Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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den grösten theil ihrer emkünfte durch den krieg verlohrm,machte er derselben eine jährliche pension von 12000. ceonen.Hiernächst bemühete er sich, zwischen Frankreich und Oester-reich einen frieden zu stiften , und hingegen die Christen zu ei-nem Türcken-kriege zu bewegen. Er hatte aber viel Unruhen.Seine erste zwistigkeit ereignete sich mit dem Spanischen Am-bassador, indem einige die Spanier wegen ihrer ungeziemendenProceduren affrontiret. Ob nun wol die urheber von demPapste mit gebührender strafe angesehen worden, so wollte dochgedachter Ambassador damit nicht zufrieden feyn, sondern for-derte eine mehrere satisfaction, rmd enthielt sich des Hofes.Desgleichen wollte auch der Vrce-König von Napoli dem Päpst-lichen Ximcio keine audientz ertheilen, welches denn den Papstheftig verdroß, so daß er sich deshalben in dem Lonlilkorlohöchlich beklagte, daß ihm die guten dienste, so er dieser Croneerwiesen, also vergolten werden sollten. Dahero gab er einedict heraus, krafft welches er allen und jeden , wes standes sieauch wären, verbot, keines ausländischen Fürsten oder einesandern vornehmen Herrn wapen über ihre thüren zu fetzen, ge-stalt dieses zur Verkleinerung, ja gantzlichen schwachung seinerauthorität gereichte. Dieses allarmirte die Spanier nicht wenig.Ihr Ambassador verlangte audientz, es wurde ihm aber selbigeso lange verweigert, bis dem dlunclo zu Napoli dergleichenwiderfahren , und der König solches durch ein eigenhändigesschreiben begehren würde. Allein dieser streit wurde endlich inder güte beygelegt. Hierauf bekam er mit dem König LudwigXIV. in Franckreich streit wegen der regale oder dem Königli-chen rechte, die geistlichen Lensstcm und kirchen-güther in denledig-stehenden Vißthümmern und Ertz-Bißthümmern an stattder Bifchöffe und Ertz-Bifchöffe zu vergeben, und bis zurbestellung eines neuen Prälaten die emkünfte zu gemessen , wel-ches sich bemeldter Monarche zueignete. Hierüber beklagte sichder Papst an. 1678. so daß man endlich diesen streit mit ziemli-cher Hitze zu treiben anfieng. Der Cardinal ä'Estrees wurdedeshalber nach Rom gesandt; allein der Papst blieb beständigauf seiner meynung; hingegen behauptete das Parlement zuParis mit nicht geringerm eifer das interesse und die Prärogativihres Königs, und verdammte an. 1681. des Papsts darwiderausgelassenes Lrevc. Damit sie nun ihrer fache einen destogrösser» Nachdruck geben möchten , so beriefen sie an. 1682.sechs Ertz-Bifchöffe, 26. Bifchöffe, und 7. zu Bißthümmern er-nennte Personen, nebst einigen Deputirten von der geringernClerisey zusammen, führten ihnen zu gemüthe, wessen sich derPapst wider die rechte der Französischen kirche unternähme, undschloffen 4. Präpositionen, wodurch sie des Papsts macht inFranckreich aufzuheben suchten, welche sie allen FranzösischenArchen und Bifchöffe» zuschickten, nachdem sie von der gantzenVersammlung unterschrieben, und durch des Königs General-Anwalt den 2;. wart. an. 1682. registriert worden, hingegencaßirte der Papst alles, was man in dieser Versammlung ge-schlossen , auch nahm er sich vor, keinen von den Geistlichen, sodieser Versammlung beygewohnet hatten, zu befördern. Nach,gehends setzte die verfammlung unterschiedliche Propositionenauf, um den König und Papst mit einander zu vergleichen;allein, weil beyde parteyen einander nichts nachgeben wollten ,so wurde Verstreit suspendiret, um eine besorglichespaltung zuvermeiden. Hiernächst entstund zwischen ihm und dem Königein Franckreich ein neuer streit wegen der quartiers-freyheitender ausländischen Abgesandten, als welche der Papst nach desHertzogs von Estrses tobe anfhub. -Darauf schickte per Königden Marquis äs Lavardin nach Rom , welcher dann als Fran-zösischer Ambassador einen insolenten und gantz ungewöhnlichenernzug hielte, deshalben aber von dem Papste in den bann ge-than wurde, woraus hernach viel scrupel entstanden. Der Kö-nig in Franckreich nahm zwar an. 1688. dem Papste die Graf-schafft Avignon, riefauch den Lavardin an. 1689. zurück, undappellirte an ein General-Lcmciiium; allein der Papst ließ sichdurch nichts bewegen, und es währte dieser streit bis an seinende. An. 1688. kam auch des Königs von Siam Gesandt-schafft zu Rom an, welche bey dem Papste audientz hatte, undHoffnung machte, als wenn dessen authorität auch in Ost-In-dien sollte angenommen werden. Unter dieses Papsts regierungstürben viel Cardinäle, da denn der Papst an. isgr. 16. undan. 1686. andere 27. erledigte stellen wieder besetzte. Den streitwegen des von Papst Paulo V. eingeführten OKcü von der un-befleckten empfangnis der heiligen Jungfrau Marien unter-drückte er, wie auch viele indulgentzien und ablasse, fo von SiptoIV. Eugenio M. Johanne XXIII. Leone X. Gregorio XV. ge-geben worden, nebst denen, so auf 80000. jähr kräfftig feynsollten, und von einer alten tafel abgeschrieben worden, die inder Lateranensischen kirche zu finden seyn soll. Gleicher gestaltverdammte er auch 6?. moral-satze, welche die Jesuiten undandere Casuisten zu behaupten gesuchet, und von denen im gegen-theil viele Catholische sich beklagten, daß durch solche fast diegantze Christliche sitten-lehre über einen Haussen gcstossen wurde.Zu ende feiner regierung half er die triple-aüianz zwischen demKayfer , den Polen und Venetianern wider die Türcken beför-dern , verwilligte auch grosse geld-fummen zu dem Türcken,kriege. Von den Mitteln, welche er befaß, und feinen Nepotenübergab, behielt er nur «wo. Reichsthaler jährlich, so lange erlebte, zn verzehren, daher er alles blos zur bezahlung derPäpstlichen Cammer-schulden, und zum nutzen der Christen-heit anwendete. Er war dem Mvlinos nicht übel gewogen,

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und gieng «S gar schwer tu, ehe er selbigen au.ließ, daher auch das amt der Inquisition einige ^ Mk»zu ihm schickte, welche ihn feines glaudcns halbermusten. Ferner wird gesagt, daß er die sonstdonnerstage gewöhnliche excommunication derProteverrichten wollen, und hätte er sich zu der zeit alle"" Mgestellet, wie er denn auch von aufhebung des editt-" , Ates in Franckreich nicht eben zum besten soll geredet HA Estarb den 12. aug. an. 1689. nachdem er der PaiMU M1;. jähr mit grossem rühm vorgestanden, und Mdauret. In dein augenblicke, da er starb, fiel einvon dem Lolallso zu Rom von sich sechsten ein. M,um sein grab in der PeterS-kirche ein gegitter MEwobey das volck täglich auf den knien liegt. Vira M

Lo»«««- numism. Laut. LeZstio I.3VArclini. - ^s. "

vinäiLsm. Missons reife-beschr. Lee, Nomnclüe

-is-FZen IiiüoriL Laxarus. *

Innocentius XII. ei» Neapolitaner, vormalsPignatelli genannt. Er war den 1;. mart. an. is«

polis aus einem sehr alten adelichen gefchlechte geo- „Aches aus einer in Ober - Calabrien geleaenen staou MTropea, entsprossen. In feiner jugcnd begabRom , um allda in dem 8eminsrio dasjenige zu er» >L,in dem geistlichen stände, dem er sich ergeben, erm-, ^de. Als er feine studien zu ende gebracht, erkanrw' z »vdene Päpste seine meriten ; dahero machte ihn Utv" M ,zum Vice-Legaten des Hertzogthums Urdino;erklarcte ihn zum Iirguilitore von Match«, z"M «« M .von Viterbo, und zu feinem Xuncio nach FlereiA^ uund Wien; Clemens X. machte ihn zum BisthostptMzum tz'ecretsrio der Congregation der Bischosic uleuthe, wie nicht weniger zu feinem Hofmeister;

XI. setzte ihm den Carbinals-Hut auf, machte ihn /"will 'zu Faenza, und Legaten zu Bologna, endlich aves ,,Bifchoff zu Neapolis. Nach Alexandri VlH-.^r>ellAillden 12.jul.an. 1691. zum Papst erwehlet.

II'I'N tn IiriaewöhllfV.II ttz.gl

gungen hierüber waren in Rom gantz ungewohntklärte sich anfangs in des Innocentii XI. fußv^epo^AEr schaffte dahero an. 1692. durch eine bulle den ^ K Mß.ab, machte gute Verordnungen vor die armen, »EFsich wegen der regale mit Franckreich. Unter tym1698. der streit mit dem Kayferlichcn Hofe,ten wollte, daß jemand in dem Päpstlichen gebAA „jch! MKayferlichen Hofe suchen sollte, welcher auch «„,-ftell/Vden. Als an. 1700. das ßubilXum sollte erofn.eter zwar gerne die sogenannte heilige pforte stlbn.MN / ^er sich bereits einen-goldenen Hammer machen '^Mll' Akonnte Unpäßlichkeit halber nicht darzu gelangen,'jMll-.o->'es dem Cardinal Bouillon, als Vice-Dechant, u" . qll-^jsl<starb endlich nach langwieriger kranckheit den

re»,s. Europäischer Mlsrr^- ^

befchreibung. ^i> A.

InnocentiusXIII. ein edler Römer, ausA,s^^vornehmen familre von Conti, zuvor Michael ^/""w M(siehe Conti, eine fannlie.) Er wurde gebom Alltu cEi;. may an. Iü;;. Der vatter war Carolristzog zuPvliundGuadagnuolo, und dieMUttee^pB!Hertzogin von Muti, welche ihn als ihren ften M Man zum geistlichen stände gewiedmet. Sei" b"1oNnebst einer sorgfältigen auftrziehung verhiessenzeittg einen geschickten Prälaten und Staatsm« ^ iv^c -dann auch, als er zu reifen jähren gekommen-, ^ ^

riethe, day er stufenweise von einer bedlenumi PqpNchFund so endlich bis zu der höchsten würde einesaet. Anfangs vertrat er die stelle einesbey Papst Alexandro VIII. bis er von '

terrnuicius nebst Stoccv und Beretto an oe> ^nach Venedig abgeschickt ward. Hierauf^ rill'lFinAfcoli, Viterbo und vielen andern stadtendes^

Sodann ernennte ihn Papst Innocentius ^

Ertz-Bißthum von Tarfus, ferner sandte er A >postl ^ v,,nach dcr Schweitz, und endlich nach PortUga . v

jähre geblieben. Zu der Cardinals-wurde av ,

Papst Elemente XI. aus folgendem "?cs-proEcci,j,2706. hatte dieser Papst eine grosse Carkinalgenommen, da er nemlich auf einmal f^^yricl Mll-/Unter diesen befände steh einer, nahmens G ^„tfprolVj, ^aus einem bürgcr-gefchlechte von Maeerac ^ geleiss ,,

war voökor ßurib, und wegen feiner tugen^Meaell^^

erfahrenheit sehr hoch geschähet, als bec ^ Mvorhin von Papst Innocentio XII. r"^„)cnerwehlet worden. Als ihm aber zur §leme^M..Ener Verdienste in ermeldter Promotion vs' ..^re ^die Cardinals-würde angetragen ward, ^^„en

bige anzunehmen, wobey er auch aller f^seungeachtet so standhafftig verblieben , .

Mit einer andern Person besetzt werden a'^dken^,ki ßrfiel Clemens mit feiner den 7ten m». bes , ^

genommenen rten wähl auf unsern M"V E-ß,auch zu annehmung dieser würde gantz "7" s„bM'den liesse. Worauf ihm zu bequemt