Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
Seite
358
JPEG-Download
 

z;8 jo h

Gegen-Papst Bonifacius todt war/ jagte Crescentrus, welcherdazumal in Rom in grossem ansehen stund/ dem Papst emesolche furcht ein, daß er sich befahrete, es wurde ihm gehen,wie Iohanni XIV. Dieses war eine von den Ursachen , welcheihn bewegten , in Toscanien zu gehen , und den Kayser Otto-nem III. um schütz anzuflehen. Hierdurch wurden die Nomerscheu gemacht, daß sie ihn wieder zurück riefen. Dlescmnachhielte er an. 989. wegen des B-fthoffs zu Prag St. Adelberti,der sich in ein kloster begeben , zu Rom einen 8znn6um. Dar-auf bearbeitete er sich, die Uneinigkeiten zwischen Ethelredo,Könige in Engelland, und Richarde, Hertzoge in Norman-Lie, beyzulegen, und die Unordnungen, welche in der Archezu Rheims wegen Arnoldi absetzung entstanden, abzuthun.Mittlerweile hatte sich bemeldter Crescentms in dem castelle vonSt. Angelo zu Rom veste gesetzt. Da dann der Kayser aufder Römer bittliches ersuchen hinkam , ihn zu belagern, binnenwelcher belagerung der Papst den 7. may an. 996. mit tode ab-gienq. Platina berichtet, daß zwischen diesem Papste und derClerisey ein stetiger haß , und er so sehr dem geitze ergeben ge-wesen , daß er alles zu sich gerissen, was er bekommen können,um seine bluts-freunde zu bereichern. Ferner setzet er omzu,daß zu seiner zeit ein erschrecklicher comet sich sehen lassen, wor-auf eine pest, hungcrs-noth und erdbeben erfolget, welchesman vor göttliche straf-gerichte wegen des geitzes und Hoch-muths dieses Papsts gehalten, der beydes GOtt und menschenverachtet habe. lib. I. äs gsst. Lngl.

Johannes XVI. ein Römer, war Nobertt söhn, und wur-de nach Johanne XV. erwehlet, wiewol ihn Baronius garnicht unter die Päpste rechnet. Crescentms, welcher zu Romin seiner tyranney noch immer fortfuhr, nöthigte ihn, daß erden Kayser um hülste ersuchen, und von dar sich weg begebenmuste. Allein er wurde bald wieder zurück beruffen, starb abergleich nach seiner Wiederkunft den i. jun. an. 996. Einige ge-ben vor, daß ihm Gregorius V. succediret habe. cv«.

O« kill. äes kgpes wm. I.

Johannes XVII. ein Gegen-Papst, hieß zuvor Philagathus.Er war von Rossano aus Calabrien gebürtig, und Bischofs zuPiacenza. Crescentius, welcher Rom in feiner gewalt unddas castell von St. Angelo inne hatte, brachte es dahin, daßer wider Gregorium V. erwehlet wurde. Dieser Bischofs, wel-cher verständig und dabey reich war, hatte viel freunde, undwurde von dem bemeldten tyrannen beschützet. Allein nach-dem der Kayser Otto III. an. 998. Crescentium aus seiner bürghinaus getrieben, nahm er auch Philagathum gefangen, ließihm die äugen ansstechen , und seine Hände und ohren beschnei-den. Ferner wird berichtet, baß die Römer, nachdem sie sichseiner bemächtiget, ihn auf einen esel gesetzt, und also um diestadt herum geführt haben. Der Cardinal,Petrus Damiani, setzthinzu , daß sie ihm den schwantz in die Hand gegeben, und erunterwegs ausrüsten müssen: daß solches alles derjenigenstrafe wäre, welche die Päpste von ihrem stuhle herab zustürtzen suchten. , Kilt. lik. I. c. 4. I-ea

, lib. II. c. 28. exiii. 2. sä Laräol.

Johannes XVIII. so genannt von denen, welche den Ge-gen-Papst Johannem XVII. unter der Päpste zahl rechnen,wurde durch des Grafen von Toscanello faction nach Syloe-stri II. tode an. roc>z. auf den Päpstlichen stuhl erhoben, wel-chen er nur;. monate besaß. Einige sagen, daß zu seiner zeitdie wähl der Päpste dem volcke gäntzsjch genommen , und alleinder Clerisey eingeräumet worden sey. Dieser Papst wurde Si-co zu benähmet. Lara«,«,. O« L'Le»?.

Johannes XIX. welchen Platina den XX. nennet, weil erIohannam und den Gegen-Papst Philagathum oder Johan-nem XVII. mit unter die Päpste zehlete. Er wurde nach demobstehenden den 20. nov. an. rooz. erwehlet. Einige sagen,daß er ein Römer gewesen, und mit dem zunahmen Fasanusoder Fanasus geheißen habe. Petrus, ein Patriarch zu An-tiochia, giebt in einem briefe an Michaelem Cerularium für,daß dieser Papst die Griechische und Lateinische kirche mit ein-ander vereiniget, und daß sie ihn zu Constantinopel in demOnone der messe mit genennet hätten. 0/.

Johannes XX. Gregor«, des Grafen von Toscanello söhn,und Beneöicti VIII. bruder. Ehe er noch Papst wurde,machte man ihn zum Römischen bürger. Er erlangte die Päpst-liche würde durch sein reichthum und seines vatters ansehen,crönte Conradum H- und starb den 8. nov. an. 10;;. Platinameldet, daß er zwar niemals die heiligen orden empfangen, je-doch ein gutes leben geführt habe. UK. IV.

Spill.

Johannes XXI. zuvor Johannes Petrus genannt, warCardinal von Frescati. Er war von Lisabon aus Portugal! ge-bürtig, ein NeäiLus von profeßion, und war fein vatter gleich-falls ein Artzt. Er war anfänglich Lrskiäigconus, darauf Ertz-Bischoff zu Braga in Portugall, und an. 127^. machte ihnGregorrus X. zum Cardinal. Endlich wurde er nach Adria-ni V. tode den 20. stpt. an. 1276. aufden Päpstlichen stuhl ge-setzt. Er schickte an den Griechischen Kayser, Michael Paläo-

j 0 h

lvgtm / einige Abgesandten, und ließ ibn durch

was auf dem Loncilio zu Lyon unter Grcgorro ^worden, erinnern. Er hielt sehr viel auf die Astrvm„.xe ^

bildete sich aus dem gestirne ein langes leben ein,darinnen betrogen, indem er den i;. oder 21. niay " ' „ ck .

Viterbo verstarb, und zwar den 6. tag darauf,einem zimmer, so er nahe bey seinem pallastc bauen „ h,s>fallen und verwundet worden. Er bat einige ^

lassen , als 8ummu>33 Logicss; Ikelsurum ^

öc O« bist-

coLr. bibl. kcmtif. äs lsript. Nsä. ^...

Johannes XXII. succedirte Clementi V. an. ^^'sohlN.,^1!

us der stadt Cahors gebürtig, eines armen. .. .... .. . " ' "" "

aus

hieß mit seinem rechten nahmen JacobusOssa- ,„,0 »-v,Bklein von person, aber von gutem verstände, dar x xcin den wissenschafften, zumal in den Rechten, we-^in Franckreich als in Italien erlernet, wohl zu-fänglich bey dem Ertz-Bisthoff Petro von Arsts .nigs Caroli II. von Neapoli Cantzler war. Alsden, machte ihn Caroli söhn, Robertus, selbstNach diesem wurde er Bischoss zu Frejus , an. r ^ v" ß

schoss zu Avignon, darauf Cardinal und BssaMAls Clemens V. verstorben war, blieb der Pavsi^ Ast.F»damals zu Avignon war, 2. jähr und darüber ledig' . pi>^dinäle hatten sich zwar zu Carpentras versamme ^aber in der wähl eines neuen Papsts nicht einig >ve §

" ' liger Graf zu Poitters » §

lippus der lange, damaliger Graf zu PostiersKonig in Franckreich , gieng auf befehl seines.orw.^,» ^ct X. nach Lyon , um zu versuchen, ob er es >"Ar. ^e- 7,,i>gen konnte, daß der Päpstliche stuhl wieder besetz'^jchei'A-zu bediente er sich bey den Carbinälen aller ersinss'j„ t Mund list, so gar, daß er sie auch in das Conclave, >cobiiier kloster war, einschloß, und nicht eher E. ^ Flassen drohete, als bis sie einen Papst crwehlt hä^ ^gc» ^jagte ihnen ein schrecken ein, und da sie «ach 4 .'hMFnicht eins werden konnten, stelletcn sie es w» ^ .0, äFjwilligung in des Cgrdinals und Bischoffs von , er'^t-ä'Ossa oder Usse, wiükühr, einen zu ernennen^p vwelcher dann sich selbst erwehlte, und ausrief: M s>'

so den 5. oder 8. sepc. an.i;i6. mit allgewe!"e^.,i,f^^der gantzen Versammlung geschahe. Er wur^ " pN'kMJohannis-kirche zu Lyon gecrönet, zog nach Er,gierte daselbst, nachdem er zuvor den Cardin^ Esagt, daß er niemals nach Rom kommen woM- ccanonisirle Ludovicum, gewesenen Bischoss zu ^mam, Bischoss von Herford, und Thomaw vs" ^ >» 5 ,!»'bestätigte den orden der sogenannten Christ^ ,.gall, deren Pflicht war mit den Saracene» ' pden Mauren in Granada krieg zu führen/sjche»den sogenannten orden von Grandmont, bev»., ii»VAdelte er unterschiedliche Abteyen in Bißthuwr„^LMte einige BischWiche wie auch viel Doin-k!rE.,^,sick^Guienne, Poilvu und Spanien zuunter Toulouse war. In dem Ertz-Mchu'N j

ttte er die Bißthümmer St. Flonr,

Tülle auf, und in dem von Bourdeaux,

Luson und Maillezais. Die'provintz'er in zwey theile, und machte Saragosta V. ^schöfflichen sitze, br aab die Llcnisnrinss,, chy ^als einige von '

!. Er gab die Llcmcnrinss, > jhy»seinem vorfahren Elemente V. 0^

wareN' 7 ^A>-

dinal erwehlet , gemachte Verordnungen w»- ,.jtel>auch die sogenannten LxrrLvgZgnteZ. Zu besten » aw ,emrgen Ludovicus, Hertzoa in Bayern, nno^ .c-r e» E.

und bA-istd

dericus, Ertz-Hertzog von Oesterreich, SNwallein der Papst war Ludwigen zuwider,ricum, ja er that an. iz-z. Ludovicum e .ses bewog selbigen an. 1^27. einenJ»g naattwo er sich von den Cardinälen cronen ues'^E^ ^,Noin citirte, und da er nicht erschien,absetzte, auch an dessen stelle Petrum Ranuce« ^

einen Franciscaner-Mönch, unter demzum Papst erwehlte. Ob nun wol selben, bevder General dieses ordens, nebst seiner E'^» ^ . W

predigten und schriften tapfer vertheidigte ^

tey doch bald zu gründe, und Corberia, „achfangen nehmen lassen , wurde an. hals^M/

führet, woselbst er mit einem stricke um oe» ^ bech,V.Älss

gnade bat, und 2. oder ;. jähr hernnck ' ^starb. An. 1,22. gab er ein edict heenn M,diejenigen vor ketzer erklärte, welche beham.

und feine jünger nichts eigenes gehabt , u.^aueN 7,,M/'

darüber. Er statuirte auch, daß das m»seligen seelen und die qnaal der verdammten ^chN'§,iW»richts-tage nicht vollkommen waren ^.„ckrcich^ei!!' ,auf des Königs Philippi V.Issti m a s u

verließ. Darneben beschützte er ^ A

ser Ludovicum , zwischen dessen undterschiedene treffen gehalten wurden. biin?stahchAH

Papst mit dem Könige von Bohmm m el^zwischen ihm und verschiedenen aiweri ^^ßliw^m^ein krieg erregt wurde, in welchem dirgleich zu der zeit, da Johannes XM'st schastVerlags erlitten. Man hat verschiede