Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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Er eroberte hierauf die Graffchafft Glatz nebst, andern orten inSchlesien, conjungirte sich mit dem Siebenburgischen FürstenBethlen Gabor, starb aber zu Leutsch in Siebenbürgen den2. mart. an. 1647. warauf er nach Cafchau geführet , und da-selbst Fürstlich beygesetzt wurde. Er hinterließ von seiner ge-mahlin Eva Christina , Hertzog Friedrichs zu Wurtembcrgtochter, einen einzigen söhn Ernsten, welcher zum Statthalterin der Marck Brandenburg verordnet wurde, aber mit seinemtode die Jägerndvrffische linie endigte. Lrrxcor»

Burggrafen zu Nürnberg:

Johannes II. Burggraf zu Nürnberg, Friderici II. (IV.)und Margarethä von Karndten söhn, ist nach Hintritt seinesvatters eine zeitlang unter mütterlicher vormundschafft gestan-den. Hernach hat er mit seinem brnder Alberto kulckro die re-gierung einträchtig verwaltet, und in derselben an. i;;8. Culm-bach nebst der daran gelegenen vestung Plassenburg, Gold-Cro-nach, Berneck, Trebgast, und andere ortcr von Graf Ottozu Orlamünde erkauft: item an. i?48. Weissenstadt von demkloster Wald-Sachsen. Er hielt sich meistens an Ludovici 6s-vsri Hofe auf, und erhielt an. 1^46. von ihm die Statthaller-schafft über die Marck Brandenburg , welche nachgehends seinenckel Fridericus I. erblich überkommen. Ob schon Johannesnebst seinem bruder Albrecht an. 1)46. sich wider den damaligenKönig Carl aus Böhmen von dem Kayser Ludwig mit 200.Helmen oder bewafneten Männern bestellen liessen, auch dererstere sich angelegen seyn ließ, nach Ludwigs tode dessen Prin-tzen wegen der erbschafft aus einander zu setzen ; so sind dochbeyde brüder von gedachtem Carolo , da er nunmehr Kayserworden , als sie sich ihm submittirten, an. i;47. in dem lagerbey Nürnberg gar gnädig empfangen, und mit vielen privilegienbegäbet worden. Der Kayser hat ihm auch die ehemaligeReichs-stadt Feuchtwangen an. 1 z? 7. versetzet. Daß Johannesin gutem ansehen gestanden , kan man auch daraus abnehmen,baß Gerlach Churfürst zu Mayntz an. i;49> sich in ein dündnis,einander im fall der noth beyzustehen, mit demselben einge-lassen. Er starb an. den 7. oct. nachdem er vorheran. das Augustiner-kloster zu Culmbach erbauet, welchesLutherus bey seiner abreise vor das schönste seines ordens ge-rühmet, und durch seine nachdenckliche reden daselbst den er-ste» gründ zur reformation in dem Vurggrafthum Nürnberggelegt.

Johannes III. Burggraf zu Nürnberg, Friderici V. söhn,hat nach väterlicher disposttion oberhalb des gebürges regieret,und zu Plassenburg gewohnt, wiewol er sich meistens bey sei-nen schwägern König Wentzeln in Böhmen und Sigismundo inUngarn aufgehalten, welchem letztem er an. i zys. in der gros-sen schlackst bey Nicopolis das leben erhalten, indem er ihn in ei-nem schifflein über die Donau salvirt. An. 141;. ist er miti2o. pserden auf das Loncilium zu Costnitz gezogen, und sollzwey Grafen von Orlamünda unter seinen bedienten gehabt ha-ben. Vorher an. i zyy. hat er Creilsheim, samt andern gerin-gen orten von dem Landgrafen von Leuchtenberg erhandelt,Erlang aber und Brixenstadt an. 140°. von der Cron Böhmenherbey gebracht. Kayser Wentzel hat ihm an. izyo. nach ab-sterben Conradi von Brauneck drey achtheil an der ftadt Kitzin-gen mit allen zöllen und geleiten zu Ober - und Unter-Brait,Bibert rc. verliehen , und Kayser Rupertus hat ihm die stadtFeuchtwangen , die seinem groß-valter schon verpfändet war,von neuem und so versetzt, daß sie hernach nimmer eingelösetwerden mögen. Er starb an. 1420. am tage Barnabä, undkam die succeßion auf seinen bruder Fridericum , den erstenChurfürsten aus dem Burggräsiichen stamme. Lrixe. Lra»-

pfaltzgrafenam Mein und Heryoge in Bayern:

Johannes wilhelmus, Churfürst von der Pfaltz, wardan. iü<;8. gebohren. Sein vatter war Churfürst PhilippusWilhelmus , und seine mutier Elisabeth« Amalia Magdalena,Landgraf Georgii II. zu Hessen-Darmstadt tochter. Nach ab-sterben feines vatters an. 1690. bekam er das Churfürstenthum,und verheurathete sich bald darauf an. 1691. mit Maria AnnaLouise, Groß-Hertzogs Cosmi III. zu Florentz tochter, nach-dem seine erste gemahlin Maria Anna, Kaysers Ferdinan-di III. Printzeßin, an. 1689. verstorben war. Gleich beym an-tritt seiner regierung muste er die residentz Heidelberg und fastdie qantze Pfaltz von den Franzosen verwüsten sehen, welchesihn doch nicht abschreckte, in dem Spanischen erb-streit Oe-sterreichische partey zu nehmen , die ihm auch guten Vortheilgebracht. D'nn ob wol sein land der femdstchen gemalt denqantzen krieg über sehr herhalten , und die nach der acht desChurfürsten Marimiliani Emanuels von Bayern ihm an.1703. übergebene Ober-Pfaltz samt dem Ertz-Truchsessen - amtnach der aussohnung des Churfürsten von Bayern an die-sen wieder gegeben werden muste: auch die von dem KönigeCarln III. in Spanien versprochene Statthalterschafft der Spa-nischen Niederlande, ihre würckung nicht erreicht, so ist ihmdoch das Hertzogthum Limburg von dem Hause Oesterreichabgetreten worden. Das einzige, so die Protestirende widerihn geklagt, ist, daß er den Catholicken viele kirchen dererLurch den krieg vertriebenen Reformirten einzuziehen erlau-

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bet, und sonst in der Reformirten religion derM^anderung mehr vorzunehmen verstattet. Und ovwo»gelische Lorxuz denselben durch eine Gesandtscham ctstwelche nach gethaner gütlichen Vorstellung mit zm» F ""redete , so hat man doch wenig mehr ausgeriml»,ein Reichs-Lravsmen daraus worden , welches rna' ^ r->schoben, bis eine Reichs - Deputation zu erörtern' ^gions - beschwerungen niedergesetzt werden könne. ^ i>Pfältzer haben solche nicht erwarten wollen ,an. 1709. etliche tausend familiennach Engellandallwo man sie nach Jrrland, Neu-Aorck und Caro» ^ grica vertheilt. Es würden ihnen auch noch AUseyn, wo nicht die Engelländev ihrer uberdruv'^, ys"und die letzten wieder zurück geschickt hättenvolck zu arbeiten keine lust bezeugte. Mit M'^.hermahlinnen hat er keine postcrität hinterlassen, " scklies"de nach seinem an. 1716. erfolgten absterben »i st" ^der Carl Philipp, Statthalter in Tyrolpäischer Herold, k. I. x. ;c>8. Europanevesn. 1709. und 1711. ,

Johannes Casimtrus, Pfaltzgraf amdem Churfürsten Friderico III. und Maria,

Johann Castmiri zu Anspach tochter, an. iz4l-suchst 'war.in der Reformirten religion erzogen, Mckstl,jugend in Franckreich zu, that auch nachgehend^

bens-genoffen daselbst gute dunste, indem er tbUN „

nemlich an. 1567. und 157;. mit einer anseuc, xM,/

schafft zu hülffe kam. Nach seines vatters an.

tode bekam er in der erbtheilung das Amt und iMst?

und nahm sich der von seinem bruder, CHMtMst lE'j,,

vertriebenen Reformirten mit aller macht an-^ck^A,

nennte ihn die stadt Gem zu ihrem General. .

verdacht kam, daß er die Niederländischen städ ^' „f i» ji>

glisthen gelbe an sich zu bringen suchte, und va § M

mit den Spaniern gehaltenen schlackst den stury. ye» Ml'

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gienq er nach Engelland über, und erhielt da>, ^des Hosenbandes. An. i?8;. stund, er demavst

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ves ^ozenoanoev. An. i?8;. mmo er v«»» - ^ .

fürsten zu Cöln, Gebhardo, bey,Jndem.es a E ^sowvl als an gelbe überall mangelte, und je"'U» üchder an. i;8;. das zeitliche gesegnete, so wickelte stnier aus diesen Händeln heraus , und nahm Pc,tion der Chur, bey Minderjährigkeit des M»s „oBstMallein über sich. Ob nun gleich die verordnete» ^ »s,Brandenburg, Hessen und WürtemSerg, Bvor der Cammer zu Speyer und hernach m».d»Häupten wollten, so brachte er es doch dahin, "ihn in dem besitze bestätigte. Er stelltedelberg und an. 1586. zu Marbach ein rellglv^schen den Lutheranern und Reformirten an,jan. an. 1^92. von seiner gemahlin Elisabethgusti zu Sachsen tochter, keine männliche erbe»^ stDie Lutheraner wurden zu seiner zeit in der-f' ^wartet, und viele Prediger in das exilmm -E

stormuls Ooncoräi'L war er auch keinesweges zdenn ein eigen buch unter dem titul: Christum E«'^ >>'von dem Concordien-buch drucken iEss stebLIV. LXX. Lairitz. hist. Palinwald. Mraa-

Johannes , Pfaltzgraf zu Zweybrücken/^ derA^Lgebohren. Sein vatter war Pfaltzgraf JUst^Zweybrücken. Nach desselben absterben ^ riaHÄ«regierung m dem Zweybrückischen an , U.rch dssl-cFriedrichs IV. von der Pfaltz tode, ward erment zum llstmimstrstor der Chur erklärt / d , olM^je »Ä,er gleich den besitz nahm, auch in deLlben /

von Pfaltzgraf Philipp Ludwig von Neuvurgre verwandtschafft vorwendete , gesth^eU. ,

von Rudolpho II. beschützt ward, um. »vGUllVwegen gleichheit der religion der Churfürst"^ ZcDMst,,kindern , und dem gantzen lande belrebt war. ^chic> M „krafft solcher administration nach absterben ^ysec st,, strNudolphi das Vicariat, und half M^"!-i,sche sterwehlen. An. ,üio. trat er in die EvarM ' ^^an. 161;. legte ergemeldteadministration»» ci

der Churfürst Friedrich V. sein 18. Mhr tt^ckliä) Ät l«hielt sich aber , bis daß derselbe solches w»» per 4Verwaltung der Reichs-geschäffte vor. öc'^ verbeständig in Zweybrücken, ausser daß er ( ,die Böhmisüze Crone annahm, StatthaM ^ ^

Übrigens muste er bey den damaligen^r»ö ^

Kayserlichen viel erdulden , biser endliM pill .

Er hat sich zweymal vermahlt, als A

Rohan, des Vicomie cke Rohan in Fra»^st FL>, k"denn mit der ältesten Printzeßin des s-v» ^Mh»'

Louisa Juliana, auch mit alle» beyde ..grillstgezeuget.

* Johannes, ein PfaltzgrafE.Änäcen s^,

mern , hat sich in den Historien , antwutt einefleißig umgesehen, auch das turmer-mMgebracht; mgleichen einige wercke ubm tz ^ 71verfertiget, und ist an. 1557. den r8. m«vden. F'reöerr tbssrrum.