Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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Cvncordien das blut - urtheil abgelesen, welches denn alle undjede , so bey dem Loncilio zugegen waren , billichten , der ein-zige Graf, Caspar Schlick, so des Kaysers Sigismundi Cantz«ler war, widersprach solchem , sagende : Er könne dieses mitgutem gewissen nicht unterschreiben. Huß redete zwar die Ver-sammlung an, und fragte: warum sie seine bucher verdamm-ten , die doch kein mensch noch widerleget , und die auch sie we-der gesehen noch gelesen hätten ? endlich siel er auf seine knie,und bätete dergestalt: HErr ^Esu Lhrrste, ich bitte dichdurch deine unendliche darmhertzrgtett, vergib meinenfeinden, welche mich durch falsche und darzu bestelltezeugen angeklaget, vieler irrthummer beschuldiget, undnun unschuldig verdammet haben; worüber aber fast diegantze versammlung lachte. Hierauf wurde er auf einen erha-benen ort gestellet, und ihm die gewöhnlichen Priester-kleiderangezogen, wobey er sich des weissen kleides, worein HerodesChristum kleiden lassen, erinnerte. Hier wurde ihm nun durchden Ertz - Bifchoff von Mayland und andere nochmals zugere-det , er sollte widerruffen, allein er sagte öffentlich : Er stundenun vor GOttes angefleht, ohne dessen schmach und Ver-letzung des gewissens er nimmermehr thun könnte, wassie forderten. Daraufmuste er von feiner bühne absteigen,und nahmen ihm der Ertz - Bifchoff von Mayland und der vonBssantz den kelch, den sie ihm in die Hand gegeben hatten, mitdiesen werten: O du verfluchter Judas, der du den rathdes friedens verlassest, und mit den Juden rathfchlageft,siehe, wir nehmen dir diesen kelch. Worauf er antwortete:Ich aber traue auf den allmächtigen GOtt und meinenHErrn JEsum Christum, daß er den kelch des heyls nim-mermehr von mir nehmen werde, und glaube ungezwer-felt, daß er mir ihn heute in seinem Reiche geben wird.Alsdenn nahmen sie ihm fast mit eben solchen formalien die übri-gen Priester - kleider ab, wobey sich Huß der Verspottung Chri-sti erinnerte. Indessen waren sie auch lange nicht einig, ob sieihm die platte mit der scheer oder dem scheer - Messer verderbensollten, daß auch Huß deshalben zum Kayser sagte: Ich wun-dere mich, daß, da alle so grausam sind, sie doch in ih-rer grausamkeit nicht mit einander überein kommen kön-nen. Endlich verderbeten sie ihm die platte mit der scheer, undschoren ihm ein creutz über den köpf, erklärten ihn auch nunmch-ro der Priesterlichen würde verlustig. Ferner satzten sie ihm einevon papier gemachte mutze, einer eile hoch, auf, woran teu-fet gemahlt waren, mit den Worten: Dieser ist der ertz-ke-tzer; worbey sich Huß abermals mit der dornen-cron Christitröstete. Endlich übergaben sie ihn der weltlichen Obrigkeit, mitden Worten: Jetzt liefern wir dich dem weltlichen Gerichte,und deine seele befehlen wir dem teufe!. Auf diese Wortewandte sich Huß zu Christo, und bätete: O HErr IEiu, indeine Hände befehle ich meinen geist , den du erlöset hast.Alsdenn übergaben ihn die Bischöffe mit folgenden Worten demKayser: Die versammlung zu Coftnitz überlässet Hussen,als welcher an der kirche keinen theil mehr hat, der ge-malt weltlicher Gerichte. Worüber der Kayser aufstund, undHertzog Ludwigen von Bayern, der neben ihm mit dem blossenschwerdt in der Hand stund, dergestalt anredete: Dieweil wirdas schwerdt haben, so nehmet diesen verfluchten ketzer,und strafet ihn, wie es einem ketzer zukommt. Dieserrief dem Richter zu Costnitz, und übergab den Hussen mit fol-genden Worten: Im nahmen des Raysers Sigismundiübergebe ich euch den ertz - ketzer Huß, nehmet ihn hin,und verbrennet ihn. Dieser nahm ihn sofort an, und ließihn durch Hertzog Ludwigs soldaten gebunden führen. Vor undhinter ihm gierigen 2. Häscher, auch folgten zooo. bewafnetemänner, welche ihn dergestalt zu dem richt - platze führten. Alser vor der kirche vorbey geführt wurde, sahe er seine bücher nebstder Böhmen interceßions - schreiben verbrennen , worüber erlachte. Indessen nahm er gelegenheit, denjenigen, so ihn be-gleiteten , kürtzlich anzuzeigen , worinn seine lehre bestanden,wie er fälschlich angeklaget, ihm viel falsche artickul, die er niegeglaubet, imputiret worden, und er also gantz unverschuldetzu diesem richt - platze geführt würde. Worbey er dann bat, siesollten ja glauben, daß er nichts irriges gelehret, und vor seineseele GOtt bitten, wiederholte auch zum öftern diese Worte: Indeine Hände befehle ich meinen geist. Als das volck sahe, wieer dieses alles mit so grosser standhafftigkeit und freudigkeit thäte,muste es ihm das zeugnis geben: daß sie zwar nicht wüßten,was er vorhero gethan, jetzt sähen sie aber nichts als gutesvon ihm, wünschten daher, daß ihm ein Beicht - vatter möchtezugegeben werden. Ulrich Reichenthal, ein Geistlicher und ver-ordneter »ilioriLUü, oder Geschicht- schreiber des Loncilii mel-det, er selbst hätte bey folgender ausführung des Hussen nahebey der richt - statt selbigen befragt: ob er beichten wollte? Hußhabe mit ja geantwortet. Als aber er, Reichenthal, hierauf ei-nen gegenwärtigen Priester, nahmens Ulrich Schorand, dervom OonLilio macht zu beichten und absvlution zu geben hatte,erfordert, hätte er Hussen, wiewol mit Wichen Worten zuverstehen gegeben: wo er die ketzerey, wegen deren er verdammtsey, nicht widerrufte, so könne er ihm nach den CanonischenRechten keine absvlution geben. Hustens erklärung darauf warnach Reichenthals bericht,: So wäre dann die deicht nicht nö-thig , weil er kein tod - sünder sey. Hierauf wurde er austHer-tzog Ludwigs von Bayern befehl durch die Hascher zum scherter-hauffen gefuhret, da er denn mit erhabener stimme seufzete:

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HErr JEsu Christe, ich will die grausame und erw,-^liehe Marter um deines heiligen Evangelii und der' ^Göttlichen Worts willen gern ausstehen, du woltt'M»nur mit deiner hülffe und gnade beyftehen.Aisdie papierne mühe mir teufeln von dem köpfe gefallen^und Huß solche auf der erden liegen sahe, lachte er darriA''„fsoldaten aber setzten sie ihm mit vielen schmähungen wEdas Haupt. Als man ihn nach diesem dreymal um den l«,Haussen führte, bat er die anwesenden, sie möchten oow.^,glauben, daß er um falscher lehre willen den tod verdien'".^indem er diejenigen irrthümmer, welche ihm seine Mschuld gäben, gar nicht gelehret. Als er hierauf sich SA, n>»r-Wachter bedanckt, und ihm der hencker die kleider ausM l Müde er mit 7. stricken an ein starckes brett gebunden, unopihn zwar anfänglich mit dem gesichte gegen morgenwurde er doch auf vorher gegangenes geschrey,er sey nE.§ D«daß ihn die sonne bescheine, gegen abend gewendet, ch hMauch noch ein einfältiger armer bauer zugeloffen kam, ^ Bzu dem scheiter - Haussen brachte, lachte Huß darüber,aus: O heilige einstellt! Merkwürdig ist es auch, bs?' Mvor seinem tobe soll ausgeruffen haben: Heute bratetSans, aber über hundert jähr werdet ihr einen' «hören singen , den sollt ihr ungebraten lmnMiEdere sagen, er habe es an die Böhmen geschrieben, da A Wrn der that kein sicherer beweis deswegen fürzubringe»er nun dergestalt angebunden war, ritten noch der Her? -e »0wlg von Bayern und des Reichs Erd-Marschall, «Ue, "Pappenheim, ehe der scheiter - Haussen angesteckt WA«hm, und ermähnten ihn nochmals, er sollte seine E yEruffen; allein Huß gab zur antwort: Ich schwöreDrevermgen GOtt, daß ich alles dieses, was E.j«falsche zeugen schuld gegeben wird, weder GAgiEnoch gelehrt habe, sondern in meinen predigten Eanders gesucht, als daß ich die menschen nach ^§lAgen Schrift in das Reich GOttes führen mochte,'" ,jjWben ich nun mit freudigem muthe und gutemsterben, und mit diesem rode meine lehre versiege'.,,, ^Als der Hertzog Ludwig nebst dem Grafen von PappeU,ses vernahmen, ritten sie davon, und befahlen, den scheufen anzustecken; da indessen Huß mit lauter stimme da- ^ ^lum Wesenum absung, und dreymal rief: JEsu CM, S'Sohn des lebendigen Gottes, erbarme dichendlich das dritte inal von dem rauch und der stamme AM « ,immer den köpf geneiget, und in sich selbst gebäret We» M!er verschieden. Es müssen auch alle lcripwres u)MgF«hends das zeugnis geben, daß er mit grosser freudig«'ben. Es gaben aber die Böhmen, und insonderheitEmie zu Prag ihr Mißvergnügen über Hustens hmrlchM'LhWVöffentliche schriften an den tag. Wie denn auch dss ftyck«muntzen auf ihn schlagen liessen, und dessen gedacht»'hielten. Er hat viel fachen geschrieben, welche Mitrede an. rz;8. zu Nürnberg zusammen gedruckt morde'ji-Reichenthals Historie des Loncilii von Costantz. siU

Lokem. billor. Lodern. , A. ste

lM. Loncil. Lonlisnt. /ae. N»

litis. llullu8 eombnsiu« , nnn convichA'

E. cle vita L Zsllis Rulli. fo.

bitt. Loksm. cliss. bili. sie jo. kchff

morde. Arnolds ketzer - Historie. aä m

Lvnllsnt. *

Hußiten, des Johann Hussens Nachfolger,meisten lehr - sätze behaupteten, so anjetzo die ProssufA gA,ben, nur daß sie dem Päpstlichen stuhl noch etwaEje Dund ehre einräumten. Der tod Johann Hussens lMmen dergestalt verdrossen , daß man die VermehrungoA,Hanger demselben vornemlich zuzuschreiben hat, A/xeisssFstalt gewachsen, daß schon an. 1419. über 4v°°o. aurLhabor sich versammelten, allwo sie das heilige AAtz, eEFter beyderley gestalt, und mit Unterlassung der AUgiss Vgen , auch sich zugleich wider alle verfolgunq unter cbanden. Ihr erster und vornehmster anführcr war 0dem ein besbnderer artickul) ein krieqs - erfahrner' ,cher sich ihnen selbst darböte. Dessen erstes wercknen vesten ort zur retirade auszusehen; wozu er dam Alis' ... rwehlte^W^

«n Böhmischer spräche genannt, erw/MA'

chem schon vormals einsilbiger zeitverstörtes

und wo er selbst mit seinen leuthen sich anfänglichEr hieß solchen Thabor, um durch diesen nähme» Wfdaß da gut zu wohnen wäre, und den steinigen desto" ^zumachen; befahl auch , daß ein jeder eben an A. OWfbehausung aufrichten sollte, allwo er in dem lag^gehabt; woraufer, den tod Johann Hussens zu ' ^A^«menschliche grausamkeiten an den Catholischen Ge ^ MAßi'ibte, und durch plündermig der städte, kioster UL^Ä -anwachs der religions - verwandten sich in einen >ostand sitzte, daß er des grösten theils vom Reich " .

te, des Kaysers Sigismundi armeen, nebst de»cwund die Teutschen Stände wider sie aufbrachten,., ^und andern orten aus dem felde schlug, und <">«)." ,4^-, Fte landschafften verheerte. Nach dessen tobe amProcopius llakus. (welchen deS Ziskä mutter M

statt angenommen, und den also Ziska selbst ^

hielte, auch den Böhmen auf seinem tod - bethe»