von Sachsen war- das sichere g« .versagt, als er an. i;;8. auf der Protestanten verstumm«^nach Braunschweig reisen wollte. In eben diesem iahreJA Ate er das Nürnbergische bündnis einiger katholischen Am pgegen die Protestanten zuwege, um das er sich mit reuen ^zureden viel mühe gegeben. Im folgenden jähre wurden von 1 §Landgrafen einige gefährliche briefe, die Hertzognach Mayntz und an Helden geschrieben, gufgesimgen,^