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bleiben, er aber keine vertragen könnte, so verdroß solches denvon Hütten dergestalt, daß er eine sehr vehemente expoüulatio-nem wider Erasinum schriebe, darin» er ihm seine Unbestän-digkeit und furcht verwarf; da denn Heinrich Eppendorff mitErafmo tractiren wollte, daß wenn er 600. gülden gäbe, solltesie nicht gedruckt werden; allein der von Hütten ließ sie dennochdrucken, verfertigte auch ein lächerliches buchlein wider einengewissen Meäicum daselbst; inzwischen aber brachte es dochdie Geistlichkeit dahin/ daß er nicht lange sicher daselbst verblei-ben konnte/.sondern sich nach Mllthaustn begab, da ihn ein8ecret-iriu8 eimge zeit in dem Augustiner-kloster verborgen hielt.Er muste sich aber von dar in der nacht salviren, und kam nachZürich zu Zwinglio, schrieb von dax an Eobanum Heliumnach Erfurt, schickte ihm ein buchlem mstXrarmoa, fo er solltedrucken lassen, und war bedacht, sich weiter in sicherheit zu bege-ben ; allein es nahm seine alte kranckheit wieder dergestalt übcr-hand, daß, nachdem er sich auf die inful Uffnau gegen Rappers-weil über im Züricher-see zu dem alldortigen Pfarrer, JohannSchneck, welcher die lähmungen glücklich curiren konnte, bege-ben , er daselbst den 29. oder zi. aug. an. i;2;. im ;6. jähreseines alters starb. Diese inful wird daher von einigen dieHuttens-insul genannt, und hat ein Fränkischer vom Adelfolgende grabschrift setzen lassen:
Hic Lgue8 suraiM jacst, Oratorgue clilsrtusHutrenu8 Vate8 carmine L enls xoten8.
Es haben auch die besten Poeten von Teutschland sein grab mitverfen beehret, und Eobanus Hellu8 hat DialoZum lVIorti8Nurrem geschrieben. Erasmus hatte unterdessen wider Hutteniexpostulationem eine gleichfalls heftige lpongiam oder purgg-üouem verfertiget, so aber Hütten nicht mehr zu gesichte be-kommen. Es schrieb aber ein Neäicu«, Otto Brunfels, proIlutteno ckeiurustn acl krakmi lponxiam, relponlionem. Nachseinem tobe sind auch von seinen schriften noch einige unter'sei-nem nahmen heraus gegeben worden , als ein gefprach, Armi-uius genannt. Denn als der Neäicus Locerus des verstorbenenvon Hütten bibliotheck an sich gebracht, so kaufte sie ihm seinvetter Mauritius von Hütten, so hernach Bischofs von Aich,ftädt worden, wieder ab , und ließ diesen Armintum drucken.Desgleichen gab Joh. Herwagius, L. 8alustü L ss Lurcilklors8 Ie1eÄo8 per kl. kluttenum kguitsm ejulclsmgue lckoliis
illustrat08 an. 1528. zu Straßburg heraus. Unter singirtenoder gar keinen nahmen, hat Hütten auch verschiedenes herausgegeben,und zwar unter dem nahmen klemlwri L^eni, Irlum-plwm Lapniomr; unter dem nahmen 8. llbyäeni Loralli, via-iogo8 VII. keltive csndicios; IVlomum; Larolum ; kietaU8 L8uperstitioni8 kuZnam ; Loncilisbulum XheoloZiftsrum; L-pophtkegmata Vaclilcl kalguilli cls äepravsto Ucclelise 8tatu;kluttsnum ülullrem, wie auch Orstiouem acl Larolum Max. L6erm. krincixe8 pro liutteuo 6c kutkero. Ferner ist von ihmohne nahmen Iuliu8 Oialogu8 ; Oratio acl Oliriltuni pro ^sulioII.; kliilaleti8 Oialogu8 äe kacultatidus Ilomaneustum ; kak-guilli Nauraui varia lcripta; Oratio, ne Principe in äecimsexr-eliationem, guam kegati ieonis X. petierant, conlentiant,
u. a. m. Wie er denn auch viele andere satyrische piecs8 widerdie mißbräuche selbiger zeit, entweder selbst geschrieben, oder sei-nen guten freunden zu schreiben angegeben , deren er unter denGelehrten so viel in allen landern hatte, daß Brunfels von ihmmeldet, er habe, als er mit ihm zu Worms gewesen, sich vorge-nommen, seine briefe, deren er von Königen , Fürsten, Bischöf-fen und den gelehrtesten leuthen bey 2000. beysammen gehabt,in ordnung zubringen , und unter dem titul kamilisrium Lpi-ftolarum drucken zu lassen, so aber wegen seines frühzeitigen to-des nicht erfolget; seine Opera kosrica hingegen sind an. i;;8.in 8. heraus gekommen. Jacobus Burckhard hat an. 1717.fein leben in 2. theilen heraus gegeben, aus welchen, und denendem Burckharden annoch abgangig gewesenen schriften dieser ar-tickul extrahiret worden.
Hutterus, (Leonhardus) ward zu Ulm, allwo sein vattevgleiches nahmens Prediger war, an. 156z. gebühren, und an-fangs zu Haufe in freyen künsten auferzogen, nachgehends abernach Straßburg geschickt, allwo er sich ic>. jähr lang aufhielte,und an. i;8z. NaMer wurde. Hierauf legte er sich gantz aufdie Theologie, gieng an. i;yi. nach Leipzig, und nach 2. jährennach Heidelberg und Jena, an welchem letztem orte er in voclo-rem promovirte. An. i; y6. bekam er eine theologische krole8-üon in Wittenberg, verehlichte sich an. i;yy. mit BarbaraManlichin aus Augspurg, und starb an. 1616. ohne erben. Erwar sehr arbeitsam, sowol im bucher-schreiben als dociren; nurließ er gegen seine Widerpart gar zu grosse Heftigkeit spüren, undbrach oft in solche scheltworte aus,welche man von einem Theo-loeo nicht ohne bedauern hören kan; dessen ein Muster seyn mag,daß er die Märtyrer der Französischen kirche schlechter dings mitden Arianern und Lmitrinitariw, welche auch um ihrer lehrewillen gelitten, will verglichen haben, von welchen doch solchenso viele fromme und gewissenhaffte Evangelische zu allen zeitengar em anderes urtheil gefallet haben. Seine schriften sind:LNSI7I18 nwtnoclics August. Lonfeilioni8; ftekutario cluorumIsibrorumLellarmini äe Milla; Dilputaciones cle kormula Lon-corclise; 8aaeel Llsnevoinenua leu XraÄatio pro Alajeilatshumanse Xaturse Ltirchj; Triumphen cls IleZno koncilicin;Lonrrovsrüa II. generslis cle Perlons Lkrilli contra öellarmi-num ; Inas nlstorum XeMi kontikcio-XomLni; Xxplicatio
Hut ,
pl.ns I-ibri LoneoräiL;
Lollegium Tkeologicum , live XI.. Oilpucationex ^
Augult. Lonkelkionis 6: I.ibri Loncorä. ; Loncrover--^^.,Ikeol. cle Verb« Osi lcripco, 6: Lerlona LIrriiti contraLontroversise kinse gsnersle8 cle 8acra 8criptnra contra ^
<L äs Perlons Lirriiti contra Lalviniiia8; Ilctio inlerum äelmperatorum in 8eclem Hpoststico-IIomanaM rcentia pro dlicol. cls L1emangi8; Loncorclia concor
Xuciolpnuin Hospinianum; pettiones kvan^eliorumlarum annivsrlarise; Lbraice , Orsece, Lc.; I.oci coTkeologici; altsra contra 8a
kapsle blillsticum ; Luccinöts kxplicatio kplü- aa ^Lpitome Liblica; Lalvinista llulico-koliticu8; Lalviwco-koliticu« alter. IkVtte, memor.
*^utterus, (Elias) waran. 1;;;. in derLauU^ren, und insonderheit der Morgenlandifchen sprachen lmächtig, daß er bereits im 24. jähre feines alters^
eigene Unkosten eine buchdruckerey und buchhandel aner damit eben nicht sonderlich glücklich gewesen.seine vorhabende kol^Zlotta belangt ^ -n nn.
llonem HebrTT länguse zu Leipzig mit rühmkonnte. An. 1579. aber berufte ihn der Churfürstsen, Augustus , an seinen Hof, um die Hebräische M"ihm zu erlernen, da denn Hutterus diesem FürstenWeisung gegeben, daß er in gar weniger zeit die L,§ BBibel lesen und verstehen konnte. Indem aberlens war, die gantze Bibel in vielerley sprachen, un? rnsondere art drucken zu lassen, muste er nothwendigsen übernehmen, und begab sich dannenhero nach s,,rühmlichen abschiede vom Churfürsten an. 158-. nawund von dar an. i;8;. nach Hamburg, woselbst,^xramma von seinem vorhabenden wercke nebst einlgsv .zr» ,schriften drucken ließ. Endlich kam er auch, nachveM Wan dein Kaystrlichen Hofe zu Prag ein Privilegium nEXliF«erfindung erhalten, mit dem zu seinem zweck erst>r^ ? M,grossen vorrath nach Nürnberg, und legte daselbst^
,eme voryavcnvc ro^giocca veiangl, so fieng er aN.'XfzjEdas Alte Testament in 6. columnen, Hebräisch,
Griechisch,Lateinisch,Teutsch und SclavonischHA",jickben, doch so, daß anstatt der Sclavonischen coluw^Mnigen exemplaricn die Französische, in einigen die K ,vvck 4in einigen aber die Italiänische Übersetzung gedrucr^ ^FEs ist aber Hutterus mit dieser arbeit im Alten Anur bis auf das buch Ruth gekommen, weil dieselvA^Mder nicht genügsamen beyfall gefunden, oder die kom«gewesen, oder aber auch fein tod die ausführung vn>gehindert. Das Neue Testament hat er ebenfalls -reE-und 1600. Syrisch, Hebräisch, Griechisch, Lateinisch^, KBöhmisch, Italiänisch, Spanisch, Französisch, EstW cknisch und Polnisch ans licht gestellt. Ausser denih",M,,besonders eine Hebräische Bibel drucken lassen,durch eine mühefame erfindung, die aber wenigen genlen, die litcersa raäicalea und 1 ervile 8 von elnan^schieden. Sonst hat man noch von ihm Lubum " r ^cum, Hamburg i;86. in fol. und Vi 6 kionarium vIO-Liblicum. Kilt. bibi. k. III. Unsck)Uld^6
richten, r?r6.
*Huttichius, (Jo.) ein Römifch-Catholischergebohren zu Mayntz, wurde daselbst ülagitier kn« hFLgieng darauf nach Straßburg, woselbst er an.an. 1527. Lsnonicu? acl v. kkom.'L , auch an.nig an der Cathedral-kirche wurde, und an. '<44.starb, nachdem er ein legal gestiftet, von welchem v^E,c,zu Straßburg arme mädgen, wenn sie keine soldatenausstatten muß. Er war ein grosser freund der am^he^ Lund sonderlich der Römischen, gab auch folgendeOolleÄanea stmignirarum in Urbe atqne üzroMNs^hD ^xerrarum , Mayntz 1525. infol. welche auch8criptoribu3 Historie ÄoguntiiiT stehen; IsbOW ^ ^ qv ^
norom Imperator! Vu8 uns cum Imaginibua eorua" ^,1^1
In nummi8 reperiuntur; Lonlulum IlomsnorulN ^ ^,,zLolledkionem cliverlärum lVavigationuin LI5;6. in fol. dessen elogium stehet in Johannls rj
kill. lVlogunt. die<V'!
^uttiten , gewisse ketzer in dem XVI. lseculo, vauch unter die Wiedertäufer zehlet. Sie führe»von Jac. Hütten, oder, wie er von andern genen«^ ^ Pavcob Huten, einem Schlesier, der mit andern ertttnv .0.hernach in Mähren gelebet, und so grossen anWUche' Kben soll, daß um das ende des XVI. lse^uliaus Tyrol, Bayern und andern orten zu M
selbst aber soll zu Jnspruck verbrannt worden seovt-Mio^Mgende schriften hinterlassen: Nechenschafft unsererund Glaubens; Anschläge und verwundern der A§vec>AMgottlosen gegen die frommen; von den 7. stegew -XE,;! ,nen buchs, rc. Von ihren lehr-fätzen kan geleE-c Äsagen, jedoch wird ihnen schuld gegeben, dM'^al"s,ßKwären leiblich das volck Israel, und wollten die >rdem schwerdte ausrotten, dazu GOtt die zeitAuch sollen sie schreckliche gesichte .vorgegeben ^ M V 'verachtet, eme.sonderbare Heiligkeit äusserlichlassen, und mit einfältigen kleidern,, niedergeM"»freundlich lächeln, und errichteter gedickt ge