274 j a c
j a c
Creigthon zum Cantzler erwehlet wurde; allein kaum war manvon einander gegangen, so wurde der friede durch factionenunterbrochen, so daß der Cantzler auf dem schlösse zu Eden-burg es mit dem Könige hielte, hingegen der Rezente mit derKönigin zu Sterling parkn machte. Duglas, welchen dieses,daß man ihn verworffen, sehrdisgoustirte, sahe die Unordnun-gen nicht mehr als gerne; und die leuthe zu Annandale, dieunter seiner herrschassl stunden, plünderten die benachbarte ge-genden auf eine recht feindselige weise. Der Regent und Cantz-ler schrieben zwar deshalder an ihn, allein er that so gar keineinsehen darinnen , daß er auch noch dazu allen unter seinerherrschassl stehenden ernstlich verbot, nicht zu erscheinen , wo-ferne sie vor geeichte gefordert würden. Mittlerweile riß die Kö-nigin ihren söhn, den jungen Konig, listiger weise aus des Cantz-lers Handen, indem sie auf das schloß Edenburg kam, unterdem vorwand, ihm eine Visite zu geben, und führte ihn in einerkiste nnvermerckt mit sich hinweg, lud ihn, ehe er noch von sei-nen dienern vermisset wurde, zu Leith aufein schiff, und brach-te ihn noch vor abends nach Sterling, wodurch denn des Cantz-lers ansehen gewaltiglich fiel. Gestalt man ihn auch als den Ur-heber aller bisherigen Unordnungen anklagte, und in einer gehei-men Raths-versammlnng beschloß, ihn aufdem schlösse zu Eden-burg zu belagern. Worauf er den DnglaS um hülffe ersuchte,welcher ihm aber zur antwort geben ließ, baß dem gemeinenWesen dadurch nichts abgehen würde, wenn gleich er und derRegent einander die Hälse brächen. Dieses jagte beyden par-teyen ein schrecken ein, und verursachte, daß man einen schleuni-gen vergleich traf, vermöge dessen der Cantzler das schloß über-gab. Die Königin und ihr anderer gemahl, Jacobus Stuart,wurden hierauf nebst andern mehr ins gefängnis geworffen, alssolche, die wider den Regenten conspirirten, aber bald wieder-um los gelassen, da denn zugleich der Regent vieler böser dingebeschuldiget wurde. Nicht lange darnach überfiel der Cantzlerden König unweit Sterling » und beachte ihn mit 4000. reu-tern nach Edenburq, woselbst er mit grosser frende aufgenom-men wurde. Der Regent, da er sahe, daß man ihm zu schlauwar, und er nicht wieder fortkommen konnte, verglich sich mitdem Cantzler. Mittlerweile seufzete das land unter den räube-reyen und Plünderungen der Duglasischen faction. Endlich aberzoa der Cantzler ihn und seinen bruder durch listige Worte nachHöfe, da man sie aber gleich beyderseits, auf seine und des Re-genten Verordnung, an des Königs tafel anfiel, und ihnen un-verzüglich die köpfe vor die füsse legte, auch einige von ihrenanhängern gleichfalls hinrichtete. Um diese zeit trat der Königdie regierung selbst an, und William, damaliger Graf von Du-glas, erkannte sein unrecht, that dem Könige einen fußfall, er-hielt auch pardon, und kam bey dem Könige in sonderbare gna-de, welche er dazu- anwandte, sich an den letztgewesenen Regen-ten und Cantzler, so nunmehro ausser diensten waren, zu rächen.Wie er es denn auch dahin brachte, daß sie gefordert wurden,von ihrer regiments-verwaltung rechenschafft zu geben, welchesfle aber nicht thun wollten, mit einwendung, daß ihre feindenicht Richter seyn könnten. Darauf brachte Duglas zuwege,daß sie vor rebelten erkläret wurden, und ihre güther confiscirctwerden sollten. Dieses verursachte einen offenbaren krieg zwi-schen beyden Parteyen, deren jede einen besondern anhang vondem Adel hatte. Duglas belagerte den Creigthon in dem schlos-st zu Edendurg, traf aber letztlich mit ihm einen accord, undCreigthon wurde wieder zum Cantzler gemacht. Nächst diesementstünden zwischen etlichen adelichen Häusern, welche die ruhe desKönigs verstörten, einige heftige streitigkeiten. Duglas brachtezuwege, daß die Levingstons bey dem Könige in öffentliche Un-gnade fielen, so daß der vatter, welcher Regent gewesen, in ge-fängliche hasst genommen, einer aber von dessen söhnen gar ent-hauptet wurde. Nachdem der stillstand zu ende gelauffen, ereig-neten sich zwischen den Engel - und Schottländern öftere schar-mützel, wiewol fast immer mit gleichem Verluste. Darauf wur-de der stillstand auf 7. jähr erneuert. Nichts destoweniger bra-chen die, so an den grentzen wohneten, den stillstand, und trie,ben grossen raub aus Schottland hinweg , weiches denn einenneuen krieg verursachte, weil die Schottländer zur revange fastgantz Cumberland verwüsteten. Nachdem nun die Engelländerunter des Grafen von Northumberland und Maiks cvmmandoeine armee auf die deine gebracht, paßirten sie damit die flüsseSolway und Annan, campirten bey dem flusse Sars in Schott-land, und schickten parteyen aus, das land zu plündern. Siewurden aber von dem Schottländischen General Wallece ange-griffen, so daß auf Englischer feite in die zooo. auf der Schott-ländischen aber nur 600. geblieben, auch von jenen viele vor-nehme gefangen wurden. Über dieses bekamen die Schottlän-der viel beute, verkehren aber ihren General Wallece, welchervhngesehr nach Monaten an den empfangenen wunden starb.Nach diesem wurde an. 1448. mit Engclland ein stillstand aufjähr geschlossen. Das folgende jähr vermählte sich der Königmtt Maria von Gelderland, einer Dame von Französischem ge-blute. Mit dem Grafen Duglas ereignete sich eine neue Un-ruhe, inmassen ihn der König in verdacht hatte, daß er unterder Hand mit den Engelländern etwas anspönne, und noch an-dere von dem Adel auf seine seile zöge. Weil er nun mächtigwar, und ihm also der König durch öffentliche gewalt nichtwohl deykommen konnte, ließ er ihn nach Hofe holen, nebst Ver-sprechung eines sichern geleits, so von vielen Edelleuthen unter-schrieben und besiegelt worden. So bald er angekommen, gieng
-er Konig mit ihm auf die feite, hielt ihm seljttanschlüge vor, sonderlich das bemeldte verrätherlM v» ^und ermähnte ihn davon abzustehen. Ob nun.wol §.!»auf alles übrige gantz demüthig geantwortet, sobey diesem letztem Puncte, und bat um frist, sich?", ^
mit seinen bunds-genossen zu berathschlagen. Allem? MiEgeriet!) dadurch in grossen eifer, und erstach ihn " .'AB"seiner eigenen Hand» nebst beyfügung dieser Worte - .HB'im die lägus nicht brechen willst, so will ich./?.
Dieses geschahe imfebr. an. 1452. Daraussticcedin.e^ Ffen ältester bruder, welcher nebst seinen übrigen bruv^^irifreunden die Waffen ergriff, den König vor meineydw 'den von ihm und seinem Staats-Räth besiegeltenschriebenrn ststvum conäuÄum an den schwantz eineknüpfte, und den krieg öffentlich declarirte, welcher >"denen gegenden des Königreichs durch die, so beyde" ? ABanhiengen, geführet wurde. Hierauf berief der Köntg v'-gsiEde zusammen, und erklärte die Duglasse vor rebelle».einige von deren partcy desertiret, suchte Duglas in ^ '
hülffe, aber vergeblich. Endlich , da er von seinen ssk' Mlieferung einer schleicht angetrieben wurde, er aber Eunwillig war, veranlasste dieses, daß ihrer noch >7 .^ihm absetzten. Worauf er in Engelland flöhe,Schottländischen grentzen beunruhigte, und sich endlrmnaldo von den Insuln vereinigte. Diese gelegenhe"die Engelländer, und fielen unter Piercy von NorthN"' yEm Schottland ein, wurden aber von George Dug>" >§EGrafen von Angus, geschlagen, welches verursachteBDvnaldus von den Insuln bald demüthigte. »»n
die innerliche-unruhe gestillt war, setzte sich derKAYEngelland zu bekriegen, weil man den stillstand gebro^W'te. Da geschahe nun, daß eben zu derselben zeitvon dem Hertzoge von Jorck, nebst andern persE.ajchLvon dem Engelländischen Adel ankamen , und ihn q,i ^suchten, ihnen wider ihren König deystand zu leiste"-. ,„,1'chem ende marschirte er mit einer grossen armeeaber durch einen verstellten Päpstlichen Gesandten,mit dem bann drohete, aber von dem Könige vo" MlE,suborniret war, an feinem vorhaben verhindert, und » ^
sein kriegs-heer abzudancken. Allein, nachdem er y"" ^
trug gekommen, rufte er die armee wieder Man"' § D §nahm die stadt Roxborough ein. Gleich aber, als er F
belagern wollte, kamen neue Abgesandten von dem E
Jorck, der ihm vor seinen guten willen danckete, aberlangte, die belagerung aufzuheben. Dieses verdroß "nicht wenig, so, daß er die belagerung fortsetzte; er man. 1460. unglücklicher weise durch eine seinerneu, welche um. sich schlug , des lebens beraubet. ^0 ,^erschrack über seinen tod heftig, verheelte ihnKönigin, welche eben desseldigen tages in das lager^Mfl'ßden Adel mit männlicher hertzhafftigkeit an, die"fortzusetzen, und brachte ihren söhn, welcher darnalv 11-.war, in das lager, allwo er gleich zum Könige "jEde. Endlich ergaben sich die Engelländer nach e m e/-genwehr, und das castett wurde demoliret, dam" 'einein neuen kriege anlas geben möchte,
Lcot. /.nA/ IM. IM.
Jacobus III. der 104. König in Schottland. A vckAtne regierung im 7. jähre seines alters an, und riao ^ ^Adel die Huldigung in Kelso ein. Darnachseiner mutter vormnndschafft auf das schloß r." ^bracht, und blieb daselbst bis zn der Versammlung- «n^Stände. Das erste, was der Adel that, war/ /Arte Vgelland einfielen , einen grossen theil davon UcuNlVverheerten , lind sodenn mit grosser beute w>ev' In./kamen, nachdem sie viel schlösser demoliret hasse»- §«/demselbigen jähre wurde der König Heinrich jaHvon dem Hertzoge von Jorck geschlagen, flöhe kEyzerM Mland» suchte daselbst hülffe, trat den Schocke"^ DlUFum sie desto eher auf seine feite zu bringen, pck HMHeurath zwischen dem Printzen von WallisJacobi schwester vor, so aber nicht zum esse" F'dem die Stände von Schottland zusammen w eliM!! ,entstund unter ihnen ein grosser streit, wer Diederjahrigkeit des Königs Rezente werden sollte.begehrte vor andern darzu berechtiget zu seyn. -'^1 i/.ächtdy aber, der Bischofs von St. Andrews, eM Ageringem herkommen, aber grossem ansehen,""' ^ '
Grafen von Angus, sahen es vor gut an, "/M,
nen erwehlen möchten, und dieser meynung ' all" ,meisten von dem Adel. Endlich wurde die i" , ZrE//,.legt, daß das Parlement eine gewisse anzatst.» tc
wehlte, unter welchen die eine helfte derdie übrigen aber, des Kennedy und DE""„g, r'
Darauf kamen Abgesandten aus Engelland, " -stand der Waffen anhielten , welcher auch ^a>'-^willigt wurde. Im nächst-solgenden jähre, Upavie"'starb die Königin. Alexander, Hertzogvontu ^ ^
nigs bruder, wurde auf seiner zuruckkunt' F
von den Engelländern gefangen genommen, "'freyen fuß gestehet; wiewol dennoch d-e SA" "einen bruch des stillstandes auslegten,