Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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Allein Gottfried von Bouillon, der erste König von Jerusalem,fortificirte das castell zu Jaffa aufs neue, und legte eine besatzungdarein. Die Saracenen thaten unterschiedliche starcke anfalleauf diese stadt, aber alles vergeblich, bis sie endlich Saladmusan. n88- eindekam und demolirte. Nachgehends ließ KonlgRichard I. von Engelland , und nach ihm Ludovtcus IX. Komgvon Frankreich, §u. irzs. bevdes die stadt und vestung wieder-um gantz neu aufbauen. Allein da er wieder zurück in Franck-reich gekommen, eroberte sie an. rr68. der Egyptifche Sultan»Nach der zeit haben die Türcken sich deren bemächtiget, und sol-che in den schlechten und elenden stand gebracht, worinnen siejetzo ist. Was ihre geistliche regierung anlanget, so hatte sie vorzciten einen Ertz-Bischoff, so unter den Patriarchen von Jerusa-lem gehörte. Dem weltlichen regimente nach stund sie unter ge-wissen Grafen, welcher titul zugleich mit der stadt verlohren ge-gangen. Anictzo bestehet dieser ort aus einigen schlechten Häu-sern , und einem kleinen karr mit zwey thürnen, so durch, einesteinerne mauer zusammen qefuget sind, und von einigen Turckeyund Arabern vor den Baffa von Gaza, in dessen gemalt sie ist,bewachet werden. Die alten gebäude sind dermassen eingegan-gen und ruiniret, daß man nicht mehr weiß, wo St. Petri ca-pelle, des gerbers Simeonis oder der Tabäa Haus gestanden.Die pilgrimme, so nach Jerusalem reisen, landen mehrentheilsbey Jaffa an. tbearr. terrD sandk-e. ki-

üoria ttsgm Hierosol^micani. voiage cle la teere lairi-

te. not. ork. ant.

Iaffanapatam, ein den Holländern unterworffenes kleinesdoch wohlbewohntes Königreich,an der nördlichen küste der Asia-tischen insul Ceylon. Es erstrecket sich in die länge auf sechs, indie breite aber auf drey Teutsche meilen, und wird in vier land-schafften, nemlich Belligamme, Tennamarache, Waddemarachund Parchiarapalle eingetheilet. Der grosse fluß, welcher sichdurch zwey arme in das meer ergeußt, macht es zu einer halb-insul. Die Haupt-stadt heißt gleichfalls Jaffanapatam, und hateine trefliche vestung , welche viereckicht, und mit starcken thür-nen und mauren versehen ist. Die Holländer haben sie nebstdem gantzen lande, an. ls;8. den Portugiesen, welche vierzigjähr davon Herren gewesen, abgenommen. Schultzens Ost-Indianische reist-beschreibung.

* Iagel, (Abraham) ein Rabbiner von Montfclice, einerstadt in Italien zwischen Padua und Este gelegen , ward unterder regierung Papsts Pauli V. zum Christlichen glauben bekeh-ret. Da er nun aus dem geschlechle Jalihi war, nahm er dochzu ehren des Papsts, dessen geschlechts-nahme Camilli an. An.1619. und 1620. war er in der Änconitanischen Marck Levilorder Hebräischen bücher. Als er sich noch im Judenthum befand,schrieb er 2W nsH odsr lloklrinam boosm, Venedig izy;.

in 8. Amsterdam i6;8. Hebräisch und Lateinisch, Londen 1679.in 8. Franecker 1690. in 8. Leipzig 1687. in fol. Helmstädt1704. in 8. mit der Teutschen Übersetzung, aber mit Rabbinischenbuchstaben, Amsterdam 167;. in 4. mit ordentlichen buchstaden,Leipzig 1694. in 8. das Hebräische nebst der Übersetzung in dasgemeine Hebräische, Wilmersdorss 1714. in ir. zugleich milderTeutschen Übersetzung, Jeßnitz an der Mulde 1722. in 8. Fer-ner schrieb er ein werck H'N oder Mulier kmtiü, Vene-

dig 1606. IÜII. ingleichen LUDIN PV1Q 8slvans conüllontss,

Venedig 1587. 1604. in 4. bibl. Hekr. tom. I. p. sag.

tom. III. p. ;4. leg. tom. IV. p. 76;.

Jagello, Groß-Hertzog von Litthauen und nachmals Kö-nig von Polen, unter dem nahmen Uladislai V. Sein groß-vat-ter, Gedemiuus, war erst Rittmeister, und an des LitthauischenGroß-Hertzogs, Vithencs, Hofe gewesen , hatte aber mit dessengemahlin wider ihn conspirirt, ihn getödtet, jene geheurathet,und sich zu anfange des XIV. Leul, zum Groß-Hertzoge erklärenlassen. Vor seinem tobe hatte er seine Herrschaffte'n unter seinesieben söhne getheilt, unter welchen endlich Olgerdus den Groß-Hertzoglichen titul, nebst den meisten landschafften, behauptete.Dieses letztem söhn war Jagello, welcher an. 1; 18. nach seinesvatters tode die regierung antrat. Er nahm nicht lange hernacheinen schlechten menschen , der erst ein becker gewesen, zu seinemvornehmsten Minister an, gab ihm seine schwester zur ehe, undließ durch denselben sich bereden, seines vatters bruder, Keystu-tum, feindlich anzufallen, den er auch endlich in seine gewalt be-kam, und in dem gefängnis stranguliren ließ. Dessen söhn, Vi-toldus, entflöhe zu den Teutschen Ordens-Ritterv, und da ihmdieselbe beystunben, machte er sich durch einen nachdrücklichenAnfall in Litthauen so formidabel, daß Jagello vor rathsam be-fand , ihn durch heimliche tractaten zurück zu beruffen; da erdenn seine vätterliche landschafften wieder bekam , hingegen sichverpflichtete, Jaqeüoni allezeit getreu zu seyn. Indessen, da die-ses vorgieng, wär an. izg-. Ludovicus, Konig von Ungarn undPolen , ohne männliche erben mit tode abgegangen, und seinejüngste tochter, Hedwig, von den Polen als Königin angenom-men worden., Ihre neue Unterthanen verlangten, daß sie sichvermahlen mochte, und es gaben sich beyzeiten unterschiedene an,welche nach ivlcher ehre strebten. Die vornehmsten waren Zie-movitus, Hertzog von Masovien, Wilhelmus, Hertzog von Oe-sterreich und ^agello. Der erste kam in keine betrachtung. Derandre gefiel der Konigm, aber mehr den Polen. Der dritte, obihn gleich seine etwas unansehnliche gestalt bey der Haupt-personnicht recht recommendirte, behielt dennoch endlich die ober-hand,

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weil er eine immerwährende Vereinigung des Groß---thums Litthauen mit dem Königreich Polen versprach /verbindlich machte, nicht nur vor seine person den ^ Mglauben anzunehmen, sondern gleicher gestalt dense wc>Litthauen einzuführen. Unter diesen bedingungen (vv« ^ >Fer diejenige, so seine eigene taufe antraf, alsbald Awsich dabey Uladislaum nennen ließ) gieng an. i;8s. c> ä Mlung vor sich, und ward er zugleich durch den Ertz-Wi"- .zenta von Gnesen als König von Polen gecrönet. ao - ßMhernach begab er sich mit einigen Priestern in Litthauer>'daselbst die Heydnische tempel, vertilgte ihre abgotttE ^ Mlöschte das sogenannte heilige seuer aus, und brachte 0res-frist, theils durch der mitgenommenen Geistlichen M hEdurch seinen eigenen exemplarischen eifer und durch 0 Mliches zureden , diese gantze nation zu dem ChristeatV""^ KMgehends stiftete er die Universität zu Cracau, worst>Casimirus allbereit einigen ansang gemacht hatte,besten der studirenden jugenb unterschiedene geleyclcBöhmen holen. Die Litthauer huldigten zwar oe>Aund der Königin Hedwig sowol, als die Polen ; .

gab ihnen dennoch Jagello, mit vorbehält der treue, prsche Hertzoge, anfänglich zwar seinen bruder, Skirge"'

nachan.'i?92. seinen obgedachten Vetter, Viiolduw/" ^Man. i4;o. mit grosser authorität und geschicklichkett rw'^

dem Jagelloni zum östern gar wichtige dienste leistete-^ Ps"ward der Litthauische Adel gleicher Privilegien nut ^ ^llkss!scheu theilhafftig gemacht. Nichts destoweniger hat» , -J°mene Vereinigung beyder nationen nicht eher, M 'zur richtigkeit gebracht werben können. Das wer«' MLso unter Jagellonis regierung vorgegangen , M P«,

kriege, so derselbe mit den Teutschen Ordens-Rlttern

und Liefland geführet. Anfangs verhetzten sieder, Andream, und setzten ihn mir gewalt in die pro»" Mdein. Doch unter Skirgelons und Vitoldt anführuufl

.. ' .under selbst gefangen nacss ---

dreä partey überwältiget, unv cr lelon gesangc»^- ^schickt. Unterdessen liessen die gedachten Ritter nicht"vielfältige art das Polnische und Litthauische gebiethehigen ; ja sie brachten endlich eine armee von 8?oo°-die Polnischen scribenten melden, von 140000.und vermeynten damit Jagellonen« gäntzltch ^

Dieser aber hatte von Polen, Litthauern, Neunen "'0. >i>»eine sehr grosse macht, welche von einigen aus "geschätzt wird, zusammen gebracht, womit er ihm . §nicht weit von Marienburg in Preussen eine so ,0000.lieferte, daß üoooo. von den scinigen, hingegen,rek ^40000. von der feindlichen armee auf dem platze om ^ter sich zugleich der Großmeister Ulrich von Ju" 9 " ^Wlrperson besand. Den sieg nebst izooo. gefangenen c vlo, welcher daraufDantzig, Elbingen, Thorn,berg und andere Preußische städte einnahm , nuev^o>>'.Mdemselbigen jähre einen neuen sieg über die Macda denn endlich diese letzter» sich zu einem ftleve'welcher durch des Kaysers Sigismundi vermlttemnvtheilhafftig genüg vor sie ausfchlng. Sie handcllen „zwar öfters wider denselben, konnten aber nicht»nem ausrichten. An. 1411. reisete dieser yje ,iliNKönige Sigismundo, und empfieng von demfeioen ..^ilnNcichs-lnüMia, welche durch der Königin Hcdww v AElisabeth, nach Ungarn waren transferirct woroeu- ^verpfändete ihm jetztgedachter Sigismundus gegc> ^la>von 80000. Böhmischen gülden einen theil dcs 0welcher noch heutiges tages zu Polen gerechnet wirc- . Mtrugen ihm die stände von Böhmen ihre Crone nwegerte sich dieselbe anzunehmen, und recominenv' .nen vetter Coributh. Er hat vier gemahlmnen ^

er insgesamt solenniter crönen lassen. Die erste M ^gangs erwehnte Hedwig. Wider dieselbe fastete ^ ^

dem andern jähre nach seiner Vermählung mitM/ -eines, mit nahmen Gnievoß, einen argwohn, a> E hc/ner abwesenheit in Litthauen von ihrem chemai ^

dem Hertzoge von Oesterreich, Wilhelmo, einensuch angenommen. Allein der ankläger wurde «macht, und sie behielt den rühm einer sehr ..Me» Est''bis an ihren tod, welcher an. 1^99. in kindcs- 'ssNachgehends heurarhete er Annam, welchevon Cilly, mit des Königs Casimiri III. tochter 7.^ ^hatte. Nachdem diese an. 1416. gestorben, dcr^onntt?EElisabeth, einer tochter des Wovwoden vonPileczy, und einer wittwc eines Castellanen, cinEOifWeil sie vorher zweymal entführet worden, uno> r,jch ^,s'nachrede gerathen war, so mißfiel den meistengin, und viele beschuldigten sie, daß sie Jagcstoux^xb a>>v,/'nem liebes-trancke müste beygebracht haben. ^und drey jähr hernach nahm er zur vierten AU- > ^ 0^

Andreä, Fürsten von Kiow, tochter. Diese wa^,^, > ^dem Hertzoge von Litthauen, einer untreue ang ^^s dst Mman einige aus ihrem frauenzimmer desweg !.

brachte, nenneten dieselbe sechs manns-perlonr ^liebe sollten genossen haben. Doch Jagello tucineinen solenneneydgeschworen, vorunschutz,ä,eihr zwey söhne, Uladislaum und CasinnruiM 'ceinander Könige in Polen , der erste aber aum» /

Ungarn worden. Er selbst starb in einem lM